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fockea
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Beitrag von fockea »

Danke Buck, wieder was gelernt. Stimmt: Bei Kakteen habe ich das auch schon einmal gesehen.
Ich werde nun im Frühjahr versuchen Blattknospen ( sagt man das ?) von der Monstrosum auf eine normale Kastanie zu veredeln. Oder doch lieber Abmoosen?
Bisher habe ich Verbänderungen an Gehölzen noch nie bewusst gesehen.
Hexenbesen schon öftermal, wenn sie nicht doch nur Vogelnester waren.
Auf dein Bild von der Catalpaverbänderung freut sich
Fockea

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Hallo fockea
das Thema Sproßverbänderung hatten wir hier schon mal..
Baumlaeufer Wolfgang
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

@ fockea

Häufig sieht man die Verbänderung bei einer Cryptomerien-Sorte (C.j.Cristata), aber auch - wie Buck schon sagte - bei der Drachenweide. Letztens sah im im Net eine sehr schöne Verbänderung bei Araucaria bernieri.

Hexenbesen sieht man häufig bei Birken. Sie werden aber durch einen Pilz verursacht und sind für die Weiterkultur m.W. wertlos.
Alle Hexenbesen bei Nadelbäumen werden von den Hexenbesenjägern ( Broomhunters) "geerntet" und weitervermehrt.Sie finden sich heute unzählige kleinwüchsige Pinus sylvestris,mugho usw. Formen. Ein berühmter Hexenbesenjäger in Deutschland ist Jörg Kohout. Auf seiner Homepage bekommt man einen kleinen Eindruck.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Spinnich
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Verbänderung oder Fasziation

Beitrag von Spinnich »

Hallo

Zu Bucks Beitrag
Verbänderung oder Fasziation. Am bekanntesten von der Drachenweide, aber auch an fast allen anderen Gehölzen zu finden,
Beispiel einer Verbänderung bei einer meiner Sukkulenten:

einmal an Grund des Sprosses im Vordergrund, sowie am Beispiel eines Blütentriebes (vgl. im Vordergrund Normaltrieb: 1mm stark, im Hintergrund ein verbänderter Trieb mit mindestens 50 mm) - Phänomen ist also auch bei krautigen Pflanzen verbreitet.

Gruß Spinnich :P
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Sinocrassula_yunnanensis-rosettige PflanzenTriebe
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Sinocrassula_yunnanensis-Blütenflor
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Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Natürlich gibt es auch Verbänderungen bei Stauden. Wer noch die etwas älteren, " ganz netten" Bücher von Jürgen Dahl kennt, im 1.Buch ( Nachrichten aus dem Garten ) zeigt er S.28 die Verbänderung eines Breitwegerichs.

VG Wolfgang
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Buck
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Beitrag von Buck »

Ich bin fockea noch ein paar Bilder schuldig.

Die ersten beiden von Verbänderungen an krautigen Pflanzen, hier am Löwenzahn, sehr häufig zu beobachten, vom Mai 2012. "Crypto" hat Jürgen Dahls Bücher erwähnt... sehr empfehlenswerte Lektüre!

Und dann danach zwei Bilder, heute fotografiert, von frischen Verbänderungen. Bild 3 von links nach rechts:
Catalpa bignonioides, Populus nigra 'Italica' (grün), Lespedeza thunbergii.
Bild 4: Populus nigra 'Italica' mehrere Triebe (grün), Catalpa bignonioides, Lespedeza thunbergii.

Die Verbänderungen haben mich auch auf einen nächsten weihnachtlichen "thread" gebracht. Siehe dort.
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Kruchten etc Mai 2012 194 Kopie.jpg
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Schöne Grüße,
Buck

Spinnich
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Verbänderung Löwenzahn

Beitrag von Spinnich »

Hallo

Jetzt wo Buck diese Bilder vom Löwenzahn eingestellt hat, erinnere ich mich, solche Formen selbst auch schon mal in Natura gesehen zu haben, vermutlich ohne damals groß drüber nachzudenken.

Gruß Spinnich 8)
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
2009 waren solche Sachen für mich auch noch ein Rätsel: hier ein "Kabelstrang-Wiesen-Pippau"

http://forum.pflanzenbestimmung.de/view ... ang#p31789

und auf Seite 3 hier eine Verbänderung bei einer mandelblättrigen Wolfsmilch:
viewtopic.php?t=8380&postdays=0&postord ... h&start=30
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Fasziation bzw. Verbänderung

Beitrag von Spinnich »

Hallo Bee

habe deine Links mal nachgeschlagen und auch die Hinweise auf Wikipedia
und dort folgendes gefunden:

Relativ häufig sind Cristatformen bei hoch sukkulenten und nur gering verzweigenden Pflanzen wie z. B. Kakteen zu beobachten. Sie kommen natürlich vor und scheinen, wie sehr große und alte Exemplare zeigen, die betroffenen Pflanzen nicht zu behindern. In Kultur werden sie jedoch zur besseren Erhaltung und Vermehrbarkeit häufig gepropft. Manchmal entwickeln sich aus Cristaten spontan wieder normale Sprosse....
Auch bei Blütenständen des Löwenzahns treten Verbänderungen ungewöhnlich häufig auf...

Daher nicht verwunderlich, wenn wir diese Verbänderung schon mal z. B. beim Löwenzahn gesehen haben.

Auch zum Hinweis der Rückbildung der Cristaten ist mir etwas eingefallen.
besonders da bei Wiki auch als Beispiel eine Austrocylindropuntia cylindrica mit Foto herhalten durfte.

Meine Mutter hatte mal in einem Goldfischglas so eine Art Flaschengarten angelegt, unter anderem mit so einer verbänderten Austrocylindropuntia subulata cristata, die dort allerdings zu wenig Licht hatte und schnell vergeilte. Aus dem verbänderten Spross sind plötzlich etliche runde Triebe ausgeschossen, wie die Finger einer Hand. Kurz darauf ist die Pflanze von unten her verfault, und ich konnte gerade noch eine Fingerspitze retten und als "normale" Austrocylindropuntia subulata var. monstrosa weiterpflegen.
Die Form 'Monstrosa' zeigt sich durch Zwergwuchs und intensive Verzweigung (nach zig Jahren erst 25 cm Wuchshöhe) gegenüber meiner Normalform, die vor 2 Jahren bei > 1 m Höhe abgebrochen war und dennoch schon wieder bei ca 1, 25 m angelangt ist.

wie man sieht: Bäume können uns vieles lehren (die Natur sowieso)

Gruß Spinnich :roll:
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

hier noch einiges zum Hexenbesen:

"Ich fand den Hexenbesen bei unterdrückt oder dumpfig stehenden Tannen nicht selten.
Der Baum schien in der Regel kränklich, Flechten, sonst dem glatten Stamm der Tanne kaum bekannt, bedeckten seine Rinde. Im abgestorbenen Hexenbesen baut der Vogel gern sein Nest.
Der Aberglaube aber scheut denselben; kein Holzhauer, keine Holzleserin trägt ihn nach Hause, den Blitzstrahl fürchtend, der ihm folgen soll; daher ( auch ) der Name Wetterbusch."

Viele Grüße

quellfelder

fockea
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Aesculus hipp. laciniata

Beitrag von fockea »

Ich habe hier noch einen Beitrag zum Thema.
Eine weitere Kastanie mit Blättern, die wie Löwenzahnblätter aussehen.
Das muss ein Kulitivar sein. ( Habe ich gelernt)
Noch nie habe ich Saat an diesem Baum gesehen.
Warum?
Fockea
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13Aesculus hipp. laciniata.jpg
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Buck
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Beitrag von Buck »

Aesculus hippocastanum `Laciniata´, und zwar ein sehr grosses Exemplar! Wo hast du die denn fotografiert? Kommst du an diesen Baum heran? Der Stammumfang (in 130 cm Höhe) würde mich interessieren.
Schöne Grüße,
Buck

Karola
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Re: Aesculus hipp. laciniata

Beitrag von Karola »

Hallo,
fockea hat geschrieben:Noch nie habe ich Saat an diesem Baum gesehen.
Warum?
Weißt du, ob die Blüten gefüllt sind? In dem Fall dürften sie steril sein.

Viele Grüße
Karola

fockea
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Beitrag von fockea »

Karola,
Blüten habe ich noch nicht gesehen.( bin nicht so oft da)
Nur einmal "Saatansätze" ( Bild 2)

Buck,
sobald der Schnee weg ist, geh ich messen. Der Baum steht in Geisenheim.
Fockea

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Der Saatansatz ist 'ne junge Blütenkerze ;)...
Bin übrigens sehr beeindruckt, sehr cooles Exemplar!

Eventuell wird die Sorte nicht so irre blühen oder fruchten, weil die Laubfläche zu gering ist. Auch der Baum an sich ist ja viel kleiner als eine herkömmliche Rosskastanie...

Grüße,
Andreas

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