verwurschtelte Hainbuchen

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: stefan, LCV, tormi

Antworten
Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
Wohnort: Bad Endbach

verwurschtelte Hainbuchen

Beitrag von Taxus »

Moin allerseits,
beim morgendlichen Hundespaziergang durchquere ich oft ein Pfädchen mit einer seltsamen Auffälligkeit:
auf einem Fleck von max 30m2 wachsen einige Hainbuchen völlig verdreht, gekrümmt und ineinander verwurschtelt. Im Umkreis von höchstens 7m noch einige etwas gedreht oder verkrümmt wachsende Bäume, darunter auch Kiefern. Sämtliche außerhalb dieser Zone wachsende Bäume sind gerade und ohne Auffälligkeiten.
Dateianhänge
2013-12-20 13.21.41.jpg
2013-12-20 13.21.41.jpg (234.62 KiB) 2819 mal betrachtet
2013-12-20 13.22.20.jpg
2013-12-20 13.22.20.jpg (281.61 KiB) 2819 mal betrachtet

Andreas75
Beiträge: 3934
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hallo Taxus,

ich freue mich sehr, Dich mal wieder zu lesen :D!

Meine Vermutung wäre, da die Bäume an sich ja sehr lang gewachsen sind, dass der Standort zum einen recht nährstoffreich, aber auch flachgründig ist.
So dass die Gehölze zwar sehr gut wuchsen, die Wurzeln aber nicht den Raum fanden, sie entsprechend zu verankern, und die Bäume so niemals in die Höhe kamen.

Ist bekannt, ob da eventuell eine alte Siedlungsstelle war, oder vielleicht auch eine alte versiegelte landwirtschaftliche Fläche wie Scheune oder Stall? Das Aufkommen von Kiefern und Hainbuchen spricht ja für einen einstmals offenen Standort, und die Kleinräumigkeit des Vorkommens der krummen Bäume, dass da lokal sehr begrenzt "was komisch" ist...

Grüße,
Andreas

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 8977
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Ich dachte daran, ob möglicherweise ein alter Bunker da unter den Bäumen steckt. Würde für die sehr kleine Fläche sprechen.

Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
Wohnort: Bad Endbach

Beitrag von Taxus »

Hallo, Andreas und LCV
Schön, ein paar Erklärungsversuche abseits von "Wasserader" oder "Magnetfeldstörung" zu hören, an die ich nicht gedacht habe. Nein, besiedelt war es dort meines Wissens nach nie, es liegt etwas oberhalb einer ehemaligen Bahntrasse, die mit ihrem Schotterbett noch erhalten ist. Allerdings ist der Boden waldig-locker, humos und flach. Spätestens in 30cm, oft weniger, fängt der Schieferboden an. So ist das hier aber auf allen Hügeln im "Hinterland" um Marburg und die übrigen Bäume, wie Buche, Eiche, Ahorn und Kiefer, tolerieren das gut und werden mächtig.
Ein Phänomen, dieses verbogene Wachstum, das ich mir nicht erklären kann.
LG, Uli

Andreas75
Beiträge: 3934
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Bunker wäre auch eine gute Idee, Frank :)!
Eventuell auch die Grundplatte eines alten Bahnwärterhauses, die waren ja auch oft klein. Oder gilt das über den Boden angeführte auch für jenes Wäldchen?

Grüße,
Andreas

quellfelder
Beiträge: 4407
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ich würde mal den Hügel auf Feuchtigkeit untersuchen, in der Regel ist für solchen Wuchs Trockenheit die Ursache, mit der sich die Bäume schon eine halbe Ewigkeit herumschlagen.
Das kann auch ein alter Müllplatz sein. Früher, als es noch keine Müllabfuhr gab, legten die Haushaltungen solche an. Also Spaten raus und nachsehen!

Viele Grüße


quellfelder

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 8977
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Also wenn Kiefern das tolerieren, sind sie in der Lage den Schieferboden zu durchstoßen. Ist da aber eine Betonplatte drunter, dürfte es schwierig werden. Aber bevor man mit dem Spaten zu Werke geht, könnte man ja das zuständige Forstamt fragen, ob die eine Erklärung haben.

AndreasG.
Beiträge: 2660
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Da könnte früher mal ein großer Baum gestanden haben, der die Bäume beschattet hat. Die sind dann zur Seite gewachsen.
Oder sie wurden mal vor langer Zeit von einer schweren Maschine (Traktor o.ä) umgekippt und haben sich nicht richtig aufrichten können, oder das ist die Folge einer kräftigen Windböe.

Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
Wohnort: Bad Endbach

Beitrag von Taxus »

Das mit dem Forstamt werde ich nä.Woche versuchen. Bis dann, Uli

Rotkäppchen
Beiträge: 34
Registriert: 27 Jun 2007, 22:06

Beitrag von Rotkäppchen »

Hallo,

dieser Baum erinnert mich an das "Teufelsholz" im Berggarten von Hannover. Zur weiteren Info kann man beim Stichwort "Süntelbuchen" gucken: http://www.suentelbuchen.de/

vlg

Rotkäppchen

Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
Wohnort: Bad Endbach

Beitrag von Taxus »

Keine Antwort vom Forstamt ist auch eine.
Da es sich eindeutig um Hainbuchen handelt, sind es also keine Süntelbuchen. Möglich wäre aber auch hier eine Mutation als Ursache des bizarren Wuchses.
Danke, Rotkäppchen für den sehr guten Link zu den Süntelbuchen! und natürlich auch vlG, Uli

Antworten