Spezialforum für Ziergehölze, Hexenbesen, Variegaten und Co.
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
-
quellfelder
- Beiträge: 4432
- Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
- Wohnort: 23936 Grevesmühlen
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9538
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Einige Baumschulen haben sich darauf spezialisiert durch die immer kleiner werdenden Gärten. Eine Beschreibung findest du bei Horstmann . www.tsuga.de
VG Wolfgang
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
-
quellfelder
- Beiträge: 4432
- Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
- Wohnort: 23936 Grevesmühlen
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9538
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Von daher ist es eigentlich immer grenzwertig, von Sorten zu sprechen, sind es doch meist Sonderbildungen einer Art. Sorten sind rein gärtnerische Unterscheidungsnamen, meist ohne wissenschaftliche Grundlagen, oft strittig bis teilweise unsinnig. Gleichzeitig zur Unterscheidung und aus rechtlichen Gründen unverzichtbar.
Och, wieso...
Eine Sorte ist doch alles von der Art abweichende, was der Mensch gezielt ausgewählt, weiter gezogen und so als eigenständige Pflanze erhalten hat.
Ich wette natürlich, dass 20 Hexenbesen einer Art so ziemlich das selbe sein werden, ich nenne da nur Pinus sylvestris und Pinus mugo, wo es ja wirklich zig diverse Hexenbesen gibt, aber:
So unglaublich et klingt, gibts auch Sämlinge von Hexenbesen oder Hexenbesen von Hexenbesen
Als Beispiel für letzteres zB. die Picea glauca- Sorte "Blue Planet", die als Hexenbesen an 'Echiniformis' entstand, die selber schon einer ist. Oder aber Picea glauca 'Pixie', die ein Hexenbesen von Picea glauca 'Conica' ist...
Ich habe eine 'Pixie', und die ist echt suuuuper niedlich ^^. Ich fände es ja super, wenn die auch einen Rückschlagtrieb in die normale Wuchsform bekommen würde, wie es die 'Conica' öfter macht. Ein solcher sollte ähnlich winzig wachsen wie die 'Pixie', und dürfte demzufolge eine super niedliche, super zwergwüchsige, aber normal geformte P. glauca geben *träum*.
Oder Pinus mugo 'Minimops', die ein Hexenbesen von 'Mops' ist... Es ist wirklich irre, was es da alles gibt, und vieles ist ohne jeden Zweifel eine eigene Sorte.
Als wegführend finde ich hier: http://kohout-online.de/baumschule/inde ... &Itemid=43
Und schaut man sich zB in Polen mal um, fällt man vollends vom Glauben ab ^^!
Ich selber habe auch drei Hexenbesen und eine Pendula- Form im Auge.
No.1 ist an einer Birke an der Bundesstraße Richtung Siegburg, und bereits mehrjährig und größer. Also auf den ersten Blick keiner der üblichen virös bedingten Birken- Hexenbesen, deren Austrieb jedes Jahr +- abstirbt, und im Folgejahr wieder sprießt.
No. 2 ist an einem Haselstrauch wenige Orte weiter, der zum Glück auf einem Grundstück steht, dass zwar noch einen Besitzer hat, aber nicht mehr gepflegt wird.
No. 3 und auch 4 sind jeweils an einer Vogelkirsche.
Beide wachsen mehr oder weniger hängend, der Hexenbesen aber viel verzweigter (schon an die 20 Jahre alt und teils blühfähig), während die Pendula- Mutante nur hängt/ umgekehrt glockenförmig wächst.
Bei allen vier Gehölzen hoffe ich, dass sie die Vermehrungszeiten dies Jahr erreichen (zB für den Hasel den Veredlungszeitraum ab November, die Kirschen den Okulationszeitraum ab Sommer, die Birke die Stecklingsvermehrungszeit ab Sommer).
Grüße,
Andreas
PS: Was ist eigentlich aus Tormi's zwergwüchsigem Acer- Sämling geworden, weiß das jemand?
Eine Sorte ist doch alles von der Art abweichende, was der Mensch gezielt ausgewählt, weiter gezogen und so als eigenständige Pflanze erhalten hat.
Ich wette natürlich, dass 20 Hexenbesen einer Art so ziemlich das selbe sein werden, ich nenne da nur Pinus sylvestris und Pinus mugo, wo es ja wirklich zig diverse Hexenbesen gibt, aber:
So unglaublich et klingt, gibts auch Sämlinge von Hexenbesen oder Hexenbesen von Hexenbesen
Als Beispiel für letzteres zB. die Picea glauca- Sorte "Blue Planet", die als Hexenbesen an 'Echiniformis' entstand, die selber schon einer ist. Oder aber Picea glauca 'Pixie', die ein Hexenbesen von Picea glauca 'Conica' ist...
Ich habe eine 'Pixie', und die ist echt suuuuper niedlich ^^. Ich fände es ja super, wenn die auch einen Rückschlagtrieb in die normale Wuchsform bekommen würde, wie es die 'Conica' öfter macht. Ein solcher sollte ähnlich winzig wachsen wie die 'Pixie', und dürfte demzufolge eine super niedliche, super zwergwüchsige, aber normal geformte P. glauca geben *träum*.
Oder Pinus mugo 'Minimops', die ein Hexenbesen von 'Mops' ist... Es ist wirklich irre, was es da alles gibt, und vieles ist ohne jeden Zweifel eine eigene Sorte.
Als wegführend finde ich hier: http://kohout-online.de/baumschule/inde ... &Itemid=43
Und schaut man sich zB in Polen mal um, fällt man vollends vom Glauben ab ^^!
Ich selber habe auch drei Hexenbesen und eine Pendula- Form im Auge.
No.1 ist an einer Birke an der Bundesstraße Richtung Siegburg, und bereits mehrjährig und größer. Also auf den ersten Blick keiner der üblichen virös bedingten Birken- Hexenbesen, deren Austrieb jedes Jahr +- abstirbt, und im Folgejahr wieder sprießt.
No. 2 ist an einem Haselstrauch wenige Orte weiter, der zum Glück auf einem Grundstück steht, dass zwar noch einen Besitzer hat, aber nicht mehr gepflegt wird.
No. 3 und auch 4 sind jeweils an einer Vogelkirsche.
Beide wachsen mehr oder weniger hängend, der Hexenbesen aber viel verzweigter (schon an die 20 Jahre alt und teils blühfähig), während die Pendula- Mutante nur hängt/ umgekehrt glockenförmig wächst.
Bei allen vier Gehölzen hoffe ich, dass sie die Vermehrungszeiten dies Jahr erreichen (zB für den Hasel den Veredlungszeitraum ab November, die Kirschen den Okulationszeitraum ab Sommer, die Birke die Stecklingsvermehrungszeit ab Sommer).
Grüße,
Andreas
PS: Was ist eigentlich aus Tormi's zwergwüchsigem Acer- Sämling geworden, weiß das jemand?
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Zweifellos interessant und unbestritten gibt es viele gut identifizierbare Sorten. Aber wie der Name Mops schon demonstriert, geht es bei Sorten um die Kennzeichnung gärtnerischer Eigenschaften. Trotzdem handelt es sich um die Art Pinus mugo, und in den grundsätzlichen Eigenschaften lässt sie sich einwandfrei der Art zuweisen. Die Nadeln und Zapfen, Knospen und Pollenzapfen unterscheiden sich nicht.
Eine echte Ausnahme einer Sorte, die den Rahmen der Eigenschaften der Art wirklich sprengt, ist Chamaecyparis obtusa 'Drath', die aufgrund der abweichenden Blätter und Zapfen fast als künstlich geschaffene Art auftreten kann.
Aber hier liegt keine Entstehung aus einem Hexenbesen vor, eher permanente Störungen der Blattbildungsprozesse.
Viele Grüße
Eine echte Ausnahme einer Sorte, die den Rahmen der Eigenschaften der Art wirklich sprengt, ist Chamaecyparis obtusa 'Drath', die aufgrund der abweichenden Blätter und Zapfen fast als künstlich geschaffene Art auftreten kann.
Aber hier liegt keine Entstehung aus einem Hexenbesen vor, eher permanente Störungen der Blattbildungsprozesse.
Viele Grüße
Zuletzt geändert von Kiefernspezi am 30 Mär 2013, 00:51, insgesamt 1-mal geändert.
Hy!
Nun, wie eine Sorte ensteht, ist letztlich egal. Wichtig ist, dass sie sich in deutlichen Merkmalen von der allgemeinen Norm der Art abhebt, und das tun jedwede Sorten, sonst wären es ja keine.
Sei es durch relativ unkomplizierte Wuchsanomalien wie Hexenbesen oder Hängeformen, andere Blütenfarben, panaschiertes/ rotes/ gelbes Laub, oder so schwere Wuchsanomalien wie bei Deiner Chamaecyparis...
Sie alle sind durch Mutationen aus der normalen Art entstanden, immer noch diese, aber eben doch was leicht anderes... Wie schwer eine Mutation wirkt, entscheidet nicht über Sortenstatus oder nicht, alleine die Abweichung ist es.
Ich hoffe, dass ich Deinen Punkt erkannt habe, und hier nichts vom Pferd erzähle
!
Beste Grüße,
Andreas
Nun, wie eine Sorte ensteht, ist letztlich egal. Wichtig ist, dass sie sich in deutlichen Merkmalen von der allgemeinen Norm der Art abhebt, und das tun jedwede Sorten, sonst wären es ja keine.
Sei es durch relativ unkomplizierte Wuchsanomalien wie Hexenbesen oder Hängeformen, andere Blütenfarben, panaschiertes/ rotes/ gelbes Laub, oder so schwere Wuchsanomalien wie bei Deiner Chamaecyparis...
Sie alle sind durch Mutationen aus der normalen Art entstanden, immer noch diese, aber eben doch was leicht anderes... Wie schwer eine Mutation wirkt, entscheidet nicht über Sortenstatus oder nicht, alleine die Abweichung ist es.
Ich hoffe, dass ich Deinen Punkt erkannt habe, und hier nichts vom Pferd erzähle
Beste Grüße,
Andreas
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Es geht genau darum, dass es sich um eine Sorte handelt, wenn es merkliche Unterschiede im Habitus zur "Art" gibt, aber die grundlegenden Eigenschaften nicht verändert sind. Das entspricht bei natürlichen veränderten Pflanzen einer Varietät. Wenn Artmerkmalsspezifische Dinge anders sind, dann ist es eine Subspecies oder eine andere Art.
Natürlich ist die 'Draht' ein Monstrum, keine eigene Art. Aber die Eigenschaften sind schon sehr weit weg von der eigentlichen Art, dass bei natürlichem Vorkommen vermutlich hier eine Abgrenzung zumindest als subsp. erforderlich wäre. siehe: viewtopic.php?t=10856 und Vergleich mit gewöhnlicher Chamaecyparis obtusa und all ihren Sorten.
Viele Grüße
Natürlich ist die 'Draht' ein Monstrum, keine eigene Art. Aber die Eigenschaften sind schon sehr weit weg von der eigentlichen Art, dass bei natürlichem Vorkommen vermutlich hier eine Abgrenzung zumindest als subsp. erforderlich wäre. siehe: viewtopic.php?t=10856 und Vergleich mit gewöhnlicher Chamaecyparis obtusa und all ihren Sorten.
Viele Grüße
Ja, verstehe ich =)!
Du musst aber bedenken, dass Varietäten eine Gruppe von Individuen sind, die sich zwar sehr ähneln, aber genetisch divers sind, also meistens geschlechtlich fortpflanzen können.
Sorten stammen von einer einzigen Pflanze ab, sind quasi eine einzige Pflanze, sind daher genetisch gleich, und das ist der Dreh- und Angelpunkt. Die sind als Klon in der Regel selbststeril, und daher auf geschlechtlichem Wege nicht rein nachzuproduzieren, dass muss immer vegetativ erfolgen. Darum sind's keine Varietäten.
Auch wenn man den seltenen Fall hat, und zwei oder mehr Klone derselben Sache hat, weil etwa dreimal unäbhängig die selbe Mutation erfolgte, ist es noch nicht unbedingt eine Varietät, weil so ein winziger Hexenbesen aus einem Sämling quasi keine Überlebenschance hat, also niemals eine natürlich reproduzierende winzigwüchsige Subpopulation entwickeln kann...
Und eine solche ist ja Voraussetzung für eine Var. ...
Sind es einzelne abweichende Exemplare, kann man im botanischen Sinn von einer forma sprechen, wie zB bei einzelnen weiß blühenden Exemplaren einer sonst rosa blühenden Art...
Die sind, auch wenn sie mit mehreren Exemplaren vorkommen, so lange in der Natur eine forma und in Kultur eine Sorte (cv.), solange sie keine eigenen, sich selbst rein reproduzierenden Subpopulationen haben...
Damit kann eine gärtnerisch vermehrte Sorte eigentlich nie eine Varietät sein/ werden, auch wenn sie geschlechtlich zu reproduzieren geht.
Voraussetzung für var. wäre immer eine Ursprungspopulation in der Freiheit, die sich selbst erhält.
Und wenn die Chamaecyparis ein so abweichendes Monstrum ist, so ist sie doch immer noch Ch. obtusa, eine Mutation, auch eine noch so heftige, macht keine neue Art.
Weil's genetisch identische Exemplare sind, die den Artbegriff bei allem abweichenden Äußeren und Inneren nicht erfüllen.
Du musst aber bedenken, dass Varietäten eine Gruppe von Individuen sind, die sich zwar sehr ähneln, aber genetisch divers sind, also meistens geschlechtlich fortpflanzen können.
Sorten stammen von einer einzigen Pflanze ab, sind quasi eine einzige Pflanze, sind daher genetisch gleich, und das ist der Dreh- und Angelpunkt. Die sind als Klon in der Regel selbststeril, und daher auf geschlechtlichem Wege nicht rein nachzuproduzieren, dass muss immer vegetativ erfolgen. Darum sind's keine Varietäten.
Auch wenn man den seltenen Fall hat, und zwei oder mehr Klone derselben Sache hat, weil etwa dreimal unäbhängig die selbe Mutation erfolgte, ist es noch nicht unbedingt eine Varietät, weil so ein winziger Hexenbesen aus einem Sämling quasi keine Überlebenschance hat, also niemals eine natürlich reproduzierende winzigwüchsige Subpopulation entwickeln kann...
Und eine solche ist ja Voraussetzung für eine Var. ...
Sind es einzelne abweichende Exemplare, kann man im botanischen Sinn von einer forma sprechen, wie zB bei einzelnen weiß blühenden Exemplaren einer sonst rosa blühenden Art...
Die sind, auch wenn sie mit mehreren Exemplaren vorkommen, so lange in der Natur eine forma und in Kultur eine Sorte (cv.), solange sie keine eigenen, sich selbst rein reproduzierenden Subpopulationen haben...
Damit kann eine gärtnerisch vermehrte Sorte eigentlich nie eine Varietät sein/ werden, auch wenn sie geschlechtlich zu reproduzieren geht.
Voraussetzung für var. wäre immer eine Ursprungspopulation in der Freiheit, die sich selbst erhält.
Und wenn die Chamaecyparis ein so abweichendes Monstrum ist, so ist sie doch immer noch Ch. obtusa, eine Mutation, auch eine noch so heftige, macht keine neue Art.
Weil's genetisch identische Exemplare sind, die den Artbegriff bei allem abweichenden Äußeren und Inneren nicht erfüllen.
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
-
quellfelder
- Beiträge: 4432
- Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
- Wohnort: 23936 Grevesmühlen
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten: