Baumlegenden

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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich habe hier noch eine allgemeine Geschichte, die zum Thema "Tag des Baumes" geschrieben wurde:

http://baum-des-jahres.de/index.php?id=7&L=0

Wunschbaum:
Es gibt auch Baumfreunde, die sprechen mit einem Baum, vertrauen ihm ihre Gedanken oder ihre Wünsche an. In vielen Ländern der Welt ist der Brauch verbreitet, in so einen „Wunschbaum“ einen Zettel oder ein Stofffähnchen zu hängen und so einen Wunsch zu markieren. Später – je nach Erfolg – besuchen Sie dann wieder Ihren Wunschbaum, bedanken sich und nehmen ihre Markierung wieder mit.
unautorisierte Ergänzung: Oder sie hacken den Baum um. :twisted:

Viele Grüße

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

quellfelder hat geschrieben:
Ebel gab im Jahre 1798 seinen Ümfang zu 51 Fuß an. Nimmt man nun an, daß dieser Baum im Jahre 1424 100 Jahre alt sein konnte, so würde derselbe jetzt fast 500 Jahre erreicht haben.

Viele Grüße

quellfelder
Hat mich interessiert, der Trunser Ahorn. Hab beim Googeln etwas sehr interessantes, wenn auch sehr langes PDF Dokument zum Thema Ahorn gefunden. Eine Zeichnung des Trunser Baumes auf Seite 10 dort

Baumlaeufer
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo baumläufer,

eine sehr interessante und schöne Abhandlung ist es da. Bei den letzten Seiten streikt mein Computer. Werde trotzdem versuchen, die Datei zu speichen. Ich habe auch ein Bild, kann die Ansichtskarte aber im Moment nicht finden. Das kommt davon, wenn man Ordnung hat!

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Über die Linden führt 1861 Müller aus:

Die Lindenbäume sind wohl die,welche unter den europäischen Bäumen den größten Umfang erhalten.

Moquin-Tandon erwähnt einer Linde der Stadt Freyburg in der Schweiz, welche 1476 zur Erinnerung an die Schlacht von Murten gepflanzt wurde. Im Jahre 1831 hatte dieser Baum einen Umfang von 4, 46 Ellen. Man sah denselben noch im Jahre 1837, als er 361 Jahre alt war.

Nicht weit von Freyburg im Dorfe Villars-en-Moing steht eine Linde, welche viel älter und größer ist, als die vorgenannte. Nach de Circourt hatte sie im Jahre 1831 eine Höhe von 70 Fuß, und 4 Fuß, über der Basis einen Umfang von 36 Fuß. In der Höhe von 6 Fuß teilt sie sich in zwei schwere Massen, welche sich wieder vielfach verzweigen. Der Überlieferung zufolge war dieselbe bereits im Jahre 1476 wegen ihres Alters und ihrer Größe berühmt und in demselben Jahre wurde sie durch die Lohgerber der Rinde beraubt und dadurch verstümmelt.
Von da an müssen die beiden schweren Arme zur Entwicklung gekommen sein. Nimmt man nun an, daß dieser Baum in seinem Wachstum gleichen Schritt mit dem zu Freyburg hielt, dann muß er im Jahre 1476 bereits 875 Jahre alt gewesen sein und wäre sein Alter jetzt 12 1/2 Jahrhundert.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Weiter fährt dann Müller über eine Linde fort:

Ein drittes Exemplar solchen Baumes befindet sich zu Neustadt im Königreich Würtemberg. Jules Thembley hat ihn im Jahre 1831 gemessen. Es ist eine Tilia macrophylla und muß schon im Jahre 1229 einen sehr großen Umfang gehabt haben, denn Dokumenten zufolge wurde die zerstörte alte Stadt Helmbundt bei diesem Baume wieder neu erbaut. Die Zerstörung fand im Jahre 1226 statt und wurde die neue Stadt nach den Berichten von Evelyn, Neustadt bei der großen Linde genannt.
In einem alten Gedichte von 1408 heißt es: Vor dem Tore eine Linde staht, die 67 Säulen hat.
Die Zahl dieser steinernen Säulen, welche man zur Unterstützung der Zweige angebracht hatte, betrug im Jahre 1664 bereits 82 und im Jahre 1832 schon 106. Nach Evelyn tragen diese Säulen Inschriften vom Jahre 1550, sowie vom Jahre 1558 das Wappen des Herzogs Christoph von Würtemberg. Andere Inschriften sind z. B. vom Markgraf Friedrich von Brandenburg vom Jahre 1562, vom Grafen Ernst von Henneberg 1583; vom Abt von Schönthal 1584 usw. Im Gipfel ist der Baum in zwei schwere Äste geteilt, von denen der eine 106 Fuß lang ist; der andere, welcher nicht so lang war, wurde im Jahre 1773 durch Sturm gebrochen. Evelyn berichtet, daß der Stamm im Jahre 1664 einen Umfang von 37 Fuß 4 Zoll gehabt; Jules Thembley fand im Jahre 1831 6 Fuß über der Basis denselben 37 Fuß 6 Zoll stark, woraus hervorgeht, daß der Baum in der geraumen Zeit sehr wenig zugenommen.
Man schätzt das Alter desselben auf 700 – 800 Jahre.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Im Jahre 723 fällt Bonifatius, der als Missionsbischof Hessen bereist,
in Geismar beim heutigen Fritzlar eine Eiche, die Donar geweiht ist.
Zuerst verwünscht ihn die große Menge der Heiden als einen Feind ihrer Götter.
Als jedoch der Baum fällt, ohne daß Donar Bonifatius bestraft, preisen die Heiden Christus und geloben, fortan nur an ihn zu glauben.
Bonifatius gründet das Kloster Fritzlar, und der Legende nach wird die Kirche mit dem Holz der Donar-Eiche gebaut.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Müller fährt weiter fort:

Noch merkwürdigere Beispiele liefer Cupressus (Taxodium) disticha. Es sind besonders die Cypressen von Oaxaca. Die Mitteilung darüber verdanken wir dem Magazine of Natural History, welches wie folgt darüber berichtet:

Der nordamerikanische Minister-Präsident Poinsett hatte im Jahre 1827 an die philosophische Gesellschaft in Philadelphia ein Seil gesandt, welches er als das Maß einer Cypresse aus der Gegend von Oaxaca angab.
Die außergewöhnliche Länge dieses Seiles gab indessen Veranlassung an der genauen Messung zu zweifeln, und wurde der Bibliothekar der Gesellschaft beauftragt, Herrn Poinsett um nähere Aufklärung zu bitten.

Als Antwort erfolgte nachstehendes Schreiben:

Da Sie an der ungemeinen Dicke der Cypresse zu zweifeln scheinen, so schrieb ich darüber an einen Engländer, der kürzlich von Oaxaca zurückgekommen ist und schließe die Antwort hier bei:

Mexico, den 5.Sept. 1829
In Foge Ihres Schreibens teile ich Ihnen mit, was ich an dem großen Cupressus von Oaxaca bemerkt habe und was schon so viele Reisende In Verwunderung gesetzt hat.
Dieser merkwürdige Baum steht auf dem Kirchhof von Santa Maria de Tesla, ungefähr 6 englische Meilen von Oaxaca am Wege nach Guatimala über Tehuantepec. Rund um die Kirche stehen noch sechs alte Cypressen, welche in ihrer Dicke den alten Cypressen von Chapultepec oder Xniequelpan im Staate von Mexico gleichen. Der größte Baum, von welchem wir reden, steht innerhalb der Mauer, welche die Kirche zu unserer lieben Frau umgibt, und wird wegen seiner Dicke von allen Reisenden bewundert. Die Einwohner nennen ihn Sabino. Im Monat Mai dieses Jahres habe ich im Schatten dieses Baumes geruht und mit dem Lassomeines Pferdes den Umfang desselben gemessen.
Fünf mal legte ich den Lasso in seiner ganzen Länge an und es blieb noch eine halbe Vara zu messen übrig. In Oaxaca angekommen fand ich meinen Lasso 9 Varas lang, was einem Umfange von 117 französischen Fußen gleicht. Der größte Baum bei Chapultepec hat ungefähr 43 französische Fuß im Umfange und die übrigen Cypressen von St. Maria bei Oaxaca sind beinahe eben so dick. Die Höhe des größten Baumes schätze ich auf ungefähr 120 englische Fuß. Die Krone desselben ist nicht sehr groß, ja sie ist kleiner als bei den anderen Bäumen. Dennoch wächst er immer fort und ist noch kein abgestorbener Zweig daran zu entdecken. …

Cortez erwähnt in seiner Geschichte von Oaxaca dieses Baumes als eines der größten Wunder, da er mit seinem ganzen Lager unter dem Schatten dieses Baumes geruht habe.

So ungemein dick dieser Baum ist, so müssen doch nach vollkommen glaubwürdigen Berichten an dem Wege von Guatimala bei der alten Stadt Palanque, die jetzt aus Schutthaufen besteht, Cypressen stehen, die eben so dick, wenn nicht noch viel dicker sind.

Richard Eater

De Candolle hat, nachdem er alles Bekannte über Taxodium mit einander verglichen, das Alter dieses Baumes auf 4000 Jahre festgestellt, obgleich er wahrscheinlich viel älter ist.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Müller schreibt weiter:

Unter den Zedern haben unstreitig die des Libanon die meiste Berühmtheit erlangt.
Die Bäume wurden bereits im Jahre 1574 durch Rauwolf und im Jahre 1787 durch Labillardiere gemessen. Der erstere gibt an, daß sie damals einen Umfang von 12 Yards und 6 Zoll hatten. De Candolle hat nach Zedern, welche in Europa einen gewissen Umfang erhielten und deren Alter man kannte, das Alter der Zedern des Libanon bestimmt. Demzufolge ist das Alter zu der Zeit, wo Rauwolf sie gemessen, 600 Jahre gewesen und zur Zeit Labillardieres 800 Jahre. Seit der Zeit sind die Zedern des Libanon umgeworfen und befinden sich nur junge Bäume daselbst.
Das Zedernholz hat besonders seine Berühmtheit durch den Glauben erhalten, daß es beim Tempelbau in Jerusalem gebrauht worden sei. Durch Untersuchungen namentlich bei Ausgrabungen zu Ninive ist es bewiesen, daß dieses gebrauchte Holz von einem Taxus abstammt und wahrscheinlich der Name Zedernholz ein Collectivname für verschiedene Holzarten war.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

übrigens sah ich in der Reihe "Schlösserwelten Europas" in der englischen und italienischen Folge auf ARTE Zedern, die einfach großartig waren. Besonders in der gestrigen, also in der italienischen Folge, war ein äußerst prächtiges Exemlar zu sehen. Auf einem Hügel anläßlich einer Hochzeit im Mittelalter gepflanzt, überstrahlt der mächtige Baum die ganze Landschaft.
Welch ein Anblick!

Viele Grüße

quellfelder

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

....auch in Deutschland gibt`s prächtige Zedern, z. B in Bad Homburg. Die Geschichte dazu:

1822 wurden vor dem Königsflügel im Schloss Bad Homburg zwei Libanonzedern gepflanzt. Sie waren ein Geschenk des Duke of Cambridge anlässlich der Hochzeit seiner Schwester mit Landgraf Friederich VI. Joseph im Jahr 1818. Von den ursprünglich verschenkten 16 Zedernpflänzchen überlebten nur die beiden, alle anderen erfroren.

mehr hier auf meiner Homepage

und das Foto möchte ich Euch nicht vorenthalten
Gruesse vom Baumlaeufer

Nachtrag: oder die hier in Südengland vor Rompton Hall ! die Groeße lässt sich erahnen
Dateianhänge
2008_hessenHomburgZeder1.jpg
2008_hessenHomburgZeder1.jpg (121.26 KiB) 2523 mal betrachtet
Größenänderung2009_0913 160fertig_filtered.jpg
Größenänderung2009_0913 160fertig_filtered.jpg (77.9 KiB) 2521 mal betrachtet
2009_Rompton-HallZeder.jpg
2009_Rompton-HallZeder.jpg (37.31 KiB) 2521 mal betrachtet
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Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Und dann war da noch die Legende von einem Internetuser, der beim Anblick des Fotos einer Zeder in England aufgehört hat zu atmen.....

Grandios !

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

hoffentlich hat das der Armin überlebt.
Aber er hat recht. Atemberaubend!!!
Danke für die herrlichen Bilder!
Eine schöne Erinnerung, denn ich war auch schon Mal in Homburg, habe den Baum auch gesehen, aber ich hatte andere Dinge im Kopf und fotografierte noch analog; da mußte man sparen.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

Weiter teilt Müller zu den Zedern mit:

Nach Mitteilungen Hunters wurde am 1. Januar 1779 zu Hendon-Place bei London durch einen Orkan eine Zeder umgeworfen, welche von der Königin Elisabeth gepflanzt und ungefähr 200 Jahre alt war.
Sie hatte einen Umfang von 16 englischen Fußen in Mannshöhe.

Viele Grüße

quellfelder

jantrautner
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Beitrag von jantrautner »

Wo wir schon bei England sind bzw. dieser Doku, die ich derzeit ebenfalls ansehe: Wie kommt es dass Rhododendren in Südengland eine derartige Grösse und Pracht entfalten? Ist der Boden dort von Haus aus kalkfrei?? Man wird ja kaum vor 300 Jahren jeweils 20 Meter breite Pflanzlöcher mit Spezialerde angelegt haben... und in vielen Landstrichen sind diese Gewächse ja bereits so stark verwildert, dass sie bekämpft werden müssen wie hierzulande Springkraut und Japan-Knöterich.

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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Das ist nicht überraschend. Dort herrscht ein mildes Klima und alte Pflanzen erreichen Größen wie am Naturstandort. Es ist nur so, dass in D die Pflanzen deutlich kleiner bleiben und langsamer wachsen als normal. Deshalb staunen wir über die Größen. Ist bei anderen Gehölzen auch so.

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