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Vegetative Vermehrung

Verfasst: 25 Sep 2014, 09:58
von hugo60
Mein wirkliches Hobby ist: Alle möglichen Pflanzen generativ zu vermehren. Also von Geranien und Usambaras bis zu allerhand Gebüsch, Forsitie, Holunder, Philadelphus usw. - Bäume hab ich auch schon versucht und es soll ja per Steckholz so manches gehen....-- Gibt es hier im Forum Leute die mein Hobby teilen? Die mehr Erfahrung haben als ich? Vor allem Leute die ein ähnlich grosses Interesse an diesem Thema haben???---Anlass zu dieser Anfrage ist:
Ich hab im Juni/Juli einfach mal einen kleinen Ableger - kein richtiges Steckholz, so ein Mittelding zwischen Holz und SteckLING in einem Torftopf in mein Mini-Gewächslaus mit handelsüblicher Anzucht-Erde getan---ach so, die "Pflanze" sollte man ja auch nennen: Es handelt sich um ein ca 7 cm grosses Seitenästchen eines LIQUIDAMBER. ---Und gestern sah ich dass der ganz lustige Würzelchen aus diesem Torf-Töpfchen streckt!----Gut, NOCH hab ich keinen fertigen Amber-Baum aber ist doch schon mal ein richtig guter Anfang. Oder nicht? Jetzt gilts halt den Winzling über Winter zu bekommen....
Liquidamber, wurde mir mal hier im Forum angedeutet geht quasi NICHT über Steckling/Steckholz. Hab ich nun einfach Glück gehabt???
Gruss an alle die sich für dieses Thema interessieren

Hugo

Verfasst: 25 Sep 2014, 10:19
von fockea
laut : Krüssmanns Gehölzvermehrung
ist die Stecklingsvermehrung vom Amberbaum möglich.
(im Juni mit Bewurzelungswuchsstoff stecken)
Mit dem Hinweis : die Überwinterung der bewurzelten Stecklinge ist problematisch.
Fockea

Verfasst: 25 Sep 2014, 12:32
von Cryptomeria
Ich habe auch schon oft gesteckt. Man muss immer probieren . Die Literatur kann man nutzen, aber es hängt alles von so vielen Faktoren ab, dass man nie ganz sicher sein kann , was passiert.

VG Wolfgang

Verfasst: 25 Sep 2014, 14:09
von Andreas75
Ich habe eine kleine Hobby- Baumschule zuhause, daher ist Gehölzvermehrung auch eines meiner besonderen Steckenpferde.

Meine bisherigen Methoden sind:
- Stecklinge/ Steckholz
- Veredeln
- Absenker
- Wurzelschnittlinge
- Abmoosen

Aktuell konzentriere ich mich vor allem auf letzteres, weil damit auch Sachen zu vermehren gehen, die sonst nur höchstspezialisierte Profigärtnereien aus Stecklingen etc. vermehrt bekommen.

Verfasst: 25 Sep 2014, 15:35
von hugo60
Danke erst einmal recht herzlich für die schnellen und interessierten Antworten, Fockea, Wolfgang, Andreas. - Inwiefern, Andreas, würdest Du den anderen beiden eigentlich rechtgeben: Einfach mal ausprobieren - mag im Lehrbuch was auch immer stehen!! Hängt von so vielen Faktoren ab......???? -
Abmoosen, Andreas ist Dein momentanes Hobby - was moost Du denn so ab im Moment??
---Ich kann's mir für mich insofern nicht vorstellen, da ich, - sagen wir einen Liriodendron oder bestimmte Eichen-Arten - einfach nur im Park oder auf einem kleinen Friedhof in der nähe finde. Kann wohl schlecht in den Park oder zum Friedhof gehen und da anfangen an einem Baum rumzumanipulieren! Du hast sicher auch schon mit Steckhölzern - und zwar ein wenig mehr als nur die üblichen Weiden, Pappeln oder Forsythien - vermehrt.
Wenn mir in meinem kleinen Gewächshaus eine Pflanze Wurzeln macht steck ich sie übrigends erst einmal in einen bestimmten Balkon-Kasten, der nur Anzucht-Erde enthält - ich nenne das mein BABY-BEET - und jetzt muss der kleine Neuling noch ohne allzu nahrhafte Erde erst einmal in freier Luft sich bewähren. - Und erst wenn er dort anfängt sich sichtlich wohlzufühlen kommt er in gedüngte Pflanzen-Erde. Hab's mir als Laie halt so ausgedacht und auch einige Erfolge damit erzielt. - Aber September ist halt ein bissl spät, nicht wahr. Was tu ich 2 Monate später mit meinem Liquidamber-chen?? Wie überwinter ich ihn?? Habt Ihr da Ideen, bzw Erfahrungen??
Gruss
Hugo

Verfasst: 25 Sep 2014, 16:10
von Cryptomeria
Hallo Hugo,
bei frostfrei und nicht warm, also 5°C bis 10°C, kommt alles, was draußen gedeiht, i.d.R. gut über den Winter. Normale Erde, d.h. nicht zu feucht. Sie sind ja im Ruhestadium, hell aber nicht sonnig. Alles was robust winterhart ist,wenn es schon genug Wurzeln getrieben hat, kann man auch draußen lassen. da ist aber immer besser, den Topf eingegraben.
Abmoosen habe ich auch schon gemacht, allerdings im eigenen Garten. Geht gut bei Actinidia,Magnolia,Hydrangea. Sicher noch vieles mehr. Anhäufeln ist ganz super. Einfach erdnahe Äste mit Erde bedecken und nach einem Jahr abstechen und vereinzeln. Abmoosen muss man ein bisschen beobachten. das Moos kann vertrocknen oder verfaulen.

Vg wolfgang

Verfasst: 25 Sep 2014, 23:11
von fockea
Ich habe weniger Ausfälle ( verfaulte Stecklinge) wenn ich die Stecklinge im Frühjahr in Sand stecke. Sie machen dann auch viel mehr Wurzelmasse als im Torf/Gartenerde.
Wie arbeiten die Veredler im Forum ?
Ich veredle im Gewächshaus im Frühjahr und verbinde die Stelle mit Gummiband/ Parafilm und stelle die Pflanze in einen geschlossenen luftfeuchten Raum über ca. 4 Wochen.
Das klappt recht gut.( gut ist bei mir in der Regel besser als 50 %)
Nur, mir ist noch keine Veredlung mit dieser Methode an Obstbäumen im Freiland gelungen. Ich hätte gern eine Mirabelle, die auch Pflaumen trägt oder Süsskirsche auf Wildling.
Doch lieber Baumwachs o.ä. nehmen?
Zum Üben würde ich eine Feige nehmen. Da klappt das Stecken und Abmoosen zu fast 100 %.
Fockea

Verfasst: 25 Sep 2014, 23:59
von Andreas75
Hy Hugo :)!
Inwiefern, Andreas, würdest Du den anderen beiden eigentlich rechtgeben: Einfach mal ausprobieren - mag im Lehrbuch was auch immer stehen!! Hängt von so vielen Faktoren ab......????
Recht haben sie! Man weiß ja, dass Papier geduldig ist und ein Autor es sich gerne leicht macht und vom anderen abschreibt. Außerdem wird meist auch nicht alles, was geht auch erwähnt, warum auch immer.
So steht in deutschen Veredlungsbüchern beispielsweise "Koniferen veredeln nur im Winter von Dezember bis spätestens Ende März!". Nun bin ich aber auch in einem englischsprachigen Forum mit internationaler Beteiligung unterwegs, und da war ein Finne, der im backenden Sommer Fichten veredelte. Meine Augen waren ungefähr so: :shock:, davon abgesehen, dass ich mich schon länger fragte, warum das nicht auch im Sommer, in der Zeit des besten Saftflusses klappen sollte.
Fragte also nach, und erfuhr, dass das prima geht, aber meistens nicht gemacht wird, weil da in den Baumschulen soviel anderes zu tun ist... Das Arbeitspensum von Baumschulen hat ja mich als Privatmann nun nicht zu jucken, also erfahren, dass man Koniferen bei geeigneter Aufstellung, Temperatur und Überwinterung locker von etwa Ende Juli (Triebabschluss und schon etwas Verholzung) bis September/ Oktober veredeln kann.

Diese Erkenntnis kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die einzige panaschierte Rotfichte (P. abies) die ich kannte, ein etwa 120 Jahre altes Exemplar, wurde vom neuen Besitzer einer ehemaligen Eisenerzmine in der Nähe, zusammen mit anderem Altbestand abgeholzt. Hatte diese Fichte seit 2011 jeden Winter besucht, um von Schnee und Sturm herab gefallene Zweige zu bergen und zu veredeln, aber nur einer von zwei in 2012 gelungenen überlebte Katzen und spielende Marder. Tja, und da lag das gute Stück nun gefällt und zersägt, aber ich kam endlich mal an frische, kräftige Wipfeltriebe, die viel besser sind als die dünnen Zweigchens dritter Ordnung, die bislang immer unten lagen.
Naja, gelesen, sofort getan, neun Veredlungen der Fichte sind es geworden und erst vorgestern nochmal zwei Eibenveredlungen, und tja, die Zeit wird es zeigen, wobei der aktuelle schon lange milde Witterungsverlauf natürlich sehr vorteilhaft sein dürfte...

Also: Selber probieren und experimentieren, egal was die Bücher sagen!

Abmoosen, Andreas ist Dein momentanes Hobby - was moost Du denn so ab im Moment??
---Ich kann's mir für mich insofern nicht vorstellen, da ich, - sagen wir einen Liriodendron oder bestimmte Eichen-Arten - einfach nur im Park oder auf einem kleinen Friedhof in der nähe finde. Kann wohl schlecht in den Park oder zum Friedhof gehen und da anfangen an einem Baum rumzumanipulieren!
Da ich gerade nicht soviel anderes habe wo ich es versuchen müsste, habe ich im Moment nur zwei Abmoosungen zu laufen, und zwar an einer zwerg-/ strauchförmigen Buchenmutation, die ich Oktober 2013 beim Pilzesuchen in einem nahen Wald entdeckte.
Habe die Moosung im August gesetzt, freilich etwas spät im Jahr, sollte aber laut zahlreichen Bonsaiforums- Aussagen noch ok gewesen sein. Veredlungen schlugen dies Frühjahr leider alle fehl, weil Buchen sich kaum vortreiben lassen und ich drei Wochen zu früh dran war- die Säfte flossen noch nicht :(.
Nächstes Jahr, zur optimalen Zeit im Frühjahr (März/ April) aber will ich in die Vollen gehen und zB zwei meiner Hasel ('Aurea' und 'Red Majestic' abmoosen, weil ich die wurzelecht haben will.
Steckholz ginge auch, aber da ist der Trieb auf seine eigenen Reserven angewiesen, die begrenzt sind (darum nur sehr selten angewendet), und Anhäufeln ist hier wegen Mäusen ganz ungünstig. Darum Abmoosen, weil der zu gewinnende Teil während der ganzen Zeit bis zur Bewurzelung noch von der Mutterpflanze mit Wasser versorgt wird, während sich die Nährstoffe stauen und zur Notbewurzelung führen.
Auch einige Holunder will ich abmoosen, weil die Steckhölzer da gerne mal recht unvital sein können und Pflanzen ergeben können, die mitunter erst im zweiten Jahr in die Puschen kommen. Und einfach mal sehen, was sich sonst so ergibt :D.
Wenn mir in meinem kleinen Gewächshaus eine Pflanze Wurzeln macht steck ich sie übrigends erst einmal in einen bestimmten Balkon-Kasten, der nur Anzucht-Erde enthält - ich nenne das mein BABY-BEET - und jetzt muss der kleine Neuling noch ohne allzu nahrhafte Erde erst einmal in freier Luft sich bewähren. - Und erst wenn er dort anfängt sich sichtlich wohlzufühlen kommt er in gedüngte Pflanzen-Erde. Hab's mir als Laie halt so ausgedacht und auch einige Erfolge damit erzielt.
Ja, so mach' ich das auch, nehme aber halt auch mal Töpfe oder so.

Verfasst: 26 Sep 2014, 08:04
von Reindl86
Auch ich hab mich dieses Jahr mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt.

Da jetzt Samenzeit ist, versuche ich wieder aus diversen Samen in Zimmergewächshäusern zu ziehen:
- Roteiche (funktioniert)
- Stieleiche (kinderleicht!)
- Rosskastanie
- div. Acers
- Winterlinde

Zusätzlich habe ich noch mehrere Abmoosungen am Start, ähnlich wie Kiefer auch teilweise erst Ende Juli / August gesetzt und bin ich mit einem Zwischenstatus noch vorsichtig...
- Flieder (hormonisiert)
- Koreatanne (hormonisiert)
- Apfel (sieht vielversprechend aus)
- Spitzahorn (vielversprechend)
- Blutahorn (solalala)
- Schlitzahorn (eher nicht so)
- Schwarzerle (eher nicht so)

Und natürlich hab ich mich auch in Stecklingen versucht, wobei ich ohne Hormone doch zu überraschenden Ergebnissen kam...
Positiv:
- Trauerweiden kann anscheinend ein jeder Idiot vermehren *freu,freu* :)
-> 9/10 haben bewurzelt
- Buchsbaum super Ergebnis
-> 9/10 haben bewurzelt

Noch kein Ergebnis:
- Thuja
- Gemeine Fichte

Negativ:
- Edelkastanie hat leider nicht funktioniert, obwohl ich den angeblich besten Zeitpunkt dafür ausgewählt habe
- Acers haben nicht recht funktioniert

Ganz frisch:
- Blaue Atlaszeder
- Zeder
- Zypressen
-> Angeblich ist dafür jetzt ein günstiger Zeitpunkt, Koniferen über Steckholz zu vermehren.

Jetzt muss ich halt nur schauen, dass mir nichts schimmlig wird, verfault oder vertrocknet...

Verfasst: 26 Sep 2014, 12:55
von hugo60
Na, da scheint ja doch ein ganz schön verbreitetes Hobby angesprochen worden zu sein. Wenn ich lese was Reindl86 oder Fockea alles schon für Experimente gemacht haben und was für Erfahrungen da vorhanden sind komm ich mir ganz wie ein kleiner Anfänger vor mit meinem "Liquidamber-chen" der mir halt MAL gelungen ist.--
Weiter so, die Vermehrungs-Gemeinde. Sicher hat jeder den einen oder Tipp, die eine oder andere Spezial-Erfahrung die weiterhelfen kann bei so einem Hobby.....
Hugo

Verfasst: 26 Sep 2014, 15:36
von Reindl86
hugo60 hat geschrieben:Na, da scheint ja doch ein ganz schön verbreitetes Hobby angesprochen worden zu sein. Wenn ich lese was Reindl86 oder Fockea alles schon für Experimente gemacht haben und was für Erfahrungen da vorhanden sind komm ich mir ganz wie ein kleiner Anfänger vor mit meinem "Liquidamber-chen" der mir halt MAL gelungen ist.--
Weiter so, die Vermehrungs-Gemeinde. Sicher hat jeder den einen oder Tipp, die eine oder andere Spezial-Erfahrung die weiterhelfen kann bei so einem Hobby.....
Hugo
Nein nein, kein Ding. Ich bin genauso ein Anfänger wie du. Nur weil ich schon ein paar Sachen versucht habe, muss es nicht heißen, dass das meiste gelungen ist, ganz im Gegenteil >.<

Verfasst: 26 Sep 2014, 18:01
von Kiefernspezi
Das ist ein ganz reizvolles Hobby. Und obwohl ich nicht speziell daran interessiert bin, habe ich auch schon den ein oder anderen Versuch gestartet.
Man erleidet viele Niederlagen, aber um so mehr freut man sich über die Erfolge.
Es kann hilfreich sein, sich über die Chancen von vornherein zu informieren. Es gibt Pflanzen, die sich leicht vegetativ vermehren lassen und andere, bei denen es schwer oder nahezu unmöglich ist.
Bei manchen ist der Zeitpunkt des Versuchs ausschlaggebend, bei anderen die Umweltbedingungen.

Viele Grüße

Verfasst: 26 Sep 2014, 20:28
von Andreas75
Wie ist denn das mit Buschbaum- Stecklingen; ist da nicht jetzt genau die richtige Zeit für?
Meine Frau will sich halt einen Blumengarten anlegen und die Beete mit kleinen Buchsheckchen einfassen. Buchsbäume haben wir einen normalwüchsigen und zwei kleinwüchsige im reiferen Alter zu stehen, also wäre es ja Unfug, diese pilzverseuchten Dinger aus dem Gartencenter zu kaufen...

Und gleich an Ort und Stelle stecken, oder lieber erstmal geschützte Anzucht im Folienhaus und dann nächstes Jahr auspflanzen?

Verfasst: 26 Sep 2014, 21:37
von Cryptomeria
Wenn du irgendwo große , alte Buchs stehen hast und die Kugeln auseinandermachst, findest du häufig schon Zweige mit Wurzeln. Diese abgenommen , hast du natürlich sofort einen guten Start. Aber auch normale Zweige bewurzeln völlig problemlos. Wenn du sehr gute, freie Erde hast, kannst du gleich ins Beet stecken. Ich stecke immer erst in Töpfe, da bleibt es länger feucht und die Wurzelkonkurrenz ist geringer. Außerdem habe ich sie dadurch besser im Blick und kann gezielter eingreifen.

VG Wolfgang

Amelanchier

Verfasst: 02 Okt 2014, 15:26
von hugo60
Ich hatte in einem Extra-Thema schon die Frage gestellt ob jemand schon mal eine der Felsenbirnen-Arten vegetativ vermehrt hat - hab aber darauf leider keine Antwort bekommen :( .......
Hätte ausserdem gerne gewusst wer von den Liebhabern hier mit Steckhölzern schon Erfolge erzielt hat. - Steckhölzer von welchen Bäumen (Sträuchern)??
Bei mir war im vergangenen Winter von ca 15 in Sand gesteckten SteckHÖLZERN 15 NICHT gelungen!!!! Keine Ahnung was ich falsch gemacht hab...
Gruss
Hugo