Mischwald

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timber
Beiträge: 11
Registriert: 23 Mär 2007, 13:21
Wohnort: Eifel

Mischwald

Beitrag von timber »

Hallo,
bin neu im forum und hoffe hier Antworten auf meine zukünftigen Fragen zu finden. :D
Würde mir gerne in einiger Zukunft einen kleinen Mischwald anpflanzen dieser soll aus heimischen sowie Bäumen aus verschiedenen regionen der Erde bestehen.
Benötige dazu Tips wie den Standort,Beschaffenheit,Witterungseinflüsse (liegen hier in der Eifel auf ca.460m und sehr Windanfällig) usw...,und was mann alles dazu beachten sollte.
Dort wo das Wäldchen endstehen soll ist der Boden nass bis trocken,und hat leichte Süd-West Hanglage.
Würde gerne nur Bäume anpflanzen die an diesem Standort eine gute Überlebenschance haben,aber nicht unbedingt schnell wachsen.Möchte ja keinen Nutzwald daher ist das Wachstum egal.
Es währe schön wenn einige von euch mir bei meinem Vorhaben behilfreich sein könnten.
Es wird dann meinerseits ein kleiner Beitrag sein die Klimaerwärmung zu mindern,da ich überzeugt bin das es Weltweit mittlerweile zu wenige Bäume (WALD) gibt um unsere Erde noch vor der kommenden Katastrophe zu retten.
Bin für jeden Rat dankbar. :P

Viele Grüsse

timber
Wald für die Welt

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo Timber
also ich finde deine idee ganz gut aber ich weiß nicht so recht was du da alles hinpflanze könntest.

Martin

gor244
Beiträge: 26
Registriert: 26 Jan 2007, 20:57
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Beitrag von gor244 »

...kleinen Mischwald anpflanzen dieser soll aus heimischen sowie Bäumen aus verschiedenen regionen der Erde bestehen...
Auweia ich kann dir mind. zwei Professoren von der FH Eberswalde nennen die dir jetzt einen ca. drei stündigen Vortrag über Flora-verfälschung halten können... :)
Scherz beiseite, Nicht- Einheimisch Baumarten in die Freie Natur zu bringen unterliegen der Genehmigungspflicht
:!:
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timber
Beiträge: 11
Registriert: 23 Mär 2007, 13:21
Wohnort: Eifel

Beitrag von timber »

gor244 hat geschrieben:
...kleinen Mischwald anpflanzen dieser soll aus heimischen sowie Bäumen aus verschiedenen regionen der Erde bestehen...
Auweia ich kann dir mind. zwei Professoren von der FH Eberswalde nennen die dir jetzt einen ca. drei stündigen Vortrag über Flora-verfälschung halten können... :)
Scherz beiseite, Nicht- Einheimisch Baumarten in die Freie Natur zu bringen unterliegen der Genehmigungspflicht
:!:
Hallo gor244,
nun ja ,kannst du mir dann mal erzählen welche Bäume unter die Genehmigungspflicht fallen?
Auf dem Gelände stehen schon Mammutbäume und Colorado Tannen sowie Kiefern die nicht heimich sind.
Es soll da ja auch nicht direkt ein Wald endstehen sondern eher ein Mini Park mit verschiedenen Baum u. Sträucher Sorten.
Kann das mit der Floraverfälschung schon verstehen aber nur wenn mann generrell nur heimische Gehölze zulässt,aber davon kann in unseren Breiten ja keine Rede sein.
Wenn ich durch unseren Wald spazieren gehe stosse ich auf so viele Baumsorten die nicht aus Deutschland oder der Region stammen,da nehme mann nur mal die Fichte oder die Nordmannstanne diese bei uns in der Eifel sehr Zahlreich vertreten sind.
Kannst du mir das erklären?

Viele Grüsse

timber
Wald für die Welt

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Oder die Douglasie,

ich pflanze auch , was das Zeug hält. Vor der Eiszeit waren Jahrmillionen so viele hier einheimisch, siehe Kohleflöze. Ich finde die Diskussion einheimisch kleinkariert . Karl Fuchs und Dr.Illa Martin haben im Wald ganz viel ausgepflanzt und auch der Exotenwald in Weinheim ist ein tolles Beispiel. Ich lasse mir von irgendwelchen Banausen nichts einreden.

Wie ginge es uns heute, hätten wir keine Kartoffel....

Lasst euch nicht alles gefallen.

Wolfgang

Knick
Beiträge: 51
Registriert: 21 Feb 2007, 15:40
Wohnort: Munkbrarup
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Beitrag von Knick »

Ist das wahr mit der Genehmigungspflicht? Ich habe im Herbst 05 gut 1ha Niederwald angelegt und mit öffentlicher Förderung u.a. 200 Castanea gepflanzt.
Gilt hier die Entdeckung Amerikas als Zeitgrenze? Soll heißen, alles was zu der Zeit schon hier wuchs ist heimisch, alles andere ein Neophyt?
Mich interessiert das nur, meine Meinung ist eher die von Cryptomeria zumindest was Bäume angeht, bei Tieren und "Kraut" wäre ich da schon vorsichtiger.

seba79
Beiträge: 103
Registriert: 17 Feb 2007, 04:16

Beitrag von seba79 »

Hallo!

Mal ne Frage an dich timber, da ich ähliches mal überlegt habe..
Hattes du das Land schon oder wie kommt man an besten an sowas...
Muss man sich da an die Gemeinde wenden oder an MArkler oder Landwirte :?:

Und zu der Diskussion in Sachen einheimischen Arten...also ich habe nichts gegen nichtheimische Arten, nur finde ich gibt es bei auch gute Gründe dafür, dass nicht bedingungslos alles "fremde" im grossen Stil gepflanzt werden sollte...
Einmal natürlich die Tiere, die auf die Bäume angewiesen sind. Douglasien z.B. bieten deutlich weniger Tier-, besonders Vogelarten Nahrung als einheimische Nadelhölzer.
Dazu natürlich noch die Gefahr, dass "fremde" Bäume einheimische verdrängen. Grade so Sachen wie der Essigbaum verbreiten sich in rasender Eile und irgendwann wächs danichts mehr...ausser halt Essigbäume. Bei uns im Garten hat der selbest den Griersch besiegt, der sonst hier wirklich überall wuchert und nicht kleinzukriegen ist... naja, dafür hatten wir halt pro Jahr unzählige neue Essigbäume die überall (selbst dort wo gepflaztert war) durchkamen... :o

Viele Grüsse

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Also bei einigen Kräutern, z.B. Drüsiges Springkraut, Herkulesstaude und vielleicht noch einige wenige, o.k. aufpassen.
Aber auch bei Bäumen wie Essigbaum, Robinie ist es doch eher die Ausnahme. Seit Jahrzehnten werden Essigbäume in den Gärten gepflanzt und wie viele haben sich großflächig in der Natur ausgebreitet. Mir ist nichts bekannt.

Und die so verteufekten Nadelbäume. Die Zapfen der Douglasie werden auch aufgeschrotet und gefressen, genauso wie die von der Serbischen Fichte. An den fremdländischen Kiefern habe ich genauso viele Raupen wie an einheimischen und meine chinesische Birke ist auch leider jedes Jahr neu von Raupen zerfressen.

Die Nadelbäume sind jetzt um die Jahreszeit geradezu ein Magnet für Freibrüter, da sie jetzt schon Deckung bieten, egal welche Art, ebenso für viele Insektenfresser, die die Nadeln absuchen. Ich habe z.B. in weitem Umkreis nur Laubwald und auf 2000 m2 meines Gartens nur ca. 25-jährigen Nadelwald undzwar sehr gemischt. Was da jetzt schon wieder alles unterwegs ist und Nistplätze sucht unglaublich. Selbst in einem ganz schmalen Sequoiadendron gig. pendulum brütete letztes Jahr ein Schwanzmeisenpaar.

Nochmal ganz kurz zu einheimisch/fremdländisch:

Gehen wir nur mal einige Generationen zurück und nehmen unseren geliebten Mammutbaum. Sind wir bei 5/6 Generationen am Ende der letzten Eiszeit.O.K. Es waren mehrere Eiszeiten, also nochmal 10/15/20 Generationen zurück. Vor der Eiszeit lebten Jahrmillionen Liriodendron , Sequoiadendron, Taxodium, Ginkgo, Magnolia usw.
Gehen wir bei die gleiche Generationenzahl bei Weißstorch, Wiedehopf,Blauracke,Auerhuhn,Birkhuhn oder andere ausgestorbene oder fast ausgestorbene Tiere zurück. Was freuen wir uns heute , wenn wieder irgendwo der Weißstorch brütet und wie feiern wir seine Rückkehr.

Es gibt unzählige Beispiele. Der Fasan wurde ausgesetzt und gehört heute zur Fauna. Feldhamster und Feldmaus sind eingewandert als die Wälder gerodet wurden und der Ackerbau begann usw.

Andererseits pflanzt man heute genmanipuliertes Getreide ( s. evtl. Bienensterben z.Zt. in den USA), bietet mit Chemikalien verseuchtes Gemüse und Obst an, hält viele gespritzte oder mit Hormonen behandelte Tiere in tierquälerischer Massentierhaltung und dann verbietet man einen " fremdländischen " Baum zu pflanzen.

Da stimmt etwas nicht im Gehirn des Menschen.

Ich möchte keinem zu nahe treten, das ist meine Meinung.Leider gibt es dann auch ab und zu Ärger mit den Behörden. Für mich sind viele dort zu kleinkariert.

Es wird heute so viel Wald abgeholzt, jeder sollte froh sein, wenn wieder Wald aufgepflanzt wird, auch ein paar winzige Parzellen ehemals einheimischer.

Viele Grüße

Wolfgang

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo!
Also ich finde Cryptomeria hat vollkommen Recht!Das ist meine Meinung

Martin

tormi
Moderator
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Registriert: 07 Feb 2007, 19:42
Wohnort: Hinkel, Luxemburg

Beitrag von tormi »

Hallo,
ich stimme Wolfgang voll und ganz zu. Aber mein Tipp an timber ist, dass er nächstes mal einfach von einem kleinem (Privat)Park spricht und nicht von einem Mischwald. So weckt er die 'bösen Geister' nicht :wink: .
Aber timber du wolltest doch Vorschläge für deinen Privatpark, oder?

Der Tupelobaum, Nyssa sylvatica bis 20m hoch, würde gut zu den Mammtbäumen (ich nehme an dass es Sequoiadendron giganteum sind) passen.
Sonniger bis halbschattiger Standort, bevorzugt tiefgrüngige, frische, nahrhafte Boden. Frosthart. Tolle Herbstfärbung.
Es gibt eine Menge interessante Eichen, Quercus cerris, Q. velutina, Q. pontica, Q. frainetto,..
Ahorn, Prunus, .., was schwebt dir vor?
LG Nalis

timber
Beiträge: 11
Registriert: 23 Mär 2007, 13:21
Wohnort: Eifel

Beitrag von timber »

:D Hallo,
erst mal vielen Dank für eure Hilfe und Unterstützung.

Hallo gor244 deine Antwort lässt noch auf sich warten. :?

sela79,das Grundstück war bereits in unserem Besitz,und alle Bäume die sich darauf befinden hat mein Vater gepflanzt.Kann dir also da auch nicht viel weiterhelfen. :cry:

Habe ja auch nicht vor Exoten zu pflanzen die sowiso keine Überlebungschancen haben,sondern möchte ein gesundes Wäldchen aus verschiedenen heimischen und (anderen) Gehölzen aufziehen.
Natürlich sollen da einige Bäume rein die nicht aus Europa stammen aber nur solche die unser Klima vertragen.
Wer weis schon genau welche Arten es vor vielen Tausend Jahren hier gab?

Werde mir aber erst mal eine genaue Liste erstellen,und schauen welche sich zusammen auch vertragen. :idea:

Bin weiterhin für jede Hilfe und jeden Tip sehr Dankbar. :D

Viele Grüsse

timber
Wald für die Welt

Cryptomeria
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Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo timber,

es gedeiht ungeheuer viel in deiner Klimazone. Häufig kommt es dann auf den Untergrund, aber vor allem auf das Kleinklima an und da können wir natürlich nichts so viel sagen. Ich habe festgestellt, man muss vieles, das als winterhart gilt, einfach probieren. Manches klappt und anderes kümmert. Manchmal machen einem Wühlmäuse einen Strich durch die Rechnung, ,manchmal sehr starke Winde, die Salzluft, die Sonneneinstrahlung, Trockenheit , Konkurrenz mit Wildkräutern usw.

Ein bisschen Mut, es macht auch Spaß eigene Erfahrungen zu sammeln, zu beobachten. Das ein oder andere muss man nachpflanzen.

Noch ein Beispiel: viele meine Bäume färben wunderbar im Herbst auf trockenem , steinigem Boden während sie in feuchtem Sand grün das Laub verlieren.
Man kann nur grob planen, der Rest macht die Natur selbst.

Wenn du ein gutes Buch hast, etwa mit winterharten Parkbäumen, kannst du alles , was dir gefällt einplanen. Notfalls fragst du nochmal hier detailliert nach, dann kann man zur einzelnen Art noch etwas sagen.

Jedenfalls viel Spaß beim Planen und nachher Ausführen. Ich habe vor vielen Jahren auch ein größeres Grundstück meines Vaters im Pfälzer Wald
aufgeforstet mit vielen Mammutbäumen u.a.. Auch wenn man noch so plant, nur ein Teil überlebt.

Wolfgang

Cryptomeria
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Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo seba,

wende dich an die Gemeinde, an Makler, Landwirte und Privatpersonen. Bei uns ist es so, wenn es kein Ackerland ist ( und natürlich auch kein Bauland ) und du bietest ein bisschen, kommst du manchmal ganz gut an Flächen. Häufig sind die Leute hier froh, dann haben sie keine Arbeit mehr mit der Pflege.
Aber es ist natürlich sehr unterschiedlich, dort wo jeder Bauer Land dazukaufen möchte, weil es so fruchtbar ist, hast du wenig Chancen.

Viel Erfolg

Wolfgang

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo timber,
zur Frage welche - mehr oder weniger - einheimischen Bäume bei Dir wachsen können, sollte Dir vor allem der Förster Deiner Region 'was erzählen können. Es ist ja schließlich eine der Hauptaufgaben eines Försters, zu beurteilen, wie seine Bäume wachsen und zu entscheiden, was standortgerecht wachsen kann. Gerade was die Ansprüche bzw. Eignung in Hinblick an Boden und Klima angehen sollte er sich auskennen.
Gruß, Stefan

Lucki
Beiträge: 17
Registriert: 11 Okt 2006, 10:17

Beitrag von Lucki »

Vielleicht, Timber, schreibst du mal, um welche Fläche es sich handelt. Wird es mehr ein Garten/Park oder doch eher schon ein Wald?

Bei der Sortenwahl auch den zu erwartenden Klimawandel berücksichtigen.

Lucki

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