† Huteeichen im Hasbruch bei Hude / Ganderkese

Register-Nr.: 4380

Standort, Beschreibung und Links

Standort: im NSG "Hasbruch"

Der Hasbruch, ein Laubmischwald aus Eiche, Hainbuche (seit längerem Buche) und auch Esche, Erle und Birke ist der Rest eines alter Hutewaldes. Zum Kloster Hude gehörig, wird er erstmals 1258/59 als Forstort erwähnt. Im 17. und 18. Jahrhundert wird der Hasbruch durch Waldweide, Plaggenhieb und Holzeinschlag stark ausgeplündert. Seit Ablösung der Weiderechte Mitte des 19. Jahrhunderts setzt eine Naturverjüngung ein, die den ursprünglich lichten Hutewaldcharakter stark verändert. In dieser Zeit wird man auch über die Grenzen des Landes Oldenburg hinaus auf die alten Eichenriesen aufmerksam. Bilder von den Hofmalern des Großherzogs machen die Bäume weithin bekannt und sorgen für einen ersten „Baumtourismus“. Ein Wegenetz für Besucher wird angelegt. Es verbindet einige der ältesten und markantesten Eichen miteinander. Sie erhalten auch Namen: nach Mitgliedern der großherzoglich-oldenburgischen Familie oder nach Künstlern und Förstern des Hasbruch. Einige der Eichen erreichen das stattliche Alter von ca. 1000 Jahren. Förster Ch. Erdmann schreibt dazu 1858: „...Das Alter dieser Eichen nach Zählung und Berechnung der Jahresringe bei mehreren starken Eichen die gefällt waren, hat sich zwischen 1000 und 1100 Jahre herausgestellt, obgleich zugleich anzunehmen sein dürfte, dass mehrere der angeführten Eichen das Alter von 1100 Jahre noch überschreiten.“ Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erhalten einige bemerkenswerte Baumbestände im Hasbruch den Status als sogenannte Ausschlussholzung. 1938 wird eine erste Teilfläche als „Urwald Hasbruch“ unter Naturschutz gestellt. Seit 1997 ist der gesamte Hasbruch Naturschutzgebiet, wobei der Kern des alten „Urwaldes“ von jeglicher Nutzung und Pflege ausgenommen ist (mit Ausnahme der Friederikeneiche - sie wird regelmäßig freigestellt). Von den Uralteichen, die vor 150 Jahren ganz Deutschland begeisterten, ist heute fast nichts mehr zu sehen. Als letzte der vermutlich 1000jährigen steht noch die Friederiken-Eiche (siehe Baumkunde-Nr. 1428 / unter Nr. 1585 ist auch eine der stärksten Hainbuchen Deutschlands gelistet). Alle anderen Baumveteranen des Hasbruch sind nur noch als Torso bzw. immer noch beeindruckender Totholzrest zu finden oder sind inzwischen ganz verschwunden. Auf alten Postkarten oder in der Literatur kann man noch Abbildungen von ihnen bewundern. An Stelle der Kreuz-, Charlotten- und Liedertafeleiche wurden Nachpflanzungen vorgenommen. Kleine Chronologie (Auswahl): - † Amalieneiche, Reste auf  53.069740, 8.495352, 1982 vom Sturm geworfen - † Dicke Eiche, Reste auf  53.071932, 8.502207, 1923 durch Fahrlässigkeit ausgebrannt - † Liedertafeleiche, nördlich der Jagdhütte, 1926 unter Schneelast zusammengebrochen - † Bismarckeiche, am Bismarckweg, bis 1931 grün, in 60ern gestürzt - † Kreuzeiche, Kreuzung Hohenbökener / Grüner Weg, in 60ern gestürzt - † Charlotteneiche, am Charlottenweg, 1972 gestürzt - † Nikolaus-Friedr.-Peter-Eiche, südlich vom Hohenbökener Weg, belegt bis 1987, gestürzt 19?? - † Fischbeckeiche, östlich vom Grünen Weg, 2015 von Frühjahrssturm geworfen - † Hindenburgeiche, Torso östlich vom Lehmweg - † Erdmanneiche, Torso westlich vom Lehmweg Auf der Webseite des Hasbruch kann unter „Freizeit im Hasbruch“ eine Wanderkarte heruntergeladen werden, auf der einige der alten Baumstandorte eingetragen sind. Auch von den Wanderwegen aus bieten sich in einigen Bereichen beeindruckende Einsichten in naturbelassenen Wald und auf manchen bemerkenswerten Baum.

Link: http://hasbruch.de/index.php?option=com_content&view=article&id=52&Itemid=27

Amalieneiche nach E. Mielck
Die große Eiche nach E. Mielck
Hindenburgeiche 2015
© Copyright Wolfgang Sibora
Erdmanneiche 2015
© Copyright Wolfgang Sibora
Fschbeckeiche 2015
© Copyright Wolfgang Sibora
Georg-Marien-Eiche 2014
© Copyright Wolfgang Sibora

Zuletzt aktualisiert: 17.11.2015