Hy zusammen!
Soeben ist hier der grobe Schnee weg getaut, der Boden wieder offen und bearbeitbar, da habe ich mal wieder einen Rundgang durch meine Anpflanzungen gemacht.
Bereits im Herbst konnte ich meinen Sambucus nigra 'Lineraris' soeben noch retten, und natürlich
Wie letzten Winter haben sie sich auch in diesem einen größeren Ginkgo schmecken lassen. War es letztes Jahr der "Californian Sunset", so war es nun der "Saratoga"...
Zum Glück hat letzterer noch ein paar oberirdisch liegende Wurzelansätze gehabt, die die Drecksviecher so nicht erwischten. Nach zünftigem Rückschnitt hoffe ich, den retten zu können.
Des Weiteren haben sie im letzten Winter einen meiner beiden jungen (wirklich mini) Bambuspflanzen vernichtet (Phyllostachys aureocaulis), und diesen Winter haben sie sich den zweiten vorgenommen... Auch hier konnte ich gerade so den letztjährigen Schößling retten, der zum Glück auch bereits Wurzeln hat.
Ist zwar schön, dass ich mir unter den gegebenen Umständen sicherlich niemals Gedanken machen muss, dass dessen Ausläufer das halbe Dorf zuwuchern, weil die erst gar nicht weiter als 'nen halben Meter von der Pflanze weg kommen, nervt aber dennoch ungeheuer.
Verschiedene gängige Tricks wie Schußgeräte etc. habe ich schon probiert, die taugen in unserer Lehmknete hier aber nichts, viel zu schwer, der Boden.
So habe ich testweise einige potentiell leckere Gehölze im Herbst um den Stammansatz frei gemacht. Das scheint auch gewirkt zu haben, die stehen fest- allerdings finden meine Hühner die freien Baumscheiben geil zum Scharren- bei Junggehölzen also kontraproduktiv, wenn denen die oberflächennahen Wurzeln zerkratzt werden....
Meine Frage nun: Bringen Drahtkörbe um die Wurzeln wirklich was?
Ich als Gärtner sollte davon eigentlich felsenfest überzeugt sein, schließlich ist das Anbringen solcher, wenn man bei Kunden junge Obstbäume pflanzt, schon fast Routineleistung, aber ich habe da echt so meine Zweifel...
1) Es heißt ja immer mit dem Brustton der Überzeugung "Jaaajaaa, die verrotten!!!"
Glaube ich aber ehrlich gesagt nicht! Das sollen Sackleinen (Ballentücher) auch, aber wir haben schon mal einen abgestorbenen etwa 20jährigen (also 15 Jahre Standzeit vor Ort) Rhododendron gerodet, der nie richtig gediehen war, und da war das Ballentuch noch fast komplett erhalten.
Da frage ich mich, wie dann bitte schön verzinkter Draht innerhalb der Frist verrotten soll, in der die Wurzeln da durch schieben und dicker werden... Dieser Vorgang geschieht auf guten Böden und vitalen Bäumen teils innert drei Jahren, und schon ist der noch nicht mal angerostete Draht bereits hoffnungslos eingewachsen...
Desweiteren beim Nachpflanzen schon sieben Jahre stehender, aber von Schafen geschälter junger Obstbäume- Drahtkörbe gut und schön, aber auch nach der langen Zeit sahen die vom Dreck abgesehen aus wie frisch gesetzt... Da ist meiner bescheidenen Meinung nach nix mit Verrotten in mittlerer Frist, Wurzelschaden und mangelnde Standfestigkeit also meistens vorprogrammiert, und da könnte man sich den auch gleich sparen...
2) Was hindert die Wühlmaus, mir als Drahtkorbversenker den Stinkefinger zu zeigen, einfach oberirdisch bei Nacht und Nebel über den Draht rüber zu steigen und sich innerhalb des Korbs wieder einzugraben- und dann im Schlaraffenland zu sitzen?
Es würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen dazu mitteilen würdet, denn ich habe noch ein paar speziellere Ginkgo- und Holundersorten, die ich ungerne Jahr für Jahr sukzessive an die Wühlmäuse verfüttern will
Lustigerweise haben die natürlich meine "Ablenkfütterung", eine Reihe Korkenzieher- und Hängeweiden, diesen Winter nicht angerührt...
Langfristig setze ich meine Hoffnungen auf meine Hühner, die ja mit ihrer Aktivität permanent stören und die Wühlmausgänge wiederholt aufscharren, und dass die Hühnerwiese, wo Bambus, Holunder und Ginkgos stehen, irgendwann dichtes Buschland ist, und die maßgeblichen Schermäuse mögen ja nur offenes Terrain.
Kriegt man irgendwo simpelsten, unverzinkten, nicht galvanisierten, nicht ummantelten Eisendraht? Das allerrudimentärste Zeug, dass auch wirklich binnen Dreijahresfrist verrottet?
Tja...
Ratsuchend,
Andreas