Seite 1 von 1
Was ist mit den Linden los?
Verfasst: 18 Aug 2014, 12:56
von caoba
Dass die Ulmen, Kastanien, Platanen ganz schön unter Beschuss stehen, wusste ich. Nun fallen mir in letzter Zeit immer mehr Linden auf, die ganz und gar nicht gesund aussehen. Grassiert jetzt auch eine Krankheit unter Linden?
Das Foto ist leider nicht sehr gut, aber es sind definitiv zwei Linden, die nah beieinander (vor dem Aachener Dom) stehen, eine gesund, eine in einem schlechten Zustand.
Danke und Gruß
Verfasst: 18 Aug 2014, 15:29
von Andreas75
Sehr gute Frage, Caoba, ist mir auch schon aufgefallen und interessiert mich ebenfalls sehr!
Grüße,
Andreas
Was ist mit den Linden los?
Verfasst: 18 Aug 2014, 18:57
von Yogibaer
Meine Vermutung wäre Trockenstreß und ein durch die Schwächung des Baumes hervorgerufener Befall mit den Buchenprachtkäfer Agrilus viridis. Am unteren Bildrand ist irgend ein Container oder so etwas ähnliches sowie ein Sonnenschirm zu sehen, stehen diese schon länger dort?
Gruß Yogi
Verfasst: 18 Aug 2014, 19:39
von Andreas75
Hy!
Naja, Trockenstress haben Linden an ungünstigen Standorten (also den meisten im Siedlungsbereich und an den Straßen) ja eigentlich jedes Jahr, wo der dadurch bedingte Laubfall schon im Juli los geht und im Herbst dann unauffällig in die Herbstfärbung übergeht.
Gilt denn dies Jahr als besonders trockenes? Eventuell so eine Art Super- Trockenstress?
Verfasst: 18 Aug 2014, 20:48
von Mahaleb
Diagnostisch mit der hier veröffentlichten Datengrundlage (Foto) nicht sauber zu lösen, zu viele Faktoren sind spekulativer Natur.
Die diesjährige Witterung lässt viele Krankheitsbilder an den Bäumen zu, das kann nächstes Jahr schon wieder anders aussehen.
Verfasst: 19 Aug 2014, 09:41
von caoba
Der Standort ist leider nicht direkt vor meiner Tür, es ist in Aachen vor dem Dom.
Bezüglich "trockenes Jahr"??? Also hier im Kölner Raum (bestimmt auch bis Aachen) waren die letzten 2-3 Monate ziemlich feucht. Das gleiche Phänomen ist mir auch an anderen Orten aufgefallen. Drei Linden relativ nahe zusammen, zwei sind ganz saftig grün, eine schon fast kahl. Da hatte ich leider keinen Fotoapparat dabei.
Werde mal meine Augen offen halten und versuchen, den Fotoapparat öfters dabeizuhaben. Habe aber leider eine ziemlich schwere Kamera, die trägt sich nicht so leicht.
Verfasst: 19 Aug 2014, 10:25
von LCV
Ich bin mal per Google Maps Street View um den Dom "gefahren". Alles gepflastert und für die Bäume wenig Raum. Auch wenn es stark regnet, weiß ich nicht, ob die genügend Wasser bekommen. Hier auf dem Foto sieht man das ja nicht, aber bei vielen Bäumen hat man eine Art Mäuerchen drum herum gebaut. Das Laub des Baumes schirmt dann den Regen auch noch ab. Das erklärt aber nicht, weshalb nur ein Baum so dürr ist. Vielleicht hängt es mit dem Untergrund zusammen. Ein Baum hat einen Weg gefunden, um mit den Wurzeln an Wasser zu kommen, der andere nicht. Im Umkreis solcher Bauwerke weiß man ja nicht, was da unten alles an gemauerten Gängen, Katakomben usw. verborgen ist. Bis zu einer gewissen Größe des Baumes ist alles gut, aber irgendwann reicht es eben nicht mehr.
***
Ist der Kopf zufällig auf das Bild gekommen? Dann sollte man den unkenntlich machen, da das sonst Ärger geben könnte.
Gruß Frank
Verfasst: 19 Aug 2014, 17:49
von kurt
Hallo zusammen
Mit den Linden und Kastanien ist im allgemeinen gar nichts besonderes los. Meine kerngesunden Linden, auch die Jungen, mit beinahe idealem Untergrund und Klima haben auch schon viele dürre Blätter, einfach etwas früher als letztes Jahr, die Esskastanien sind noch voll im Saft. Dass mal eine Linde oder Kastanie abstirbt, ist nichts ungewöhnliches. Kein Grund zu übertriebener Sorge.
Gruss
Kurt
Kann leider keine Bilder mehr einstellen, da die Upload Quota Grenze überschritten ist, wie ich gerade sehe. Werde zuerst mal frühere Bilder löschen müssen.
Verfasst: 19 Aug 2014, 18:10
von kurt
Upload-Problem behoben. Hier ein Foto. Von links nach rechts: eine junge Linde, eine Esskastanie, eine reife Linde.
Gruss
Kurt
Verfasst: 19 Aug 2014, 20:45
von Mahaleb
Hallo,
habe heute auch gleich eine ganze Reihe von ähnlich aussehenden Linden gefunden.
Meines Erachtens zeigen sich viele Bäume mit einem ganzen Fundus von Schadorganismen, also viele mögliche einzelne Erkrankungen, aber eben auch keine Komplexerkrankung.
Zum einen hatten wir einen recht frühen Befall mit der Spinnmilbe, zum anderen ist die feuchte Witterung der letzten Wochen auch förderlich für verschiedene Blattpilze, ich verzichte hier auf die einzelnen Möglichkeiten.
Nachdem ich mir so die gängigen Nachschlagewerke angeschaut habe, kein Grund zu übertriebener Sorge, sollte im kommenden Jahr schon deutlich besser ausschauen.

Verfasst: 19 Aug 2014, 21:56
von PruMahal
Es könnte auch ein Schaden durch Streusalze sein.
Darauf bin ich erst dieses Frühjahr durch einen sehr interessanten Artikel aufmerksam geworden:
"Auftausalze in Bäumen und Böden - Grundlagen und Konzepte zur Standortsanierung" von Markus Streckenbach und Klaus Schröder. p. 86-100 in: Jahrbuch der Baumpflege 2014 (Hrsg: Dirk Dujesiefken).
Darin wird das Schadbild beschrieben, die genauere Analyse und eine Sanierung mit Bodenaustausch am Dom zu Münster.
Zum Schadbild (p. 89): "[..] Merkmale von Salzschäden sid fleckige und frühzeitig vergilbte Blätter. [...] Ein frühzeitiger Laubabwurf stellt schließtlich eine Welkeerscheinung dar, die aus einer erschwerten Wasseraufnahme resultiert [...]"
Allerdings ist ein entgültiges Urteil zu fällen nicht so einfach, p.91:
"Der definitive Nachweis kann nur mittels einer Analyse von Blatt- und Bodenproben geführt werden."
Verfasst: 20 Aug 2014, 09:21
von AndreasG.
PruMahal hat geschrieben:Es könnte auch ein Schaden durch Streusalze sein.
Wobei letzten Winter Streusalz eher nicht zum Einsatz kam.
Verfasst: 20 Aug 2014, 20:47
von pgs
Hier im Südwesten hatten wir bis Ende Juni eine sehr warme Trockenperiode, die Lokalzeitung schrieb von der "Dürre im Südwesten". Damals sind noch nicht ausgereifte Früchte wie Eicheln (von den Rot-Eichen) und vor allem geflügelte Nussfrüchte der Linden in sehr großer Zahl von den Bäumen gefallen. Im Juni und Juli gab es wieder reichlichen Regen und die Linden haben sich offenbar gut von der Dürreperiode erholt.
Siehe auch:
viewtopic.php?t=12739
In den nahe gelegenen Lindenalleen mit jüngeren aber auch mit alten Bäumen habe ich keine Schäden feststellen können. Auf dem Foto sieht man noch die Reste der im Juni abgefallenen Früchte an den Rändern des unbenannten Sträßchens durch den Hof der Oberfinanzdirektion. Die Bäume selbst machen einen durchaus gesunden Eindruck.