Weiden stecken

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Fraxinus
Beiträge: 85
Registriert: 06 Apr 2006, 20:41
Wohnort: Lichtenfels

Weiden stecken

Beitrag von Fraxinus »

Hallo Baumstecker,

ich werde nächste Woche ein Feld exotischer Weiden einer Korbmacherin ernten, weil darauf ein Haus entstehen soll. Sie hat gelbe, rote, blau-grüne...

Wer kann mir Tipps zum Schneiden, Lagern bzw. Erhalten, evtl. Vortreiben, Abstand und Tiefe beim Stecken, Pflegen und Hegen geben? Wer hat eigene Erfahrungen mit aufsteigendem und absteigendem Mond bei Steckhölzern gemacht? Ein matschiger Februarboden sollte meiner Meinung nach eine gute Voraussetzung zum Gedeihen sein, "weil die ja sowieso wie Unkraut wachsen" und ich dachte immer, Unkraut sei eine Erfindung des menschlichen Geistes.

In diesem Sinne, vielen Dank für eure Hilfe

Fraxinus
Man sollte Papier nie so wichtig nehmen wie Bäume, aus denen es hergestellt wird.

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Fraxinus,
Darf ich mich hier als Trittbrettfahrer melden. Ich habe auf meinem Land eine Quelle, deren Wasser zwar langsam aber sicher auf dem leicht abschüssigen Gelände in einem muldenförmigen Graben abfliesst, ideal für Weiden. Das wäre für mich die ideale Bepflanzung. Des weiteren interessiere ich mich für Korbmacherei. Ich könnte gut 100m bepflanzen. Könntest du mir einige Pflanzen von verschiedenen Farben schicken? Die anfallenden Kosten würde ich dir selbstverständlich ersetzen. Die besten Steckmethoden werden wir ja wohl hier erfahren.
Ueberlege es dir.
Gruss
Kurt

Sylvatica
Beiträge: 26
Registriert: 02 Jul 2006, 19:49

Beitrag von Sylvatica »

hi ho
meiner unmaßgeblichen Meinung nach, ist es bei Weidensteck-hölzern das wichtigste, dass ihr schmalblättrige Weiden erwischt, diese Wachsen erheblich besser an als ihre breiblättrigen Kollegen.

Es wäre also bestimmt hilfreich die "rote-grünen-blauen" Weiden ;-) mal zu identifizieren, bzw. zu bestimmen.

Im Allgemeinen wachsen die Schmalblättrigen Weiden auf alkalischen Substrat an fließenden Gewässern,
und die breitlättrigen, im sauren Substrat an stehen Gewässern, bzw. feuchten substrat. ( Für diese Verallgemeinerung entschuldige ich mich auch gleich, aber ohne bestimmung hilft das auch)

Bei Weiden ist es soweit ich weiß, zwar nicht von bedeutung, ob die Knospen nach oben oder unten zeigen, aber es wäre wohl besser die Wuchsrichtung der Knospen zu berücksichtigen, im Bezug auf die Steckrichtung.

mfg

Cryptomeria
Beiträge: 9331
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Fraxinus,

ich habe sehr viele armdicke Salix caprea zu jeder Jahreszeit als Pfosten verwendet. Sie haben fast alle Wurzeln gezogen in feuchtem Sand/Lehmboden. Ich habe von den bunten bzw. selteneren Weiden auch versucht Stecklinge zu machen oder Steckholz zu verwenden. Da war es sehr unterschiedlich je nach Art.Viele zogen ganz leicht, z.B. auch im Glas Wasser und andere bildeten überhaupt keine Wurzeln. Schau auch mal in Bodennähe. Häufig findest du auch schon umliegende oder seitlich herauswachsende, schon bewurzelte Zweige.Nimm von dort auf jeden Fall, damit du wenigstens einige Exemplare rettest, wenn die Bewurzelung nicht klappt. Über dem Erdboden abgeschnittene Triebe sollen sich besser bewurzeln als aus den oberen Bereichen. Kann ich nicht bestätigen.

Die jungen, einjährigen Triebe der bunten Weiden haben in der Regel diese schöne Färbung. Deswegen sollten sie zurückgeschnitten werden.
Wir hatten uns hier letztens auch über Weidensorten unterhalten, schau dort einmal, vielleicht findest du anhand der Rindenfärbung schon das ein oder andere. Blau bereift waren S. daphnoides Formen und Salix tsugaluensis Ginme.

Viel Glück beim Bewurzeln. Noch ein Tipp. Viele Baumschuler verteilen bei solchen Aktionen ihr Schnittgut auf möglichst viele Köpfe. Wenn dann bei einem selbst etwas schief geht, klappt es vielleicht bei einem anderen und man kann dann später wieder darauf zurückgreifen.


Viel Erfolg und viele Grüße

Wolfgang

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo zusammen

Ich habe noch einen weiteren Tip. In einem Kurs hatte ich demonstriert bekommen, wie man nach bio-dynamischen Gesichtspunkten Stecklinge vermehrt. Man gab uns eine Anzahl davon mit nach Hause. Ich habe sie dann streng nach Anleitung in Töpfe gesteckt und verhätschelt. Resultat: Nichts. Nach längerem frustlosen Warten habe ich den ganzen "Mist" vor das Haus geworfen, unter eine Latsche und eine Magnolie. Die ganze Sache einfach vergessen. Nach einem halben oder ganzen Jahr, ich weiss nicht mehr, sah ich zufällig, dass eine grosse Anzahl Wurzeln ausgebildet hatte und fröhlich heranwuchs. Man kann diese Methode natürlich nicht verallgemeinern, es ist aber die letzte Möglichkeit, falls alle anderen Versuche fehlgeschlagen sind.
Der Sinn meines Beitrags, gebt nicht zu früh auf, wenn ihr glaubt, ein Versuch sei fehlgeschlagen.

Gruss

Kurt

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Korrektur:
Ich meinte natürlich frustrierendem Warten

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