Esche, aber warum sieht das so aus?

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

Jörg2007
Beiträge: 17
Registriert: 24 Mai 2011, 09:20
Kontaktdaten:

Esche, aber warum sieht das so aus?

Beitrag von Jörg2007 »

Hallo,

ich Rätsel schon länger warum an mancher Esche diese Knollen hängen wo sonst die vertrockneten Früchte hängen. Ist die Esche krank?

Bild

Gruß
Jörg

tormi
Moderator
Beiträge: 5728
Registriert: 07 Feb 2007, 19:42
Wohnort: Hinkel, Luxemburg

Beitrag von tormi »

Die Esche ist von Agrobacterium tumefaciens befallen.
LG Nalis

Jörg2007
Beiträge: 17
Registriert: 24 Mai 2011, 09:20
Kontaktdaten:

Beitrag von Jörg2007 »

besten Dank für die schnelle Antwort.

das tritt im Ruhrgebiet und am Niederrhein recht häufig auf. Ist das problematisch oder erholt sich der Baum von selbst? Ist das ansteckend auf benachbarte Pflanzen= Ich hab ein wenig gelesen (Wikipedia) aber so Infos die mich da so richtig weiterbringen standen da nicht.

Gruß
Jörg

Binsk
Beiträge: 115
Registriert: 20 Jan 2010, 17:51
Wohnort: NW-CH

Beitrag von Binsk »

Das ist die Eschengallmilbe. Hier ein Link dazu, du musst ein bischen runterscrollen.
Wenn du nicht gerade Samen ernten willst, schadet das nichts.

jantrautner
Beiträge: 197
Registriert: 31 Aug 2007, 00:46

Beitrag von jantrautner »

Abgesehen von der Milbe ist die Esche aber bestimmt auch vom Eschentriebsterben befallen: http://de.wikipedia.org/wiki/Eschentriebsterben

Seit Jahren beobachte ich das im ganzen Land, egal wo ich hinkomme, ich habe schon ewig keine gesunde Esche mehr gesehen - keine einzige! Angeblich ist ein sehr geringer Prozentsatz immun, doch zumindest hier dürfte sich die Quote nicht einmal im Promillebereich bewegen.
Bei uns hier in Südbayern ist es an den Flüssen besonders schlimm, dort gibt es teilweise sehr viele Eschen, auch Reinbstände. Aber wohl nicht mehr lange, denn jedes Jahr wird es schlimmer, die Eschen immer dürrer. Das sieht einfach grausig aus - hunderte, tausende halbtote Eschen jeden Alters und jeder Grösse, die jetzt um diese Zeit sehr zögerlich austreiben [sehr viele sind auch schon ganz tot], und dann irgendwann im Sommer gleich wieder vertrocknen - es ist eine Schande.
Weiss vielleicht jemand ob es sowas wie einen Masterplan zu diesem Problem gibt ;)? Denn in einigen Jahren werden sehr viele dieser Bäume ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko für Wanderer, Autos etc. darstellen...!

JohnDoe
Beiträge: 455
Registriert: 11 Mai 2007, 13:32
Wohnort: A 3500 Krems

Beitrag von JohnDoe »

Bei uns in der Gegen in Österreich ist auch das Eschentriebsterben zu beobachten, aber wesentlich weniger ausgeprägt. Interessanterweise stehen stark befallene Bäume neben, augenscheinlich, fast ganz gesunden. Die Anfälligkeit ist aber anscheinend wirklich genetisch, denn jene Eschen, die in einem Jahr schlecht aussehen, tun das auch im folgenden Jahr und so weiter.

Benutzeravatar
bee
Beiträge: 4689
Registriert: 17 Okt 2008, 17:38
Wohnort: die Region, wo D an CH und F grenzt

Beitrag von bee »

Hallo,
ich hatte vom Eschentriebsterben hier zum ersten Mal gehört.
Mir war in meinem Umfeld bisher nichts Besonderes aufgefallen (Grenzach-Wyhlen, angrenzende Gebiete am Hochrhein und Basel)

lt. Internet ist der Landkreis Lörrach aber "hochrote" Zone, das heißt das Eschentriebsterben auf über 100 ha nachgewiesen.
http://www.waldwissen.net/waldwirtschaf ... eitung.jpg

Darauf habe ich mir mal Eschen in meinem Umfeld angeschaut.
An den F. excelsior in meinem unmittelbaren Umfeld sehe ich keine besonderen kahlen Stellen, Austrieb normal (auch bei angepflanzten F. angustifolia und F. ornus.)

Am Rhein (am Wasserkraftwerk) stehen einige große Eschen, da habe ich ganz vereinzelt Zweiglein gesehen, die nicht ausgetrieben haben.

Im Wald gibt es hier viele Eschen, aber immer schön einzeln. Die waren letzte Woche noch mit Austreiben beschäftigt, sah normal aus, ev. auch einige wenige Äste kein Austrieb. Viele Jungpflanzen, die gesund aussehen.
(Aber ich bin ja nicht der Oberförster, kann das nicht so professionell beurteilen :wink: )

In Basel-Umgebung, z.B. am Wasserkraftwerk Birsfelden alles normal, an der Birs auch viele F. angustifolia, alles o.k. Eine große F. excelsior gesehen, wo ein Teilbereich nicht ausgetrieben hat.

Scheint bisher doch ein eher punktuelles, noch nicht flächendeckendes Phänomen zu sein?
Viele Grüße von bee

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Auch bei mir gibt es kein Eschensterben sondern eine ausgesprochen gute Vermehrung. Sie stehen alle solitär, nicht gruppenbildend. Besonders grosse Vermehrung auf der Lichtung, sie sind dort die weitaus häufigsten "Pioniere".
Standort siehe Karte.

Gruss
Kurt

PS. Ich rede von Fraxinus excelsior
Dateianhänge
Standort in Frankreich .jpg
Standort in Frankreich .jpg (225.2 KiB) 6863 mal betrachtet

jantrautner
Beiträge: 197
Registriert: 31 Aug 2007, 00:46

Beitrag von jantrautner »

Sollte sich eine Genesung andeuten? Vielleicht aufgrund der sehr wüchsigen Witterung dieses Jahr [im Gegensatz zu 2011]? Nun der spätere Sommer wird es zeigen, wenn die Eschen dann "normalerweise" gleich wieder absterben...

Ich habe jetzt auch den Eindruck, dass die Eschen bei uns derzeit deutlich besser austreiben als in den letzten Jahren - abgesehen von den vielen bereits ausgelaugten, toten Exemplaren, die sich in den letzten ca. sechs Jahren angesammelt haben. Trotzdem - mehr als vielleicht 20 oder 30 Prozent des normalen Blattwerks wird da nicht dran sein... man sieht jeden einzelnen Wedel, die Äste dazwischen sind mehr oder weniger kahl, und das ist weit von einer geschlossenen Krone entfernt.

Benutzeravatar
stefan
Moderator
Beiträge: 6100
Registriert: 08 Okt 2006, 19:44
Wohnort: Niederrhein
Kontaktdaten:

Beitrag von stefan »

Hallo Baumfreunde,
im Rheinland habe ich auch noch nichts vom Eschensterben gesehen, aber in Bayern und auch in Nord- und Ostdeutschland soll es schon sehr verbreitet sein. :-(
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

jantrautner
Beiträge: 197
Registriert: 31 Aug 2007, 00:46

Beitrag von jantrautner »

Die Lichtverhältnisse waren zwar gerade sehr übel, doch weil diese jungen Eschen am Wegesrand ein so typisches Bild boten, habe ich abgedrückt. Man sieht, von ganz tot bis erschüttert ist alles dabei, nur eben keine gesunden Exemplare:
Dateianhänge
eschen2.JPG
eschen2.JPG (97.38 KiB) 6827 mal betrachtet
eschen1.JPG
eschen1.JPG (118.08 KiB) 6827 mal betrachtet

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 9195
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Ich habe gestern diverse Fraxinus excelsior untersucht. An einem Baum waren die Blätter an den Zweigenden "salatartig" gekräuselt. Der Zweig brach auch sehr leicht ab. Siehe Foto. Da einige Marienkäfer darauf herumkletterten, schaute ich mal innen hinein. Die Blätter waren komplett zugedeckt mit irgendwelchen Schmarotzern, die den Marienkäferlarven ähneln. Aber die zapfen doch keine Blätter an - oder?

Gruß Frank
Dateianhänge
K5170018.jpg
K5170018.jpg (61.96 KiB) 6812 mal betrachtet

Karola
Beiträge: 2180
Registriert: 25 Mär 2008, 11:33
Wohnort: Mülheim/Ruhr

Beitrag von Karola »

Hallo Frank,
LCV hat geschrieben:Da einige Marienkäfer darauf herumkletterten, schaute ich mal innen hinein. Die Blätter waren komplett zugedeckt mit irgendwelchen Schmarotzern, die den Marienkäferlarven ähneln. Aber die zapfen doch keine Blätter an - oder?
Es gibt auch ein paar vegetarische Marienkäfer, z.B. die hellbraunen mit beigefarbenen Flecken, ich weiß aber nicht, ob das auch für deren Larven zutrifft. Allerdings sind sie wohl mehr auf Moos und Flechten aus, glaube ich, an Blättern saugen tun sie mit Sicherheit nicht, darauf sind ihre Mundwerkzeuge nicht ausgelegt. Zu den Pflanzensaugern zählen Läuse, Wanzen, Zikaden. Vielleicht kannst du mal ein Foto der Verdächtigen machen?

Viele Grüße
Karola

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 9195
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Hallo Karola,

wenn ich das nächste Mal dort bin, mache ich Fotos.

Gruß Frank

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 9195
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Mir kommt der Gedanke, dass es tatsächlich Marienkäferlarven waren, aber die am Mittagessen waren (Blattläuse drunter und nicht zu sehen). Die Blattunterseiten waren voll zugedeckt mit den Tierchen.

Antworten