Abstand Lärchenhecke

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Reindl86
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Abstand Lärchenhecke

Beitrag von Reindl86 »

Da sich bei uns bald die Frage stellen wird, welche Hecke wir als lebenden Zaun pflanzen, wollte ich mal fragen, ob wer von euch weiß, wieviel Abstand ich zwischen den einzelnen Pflanzen bei einer Lärchen-Hecke einhalten muss?

Warum eine Lärchenhecke? Lärchen können je nach Standort auch als Hecke gepflanzt werden.

Zum einen liebe ich Lärchen, sind schnellwüchsig und haben durch die Verfärbung der Nadeln ein herrliches Erscheinungsbild.

Habe auch an Wacholder gedacht - Wacholder ist aber im Gegensatz zur Lärche eher langsamwüchsig und sticht.

Thujen sind mir eher zu "gewöhnlich".

Bitte um Rat.

LG

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

wenn es denn unbedingt Lärche sein soll, dann empfehle ich einen Abstand von 1, 50 m. unten ist dann kein Sichtschutz gegeben. Daher probiere mal folgendes:

hier ein Auszug aus einem alten Buch zur Anlegung einer Holunderhecke:

Die Verbindung mit Weißdorn wirkt außerordentlich und habe solches selbst zu spüren bekommen.

"Vom Holunder läßt sich eine sehr vorteilhafte Art von lebendigen Hecken und Zäunen und zwar in einem trockenen Boden anlegen. Da man diese Gewächs nicht allein an vielen wüsten Orten, sondern auch auf hohlen Weiden, Mauern und Türmen der alten wüsten Schlösser, wohin die Vögel den Samen bringen,
antrifft: so beweist dieses genügsam , daß er mit einer recht dürren Stätte vorlieb nimmt und sich folglich zu Hecken an trockenen Orten wohl schickt.
Es kommt nur darauf an, daß dabei gehörig verfahren werde. Man macht in dieser Absicht im Herbst an demjenigen Ort, wo die Hecke angelegt werden soll, einen 1 Ellen breiten und ebenso tiefen Graben nach der Schnur. Will jemand die Kosten nicht sparen, und den Graben 2 Ellen breit und 1 ½ Ellen tief machen, so hat er den Vorteil zu gewarten, daß die Hecke desto geschwinder und besser anwächst. Ist Rasen vorhanden, so muß solcher allein beiseite gelegt werden, damit man ihn , wenn der Graben fertig ist,wieder hinein in die Tiefe stürzen könne. Dieses hat seinen guten Nutzen: denn der verfaulte Rasen gibt eine gute Düngung ab; wenn er aber oben zu liegen käme, würden die Rasenwurzeln gar bald ausschlagen und die angelegte Hecke verdrücken. Ist nun dieses geschehen , so wirft man den Graben mit der andern klaren Erde wieder voll.
Hat man nun den Samen, so zieht man eine Schnur nach der Länge der anzulegenden Hecke, macht mit einer kleine Jäthacke oder mit einem Stocke längst der Schnur einen oder 1 ½ Zoll tiefen, kleinen Graben in die Erde, streuet hierein den Samen und deckt die Erde wieder darauf. Unter diesen Samen kann man auch etwas von den sogenannten Hagebutten oder Feldrosen mengen. Die Rose wächst gern an dürren Orten, das stachelige Holz derselben schickt sich gar in dergleichen Hecken, wo Menschen und Vieh durchzudringen abgehalten werden sollen. Im Frühling geht der Same bald auf und man muß zu dieser Zeit darauf sehen, daß kein Unkraut den jungen Anflug ersticke; deswegen jenes ausgeraufet werden muß. Haben diese jungen Pflanzen nun einen Sommer gestanden, so werden sie ½ Ellen hoch gewachsen sein, im folgenden Jahre aber weit stärker treiben. Alsdenn müsssen sie oben und zu beiden Seiten mit einer Gartenschere beschnitten werden, damit sie von der Erde auf desto mehr ausschlagen, und unten dick werden. Und so muß man hernach alle Jahre damit fortfahren. Eine so angelegte Hecke befindet sich binnen 3 bis 4 Jahren in volkommenen Stande : hernach kann sie 30,40 bis 80 Jahr und länger stehen, wenn sie nur alle Jahr im Schnitt erhalten wird. Sollten die Stämme gar zu alt werden , so hacket man sie im Frühjahre über der Erde ab, da denn die Wurzeln häufig wieder ausschlagen. Das alle Jahr abgeschnittene Holz kann zur Feuerung gebraucht werden.
Man kann auch, bei Erziehung derselben aus Holunderzweigen oder Setzlingen, den Weißdorn dazwischen pflanzen. Alsdenn aber muß man die Holunderzweige 10 Fuß voneinander setzen, damit aus jedem derselben ein Baum werde und der Weißdorn nicht ganz und gar unter den Holunderbaum zu stecken komme, weil sonst der Dornbusch gleich anfänglich in seinem Wachstum aufgehalten werden würde."

Viele Grüße

quellfelder

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

@quellfelder: bitte, auch wenn es Zitate sind, dann bitte die relevanten Passagen extrahieren und lass doch einmal den Holunder beiseite. Er hat es nicht verdient, dass ihn bald keiner mehr hören und sehen kann, weil er hier ständig herhalten muss.
Die Frage bleibt auch, was sich als Unterbepflanzung eignet, um die Hecke dicht zu machen.Eibe?
Eine Lärchenhecke habe ich bewusst noch nicht wahrgenommen. Als Alternative kommt auch Metasequoia in Frage. Diese Hecken funktionieren, sehen toll aus und zeigen eine ebenso grandiose Herbstfarbe, allerdings mehr ins orange rein.
Durch eine immergrüne, langsam wachsende Unterbepflanzung schafft man Blickdichtigkeit und auch einen gewissen Sichtschutz im Winter.

Viele Grüße

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

Kiefernspezi hat geschrieben:@quellfelder: bitte, auch wenn es Zitate sind, dann bitte die relevanten Passagen extrahieren und lass doch einmal den Holunder beiseite. Er hat es nicht verdient, dass ihn bald keiner mehr hören und sehen kann, weil er hier ständig herhalten muss.
Die Frage bleibt auch, was sich als Unterbepflanzung eignet, um die Hecke dicht zu machen.Eibe?
Eine Lärchenhecke habe ich bewusst noch nicht wahrgenommen. Als Alternative kommt auch Metasequoia in Frage. Diese Hecken funktionieren, sehen toll aus und zeigen eine ebenso grandiose Herbstfarbe, allerdings mehr ins orange rein.
Durch eine immergrüne, langsam wachsende Unterbepflanzung schafft man Blickdichtigkeit und auch einen gewissen Sichtschutz im Winter.

Viele Grüße
Metasequoia klingt sehr interessant und schaut auch auf den Bilder wirklich schön aus. Bin nicht drauf gekommen, weil ich bisher nichts davon gehört habe.

Hier gibt es leider nur 1 Problem. Unser Grundstück hat 1.800 qm und wenn mich dann das Pflänzchen 3-4 € kostet anstellle einer Lärche mit 80 - 90 Cent, ist das natürlich ein gewaltiger Unterschied. Und gerade beim Hausbau muss man jeden Euro 2 x umdrehen.

Ein Freund von mir hat eine Lärche, diese scheint aber unten sehr wohl blickdicht? Bezieht ihr euch darauf, dass die Lärche im Winter nicht mehr blickdicht ist, oder aufgrund der Wachstumsweise?

Siehe Bilder
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LCV
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Beitrag von LCV »

Das sieht aber nicht wie Lärche aus. Die Nadeln stehen in Büscheln und im Winter wirft die Lärche alle Nadeln ab. Also blickdicht nur im Frühjahr bis Herbst.

Es hängt ja auch von den Boden- und Klimabeschaffenheiten ab. Hier in unserem Weinbauklima sieht man jetzt immer mehr Photiniahecken. Die behalten ihre Blätter und die Mischung aus grünen und roten Blättern ist nicht so trist wie Kirschlorbeer. Grundsätzlich würde ich viele verschiedene durcheinander pflanzen. Da kann auch Berg- und Feldahorn, Hainbuche, Berberitze, Feuerdorn, Liguster usw. schön gemischt werden. Das ist auch für Tiere interessanter.

Bei Koniferenhecken aller Art sieht man sehr oft, dass sie innen total braun werden (zu wenig Licht) und irgendwann auch außen absterben. Vor allem, wenn man die nicht sehr oft schneidet und sie zu breit werden.

Es muss natürlich jeder selber wissen, aber "grüne Mauern" wären mir zu eintönig.

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

LCV hat geschrieben:Das sieht aber nicht wie Lärche aus. Die Nadeln stehen in Büscheln und im Winter wirft die Lärche alle Nadeln ab. Also blickdicht nur im Frühjahr bis Herbst.

Es hängt ja auch von den Boden- und Klimabeschaffenheiten ab. Hier in unserem Weinbauklima sieht man jetzt immer mehr Photiniahecken. Die behalten ihre Blätter und die Mischung aus grünen und roten Blättern ist nicht so trist wie Kirschlorbeer. Grundsätzlich würde ich viele verschiedene durcheinander pflanzen. Da kann auch Berg- und Feldahorn, Hainbuche, Berberitze, Feuerdorn, Liguster usw. schön gemischt werden. Das ist auch für Tiere interessanter.

Bei Koniferenhecken aller Art sieht man sehr oft, dass sie innen total braun werden (zu wenig Licht) und irgendwann auch außen absterben. Vor allem, wenn man die nicht sehr oft schneidet und sie zu breit werden.

Es muss natürlich jeder selber wissen, aber "grüne Mauern" wären mir zu eintönig.
Achso, wäre theoretisch auch eine Kombo aus Feldahorn, Bergahorn und Spitzahorn möglich? Wie sind die denn schnittverträglich?

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

LCV hat geschrieben:Das sieht aber nicht wie Lärche aus. Die Nadeln stehen in Büscheln und im Winter wirft die Lärche alle Nadeln ab. Also blickdicht nur im Frühjahr bis Herbst.

Es hängt ja auch von den Boden- und Klimabeschaffenheiten ab. Hier in unserem Weinbauklima sieht man jetzt immer mehr Photiniahecken. Die behalten ihre Blätter und die Mischung aus grünen und roten Blättern ist nicht so trist wie Kirschlorbeer. Grundsätzlich würde ich viele verschiedene durcheinander pflanzen. Da kann auch Berg- und Feldahorn, Hainbuche, Berberitze, Feuerdorn, Liguster usw. schön gemischt werden. Das ist auch für Tiere interessanter.

Bei Koniferenhecken aller Art sieht man sehr oft, dass sie innen total braun werden (zu wenig Licht) und irgendwann auch außen absterben. Vor allem, wenn man die nicht sehr oft schneidet und sie zu breit werden.

Es muss natürlich jeder selber wissen, aber "grüne Mauern" wären mir zu eintönig.
Achso, wäre theoretisch auch eine Kombo aus Feldahorn, Bergahorn und Spitzahorn möglich? Wie sind die denn schnittverträglich?

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Beitrag von LCV »

Zu unserem Nachbargrundstück gibt es eine solche Hecke. Da wurden vermutlich vor vielen Jahren verschiedenfarbige Berberitzen gepflanzt. Hainbuche, Feld- und Bergahorn haben sich selbst ausgesäht und vertragen den Schnitt ohne Probleme. Hainbuche wird ohnehin oft als Hecke genommen. Inzwischen haben sich noch ein paar andere Gehölze dazwischen gemogelt. Dadurch ist das ganze ziemlich bunt. Wenn schon Hecke, dann nicht eintönig. Sonst kann man gleich eine Mauer bauen und grün anstreichen.

Man kann auch ein paar Nadelgehölze mit einbauen. Thuja eher nicht und Eibe nur, wenn man keine Tiere hat, die daran herumfressen. Aber Tanne und Fichte kann verwendet werden. Nur muss man regelmäßig schneiden.

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

Danke für die Tipps!

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo, die Hecke sieht toll aus. Detailfotos wären super. Die müsste ja bald wieder austreiben.

Viele Grüße

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo, die Hecke sieht toll aus. Detailfotos wären super. Die müsste ja bald wieder austreiben.

Viele Grüße

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

@Kiefernspezi: es kann niemand aus seiner Haut bzw über seinen Schatten springen und ich will das auch gar nicht!

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von LCV »

quellfelder hat geschrieben:Hallo,

@Kiefernspezi: es kann niemand aus seiner Haut bzw über seinen Schatten springen und ich will das auch gar nicht!

Viele Grüße

quellfelder


Ok, nur leider "THEMA VERFEHLT". Die beschriebene Hecke entspricht den Gebüschstreifen, mit denen bei uns Felder abgetrennt werden. Teilweise bis zu 5 m hoch und auch 5 m breit. Die dienen als Windschutz und geben jeder Menge Vögeln und Insekten, aber auch Hase + Igel einen Unterschlupf oder Nestbaumöglichkeiten. Die hier angefragte Hecke ist aber sozusagen Zaunersatz und soll regelmäßig geschnitten werden. Ob da Holunder passt, wenn der auf 1,20 m Höhe gestutzt wird, wage ich zu bezweifeln.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

'ne Überlegung wär es ja mal wert! Das sie jedes Jahr beschnitten werden muß wird ja wohl deutlich. Nicht weit von mir entfernt ist eine solche Hecke in Verbindung mit Weißdorn, für alle dunklen Gestalten ein Schrecken!

Viele Grüße

quellfelder

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Für mich sieht das oben wie Lärche aus und ich kenne auch solche dichten Lärchenhecken.
@Reindl: Du hast doch eine so tolle Hecke fotografiert, warum zählst du nicht die Pflanzen auf dem laufenden Meter. Dann weißt du doch , wie viele du brauchst. Ich würde um es so dicht zu bekommen und um doch etwas Geld zu sparen ungefähr alle 40/50 cm 1 Pflanze setzen.

Vg Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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