Hy Hugo

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Inwiefern, Andreas, würdest Du den anderen beiden eigentlich rechtgeben: Einfach mal ausprobieren - mag im Lehrbuch was auch immer stehen!! Hängt von so vielen Faktoren ab......????
Recht haben sie! Man weiß ja, dass Papier geduldig ist und ein Autor es sich gerne leicht macht und vom anderen abschreibt. Außerdem wird meist auch nicht alles, was geht auch erwähnt, warum auch immer.
So steht in deutschen Veredlungsbüchern beispielsweise "Koniferen veredeln nur im Winter von Dezember bis spätestens Ende März!". Nun bin ich aber auch in einem englischsprachigen Forum mit internationaler Beteiligung unterwegs, und da war ein Finne, der im backenden Sommer Fichten veredelte. Meine Augen waren ungefähr so:

, davon abgesehen, dass ich mich schon länger fragte, warum das nicht auch im Sommer, in der Zeit des besten Saftflusses klappen sollte.
Fragte also nach, und erfuhr, dass das prima geht, aber meistens nicht gemacht wird, weil da in den Baumschulen soviel anderes zu tun ist... Das Arbeitspensum von Baumschulen hat ja mich als Privatmann nun nicht zu jucken, also erfahren, dass man Koniferen bei geeigneter Aufstellung, Temperatur und Überwinterung locker von etwa Ende Juli (Triebabschluss und schon etwas Verholzung) bis September/ Oktober veredeln kann.
Diese Erkenntnis kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die einzige panaschierte Rotfichte (P. abies) die ich kannte, ein etwa 120 Jahre altes Exemplar, wurde vom neuen Besitzer einer ehemaligen Eisenerzmine in der Nähe, zusammen mit anderem Altbestand abgeholzt. Hatte diese Fichte seit 2011 jeden Winter besucht, um von Schnee und Sturm herab gefallene Zweige zu bergen und zu veredeln, aber nur einer von zwei in 2012 gelungenen überlebte Katzen und spielende Marder. Tja, und da lag das gute Stück nun gefällt und zersägt, aber ich kam endlich mal an frische, kräftige Wipfeltriebe, die viel besser sind als die dünnen Zweigchens dritter Ordnung, die bislang immer unten lagen.
Naja, gelesen, sofort getan, neun Veredlungen der Fichte sind es geworden und erst vorgestern nochmal zwei Eibenveredlungen, und tja, die Zeit wird es zeigen, wobei der aktuelle schon lange milde Witterungsverlauf natürlich sehr vorteilhaft sein dürfte...
Also: Selber probieren und experimentieren, egal was die Bücher sagen!
Abmoosen, Andreas ist Dein momentanes Hobby - was moost Du denn so ab im Moment??
---Ich kann's mir für mich insofern nicht vorstellen, da ich, - sagen wir einen Liriodendron oder bestimmte Eichen-Arten - einfach nur im Park oder auf einem kleinen Friedhof in der nähe finde. Kann wohl schlecht in den Park oder zum Friedhof gehen und da anfangen an einem Baum rumzumanipulieren!
Da ich gerade nicht soviel anderes habe wo ich es versuchen müsste, habe ich im Moment nur zwei Abmoosungen zu laufen, und zwar an einer zwerg-/ strauchförmigen Buchenmutation, die ich Oktober 2013 beim Pilzesuchen in einem nahen Wald entdeckte.
Habe die Moosung im August gesetzt, freilich etwas spät im Jahr, sollte aber laut zahlreichen Bonsaiforums- Aussagen noch ok gewesen sein. Veredlungen schlugen dies Frühjahr leider alle fehl, weil Buchen sich kaum vortreiben lassen und ich drei Wochen zu früh dran war- die Säfte flossen noch nicht

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Nächstes Jahr, zur optimalen Zeit im Frühjahr (März/ April) aber will ich in die Vollen gehen und zB zwei meiner Hasel ('Aurea' und 'Red Majestic' abmoosen, weil ich die wurzelecht haben will.
Steckholz ginge auch, aber da ist der Trieb auf seine eigenen Reserven angewiesen, die begrenzt sind (darum nur sehr selten angewendet), und Anhäufeln ist hier wegen Mäusen ganz ungünstig. Darum Abmoosen, weil der zu gewinnende Teil während der ganzen Zeit bis zur Bewurzelung noch von der Mutterpflanze mit Wasser versorgt wird, während sich die Nährstoffe stauen und zur Notbewurzelung führen.
Auch einige Holunder will ich abmoosen, weil die Steckhölzer da gerne mal recht unvital sein können und Pflanzen ergeben können, die mitunter erst im zweiten Jahr in die Puschen kommen. Und einfach mal sehen, was sich sonst so ergibt

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Wenn mir in meinem kleinen Gewächshaus eine Pflanze Wurzeln macht steck ich sie übrigends erst einmal in einen bestimmten Balkon-Kasten, der nur Anzucht-Erde enthält - ich nenne das mein BABY-BEET - und jetzt muss der kleine Neuling noch ohne allzu nahrhafte Erde erst einmal in freier Luft sich bewähren. - Und erst wenn er dort anfängt sich sichtlich wohlzufühlen kommt er in gedüngte Pflanzen-Erde. Hab's mir als Laie halt so ausgedacht und auch einige Erfolge damit erzielt.
Ja, so mach' ich das auch, nehme aber halt auch mal Töpfe oder so.