Lebensraum Holunder/mit einem Nachtrag der heimischen Weberknechte

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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 18 Jul 2014, 15:32

Hallo!

Dafür ist Holunder viel zu grob verzweigt und offen, höchstens Elstern kommt das entgegen, die ja ein bisschen Platz für ihre Horste brauchen, für die Holunder aber meistens zu niedrig ist.

In einem von Schlehe halb durchwucherten Traubenholunder fand ich mal ein Singdrosselnest. Die wäre da aber sicher nicht reingegangen, wenn die Schlehe nicht gewesen wäre, denn ohne diese wäre der Traubenholunder auch ein eher offenes Gesträuch gewesen, mit leichtester Selbstbedienung für jeden Nesträuber :).

Grüße,
Andreas

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 19 Jul 2014, 08:54

Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Da kommt der Holunder sowieso nicht in Frage. Aber er putzt sich ja gerade und dafür ist das offene Geäst ideal.

Wenn der Holler Astgabeln hat( wenn man ihn im Garten regelmäßig entsprechend schneidet; gilt natürlich auch für andere Sträucher ), versucht sich schon mal ein Freibrüter wie Sindgrossel oder Buchfink. Aber Holunder ist oft doch nicht blickdicht genug oder wie z.B. die Schlehe,Weißdorn stachelbewehrt. Die Gefahr von Nesträubern ist dann zu groß.
Viele Singvögel der Gärten, die nahe am Boden oder nur wenige Meter hoch brüten (Finken, Laubsänger,1x Schwanzmeise,Drosseln) brüten auch gern versteckt in dichten, Nadelgehölzen( z.B.Eiben,Wacholder usw.), wenn vorhanden.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 19 Jul 2014, 09:13

Hallo,

das ist alles schon klar und ich stimme Euren Ausführungen zu, aber es muß auch noch einen anderen Grund geben. Siehe "starker Holunder", auch hier wird nicht gebrütet. Aber bitte, das brauchen wir jetzt nicht vertiefen.

Gestern saß auf einem Blatt dieses kleine grüne Ungeheuer. Und als ich ein Bild machen wollte, lief er auf mich zu und setzte sich auf meine Hand, von dort schwirrte er ab.
Das andere ist wohl wieder eine Zikade.

Viele Grüße

quellfelder
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 19 Jul 2014, 09:18

Das grüne Ungeheuer hatte ich auch gestern auf dem Außentisch. Grüne Stinkwanze ( oder nahe verwandte Art). Zikade ist klar.

Vg Wolfgang
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biloba
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Beitrag von biloba » 19 Jul 2014, 10:37

Das Grüne ist ein Stinktier. Regt mich immer wahnsinnig auf, wenn ich direkt im Kirschbaum Kirschen essen will. Bääähhhh!


Grüße!

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 19 Jul 2014, 15:21

Hallo,

ja, das ist nicht immer angenehm.

Heute ein Weberknecht mit außergewöhnlich langen Beinen und wohl endlich eine männliche Skorpionsfliege. Doch wer hat dieses Netz gebaut?
War schlecht zu sehen und erstrecht das Bild nicht optimal. Durchmesser des Netzes etwa 50-60 cm.

Viele Grüße

quellfelder
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Karola
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Beitrag von Karola » 19 Jul 2014, 20:46

Hallo,

der Langbeiner gehört in die Gattung Leiobunum und ist ein Männchen, L. blackwalli oder L. rotundum, die lassen sich am Augenhügel unterscheiden, der leider nicht klar zu erkennen ist.

Männliche Skorpionsfliege stimmt.

Welche Radnetzspinne verantwortlich ist, kann ich leider nicht sagen.

Viele Grüße
Karola

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Beitrag von Cryptomeria » 19 Jul 2014, 22:06

In den allermeisten Fällen steckt eine Kreuzspinne hinter einem solchen Radnetz, aber da gibt es ja auch etliche Arten. Die häufigste ist die Gartenkreuzspinne. Experten sollen - wenn sie die Durchschnittswerte mehrerer Netze haben - die Arten anhand eines Netzes bestimmen können. Auch wieder eine faszinierende Aufgabe draußen die einzelnen Netze einmal genauer anzuschauen.
Man kann natürlich auch die Spinne hervorlocken, in dem man ein kleines Beutetier ins Netz wirft oder mit einem kleinen Stöckchen am Netz ein Beutetier simuliert. Hat die Spinne Hunger wird sie schnell auftauchen. Merkt sie die Täuschung, verschwindet sie rasch wieder in ihrem Tagesversteck.

VG Wolfgang
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Beitrag von quellfelder » 20 Jul 2014, 12:22

Hallo,

vielen Dank und noch ein kleiner Käfer ist mir vor die Kamera gelaufen.

Viele Grüße

quellfelder
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Beitrag von Cryptomeria » 20 Jul 2014, 13:35

Einer der vielen Marienkäferarten. Wahrscheinlich Vierzehntropfiger oder Doppelbuchtiger Marienkäfer :Calvia quatuordecimguttata) ( Gleiche Färbung auch mit 10 oder 15 Punkten sind wieder andere Arten ).
Übrigens der Vierzehnpunktige Marienkäfer ( quatuordecimpunctata) ist auch wieder ein anderer. Und auch der Zehnpunkt ( A. decempunctata). Aber es gibt wenigstens noch deutsche Namen .

VG Wolfgang
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Beitrag von quellfelder » 20 Jul 2014, 15:22

Hallo,

schön, daß Du Dich auch am Sonntag in Stellung gebracht hast, Wolfgang.
So kann ich es erneut, dieses Mal mit einem kleinen Schmetterling oder Motte versuchen.

Viele Grüße

quellfelder
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Beitrag von Cryptomeria » 20 Jul 2014, 15:57

Bei den Nachtfaltern kenne ich mich überhaupt nicht aus. Auch da gibt es wieder viel zu viele ähnliche. Da braucht es einen Schmetterlingsspezialisten.
Aber Spanner/Zwergspanner und dann in Richtung Idaea mancipiata würde ich vermuten und die Kenner könnten da weiterschauen.

Vg Wolfgang
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Beitrag von Karola » 20 Jul 2014, 17:51

Hallo Wolfgang,

Idaea mancipiata kommt in D, A, CH nicht vor. Ich würde auf Idaea biselata tippen ( http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Idaea_Biselata ).

Viele Grüße
Karola

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Beitrag von Cryptomeria » 20 Jul 2014, 18:01

Hallo Karola,

völlig korrekt. ich wollte nur in die Richtung lenken, ohne mich um Details zu kümmern.

VG Wolfgang
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Beitrag von quellfelder » 20 Jul 2014, 19:07

Hallo,

vielen Dank für die Mühen am Sonntag. Die grobe Richtung reicht mir erst einmal tatsächlich. Morgen bekome ich ein Schmetterlingsbuch und ein Käfer-Führer ist mir ebenfalls versprochen worden.
Hier noch Bilder von heute Abend. Da hat wohl einer den anderen zum Fressen gern.

Viele Grüße

quellfelder
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