Holz spalten

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

babayaga
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
Wohnort: Sachsen

Holz spalten

Beitrag von babayaga »

Hallo zusammen,

entschuldigt bitte, ich und meine Fragen ... ;-)

Ich habe noch von letztem/teils vorletzten Jahr diesen Stapel:

Bild

Das kann etwas täuschen, also das sind 3 Reihen hintereinander,
ganz hinten leigen die größten Baumscheiben, weiter vorne werdense kleiner.

Ich weiss jetzt nicht, je länger die da noch so liegen,
ob sie dann immer schwerer zu spalten gehen?
Jedenfalls hab' ich mir eine Axt gekauft (ca. 1m Stiel mit 1600 g Kopf),
mein Nachbar meinte allerdings, dieser 'Totschläger' wäre eher was zum Fällen als
zum Spalten ... ich solle besser eine Spaltmaschine ... hmm ...

Spaltmaschine hatten wir (Opa und ich) mal vor 4 Jahren geliehen,
das ging wirklich ganz gut, als das Teil ERSTMAL VOR ORT stand.
Aber diese elende Ochserei mit der schweren Maschine und auf den Hänger und wieder runter,
und damit durch die Botanik fahren, das schreckt mich ab.
(Zumal damals dafür bald 50% der Leih-Zeit draufgegangen sind)

Meine Frage geht also in Richtung, wie (mit welchen Werkzeugen/Hilfsmitteln/Tricks) ich
die Scheiben KRAFTSCHONEND selber spalten kann.
Brauch ich da eher sowas wie einen 'Meißel' und einen Vorschlaghammer?
Letzteres habe ich - nur bei dem Meißel - Fragezeichen?

Eine Antwort mal vorweg: Warum will ich das selbermachen?
- kostet nix
- bin an keine Leih-Zeiten gebunden
- kann also immer mal ein Stück machen, je nachdem, wie mir ist Zeit/Lust/Kondition/usw ;-)

Ich hab sowas wirklich noch nie gemacht, deswegen dachte ich - fragste mal,
vielleicht habt ihr mir ein paar Tips, wie man das traditionell am besten angeht.
(ur-traditionell: zielen und schwer draufhauen, ist mir bereits klar) ;-) ;-) ;-)

Viele Grüße,
Nancy
--
ps: Geht das Holz tatsächlich, je länger es liegt, schwerer zu spalten?

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

hier meine Erfahrung: Je länger es liegt, desto trockener wird es und umso schwerer lässt es sich spalten.
Ich mache es kraftschonend immer so ( wenn ich keinen Spalter ausgeliehen habe). Ich habe 3 alte Axt- bzw. Beilklingen ( die mir früher einmal abgebrochen sind). Eine setzte ich in der Mitte an und schlage diese Klinge mit einer Axt o.ä. ins Holz. Spaltet sich das Holz nicht schnell, weil ein Ast klemmt, schlage ich eine 2. Klinge und evtl. eine 3. Klinge zu Hilfe. Mit diesen 3 Klingen spalte ich locker, ohne viel Mühe alles.
Leicht zu spaltendes Holz wie Fichte,Kiefer schlage ich natürlich auf dem Hackklotz mit der Spaltaxt auf einmal durch. Aber mit weniger Kraft klappt das obige System, da die Klinge das Holz langsam immer ein Stück weiter auftrennt, bis es auseinanderbricht.

Ich mache auch immer alles allein und so billig wie möglich.

Viel Erfolg, das sind keine Mengen, die du da liegen hast. Da sieht es bei mir anders aus.Auch jetzt wieder nach Kyrill.

Wolfgang

babayaga
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
Wohnort: Sachsen

Beitrag von babayaga »

Hallo Wolfgang,

Beiklingen? Zweite und dritte Axt?
... du weckst da dunkel ein Bild in Erinnerung, DARAN hab' ich garnicht mehr gedacht.
Sehr schön, mir ist auch klar, was du meinst, vielen Dank.
Äxte, die zwar erstmal einen Tag ins Wasserbad müssten, hab ich welche - sehr gute Idee.

Ich werde das mal so angehen, nochmal vielen lieben Dank,
auf das Naheliegendse wäre ich beinahe nicht gekommen;-)

Was die Mengen angeht - das ist klar und sehr subjektiv, kleines Beispiel;-)
***
Meine Omi: 'Umhimmelswillen - WER soll DAS ALLES spalten?'
Nancy: 'Ach, muss doch zu machen sein'
Omi: 'Du kannst das doch nicht machen'
Nancy: 'Wieso nicht?'
Omi: 'Das muss ein Mann machen, das kannst du nicht'
Nancy: 'Naja, aber probieren kann ichs doch zumindest mal, soo viel isses ja nun auch nicht'
Omi: 'Was?! NICHT VIEL?????'
...
Crypto: 'Das sind doch keine Mengen ...'
***

Soviel zum Beispiel Subjektivität/Alter/Geschlecht ;-) ;-) ;-)

Letzters war als Joke gemeint, wobei im Endeffekt - so verschiedene Sichtweisen können da vorkommen.

Nochmal Danke für die Tips und liebe Grüße,
Nancy

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo
du brauchst dafür schon so 1Tag,aber das schaffst du ganz sicher auch alleine.

Grüße Martin und noch viel Spaß beim Spalten

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Nancy,

du schaffst das schon. Soviel zu Alter /Geschlecht :wink:

Viel Spaß

Wolfgang

babayaga
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
Wohnort: Sachsen

Beitrag von babayaga »

Hallo Martin,

ich gehe mal von 2 Tagen aus, wens ofengerecht sein soll;-)

Aber Danke fürs Mutmachen, ich denke mit meinen 35 Lenzen müsste ich das ohne fremde Hilfe hinbekommen, alles andre wäre eine unsportliche Note 'setzen - sechs';-)

lg Nancy

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo zusammen,
Es gibt nun einmal Tätigkeiten, die ein Mann besser ausführen kann und Tätigkeiten, die eine Frau besser ausführen kann. Wenn eine Frau ohne praktische Anleitung durch einen versierten Spalter Holz spalten will, dann muss sie vor allem darauf schauen, dass sie eine gute Unfallversicherung hat. Ich bin kein Macho, aber was du vorhast, ist nicht zu verantworten. Ich meine es absolut ernst.
Gruss
Kurt

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Crypto,
Man soll nicht mit der Rückseite einer Axt auf Stahl schlagen, weil man damit das "Haus" der Axt deformiert und der Stiel dadurch nicht mehr richtig hält. Auf die Dauer bricht das Haus sogar, weil der Stahl für diese Belastung nicht ausgelegt ist. Immer einen massiven Schlegel benutzen, um Stahlkeile ins Holz zu treiben.
Gruss
Kurt

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Stimmt, du hast Recht,

ich hatte in den letzten Jahren auch immer so einen schweren Hammer benutzt, nachdem mir ein oder 2 Äxte schon kaputtgegangen sind.

Danke für den Hinweis

Viele Grüße

Wolfgang

babayaga
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
Wohnort: Sachsen

Beitrag von babayaga »

Hallo Kurt,

ich repektiere deine Meinung - und ich bin auch keine Emanze;-)

Aber, mal ernsthaft - was bleibt einem, wenn man (fast allein) ist?
Einen Mann 'leihen'?? Na ich weiss nicht - eh' ich das tue,
probier' ich 'leichtere Tätigkeiten' doch eher selber.

Anders sah' das beim Fällen aus, das seh' ich klar ein,
das ist nicht mal so gemacht, gleich recht nicht alleine.

Ich hab' meine sämtlichen Nebengebäude selber abgeputzt und scheue mich
eigentlich nicht vor schwerer körperlicher Arbeit.
(im Gegenteil - das ist ein guter Ausgleich zu dem Scheiss-Bürojob)
Wobei da Frauen eher an ihre Grenzen stossen, als Männer, das ist klar.
Aber grundsätzlich habe ich da eigentlich keine Vorbehalte,
die Grenzen setzt alleine die Natur;-)
Als ich letztes Jahr mit einer Hilti in meinem Waschhaus stand und den verzementierten Putz abgepickert habe, habe ich mir auch gedacht: 'Diese Arbeit möchte ich nicht 8 Stunden am Tag verrichten'
15 min Pickern und dann erstmal Pause weil mir fast die Arme abfallen und die Ohren klingeln mit dem schweren Gerät.
Ganz schlimm, wenn man 'überkopf' arbeiten muss.

Ich sehe das also recht locker, einfach mal probieren,
wann man an seine Grenzen kommt, spürt denke jeder für sich selbst früh genug.

viele Grüße,
Nancy
--
ps: Ich kenne genug Männer, denen ich fasziniert zuhöre, von denen ich lernen kann und die 'muskelmäßig' gut drauf sind
ich kenne aber auch Typen, die bekommen keinen Nagel gerade in die Wand, was ist also so abwegig daran als Frau?;-)

seba79
Beiträge: 103
Registriert: 17 Feb 2007, 04:16

Beitrag von seba79 »

hallo,

also, ich habe nicht alles gelesen, aber wie schon gesagt wurde, dass sind wirlich keine mengen. wir bekamen immer 1-2 treckeranhänger voll und haben sogar nur einen sehr leichte und zum spalten kaum geeignete fiskars-axt. (soll nicht heissen, dass fiskars grundsätzlich nicht zum holzhacken geeignet ist, nur das modell das wir haben halt nicht.)

also, falls es noch nicht gesagt wurde, hole dir am besten nen spalthammer und wenn man die technik erstmal drauf hat, gehts ja fast von selbst.
wichtig ist,d ass man breitbeinig hackt. hab diesen wohlgemeinten tipp nur einmal nicht befolgt, das holz spaltete, die axt schwingte weiter genau in meinen unterschenkel....ausserdem hat man denke ich mehr kraft im schlag, wenn man sich breitbeinig hinstellt. irgendwann haste auch raus, wie und wohin du am besten haust. meist ist es ganz gut, wenn man auf den rand der holzstücke haut...

naja..viel spass beim hacken ;)

tormi
Moderator
Beiträge: 5728
Registriert: 07 Feb 2007, 19:42
Wohnort: Hinkel, Luxemburg

Beitrag von tormi »

Hallo,
ich würde dir trotzdem raten erstmal mittig zu zielen, wenn du mit dem Spalthammer noch keine/nicht viel Erfahrung hast. Der Hammer sowie das Holz riskieren dir sonst um die Ohren zufliegen. Das gilt für jeden 'Anfänger', Männlein wie Weiblein.
Aber so wie du da angehen willst finde ich gut, nichts überhasten.
LG Nalis

Knick
Beiträge: 51
Registriert: 21 Feb 2007, 15:40
Wohnort: Munkbrarup
Kontaktdaten:

Beitrag von Knick »

Hallo,
ich denke, daß es beim Holzspalten weniger auf Kraft als auf die richtige Technik ankommt. Alte Axtköpfe benutze ich auch gerne, da sie nicht so leicht aus dem Holz rausspringen wie normale Spaltkeile. Alte Köpfe kannst Du mit Glück auf dem Flohmarkt ergattern, achte aber darauf, daß der Stielrest noch im Auge der Axt steckt, da sich dieses dann nicht so schnell verformt. Erst wenn der Riss groß genug ist kommen bei mir die Keile zum Einsatz. Hässlich aber leider sehr gut und sicher sind dabei Kunststoffkeile, die auch noch den Vorteil haben, daß sie sehr leicht sind. Mit einem Spalthammer darfst du auch auf Keile hauen mit einer Spaltaxt oder einem Beil nicht, es geht, wie gesagt, davon kaputt.
Richtig machst Du es, wenn du dein Spaltwerkzeug mit schwung auf das Holz oder den Keil "wirfst", natürlich ohne es loszulassen. Also zielen, Schwung holen und im letzten Moment die Kraft wegnehmen, das schont deine Gelenke und den Werkzeugstiel. Es gibt übrigens Spalthämmer und -äxte die im kopfnahen Bereich durch Blech verstärkt sind, das erhöht die Lebensdauer des Stieles enorm.
Zur Sicherheit: Auf deine Schienbeine mußt Du tatsächlich gut aufpassen, oft rauscht die Axt um Haaresbreite am Bein vorbei. Noch wichtiger ist es m.E. allerdings auf die Augen zu achten. Ich kenne mittlerweile 3 Leute, die durch Unachtsamkeit ein Auge verloren haben. Beim schlagen von Stahl auf Stahl können mit enormer Geschwindigkeit Splitter abfliegen, die auch mal den Weg ins Auge finden. Nicht umsonst ist es laut Forstberufsgenossenschaft verboten Stahl auf Stahl zu schlagen. Also eigentlich immer mit Kunststoffhammer auf Stahlkeile oder mit Stahl auf (Alu-) Kunststoffkeile hauen. Gutes Werkzeug kannst Du zum Beispiel bei Grube kaufen ( www.grube.de ).
Wir selber machen im Jahr ca. 40 Kubikmeter Brennholz ohne Spaltmaschine und vermissen sowas auch nicht.
Du wirst evtl. nicht so viel auf einmal schaffen wie ein Kerl, aber natürlich schaffst Du das!
Viel Spass, Dag

gor244
Beiträge: 26
Registriert: 26 Jan 2007, 20:57
Wohnort: TF Brandenburg
Kontaktdaten:

Beitrag von gor244 »

Hi hast ne Menge vor,
Zum Spalten sei eins gesagt: Muskelkraft entscheidet nicht über Technik!
"Holz Reisst wie der Vogel Scheisst" alte Forstregel will sagen das Stammstück so positionieren das die ehemalige Krone nach oben weist (sieht man an den Ästen/verjüngung des Stammstückes draufhauen hilft nicht immer) dann die Schnittfläche nach Rissen absuchen und den Riss mit dem Spaltwerkzeug GENAU treffen mit etwas schwung, ne reine Fingerübung :wink: Übung macht den MeisterIn

viel Spass

edit hat gesagt das dein Werkzeug zu schwer is 1000g hätten gereicht
Bild

Lucki
Beiträge: 17
Registriert: 11 Okt 2006, 10:17

Beitrag von Lucki »

Freut mich, dass hier doch etliche Praktiker schon alles Wichtige geschrieben haben.

Und vor den paar Holzstücken brauchst du keine Angst zu haben. Ich hab nur noch keinen Hackklotz gesehen. :wink:
Sonst nimmst du in der Not einfach einen möglichst großen Klotz aus deinem Reservoir als Unterlage.

Grüße und viel Spaß beim Hacken,

Lucki

Antworten