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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

zu den Pomeranzenbäumen scheibt Müller weiter:

Dieser allgemein bekannte und wegen seiner Früchte beliebte Baum, welcher im Süden die Höhe unserer gewöhnlichen Aepfelbäume erreicht, gibt Beispiele hohen Alters. So befand sich auf dem Landgute des Herrn Defly bei Nizza im Jahre 1789 ein Pomeranzenbaum. dessen Alter nicht bekannt, aber dessen Stamm so dick war, daß ihn zwei Menschen nicht umspannen konnten. Er war 50 Fuß hoch und überschattete eine Tafel mit 40 Couverts. Er trug an der einen Hälfte der Krone jährlich 5 bis 6000 Früchte, während die andere kaum 100 hervorbrachte. Das folgende Jahr trug diese Hälfte Tausende von Früchten, während die andere sich ausruhte. Dieser schöne Baum, welcher sich riesenartig über alle anderen Bäume erhob, hatte den Wintern von 1709, 1740 und 1763 Widerstand geboten, der Winter von 1798 zerstörte ihn aber.

Der Pomeranzenbaum in Versailles, bekannt unter dem Namen Grand Bourbon oder Franz I., war bereits 1523 wegen seiner Schönheit bekannt. Man schätzt das Alter desselben auf 400 Jahre.

Auch befand sich noch im Jahre 1841 in Hofe des Klosters St. Sabina in Rom ein Pomeranzenbaum, der nach der Überlieferung im Jahre 1200 von dem H. Dominicus gepflanzt war.

In der Gegend von Finale steht ein solcher Baum von 28 Fuß Höhe, der jährlich an 8000 Früchte gibt.

Viele Grüße

quellfelder

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

quellfelder hat geschrieben:Hallo,

zu den Pomeranzenbäumen scheibt Müller weiter:



Der Pomeranzenbaum in Versailles, bekannt unter dem Namen Grand Bourbon oder Franz I., war bereits 1523 wegen seiner Schönheit bekannt. Man schätzt das Alter desselben auf 400 Jahre.



Viele Grüße

quellfelder
Lebt der Pomeranzenbaum in Versailles noch ? Weiß das jemand ???
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Zu den Pinus.Arten schreibt Müller:

Nach einer Mitteilung Berthelots’s hat derselbe auf dem Gebirge von Beque, östlich von Courmayeur, an einem Pinus der einen ungewöhnlichen Umfang hatte Messungen vorgenommen. Dieser Baum wird von den dortigen Bewohnern Gemsenstall genannt, weil diese Tiere in demselben überwintern. Im Jahre 1832 hatte der Stamm 7, 62 Ellen Umfang.
Berthelot verglich diesen Baum mit einem andern, der umgehauen war, und bestimmte denselben als 1200 Jahre alt.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Noch etwas zur Linde in Polchow

In einem Artikel der Ostsee-Zeitung von A. Halama und G. Richardt in der Wochenendausgabe vom 8./9. April 2008 ist unter anderem zu lesen:

„In seinem Werk „Die Riesen der Pflanzenwelt“ schreibt Mielck 1863 von „beachtenswerten Linden“.

Die von Kirch Kogel war der Überlieferung nach schon im Dreißigjährigen Krieg so hohl, daß der Pastor nach Zerstörung der Kirche darin gepredigt und das Abendmahl darin ausgeteilt haben soll.

Von Zurow bei Wismar berichtete der Pfarrer, dass die Linde vermutlich so alt wie die Kirche sei.

Mielck erwähnt auch die Kirchhofslinde von Polchow (Kreis Güstrow), die schon damals mit 13 Metern Stammumfang und 18 Metern Höheals stärkster Baum Mecklenburgs galt.
In zahlreichen Büchern ist sie abgebildet.
Die Polchower Linde lebt noch. In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland" .zählt die Autorin Anette Lenzing diese Lindezu den wichtigsten Zeugen alter deutscher Gerichtsbarkeit.

Sie legt den Schluss nahe, dass diese etwa 1000 Jahre alte Linde (heutige Maße: 14,10 Meter Stammumfang und 25 Meter Höhe!) im Zusammenhang mit einer Fernstraße eine Rolle gespielt hat. Die einst sehr bedeutende „via regia" (Königsstraße) zwischen Lüchow (Niedersachsen) und Stettin verlief über eine Furt bei Wardow-Polchow; hier gab es auch eine taberna (Krug) und eine Schmiede.
Unweit von Polchow steht die Linde von Walkendorf, und auch in Petschow (Kreis Doberan) und Reinberg (Kreis Nordvorpommern) gibt es auf den Kirchhöfen noch stattliche Linden.
Auch Ballin (Kreis Mecklenburg-Strelitz) hat eine Kirchhofslinde. Der Rechtshistoriker Glöckler schreibt 1848, dass noch im 16. Jahrhundert auf dem platten Lande mecklenburgische Gerichte „by der Linden up dem Karkhove" abgehalten wurden, nachweislich im Land Stargard in mehreren Dörfern um das Jahr 1540. Der Huldigungsplatz im Lande Stargard lag am Kirchhof des Gutes Kölpin. Dort pflegte man unter der Linde am Kirchhof auch Musterung zu halten.
Ganz gleich, ob man den Baum mit dem lateinischen Namen Tilia als Dorf-, Kirchhofs- oder Gerichtslinde bezeichnet: Die Linde im Zentrum des Dorfes ist heute nicht nur in den meisten Fällen ein Naturdenkmal, sondern gehört auch zu den Rechtsaltertümern und damit zu den Kulturdenkmälern.

Viele Grüße

quellfelder

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

....und hier ist das Bild von der Linde in Alt Polchow
Gruss vom Baumlaeufer
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Linde Alt Polchow
Linde Alt Polchow
2009_0606 572heller klein.jpg (378.69 KiB) 1589 mal betrachtet
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo baumläufer,

das Rotjacken-Foto hast Du schon einmal eingestellt. Danke!
Schade, daß wir Nachträge, Fotos usw. nicht an der jeweiligen Stelle einfügen können. Aber vielleicht wird das ja noch was.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

für alle Freunde des Ginkgo-Baumes schreibt Müller:

Unter den Koniferen nimmt dieser Baum einen hervorragenden Platz ein. In Allem abweichend, wodurch sich die Koniferen äußerlich auszeichnen, bietet er durch die Form seiner Blätter und seine stattliche Entwicklung einen schönen Anblick dar.
Obgleich uns nicht bekannt, ob sehr alte Bäume existieren, so können wir doch von einigen, die außergewöhnliche Ausdehnung erhielten, berichten. Jacquin erzählt, daß er 1819 in England, namentlich in Kew, nur Exemplare von ungefähr 30 Jahren gefunden, den größten aber habe er 1788 im botanischen Garten zu Utrecht gesehen.
Im botanischen Garten zu Leyden befindet sich ein solcher Baum, welcher im Monat März v. J. gemessen worden und wie folgt sich verhält:

Die ganze Höhe ist 14, 70 Ellen
Umfang am Boden 2,65 Ellen
Also Durchmesser circa 0,09 Ellen
Umfang des Stammes 2 Elle höher 1,65 Ellen

Martins erwähnt zweier Ginkgos zu Montpellier, wovon der eine im botanischen Garten daselbst im Jahre 1795 durch Gouen gepflanzt wurde und 0,51 Ellen hoch war bei einem Umfange von 0,01 Ellen an der Basis. Derselbe Baum gemesssen durch Delille im Jahre 1835 war 17,55 Ellen hoch und hatte an der Wurzel einen Umfang von 1, 86 Ellen. Im Jahre 1853 wurde er wieder von Herrn Martins und Pares gemessen, welche folgende Resultate erhielten:
Die Höhe des ganzen Baumes 20,72 Ellen
Umfang des Stammes an der Basis 2,11 Ellen
Durchmesser 0,672 Ellen
Umfang in 1 Elle Höhe 1,82 Ellen
Ausbreitung der Äste 10, 50 Ellen
Höhe des ersten Astes 4,83 Ellen
Der Baum hatte also in 58 Jahren (1795 bis 1853) eine Höhe von fast 20 Ellen erreicht. Der Baum im botanischen Garten zu Leyden hat nur 14 Ellen und doch halte ich dafür, daß dieser letztere viel älter ist. Wahrscheinlich ist der Baum in Montpellier, als in einem mildern Klima, schneller gewachsen.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Zur Pappel schreibt Müller 1861:

Im Garten zu Dijon finden sich mehrere Exemplare dieses Baume, welche ein hohes Alter haben. Sie erreichen eine Höhe von 70 Ellen.
Auf dem Gute des Baron von Knobelsdorff in der Provinz Oberyssel befindet sich ebenfalls ein sehr alter Populus, der schon im Jahre 1702 als ein hohler alter Baum berühmt war. Er hat an der Basis 32 Fuß im Umfange, und der Bürgermeister zu Wijhe erzählt, daß schon im Jahre 1812 vierzehn französische Soldaten darin einquartiert gewesen seien.
Nach der Magdeburger Zeitung soll in Nordhausen bei der Beltz’schen Oelmühle unter dem Hammerrasen ein Riese von Populus stehen. Derselbe hat unten an der Erde nicht weniger als 27 Fuß 6 Zoll im Umfang, 3 Fuß über der Erde 22 Fuß 6 Zoll.
Bei 22 Fuß Höhe hat der Schaft noch 20 Fuß 8 Zoll Umfang, dort verzweigt er sich in 6 Äste, von denen der stärkste 8 Fuß 9 Zoll, der schwächste 6 Fuß im Umfange hat. Die Höhe des Baumes beträgt 120 Fuß.

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

hier noch zwei aktuelle Bilder von der stärksten Schwarzpappel auf Rügen.
Sie soll einen Stammumfang von 8 Metern haben.

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Müller schreibt zum Rosenbaum in Hildesheim:

Der sogenannte tausendjährige Rosenbaum bei der Grabkapelle der Domkirche in Hildesheim hat in Deutschland eine besondere Berühmtheit erlangt.
Nach dem Berichte von A. von Humboldt an Römer hat der Wurzelstamm allein ein achthundertjähriges Alter.
Nah Urkunden soll der Rosenbaum in Verbindung mit einem Gelübde des Stifters der Kirche durch Ludwig den Frommen stehen. Es heißt nämlich darin: daß als Bischof Hezilo den damals abgebrannten Dom wieder aufgebaut, er die Wurzeln des Rosenbaums mit einem noch vorhandenen Gewölbe umringthabe und auf diesem Gewölbe die Grabkapelle (im Jahre 1061 wiederum eingeweiht) erbaute und an der Mauer derselben den Rosenbaum ausgebreitet habe.
Der jetzt lebende nur zwei Zoll dicke Stamm ist 25 Paris. Fuß hoch und ungefähr 30 Paris. Fuß an der Mauer der östlichen Grabkapelle ausgebreitet.

Viele Grüße

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

hätte noch ein Winterfoto von der Schwarzpappel in Sagard nachzureichen....

und geschrieben habe ich dazu als mein Baum des Monats März 2012 :

hier

Baumlaeufer
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2011-MVP-Sagard-1.jpg
2011-MVP-Sagard-1.jpg (111.12 KiB) 1461 mal betrachtet
Zuletzt geändert von baumlaeufer am 21 Jul 2013, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo baumläufer,

schün, daß Du ein Foto eingestellt hast. Der angegebene Link funktioniert zur Zeit nicht, doch ich werde es später noch einmal versuchen.
Bei den Geschichten... habe ich vor, als nächstes die Zeder folgen zu lassen. Wäre sehr nett von Dir, wenn Du zur Auflockerung ein schönes Bild dazu einstellen könntest.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo Baumfreunde,

hier werde ich ab sofort keinen Beitrag mehr einstellen.
Ich fahre damit unter Sagenhaftes, Baumgeschichten und Symbolik fort.
Berührungspunke gibt es so viele, sodaß es Sinn macht, alle Beiträge unter einem Dach zu führen.

Viele Grüße

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biloba
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Beitrag von biloba »

quellfelder hat geschrieben:schün, daß Du ein Foto eingestellt hast. Der angegebene Link funktioniert zur Zeit nicht, doch ich werde es später noch einmal versuchen.
Probiere es jetzt mal. Gerade hat es funktioniert.


Grüße!

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ja, danke, wunderbar! Schön, daß Du mich erinnert hast.

Viele Grüße

quellfelder

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