Waldbrände

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Gata
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Waldbrände

Beitrag von Gata »

Hola,
diese Jahr brennt es wieder an allen Ecken, hunderte Hektar Wald verschwinden jedes Jahr.
Gerade las ich von den Bränden auf Gomera. ( http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-0 ... -la-gomera)

Interessant fand ich die Argumente, die in den Lesermeinungen vorgebracht werden.
Sie reichen von : 1. man sollte nicht jeden kleinen Brand löschen über: 2. ein grosser Brand ist eine natürliche Verjüngungskur bis hin zu 3. alles natürliche Vorgänge, die man nicht beeinflussen muss.
Was haltet ihr von solchen Argumenten, spricht wirklich soviel für Brände?
Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

Nobby
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Beitrag von Nobby »

ich finde das waldbrände eine natürliche sache sind, in forstlich genutzten wäldern sind sie allerdings eine katastrophe.
in natürlichen wäldern sollte der mensch nur eingreifen wenn siedlungen oder infrastrukturen bedroht sind, meiner meinung nach halten viele kleine waldbrände das unterholz und den laub / nadelbelag am boden kurz und verhinden dadurch große waldbrände. zudem ist es auch eine verjüngungskur im wald, nährstoffreicher, licht überfluteter boden bleibt zurück und junge saat kann besser aufgehen.
dies wird in den nationalparks der sierra nevada übrigens bewust praktiziert.

LG nobby
Man kann einen Menschen immer aus dem Dreck ziehen, aber niemals den Dreck aus einem Menschen

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LCV
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Beitrag von LCV »

Es gibt Bäume, die das Feuer sogar brauchen, Samenkapseln, die sich nur unter Feuereinwirkung öffnen können. Die Pinien auf den Kanaren sind ja waldbranderprobt und schon nach kurzer Zeit grünt es wieder.

Das Problem ist allerdings, dass ein solcher Brand leicht außer Kontrolle gerät. Dann können ganze Ortschaften bedroht werden. Also einfach brennen lassen, wäre schon fahrlässig.

Gata
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Beitrag von Gata »

Die Feuer suchen sich leider nicht nur Pinienwälder oder macchia aus, es verbrennen ja auch Lorbeerwälder und andere schützenswerte Bäume.
Mich tangieren Brände, weil es hier leider oft brennt und ich mag dem nichts positives abgewinnen.
Wobei nicht die Asche, die auf die Terrassen rieselt, das Problem ist.
Es ist natürlich auch beängstigend zu beobachten, wie aus einem kleinen Feuer nach 1o Minuten meterhohe Flammen werden, die sich blitzschnell in den Bäumen hochfressen und sie verbrennen.
Für mich persönlich ist der Schaden immer höher als ein möglicher ökologischen Nutzen, es geht ja heutzutage auch nicht mehr um "natürliche" Brände, sondern sehr oft um Brandstiftung. Es brennt ja teilweise an zig Ecken gleichzeitig.
Meint ihr nicht, dass mehr abbrennt als nachwächst?
Ich mag an den grossen Nutzen eines Waldbrandes gar nicht so recht glauben.

Spinnich
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Waldbrände

Beitrag von Spinnich »

Hi

Waldbrände können ja durchaus okologisch sinnvoll sein, aber wie bereits angemerkt ist die Infrastruktur zu berücksichtigen.
Wenn allerdings in Gebieten in denen Waldbrände natürlich sind Supervillen gebaut werden und aus falsch verstandenem Naturschutz oder Schutz der Millionärsvillen jeder kleinere Waldbrand an solchen Standorten gelöscht wird, so daß keine natürliche Verjüngung der Bestände erfolgen kann, ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Es erscheint mir daher dringend erforderlich gezielt durch Fachleute derartige Waldparzellen regelmäßig einem überwachten Feuer auszusetzen.

Mit der vorsätzlichen Brandstiftung für kurzfristige Profite für landwirtschaftliche oder bauwirtschaftliche Belange hat das absolut nichts zu tun, ebensowenig wie mit dem leichtfertigen Umgang mit offenem Feuer, Zigaretten etc., während extremer Trockenperioden in Waldgebieten oder deren Nähe.
Solche oft alten Waldbsetände sind meist einzigartige Refugien, deren Verlust nie mehr ausgeglichen werden kann, wenn der Mensch dort schon alle übrigen Naturstandorte nachhaltig durch Übernutzung und Raubbau zerstört hat. :oops:
Gruß Spinnich :x
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Brennt ein Korkeichenwald ab, so sind ungeheure Verluste zu beklagen, denn die langsam wachsenden Korkeichen sind dann weg.
Anders bei einem Kanarischen Kiefernwald, der sich so besser erhalten kann.

Es gibt also Vegetationszonen, wo ein "gelegentlicher" Brand gut ist, und andere, bei der jeder Brand eine Katastrophe darstellt.
Neben den Bäumen verbrennen auch viele Insekten und Tiere, bzw. verlieren diese ihr Areal bzw. Lebensgrundlage.

Viele Grüße

Gata
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Beitrag von Gata »

Kiefernspezi hat geschrieben:.

Es gibt also Vegetationszonen, wo ein "gelegentlicher" Brand gut ist,
Diese Sicht ist für mich neu, ich hatte bisher immer nur die Schäden im Auge.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Es gibt Baumarten, die sich ohne Waldbrände kaum bis gar nicht fortpflanzen können, weil sie sich nicht gegen Unterwuchs durchsetzen können. Ein prominenter Vertreter ist z.B. der Bergmammutbaum.
Berühmt in diesem Zusammenhang ist auch Banksia, die sogar gar nicht ohne Feuer können.

Viele Grüße

Kiefernspezi

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