Hallo,
An die Nordseite des elterlichen Gartens grenzt das Grundstück eines Rentner-Ehepaars. Letztere haben sich in den letzten zehn Jahren nicht gerade als angenehmste Nachbarn erwiesen: Radio, teils sogar Fernseher, in voller Lautstärke auf Dauerbetrieb, Rasen mähen oder Laub saugen samstags nach 16:00 oder sogar sonntags... zusammengefasst vielfältige Lärmbelästigung. Gottseidank hat sich zumindest diese Situation nach Beschwerden nicht nur unsererseits gebessert.
Trotzdem merkt man in Gesprächen, dass die beiden gegen logische Argumente völlig immun sind und in gewissen Dingen eine unglaublich kindliche und schlicht dumme Verhaltensweise an den Tag legen.
So haben sie letztes Jahr vorsätzlich an der Grundgrenze, die auf ihrer Seite verwildert und mit Bäumen, Büschen und Stauden übersäht ist, Indisches Springkraut gepflanzt ("ist ja so hübsch"), dass sich, wie gewohnt, in rasender Geschwindigkeit ausbreitet, logischerweise auch auf unser Grundstück, wo es ohne ständiges Ausreißen bereits das ganze Areal rund um den Komposthaufen in Schlag nehmen würde. Die Sämlinge sprießen bereits aus allen Ecken und Enden.
Wie kann man solch egoistischen und gewissermaßen weltfremden Nachbarn am besten sinnvoll nahebringen, dass die Pflanzen eigentlich sofort entfernt gehören, ohne das Gegenteil zu erreichen (ganz nach dem Prinzip, "was geht das den Nachbarn an"...)? Und ohne einen absolut nervenaufreibenden und ärgerlichen Nachbarschaftsstreit anzuzetteln? Schließlich wird das Kraut an nahegelegenen Bach- und Flussläufen bereits in organisierten Aktionen händisch bekämpft...
Drüsiges Springkraut bei den Nachbarn- vermutlich angepflanzt... Was tun?
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
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Kiefernspezi
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Soweit ich weiss, sind Blüten und Samenkapseln sogar essbar.
Und ökologisch haben sie nicht nur Nachteile.
" Sie werden meist durch Honigbienen, seltener durch Hummeln bestäubt. Der im Sporn verborgene Nektar ist mit einem Zuckergehalt von 48 % durchschnittlich süß, wird aber reichlich produziert. Mit 0,47 mg Nektar pro Pflanze und pro Stunde stellt das Springkraut etwa 40mal so viel Nektar her wie eine vergleichbare heimische Pflanze." aus Wikipedia
Vielleicht müsst ihr einen dichten Holzzaun aufstellen, um die Ausbreitung dess Springkrautes einzudämmen.
Mit den Nachbarn zu reden, scheint mir aussichtslos.
Und ökologisch haben sie nicht nur Nachteile.
" Sie werden meist durch Honigbienen, seltener durch Hummeln bestäubt. Der im Sporn verborgene Nektar ist mit einem Zuckergehalt von 48 % durchschnittlich süß, wird aber reichlich produziert. Mit 0,47 mg Nektar pro Pflanze und pro Stunde stellt das Springkraut etwa 40mal so viel Nektar her wie eine vergleichbare heimische Pflanze." aus Wikipedia
Vielleicht müsst ihr einen dichten Holzzaun aufstellen, um die Ausbreitung dess Springkrautes einzudämmen.
Mit den Nachbarn zu reden, scheint mir aussichtslos.
Hallo zusammen, angeblich ist das Springkraut eher schädlich für die Bienen. Mein Vermieter hat seine Jungvölker bei mir oben untergebracht und weiß zu berichten, daß sich die Bienen in den engen Blüten verfangen, ihre Haare verlieren, dadurch dunkle Flecken bekommen und dann von ihren Artgenossinnen im Stock nicht erkannt und verstoßen werden. Ob meine Wiedergabe des Zusammenhangs so stimmt, weiß ich nicht genau, aber von Imkern wird das Springkraut wohl bekämpft. Gruß, Anke
Ich habe dagegen gehört, dass die Naturschützer sich mit den Imkern streiten, weil die das Springkraut als Bienenweide sehen, aber die Naturschützer (vergeblich) versuchen, die Ausbreitung einzudämmen. Während noch vor 2-3 Jahren das Springkraut im Höllental bis kurz vor Titisee vorkam, ist es jetzt schon vereinzelt an der Bahnstrecke am Schluchsee zu sehen. Ob wohl die Bahn selbst oder Touristen dies immer weiter verbreiten?
Ich würde mich mal auf der Gemeinde erkundigen, ob das Pflanzen derart invasiver Aliens nicht sogar illegal ist. Dann könnte die Gemeinde ja etwas unternehmen.
Ich würde mich mal auf der Gemeinde erkundigen, ob das Pflanzen derart invasiver Aliens nicht sogar illegal ist. Dann könnte die Gemeinde ja etwas unternehmen.
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Kiefernspezi
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Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich auf freigelegten Strecken von ganz allein rasend schnell verbreitet. Das kann entlang von Bahnstrecken und Wegen beobachtet werden. Das braucht keine menschliche Unterstützung.
Ps.: Gibt es diesen Streit nicht auch um die ebenfalls honigträchtigen Robinien?
Viele Grüße
Ps.: Gibt es diesen Streit nicht auch um die ebenfalls honigträchtigen Robinien?
Viele Grüße
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Myricaria
- Beiträge: 1008
- Registriert: 23 Feb 2008, 15:27
- Wohnort: Feldkirchen an der Donau, Oberösterreich
Es stimmt, über Logik geht definitiv gar nichts. Einen Holzzaun zu installieren, würde den Konflikt wohl eher verschärfen (oder entfachen)...
Sich mal bei der Gemeinde zu erkundigen, ist eine gute Idee, Frank! Sollte die Anpflanzung tatsächlich untersagt sein, könnte man ihnen dass ja höflich mitteilen, spätestens da sollte es selbst bei ihnen klingeln...
Ökologisch wertvoll hin oder her, die Bienen haben vor der Verbreitung von Neophyten wie Robinie, Götterbaum, Staudenknöterich oder eben Drüsigem Springkraut auch genügend Nahrung gefunden, unterm Strich ist das Springkraut jedoch meines Ermessens nach extrem invasiv und breitet sich in unserer Gegend mit rasender Geschwindigkeit aus. Und zwar neben typischen Standorten wie Flussläufen oder Schutthalden auch auf schattigen Flächen am Waldrand und in lichten Wäldern...
Darunter kommt kaum etwas hoch, die Bestände sind sehr dicht und kleinere, heimische Kräuter und Blumen haben da wohl kaum Chance, sich zu entwickeln.
Sich mal bei der Gemeinde zu erkundigen, ist eine gute Idee, Frank! Sollte die Anpflanzung tatsächlich untersagt sein, könnte man ihnen dass ja höflich mitteilen, spätestens da sollte es selbst bei ihnen klingeln...
Ökologisch wertvoll hin oder her, die Bienen haben vor der Verbreitung von Neophyten wie Robinie, Götterbaum, Staudenknöterich oder eben Drüsigem Springkraut auch genügend Nahrung gefunden, unterm Strich ist das Springkraut jedoch meines Ermessens nach extrem invasiv und breitet sich in unserer Gegend mit rasender Geschwindigkeit aus. Und zwar neben typischen Standorten wie Flussläufen oder Schutthalden auch auf schattigen Flächen am Waldrand und in lichten Wäldern...
Darunter kommt kaum etwas hoch, die Bestände sind sehr dicht und kleinere, heimische Kräuter und Blumen haben da wohl kaum Chance, sich zu entwickeln.
MvG,
Johannes
Johannes