Standfestigkeit

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Volker0031
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Standfestigkeit

Beitrag von Volker0031 »

Mahlzeit. Und ein schönes Wochenende,

Ende Februar hat man es bei mit im Wohngebiet noch schnell geschafft 20 Laubbäume zu fällen. Begründung: die Wurzeln haben Parkflächen geschädigt. (Also alte Betonflächen angehoben). Außerdem wurde in der Begründung darauf verwiesen, dass die Bäume innen geschädigt sind und daher die Standfestigkeit nicht gegeben ist. Wie man an den Schnittstellen sehen würde. Also, ich als Laie sehe da nichts und vermute praktisch jeder beliebige Stadtbaum würde nach Fällung so aussehen. Was sagen die wirklichen Fachleute?

Grüße

Volker
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo Volker,

dasselbe in Grün hier auf Rügen. Ich kann da wirklich nichts weiter erkennen, als dass die Bäume kerngesund waren. Bin zwar auch kein Spezialist, aber das sieht doch ein Blinder mit Krückstock!

Viele Grüße

quellfelder

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Naja, auf den ersten 2 Bildern würde ich mal sagen die Bäume sind noch Splintgesund. Aber nur mit den Bildern von der Schnittfläche des Stubbens kann man keine Standfestigkeitsbeurteilung erstellen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, z. B. wenn der Stamm hohl ist. Ein Holunderbusch in freier Wildbahn ist natürlich kein Straßenbaum wo das Gefahrenpotential viel höher ist.
Gruß Yogi

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

Yogibaer hat geschrieben:Naja, auf den ersten 2 Bildern würde ich mal sagen die Bäume sind noch Splintgesund. Aber nur mit den Bildern von der Schnittfläche des Stubbens kann man keine Standfestigkeitsbeurteilung erstellen.
Gruß Yogi
die Original-Begründung: "Die aktuellen Maßnahmen sind erforderlich im Interesse unserer Mieter und dienen der Vorbereitung von Instandsetzungsmaß- nahmen an Parkplätzen bzw. Parkflächen, die durch Baum- und Wurzelwucherungen stark geschädigt wurden. Durch Wurzeln angehobene Bodenflächen führten bislang beispielsweise zu Stolpergefahren und im Winter zu Glättebildung. Hinzu kommt, dass die Bäume innen leider - wie am Baumschnitt zu erkennen war - geschädigt sind, somit auch keine Standfestigkeit garantiert werden kann. "

Volker

biloba
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Beitrag von biloba »

Yogibaer hat geschrieben:Ein Holunderbusch in freier Wildbahn ist natürlich kein Straßenbaum
Aber die hier gezeigten Schnittflächen sind doch kein Holunder, oder irre ich?
Was sind das eigentlich für Bäume gewesen?


Grüße!

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

in der Mehrzahl Pappel und Robinie.

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

im folgenden Link noch mehr Bilder

http://kiez-dendrarium.blogspot.de/2015 ... bgfas.html

Volker

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Das beste wird es dann wohl sein ein Gutachten von einen zugelassenen Gutachter erstellen zu lassen welches, a) die Standsicherheit der Bäume nicht in Zweifel stellt, b) die nachfolgenden Bauarbeiten ohne Beschädigung der Wurzeln möglich sind und c) man als Otto Normalbürger nicht über hervorstehende Wurzeln stolpern oder auf diesen ausrutschen kann. Mittels diesen Gutachten dann die Senatsverwaltung verklagen.
Wenn ich mich recht erinnere darf man in Berlin auch Äste über 15cm Durchmesser absägen, kostet dann natürlich etwas an Genehmigungsgebühren. Die Senatsverwaltung will ja schließlich auch leben.
Gruß Yogi

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

Yogibaer hat geschrieben:Das beste wird es dann wohl sein ein Gutachten von einen zugelassenen Gutachter erstellen zu lassen welches, a) die Standsicherheit der Bäume nicht in Zweifel stellt, b) die nachfolgenden Bauarbeiten ohne Beschädigung der Wurzeln möglich sind und c) man als Otto Normalbürger nicht über hervorstehende Wurzeln stolpern oder auf diesen ausrutschen kann. Mittels diesen Gutachten dann die Senatsverwaltung verklagen.
Wenn ich mich recht erinnere darf man in Berlin auch Äste über 15cm Durchmesser absägen, kostet dann natürlich etwas an Genehmigungsgebühren. Die Senatsverwaltung will ja schließlich auch leben.
Gruß Yogi
das hilft aber, nachdem vollendete Tatsachen geschaffen wurden eben nichts mehr. Die 15 cm stehen noch in der Verordnung. Was diese letztlich für einen Wert hat, zeigte mir dieser Vorfall. Zufällig standen eben jeweils 10 nicht standfeste Bäume nebeneinander und in der Nähe der Abstellplätze für unser Liebstes. :D Und das alles im Zusammenhang mit knappen Kassen. Immerhin 20 Bäume weniger, welche einer regelmäßigen Begutachtung und Pflege bedürfen.

Volker

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Naja, und gerade den in den 80ern und 90ern massenhaft gepflanzten Pappeln und Robinien wird doch nun schon länger radikal der Kampf angesagt und stattdessen lieber mit Linden "wieder aufgeforstet"...
Seit der neuen Baumverordnung heißt es in Berlin doch, meiner Meinung nach mit leichtem Ruch angehaucht, "autochthon" bzw. "heimisch" über alles.
Alles an Koniferen darf man zB fröhlichst und egal wie alt und stark genehmigungsfrei umledern, aber Eibe und Waldkiefer ist quasi tabu...

Wäre bestimmt interessant zu wissen, wohin sie die Sitze bzw. Entscheidungsgewalten der brauner angehauchten Parteien verlagert haben, denn irgendwoher muss dieses eindeutige "Standesdünkel" ja kommen. Und das fiel mir in der kurzen Zeit zwischen Inkrafttreten der neuen Baumschutzverordnung (glaube 2009?) und meinem Wegzug aus Berlin (Frühjahr 2011) schon ziemlich extrem auf, dass alles nichtheimische nun vogelfrei war, keine Durchmesser, Umfänge und nichts mehr etwas galten. Die allermeisten Koniferen und anderes fremdländische fiel wie die Fliegen, wohingegen für Berlin autochthones quasi in Halbgötterstatus erhoben wurde...

Baumflüsterer
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Beitrag von Baumflüsterer »

Aber Volker,
auch wenn für diese Bäume Tatsachen geschaffen wurden. Sagen wir das nach jedem gefällten Baum, oder sollen die offensichtlichen falschen vorgeschobenen Argumente für die Baumfällungen mit einem Gutachten ad absurdum geführt werden?
So könnte man dann nämlich schon annehmen, dass ein gleicher Wortlaut als Begründung in Zukunft nicht mehr so locker aus dem Ärmel zu schütteln ist. Und vielleicht führt das in fernerer Zukunft auch zu Rechenschaft bzw. Transparenz bei so "weit in die Zukunft" reichenden Entscheidungen von "kurzfristigen" Politikern...

lg
Manfred

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

Baumflüsterer hat geschrieben:Aber Volker,
auch wenn für diese Bäume Tatsachen geschaffen wurden. Sagen wir das nach jedem gefällten Baum, oder sollen die offensichtlichen falschen vorgeschobenen Argumente für die Baumfällungen mit einem Gutachten ad absurdum geführt werden?
So könnte man dann nämlich schon annehmen, dass ein gleicher Wortlaut als Begründung in Zukunft nicht mehr so locker aus dem Ärmel zu schütteln ist. Und vielleicht führt das in fernerer Zukunft auch zu Rechenschaft bzw. Transparenz bei so "weit in die Zukunft" reichenden Entscheidungen von "kurzfristigen" Politikern...

lg
Manfred
An der Argumentationskette ist schon etwas dran. So richtig glaube ich jedoch nicht daran, dass sich Verwaltungen darum scheren. Ich also Normalo habe doch schon das Problem mit der Finanzierung dieser Angelegenheit. Welche Chance habe ich schon gegen Organisationen und Verwaltungen, welche selbstverständlich auch Gutachten vorbringen werden und ich diesem nichts als Fotos entgegen halten kann? Denn bis solch Vorgang weit genug gediehen ist, sind alle Beweismittel beseitigt und die Stümpfe geschreddert. Vielleicht hilft hier eher, die Öffentlichkeit zu mobilisieren.

Volker

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Eine kurze Anmerkung; eine örtliche Zeitung oder ein regionaler Fernsehsender ist eventuell der bessere Ansprechpartner, wenn man der zuständigen Verwaltung ein bisschen auf den Zahn fühlen will. Eigentlich reagiert die Öffentlichkeit in Berlin recht sensibel auf derartige Themen.

Baumflüsterer
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Beitrag von Baumflüsterer »

Grüß euch,
ja schon richtig, auch Öffentlichkeitsarbeit ist ein Faktor.
Ich habe nur das Thema Gutachter aufgegriffen, da von Yogibear erwähnt und von Volker etwas resignierend mit "hilft eh nix" kommentiert wurde (zusammengefasst :wink: )

Mir ist auch klar, dass das Einsatz bedeutet, und auch Engagement auf mehreren Linien. Zeitungen, Onlinediensten, Klagen, Untersuchungen, usw.. Alleine muss man da schon ziemlich (vor allem) Zeit investieren - mit offenen Ausgang. Sicher nicht leicht bzw. jedermanns Sache.

Mich irritierte nur ein wenig dieses ziemlich schnelle "Kopf in den Sand" stecken. Es gibt in der Umweltpolitik viele Beispiele wie einzelne Menschen, aber verstärkt natürlich mobilisierte Gruppen durch ständiges "am Nerv gehen" letztendlich doch etwas erreicht haben.

lg
Manfred

Volker0031
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Beitrag von Volker0031 »

Baumflüsterer hat geschrieben: Mich irritierte nur ein wenig dieses ziemlich schnelle "Kopf in den Sand" stecken. Es gibt in der Umweltpolitik viele Beispiele wie einzelne Menschen, aber verstärkt natürlich mobilisierte Gruppen durch ständiges "am Nerv gehen" letztendlich doch etwas erreicht haben.

lg
Manfred
nee, nee. Kopf in den Sand nicht. Eher Flinte ins Korn. :D Aufwand und Nutzen muss man schon ein wenig abwägen. Also erst einmal schauen, was so passiert. Zumal es sich hier nicht um einen Park, öffentlichen Wald oder Anlage, sondern um ein strukturiertes Wohngebiet handelt. Mit vielen verwobenen Interessen. Ich sehe hier keine handlungsfähige Mehrheit von betroffenen Bürgern. Eher muss man sich Forderungen stellen, dass pappeln fallen sollen um Strom zu sparen. Und solchen Probleme sind nicht mit einer Klage zu beheben. Sie erfordern langsames Erklären und wachsendes Verständnis. Und hier kann Öffentlichkeit und das verbreiten solcher Gedanken durchaus helfen. Und mein kleiner Blog hat da schon Manchen erreicht.
Und vielleicht wird das auch durch in Berlin ansässige Baumprüfer gesehen, welche sich ihre Gedanken dazu machen.

Volker

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