Markierungen an Bäumen - Farbe und Striche

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The Castle
Beiträge: 107
Registriert: 27 Dez 2009, 13:32
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Markierungen an Bäumen - Farbe und Striche

Beitrag von The Castle »

Hallo,

das wollte ich schon immer mal wissen. Was bedeuten eigentlich die Striche und die farbigen Markierungen an (Forst-)Bäumen?

Ich hoffe mir kann das jemand erläutern oder auch gerne einen weiterführenden Link posten.

PS: Mich würden die Zeichen in Bayern interessieren, falls diese in ganz Deutschland nicht genormt sein sollten.



Viele Grüße The Castle

Nobby
Beiträge: 92
Registriert: 16 Jun 2012, 19:32
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Beitrag von Nobby »

hallo castle,
wie sehen diese zeichen denn aus, mach doch mal ein foto.

LG nobby
Man kann einen Menschen immer aus dem Dreck ziehen, aber niemals den Dreck aus einem Menschen

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
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Beitrag von biloba »

Wahrscheinlich wurden die Fällkandidaten markiert?

Oder die Bäume, die stehen bleiben sollen?

Mach einfach mal ein Foto von dem Wald und schau Dir dieselbe Stelle in einem Jahr noch einmal an!


Grüße!

Hessekopp
Beiträge: 772
Registriert: 25 Nov 2009, 06:44
Wohnort: Neuss

Beitrag von Hessekopp »

Als ich damals meinen Ketternsägenschein gemacht habe, durften wir alles fällen, was bunt beschmiert war.
Unterschiede in den Markierungen hatten wir nicht.
Bild

Mostviertler
Beiträge: 302
Registriert: 28 Aug 2010, 18:08
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Beitrag von Mostviertler »

Hallo!
Für die Farbmarkierungen gibt es so viel ich weiß nur in einigen Ländern Standards oder Empfehlungen. Im Privatwald kann das jeder Waldbesitzer halten wie er will. Als gängige Markierungen haben sich folgende etabliert:
Schräger Strich (meist auf zwei Seiten des Baumes) = Dieser Baum soll gefällt werden.
Senkrechter Strich oder Pfeil z.T. auch in Verbindung mit einem "R" = Hier soll eine Rückegasse entstehen auf der das Holz aus dem wald gebracht werden soll. In Deutschland ist es auch üblich die Abgrenzungen zu den Rückegassen mit weißer Farbe zu markieren.
Eine Ringmarkierung um den ganzen Baum eventuell auch mit einem kurzen senkrechten Strich dazu kennzeichnet meistens eine Besitzgrenze. Ein Ringlein oder ein Punkt auf dem Baum heist oft, dieser Baum bleibt stehen und genießt besonderen Schutz!

Wie gesagt, die Markierungen können von Waldbesitz zu Waldbesitz variieren, wichtig ist immer, dass die Förster und die Forstarbeiter einig sind was welche Markirung bedeutet :lol:

Hier hab ich noch einen Link aus NRW gefunden der dir weiterhelfen kann: http://www.fuv-rlp.de/downloads/landess ... rungen.pdf

Viel Spass beim Entziffern der Forsthieroglyphen wünscht dir
Hannes

campoverde
Beiträge: 1185
Registriert: 25 Okt 2008, 17:28
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Beitrag von campoverde »

Hallo,
nur als Ergänzung:
Die Farben sind ja oft ganz praktisch (und bei einigen Arbeitsverfahren notwendig), schön aber nicht unbedingt. Die klassische Variante: der Reißhaken.
Verwendet man allerdings noch mehr Farbe wird es Kunst: bosque pintado im Baskenland .

Zum Teil werden auch Bänder (aus Papier, zT auch Kunststoff) zur Markierung insbesondere von Z-Bäumen (zu fördernde "Zukunftsbäume" verwendet.

The Castle
Beiträge: 107
Registriert: 27 Dez 2009, 13:32
Wohnort: Bayern - bei München

Beitrag von The Castle »

Danke an alle für die Antworten.

Bilder habe ich jetzt leider keine parat. Ich versuche mal welche zu machen.
Der Link war hilfreich, danke Mostviertler.

Wundert mich, dass es bei unserem Bürokratiewahn keine passende DIN-Norm dazu gibt :D


Beste Grüße The Castle

Mostviertler
Beiträge: 302
Registriert: 28 Aug 2010, 18:08
Wohnort: A-3393 Mannersdorf 11

Beitrag von Mostviertler »

The Castle hat geschrieben:Danke an alle für die Antworten.


Wundert mich, dass es bei unserem Bürokratiewahn keine passende DIN-Norm dazu gibt :D
Die Forstleute waren schon immer Individualisten und sind es heute noch :D

@Campoverde: Der Reißhaken war ebenso wie ein kleines Handbeil zu Beginn meiner Försterlaufbahn mein tägliches Arbeitsgerät zur Baummarkierung. Der Nachteil dabei, die Markierung ist unwiderruflich angebracht, und kann daher nur für Bäume verwendet werden, die zu entnehmen sind. Für alle anderen Markierungen sind diese Werkzeuge unbrauchbar, da ja beim Markieren mit Reißhaken und Beil die Rinde der Bäume verletzt bzw. entfernt wird.

Gruß
Hannes

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
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Beitrag von biloba »

Bei einem Waldspatziergang sind mir kürzlich diese Markierungen aufgefallen. Bei der roten Markierung fehlen mir irgendwie die Japanischkenntnisse. Beide Arten der Markierung waren in diesem Wald häufiger anzutreffen, die meisten Bäume waren nicht markiert.

Kann jemand von den Fachleuten hier weiterhelfen?


Grüße!
Dateianhänge
Markierung0455.jpg
Markierung0455.jpg (91.81 KiB) 5502 mal betrachtet
Markierung0457.jpg
Markierung0457.jpg (160.98 KiB) 5502 mal betrachtet

campoverde
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Registriert: 25 Okt 2008, 17:28
Wohnort: Bremen

Beitrag von campoverde »

Hallo,
wie ja gesagt wurde, ist das meist nicht einheitlich.
Oben sollte die seitliche Markierung einer Rückegasse sein, daher auch nur auf der einen Seite markiert.
Unten: die schrägen Striche eigentlich typisch für zu entnehmende Bäume. Komisch nur die sehr ordentliche Zahl 3, Abteilungs-Nummer oder besonderer Meßpunkt? Ggf aber trotzdem als zu entnehmeder Baum gekennzeichnet?
Gruß,
Stephan

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

Danke für Deine Erläuterungen.
campoverde hat geschrieben:Komisch nur die sehr ordentliche Zahl 3, Abteilungs-Nummer oder besonderer Meßpunkt?
Sorry für dieses missverständliche Foto. Die Drei ist klar. Hier handelt es sich um einen Baum am Wanderweg mit der Nummer 3, die auch in den Wanderkarten zu finden ist. Die Touristenverwalter werden dann wohl neue Markierungen anbringen müssen, wenn dieser Baum fehlen wird.


Grüße!

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