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Verfasst: 17 Okt 2013, 20:19
von Mostviertler
Der Halimasch ist übrigens ein durchaus schmackhafter Speisepilz für Soßen, man darf allerdings nicht überrascht sein, wenn die Pilze beim Kochen schwarz werden.

Hannes

P.S.: Dein Thema gefällt mir gut, bitte weitermachen :wink:

Verfasst: 17 Okt 2013, 23:57
von bee
Inhaltsverzeichnis zum Thread

Hallo Quellfelder,

zu dem weißen "Phantom" ist mir noch etwas eingefallen (bzw. bin da "vorbeigeblättert").
Wenn der Pilz nicht winzig klein war und auch nicht super weich, dann spricht doch einiges für die Gattung Pleurotus (Seitlinge). Man sieht ja durch das Loch deutliche Lamellen, allerdings kann man den Ansatz nicht beurteilen.

Weiß und meist einzeln (oder zu wenigen), im Gegensatz zum z.B. Austernseitling wäre Pleurotus dryinus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Seitlinge
http://de.wikipedia.org/wiki/Berindeter_Seitling
http://www.natur-in-nrw.de/HTML/Pilze/P ... /PP-9.html

Ist aber nur so eine Idee, kenne ich selbst noch nicht.

Zum Hallimasch, wenn man es genauer wissen wollte, müsste man sich den Stiel, die Lamellen und den Ring anschauen.
Armillaria mellea ist deutlich heller, Lamellen bleiben lange relativ hell, am Ring ist nur leicht gelbliche Farbe zu erkennen.
Armillaria ostoyae, der werden die Lamellen dunkler, am Ring unten drunter ist auch immer etwas dunkle Färbung.
Dann gibt es noch Armillaria gallica (nicht so büscheling), der Ring ist wenig ausgeprägt, der Stiel unten deutlich verdickt.

Die sehe ich gerade auch alle wieder, im letzten Jahr hatte ich die im Pilzforum angefragt.
Von der letzten Art hatte ich noch nie gehört, ist auch in meinem beiden "dicken" Büchern nicht enthalten.

http://www.pilzforum.eu/board/thema-arm ... -mellea-ja
http://www.pilzforum.eu/board/thema-arm ... ostoyae-ja
http://www.pilzforum.eu/board/thema-pho ... ia-gallica

Verfasst: 18 Okt 2013, 14:42
von quellfelder
Hallo,

bin noch einmal bei den Pilzen gewesen; hier ein paar genauere Bilder.

Viele Grüße

quellfelder

Verfasst: 18 Okt 2013, 19:03
von bee
Hallo Quellfelder,
das ist man mit ziemlicher Sicherheit der dunkle oder "gemeine" Hallimasch, Armillaria ostoyae.
Jetzt habe ich gerade mal bei Wiki geschaut, und schon wieder eine Namensänderung, die ich nicht mitbekommen habe.
Jetzt heißt er: Armillaria solidipes
http://de.wikipedia.org/wiki/Dunkler_Hallimasch
Hier ist auch der Nameswirrwarr erklärt:
http://en.wikipedia.org/wiki/Armillaria_solidipes

Verfasst: 19 Okt 2013, 18:02
von AndreasG.
Da Pilze ein schwieriges Metier sind, das ist auch ein Hallimasch, oder?

Falls ja, muss ich mir Sorgen um meine Obstbäume machen, die in der Nähe stehen?
Das ist ein Stubben von einem Birnbaum, an dem der Pilz zugange ist.
Kann ich die Fruchtkörper, also die sichtbaren Pilze, eigentlich auf andere Baumstubben legen und hoffen, dass die dort aussporen und der daraus entstehende Pilz dann die Stubben zersetzt? Ich habe reichlich frische und auch ältere Stubben von überwiegend Nadelbäumen im Garten.

Verfasst: 20 Okt 2013, 00:08
von biloba
Das ist ein Hallimasch! Wünsche Dir einen Guten Appetit! (Aber nicht roh verzehren!)


Grüße!

Verfasst: 20 Okt 2013, 10:34
von AndreasG.
Alles klar. Sollte man eigentlich kennen, denke ich mal. Aber von Pilzen verstehe ich noch weniger als von Bäumen, :roll: weshalb ich lieber erst mal nachfrage. Hallimasch habe ich noch nie gegessen. Die muss man vorher abkochen und dann erst braten, oder?
Jedenfalls weiß ich nun, was es heute zu Mittag gibt.

Verfasst: 20 Okt 2013, 17:21
von biloba
Halimasch ist ein Pilz mit recht wenig Eigengeschmack. Am besten schmeckt eine Mahlzeit, wenn darin noch einige andere Pilze sind, die für den Geschmack zuständig sind. Maronenröhrlinge, Pfifferlinge, Steinpilze. Der Halimasch liefert dann die Masse, so dass man eher satt wird.


Grüße!

P.S.
Im Übrigen weise ich in aller Deutlichkeit darauf hin, dass meine Äußerungen hier im Forum keinesfalls als Pilzberatung, sondern ausschließlich als freie Meinungsäußerung nach Artikel 5 Grundgesetz aufzufassen sind. Es versteht sich von selbst, dass ich für dieses Geschreibsel hier keinerlei Verantwortung übernehme.

Verfasst: 20 Okt 2013, 17:45
von LCV
Ist nicht die größte Pflanze der Welt auch ein Hallimasch? Habe mal irgendwann etwas im TV gesehen. In Nordamerika gibt es ein Mycel mit
kilometerweiter Ausdehnung.

Bei Pilzen macht man besser keine Experimente. Ich mag am liebsten Pfifferlinge, die man kaum verwechseln kann. Außerdem selten von Maden oder Schnecken befallen. Steinpilze sind auch toll, aber leider oft wurmstichig. Und alles andere ist mir zu schleimig. Dann lieber Austernpilze oder braune Egerlinge (nicht mit Engerlingen verwechseln) aus der Zucht.

Gruß Frank

Verfasst: 20 Okt 2013, 18:08
von AndreasG.
Irgendwo habe ich in einem Rezept gelesen, dass man den Hallimasch erst abkochen muss, um die darin enthaltenen Giftstoffe zu neutralisieren.
Dann kann man ihn verwenden. Dabei gehen aber die wenigen Geschmacksstoffe flöten und der Pilz schmeckt anschließend nach nichts.

Reicht es u.U. aus, den nur ausreichend zu erhitzen (braten), sonst schmeckt er wirklich nicht besonders. Mein Exemplar im Garten liefert bestimmt noch mal Nachschub.

Und noch mal die Frage, muss ich mir Sorgen um meine Obstbäume machen, wenn in der Nachbarschaft ein Hallimasch sein Unwesen treibt? Wobei er derzeit erst mal einen alten Baumstubben zersetzt, was er ja soll. Aber wenn er plötzlich Appetit auf lebenden Apfel- oder Pflaumenbaum bekommt, was dann?

Verfasst: 20 Okt 2013, 18:45
von quellfelder
Hallo Andreas,

solange Du die Bäume nicht selbst in Stubben verwandelst, denke ich, passiert da nichts. Habe den bisher nur an Stubben gesehen.

Viele Grüße

quellfelder

Verfasst: 20 Okt 2013, 20:10
von AndreasG.
quellfelder hat geschrieben: solange Du die Bäume nicht selbst in Stubben verwandelst,
Das habe ich nicht vor. Die Pflaumen sind super. Nur beim Apfelbaum weiß ich nicht so recht. Dieses Jahr hat er nix getragen, nur winzig kleine Äpfel und auch nur ganz wenige. Hab aber bereits genug im Garten gewütet. Da gibt es reichlich Baumstümpfe als Futter für den Pilz. Das Zersetzen würde ich gerne beschleunigen. Kann ich Baumstubben mit dem Hallimasch infizieren, entweder bisschen Myzel freilegen und umsiedeln oder über Sporen?

Verfasst: 20 Okt 2013, 23:19
von bee
Hallo,
zum Hallimasch, gegessen habe ich den auch noch nicht - "macht mich nicht an" - die Vorstellung, erst abkochen, dann braten ... außerdem, wie der sich so schnell verändert und nur noch grau-braun-schwarze Gestalten am Baumstumpf/ Baum stehen.
(edit: es gibt auch Rezepte mit nur kurz abkochen oder nur ausreichend lange Erhitzen/ Braten)

Ich habe bei uns im Wald durchaus Hallimasch am lebenden Objekt gesehen (Buche und Tanne), meist aber auf Totholz.

Der Pilz ist aber wohl keine Gefahr für gesunde Bäume, sondern befällt nur geschwächte Exemplare.
Mit dem Animpfen, ich weiß nicht, probier es einfach mal , den Pilz aussporen zu lassen auf dem Substrat.
In meiner Nachbarschaft steht im Garten ein Tsuga-Stumpf, da haben es die Pilze auch von ganz allein geschafft, dort hinzukommen.

Das Mycel ist wirklich bemerkenswert, hier das soll vom Hallimasch sein, hat man mir gesagt.
Rhizomorphe von Armillaria01a_Auf Buche.jpg
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Rhizomorphe von Armillaria01b_Auf Buche.jpg
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Rhizomorphe von Armillaria02a_Vermutlich Bergahorn.jpg
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Rhizomorphe von Armillaria02b.jpg
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Verfasst: 21 Okt 2013, 09:31
von AndreasG.
Schöne Aufnahmen. Das Hallimasch-Myzel soll angeblich nachts leuchten. Da muss du wohl mal hingehen, wenn es dunkel ist, und Fotos machen.

Irgendein Pilz wird sich sicher auf meinen Baumstümpfen ansiedeln. Die Schnittfläche ist groß genug, und damit es schneller geht, habe ich noch Löcher reingebohrt. Ich will es nur beschleunigen, denn zwei/drei Jahre stören die Stubben doch sehr. Auf jedem Baumstumpf liegt bereits ein angerottetes Stück Holz und ich hoffe, dass da was überspringt.
Ein paar der gebohrten Löcher werden aktuell von irgendwelchen Wildbienen als Brutraum genutzt. Die waren, nachdem ich sie gebohrt hatte, recht schnell wieder verschlossen.

Verfasst: 21 Okt 2013, 14:31
von quellfelder
Hallo,

in der Zwischenzeit haben sich noch andere Interessenten dazugesellt.

Viele Grüße

quellfelder