neues über den Ginkgobaum

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

Antworten
chriss
Beiträge: 135
Registriert: 10 Nov 2006, 21:17
Wohnort: Gelsenkirchen

neues über den Ginkgobaum

Beitrag von chriss »

:) Hallo mal wieder
habe heute im TV einen Bericht über den Ginkgobaum gesehen. :lol: :lol:
Die eigentliche Frucht ist der Kern , der eine Nuss ist und die in Japan roh oder geröstet gegessen wird. Ich dachte das würde euch interessieren. :)
Einen schönen Abend wünscht euch
chriss :) :) :)

Benutzeravatar
stefan
Moderator
Beiträge: 6100
Registriert: 08 Okt 2006, 19:44
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Beitrag von stefan »

Hallo Chriss,
auf die Gefahr hin, daß ich kleinkariert oder rechthaberisch wirke - dieser Fernsehbericht hat leider teilweise unrecht.
Die Fruchtmorphologie beim Ginkgo ist noch komplizierter!
Im botanisch-strengen Sinne hat der Ginkgo keine Früchte, da er zu den Nacktsamern gehört. Diese (z.B. alle Nadelbäume) besitzen keinen geschlossenen Fruchtknoten mit darin eingebetteten Samenanlagen, der sich zur Frucht weiterentwickelt, sondern offene Samenanlagen (die natürlich auch nicht völlig ungeschützt sind) - der Zapfen eines Nadelbaumes ist keine "Frucht".
Insofern hat der Ginkgo weder eine Steinfrucht (sieht aber so aus wie eine Mirabelle) noch eine Nuß, sondern nur einen Samen mit unterschiedlich aufgebauten Samenschalen.
Da die Profis das besser können, ein Zitat:
"Ginkgo biloba

G. biloba ist ein Relikt einer vor etwa 180 Millionen Jahren weit verbreiteten Pflanzengruppe.

Innerhalb der Nacktsamer (= Gymnospermen) nimmt der Ginkgo eine Sonderstellung ein: Er besitzt keine Nadeln, sondern parallel- und gabelnervige Blätter, die Samenanlagen sind von einer Hülle umgeben, und es treten bei der Befruchtung begeißelte Spermatozoide auf, wie sie bei den Höheren Pflanzen ansonsten nur noch bei den Palmfarnen (Cycadeen) zu finden sind.

Die "Früchte", es handelt sich aber in Wirklichkeit um die Samen, erinnern an Mirabellen, die mit einem silbrigen Wachsüberzug versehen sind. Die die Samenanlagen umhüllenden Schichten sind in eine weiche harzig-fleischige äußere Sarcotesta und eine holzige innere Sclerotesta umgewandelt. Sie umgeben einen circa 2 Zentimeter langen, dreikantigen Steinkern, der die Samenanlage umhüllt. Die Sarcotesta enthält reichlich Buttersäure und stinkt dementsprechend. Die Samenanlagen lassen sich aus dem Steinkern entfernen und sind geröstet in Ost-Asien eine Delikatesse, ähnlich wie bei uns Pistazien."
(Quelle http://botgart.uni-bonn.de/o_frei/arb/a26.html)
Gruß, Stefan

Costa
Beiträge: 195
Registriert: 05 Jun 2006, 21:09
Wohnort: Hessisch Oldendorf

Beitrag von Costa »

Hi!

Bei ebay wollte ich mir schon länger ein fossiles Ginkgobaumstück, für meine Vitrine kaufen.
Gibt es dort auch Fälschungen?
Hat jemand so ein "Teil" ?

braver
Beiträge: 22
Registriert: 10 Dez 2006, 21:08
Wohnort: Schweiz

Beitrag von braver »

Ich finde alles witzig an dem baum sogar das er den falschen namen trägt. :lol:
Sei in deinem tun ein Gott.

chriss
Beiträge: 135
Registriert: 10 Nov 2006, 21:17
Wohnort: Gelsenkirchen

Beitrag von chriss »

Hallo und guten Abend Stefan :)
ist ja toll was man hier alles lernt.
Vielleicht habe ich den TV Bericht ja auch falsch
verstanden. :( Die sehr nette Japanerin hat einige Kostbarkeiten aus ihrem Garten vorgestellt. Das die
" Ginkgofrucht ein Samen ist " hat sie vielleicht auch gewußt und nur gemeint das man sie wie eine Nuss essen kann.
Ich finde das auch gar nicht kleinkariert wenn man berichtigt wird.Danke auch für den Link nach Bonn.
:) mfg chriss
was meint den braver mit dem falschen Namen :?: :?: :?:

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo chriss,

ich denke , er meint, dass Ginkgo heute ja nicht mehr zu den Coniferen ( nacktsamigen Gymnospermen ) gezählt wird. Durch seine spezielle Befruchtung ist er eher mit den Palmfarnen bzw. Farnen verwandt. Er wurde sdeshalb in die eigene Ordung Ginkgoales gestellt, deren einziger lebender Vertreter er nun ist.

Am Namen Ginkgo biloba kann m.E. nichts falsch sein. Biloba=Zweilappig s. Blatt. Ginkgo wahrscheinlich aus dem Chinesischen Ya Chio ( Entenfuß , s. Blatt )
und Yin Hsing ( Silberaprikose) , ein Gemisch Yin Chio klingt wahrscheinlich recht ähnlich.

Das meine Idee zu deiner Frage

Viele Grüße

Wolfgang

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

Hallo Stefan,
stefan hat geschrieben:auf die Gefahr hin, daß ich kleinkariert oder rechthaberisch wirke - dieser Fernsehbericht hat leider teilweise unrecht.
Die Fruchtmorphologie beim Ginkgo ist noch komplizierter!
ich finde es überhaupt nicht kleinkariert, wenn du hier die wahren wissenschaftlichen Zusammenhänge aufzeigst, denn hier liest ein anderes Publikum, als das Fernsehpublikum.

Der Inhalt des Fernsehberichtes hat ebenfalls seine Berechtigung. Er wurde für das durchschnittliche Fernsehpublikum gesendet. Da ist die Verwendung des Begriffes "Früchte" sicherlich geeigneter, als von "Samenanlagen", "Sarcotesta" und "Sclerotesta" zu sprechen, während diese Begriffe hier in diesem Forum ganz gut aufgehoben sind.

Wenn ich hin und wieder jemandem erzähle, dass man sich besser keine weibliche Ginkgo in den Garten pflanzen soll, so begründe ich es in der Regel auch mit stinkenden "Früchten".

In diesem Sinne: Weiter so!

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Ich möchte biloba hier noch einmal ausdrücklich unterstützen. Ich bin der gleichen Meinung, also weiter so Stephan, es ist doch toll, dass sich durch die Vielfalt hier jeder die Informationen heraussuchen kann, die seine Fragen beantworten.

Wolfgang

braver
Beiträge: 22
Registriert: 10 Dez 2006, 21:08
Wohnort: Schweiz

Beitrag von braver »

tja ich halte mich meist kurz bei meinen postes, sorry, dehalb erkläre ich was ich mit dem falschen namen auf sich hat

Als erster Europäer entdeckte der deutsche Arzt und Botaniker Engelbert Kaempfer den Baum im Jahr 1690 während einer Pflanzenexpedition in Japan. Er beschrieb ihn erstmals wissenschaftlich im Jahre 1712, wobei er den chinesischen Namen Ginkyo verwendete, und irrtümlichweise in seiner Schreibweise das "y" durch ein "g" ersetzte. Carl von Linné übernahm Kaempfers Namensgebung Ginkgo in die botanische Nomenklatur, weshalb diese Schreibweise seitdem als verbindlich gilt.

Tja das Rechtschreiben konnte auch Kaempfer nicht und ich noch weniger. :)

PS: Ach ja braver ist eine SIE :x :D
Sei in deinem tun ein Gott.

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Entschuldige, braver klang für mich irgendwie so männlich :wink:

Viele Grüße

Wolfgang

Mark
Beiträge: 35
Registriert: 03 Jul 2006, 15:14
Wohnort: Bielefeld

Beitrag von Mark »

braver hat geschrieben:
PS: Ach ja braver ist eine SIE :x :D
Dann "emanzipiere" doch mal deine Signatur... :wink:
Nicht bös`sein. :roll:

braver
Beiträge: 22
Registriert: 10 Dez 2006, 21:08
Wohnort: Schweiz

Beitrag von braver »

Ich finde die Signatur witzig darf man auch nicht ernst nehmen. Ich behalte sie bei. :D Desübrigen es gibt auch weibliche Göttinen und ich bin zu wenig feministisch um alles in die gewünschte weibliche Form zusetzen. 8)
Sei in deinem tun ein Gott.

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

braver hat geschrieben:um alles in die gewünschte weibliche Form zusetzen. 8)
Lieber nicht! Richtig wäre eine neutrale Signatur.

Sei in deinem tun eine Göttin bzw. ein Gott.


Wen das näher interessiert: Es gibt neuerdings eine Bibelübersetzung in gerechter Sprache. Da ist von 'Hirten und Hirtinnen' oder 'Apostel und Apostelin' die Rede.

Und hat Gott überhaupt ein Geschlecht?

braver
Beiträge: 22
Registriert: 10 Dez 2006, 21:08
Wohnort: Schweiz

Beitrag von braver »

das wissen nur die Götter bzw Göttinen :D
Sei in deinem tun ein Gott.

Antworten