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Verfasst: 08 Mai 2015, 02:46
von Andreas75
Hallo zusammen!

Hier vier neue Funde :).

No. 1, gefunden am vergangenen Montag, ein Bergahorn, der schon von weitem aus dem Heer seiner normalen Geschwister im Erdstreifen unter einem städtischen Maschendrahtzaun heraus leuchtete. Dürfte mal ganz interessant werden, vorausgesetzt er überlebt das Keimlingsstadium mit seinem bisschen Chlorophyll.

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No. 2, nur wenige Minuten nach dem Bergahorn gefunden, ein Spitzahornsämling aus einem bunten Misch- Schwarm aus rot- bis grünlaubigen Keimlingen. Mal sehen, ob sein Laub so bleibt, das dann ähnlich wäre wie einige Buchensorten (bitte über den erdigen Gärtnerfinger hinweg sehen ^^).

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No. 3, gefunden eigentlich schon im letzten Dezember, eine kleine zweijährige Rotfichte. Sie leuchtete mit ihren gelben Nadeln zusammen mit ihrem im ersten Bild zu sehenden Altersgenossen aus den Myriaden grüner Sämlinge heraus, und überraschender Weise ist sie nicht nur gelbnadelig, sondern auch gelb im Austrieb. Was sehr interessant ist, da der in live nicht viel weniger gelbe andere Sämling einen grünen Austrieb hat, wie man trotz unscharfem Bild gut sehen kann.

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No. 4, nochmal ein Spitzahorn. Gefunden bereits im letzten Sommer und aufgefallen durch weiß gesprenkelten Blattrand, war er der erste variegate Spitzahornsämling, den ich älter als im Keimlingsstadium fand.
Sein neuer Austrieb beweist, dass er wirklich abweichend und recht interessant ist.

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Verfasst: 08 Mai 2015, 03:03
von Andreas75
Und hier ein paar Updates und Close Ups...

Als erstes Sorbus aucuparia 'Immenthal', wie umseitig vorgestellt, im diesjährigen Austrieb.

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Hier S. aucuparia 'Goldstaub', wie ebenfalls umseitig vorgestellt im Detail. Kann es immer noch nicht glauben, dass man so was schickes mal eben einfach so im Wald findet :D. Besonders schön die Melange aus gelb und grün im Laub, vor allem bei den neu treibenden Blättern. Die wird sicher mal ganz toll, und was für ein Glück, dass ich die seltsam frühe "Herbstfärbung" Ende August komisch genug fand, um das gute Stück einzupacken!

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Dann noch zwei meiner fünf buntlaubigen Bergahorne, gefunden als Keimlinge 2012 am Drachenfels am Rhein (Siebengebirge).
Nur der als zweiter abgebildete ist mit etwa 60 cm schon recht groß, die anderen vier rangieren noch deutlich unter 30 cm. Der chlorophyllarmste sogar noch bei etwa 10 cm, tut sich aber jedes Jahr auch sehr schwer mit dem Austrieb.

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Und zu guter Letzt das variegate Buschwindröschen, das meine Frau Anja 2010 fand. Es weist von Jahr zu Jahr verschieden grüne, bunte und weiße Anteile auf, ist dabei aber wirklich sehr vital, und da es nun die übliche Fünf Jahre- Testphase überstanden hat, überlegt mein Frauchen sich nun einen schönen Sortennamen :).

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Verfasst: 08 Mai 2015, 10:03
von Cryptomeria
Ich drücke dir die Daumen, dass alles stabil bleibt. Wäre toll!
Muss man aber abwarten.

VG Wolfgang

Verfasst: 08 Mai 2015, 12:30
von Gata
Hola,
ich verstehe einfach nicht, was ihr an diesen ganzen Chlorosen schön findet, das sieht doch krank aus.
Wenn ich solche Pflanzen sehe, denke ich an "eingehen", "Störung ( Nährstoffmangel," u.ä.
Ist jetzt meine ganz persönliche Meinung, ich möchte niemanden damit kränken oder zu nahe treten.

LG

Verfasst: 08 Mai 2015, 12:53
von biloba
Hallo Gata,
Gata hat geschrieben:Wenn ich solche Pflanzen sehe, denke ich an "eingehen", "Störung ( Nährstoffmangel," u.ä.
das ist auch der Lauf der normalen Evolution. Das ist der Grund, aus dem die meisten dieser Pflanzen ohne den Eingriff von Andreas diese Gene nicht weiter geben könnten.

Praktisch kann sich eine solche Variation in einzelnen Fällen als Vorteil erweisen. (Parasitäre Insekten suchen zuweilen neue Wirtsbäume anhand der Blattfarbe aus. Dann verschonen sie die bultlaubigen Sorten. ...) In solchen Fällen entwickeln sich langfristig neue Arten oder Unterarten.


Ja unsere Gärten wären doch langweilig, wenn sie nur die heimischen Pflanzen in ihrer Normalform bieten könnten. Aus diesem Grunde sehe ich die Aktion als eine Möglichkeit der Bereicherung an. Wenn wenigstens ein Teil der Besonderheiten durchkommt und sich vermehren lässt, so bietet sich der Vorteil dass man seinen Garten mit ökologisch wertvollen heimischen Pflanzen versehen kann, aber trotzdem ein paar besondere Juwelen im Garten zeigen kann.


Grüße!

Verfasst: 08 Mai 2015, 13:58
von Andreas75
Hy Gata!

Nun ja, ich finde Gehölze/ Pflanzen zwar auch so schön, aber andererseits: Was wäre das Leben ohne Abwechslung? Immer nur das gleiche und das gleiche und das gleiche ist doch höllen- langweilig! Man weiß immer was kommt!

Bei einer panaschierten Pflanze aber ist selbst bei sehr gleichmäßig gezeichneten Formen nicht ein Blatt wie das andere. Ebenso bei manchen Form- Abweichlern. Man entdeckt immer was neues an ein und derselben Pflanze und hat nicht jedes Jahr das gleiche langweilige Ding im Garten zu stehen, wie es hunderttausend andere auch haben.
Das trifft sicher auch auf manche bunte Formen zu, wie zB Salix integra 'Hakuro Nishiki', die in unserer Gegend hier ganz schwer der Renner ist (und von der ich sogar sehr gerne die Normalform hätte!) und in sicher jedem fünften Garten steht, oder diverse gelbe Thujen und Scheinzypressen, aber die bringen wenigstens auch etwas Pfiff ins sonstige Einheitsgrün.

Zudem sehe ich das so ein bisschen als "Der Evolution unter die Arme greifen"... Nichts von diesen Mutanten ist unnatürlich, alle sind Experimente des Lebens, ohne die nichts zu dem geworden wäre, was es heute ist. Durch Sorten- Selektion kann sich die ganze mögliche Bandbreite einer Art entfalten und wie man besonders eindrucksvoll bei Buchen sieht, auch fortpflanzen, so dass da Variationen entstehen, die alleine schon der normalen Überlebenswahrscheinlichkeit eines Sämlings niemals möglich gewesen wären.
Schon von normalen Sämlingen kommt von 1000 vielleicht einer ins fortpflanzungsfähige Alter, ein erstmal unterlegener Mutant hätte dazu gleich niemals die Chance, die Evolution träte also quasi lange auf der Stelle. Dabei sind Selektionen manchmal wirklich auch vorteilhaft für die Art als solche.

Ein Beispiel ist hier der Spitzahorn.
Von Natur aus reingrün im Austrieb wie im Sämling und alten Blatt, war er eigentlich eine Pflanze der Hügelländer und Mittelgebirge, wo er in recht feuchten Laubmischwäldern gedieh.
Dann selektierte der Mensch Formen mit mehr Anthocyan im Laub, also rotlaubige.
Wie meine langjährigen Beobachtungen in Berlin erlauben, gibt das der Art auf offenen, eher trockenen und stärker besonnten Standorten einen großen Vorteil, denn die Sämlinge und Pflanzen mit auch nur vorübergehend erhöhtem Anthocyan- Anteil sind widerstandsfähiger gegen diese Lebensumstände, die dem Spitzahorn sonst eigentlich nicht zusagen. Normal grüne Sämlinge ohne Anthocyan fallen den trocken- sonnigen Umständen auch bald zum Opfer, es sei denn, sie wachsen etwa im Schatten hoher Häuser oder Wälder, die ihrem natürlichen Standort ähneln.

So konnte der Spitzahorn sein Areal nicht unbeträchtlich erweitern bzw. auch verwildert halten und profitiert als Art vom Tun des Menschen.
Bei Buchen schätze ich die Situation ähnlich ein, denn die normal grünen zeigen seit ein paar Jahren, schon jetzt kurz nach Austrieb, ziemlich starke Schäden im Laub, das zu mindestens der Hälfte des Blattes verbräunt und auch nicht gegen frisches gewechselt wird, und zwar sowohl hier als auch zB in Franken.
Das wird wohl klimatisch bedingt sein, da es so flächig vor allem an Randstrukturen (Straßen- und Wegränder, Waldränder) auftritt, Blutbuchen mit dem Schaden wären mir jedoch noch nicht aufgefallen...

Wirklich panaschiert zu sein, bringt keiner Art erstmal Vorteile. Dafür aber uns in den Gärten, und wie biloba schon so schön beschreibt, ist das doch auch Existenzgrund genug.
Was wäre etwa eine dunkle, schattige Gartenecke ohne das helle Leuchten eines panaschierten Baum- Hartriegels oder einer buntlaubigen Hosta, die da Licht und Freude reinbringt, wo sonst nur mehr oder weniger geheimnisvolle Düsternis herrschen würde ;).
Recht hat biloba auch mit den Vorteilen, was etwa "Schädlingsbefall" angeht.
So ist der Faulbaum ja Futterpflanze der Raupen des Zitronenfalters. Und dann gibt es da zwei schmalblättrige Mutationen, 'Fine Line' und 'Asplenifolia'. Ich kenne beide, und habe an beiden noch nie Fraßspuren oder Raupen gefunden.
Zumindest 'Asplenifolia' ist aus einem Sämling entstanden, denn irgendein kluger Mensch zur Sorte selektierte, und so hat dieser Faulbaum sich einen "Freßfeind" vom Halse geschafft, allein durch die stark veränderte Blattform.
Da 'Asplenifolia' durch die verminderte Assimilationsfläche langsamer wächst, hätte der Sämling wildwachsend vielleicht nicht überlebt, und es hätte naturseits vielleicht weiterer 1000 Jahre und eines Zufalls bedurft, um denselben Trick nochmal hinzukriegen.
Sicher schadet der Zitronenfalter dem Faulbaum nicht, aber ein Vorteil, nicht gefressen zu werden, ist es schon. Und so kann unsereiner der Natur auch mal helfen, anstatt sie zu knechten, wo immer es geht :).

Verfasst: 08 Mai 2015, 14:17
von Cryptomeria
Hallo Gata,

ich glaube nicht, dass du jemandem zu nahe trittst. Es ist völlig klar, die Geschmäcker sind verschieden. Mir gefällt im Garten auch Skuriles und Außergewöhnliches, abweichend von der Norm. Da bleibt manchmal die "Schönheit" auf der Strecke oder anders ausgedrückt, das ( für manche )" Häßliche" ist hier dann "schön".

VG Wolfgang

Ginkgo-Sorte: Peijing Gold

Verfasst: 11 Mai 2015, 23:20
von Dioscorea
Ich sammle die Ginkgo-Sorten und möchte die mir bekannten Sorten hier vorstellen.
Da gibt es die Sorte : Pejing Gold.

Diese Sorte treibt mit gelben kleineren Blättern aus und wird später gelbweiss.
Steht dieser Ginkgo in praller Sonne, vertrocknen die Blätter.
Die Fotos zeigen die Mutterpflanze und kleine Veredlungen davon vom letzten Jahr.
Dioscorea

Ginkgo-Sorte: ????

Verfasst: 11 Mai 2015, 23:38
von Dioscorea
Diese Ginkgojungpflanzen ( gelblaubig/links) habe ich aussortiert und weiss allerdings nicht wie sie sich im letzten Jahr verhalten haben.Bis heute sind sie gelb bei normaler Blattgrösse.Wenn das so bleibt und sich der gelbfarbige Austrieb nächstes Jahr wiederholt .....
Das wäre was.
Dioscorea

Verfasst: 11 Mai 2015, 23:55
von Andreas75
Sehr schön, auch im Sommer gelblaubige Ginkgos wären wirklich mal etwas neues :D.

Nachtrag Peijing Gold

Verfasst: 13 Mai 2015, 00:01
von Dioscorea
Peijing Gold im Sommer.

Ginkgo biloba Californian Sunset

Verfasst: 13 Mai 2015, 00:13
von Dioscorea
Dieser Ginkgo hat das Aussehen des G. b. Saratoga ( tief eingeschnittene Blätter, weniger breit), aber mit gelb-grün gestreiften Blättern.
Der Austrieb ist grün und die Gelbfärbung bildet sich nach meinen Beobachtungen erst nach Wochen und bleibt dann aber konstant.
Hier 2 Veredelungen.

Ginkgo biloba variegata

Verfasst: 14 Mai 2015, 00:39
von Dioscorea
Ginkgo b. variegata verspricht mehr als der Name hergibt.
Nur ganz wenige Blätter neigen zum Verfärben. Das soll so sein, weil es nur "Sports" sind, hat man mir erklärt. Verstanden habe ich es nicht.
Was ist ein Sport?
Wenn ich diesen Sportast vermehre sieht es besser aus.(siehe Fotos)

Verfasst: 14 Mai 2015, 02:16
von Andreas75
Hy!

"Sport" ist wohl einfach die englische Bezeichnung für spontane Mutationen.

Was den G. biloba 'Variegata" angeht, so kann man den wohl aus den variegatesten Trieben vermehren, wie man lustig ist- der schlägt wohl trotzdem immer fröhlich zurück.

Würdest Du bitte die PN lesen, die ich Dir geschickt habe :)? Oder wird Dir keine angezeigt (wäre nicht ungewöhnlich hier und nicht das erste Mal)?

Ginkgo biloba "Aureovariegata"

Verfasst: 14 Mai 2015, 23:33
von Dioscorea
..und dann gibt es noch einen Variegata mit gelbgrünen Streifen.
Auch so eine Frustsorte. Die Verfärbung kommt spät und nicht immer gleich stark ausgeprägt.