hier ein paar Eindrücke aus dem Hexenwald von Verzy. Bei schönem Wetter konnten wir uns von der Einzigartigkeit dieses Waldes überzeugen. Mehr als 800 dieser verwunschenen Gestalten befinden sich im Naturpark Montagne de Reims nahe Verzy (Dép.: Marne).Die weltweite grösste Ansammlung solcher Buchen.
Als Fau(x) (=Fo) wurden bis ins XIII Jhdt die Buchen in Frankreich bezeichnet. Diese Bäume die schon im VII Jhdt dem dort ansässigen Benediktinerorden bekannt waren geben dem Wald seinen Namen „Faux de Verzy“.
Den ersten Baum den wir besucht haben ist aber erstaunlicherweise keine Buche sondern eine Eiche (Quercus petrea). Diese wird als "Chêne Fau" bezeichnet.
Ob ein Veredlungsmesser zwecks Vermehrung in der Sonne aufblitzte ist mir nicht bekannt.
Wenige Meter neben dieser Eiche befindet sich die "Fau de Saint-Basle". Eine imposante Baumgestalt die den Namen eines Benediktiner Mönches erhielt. Gerüchten nach wurde dieser Wald von diesem Mönch mit einem bösartigen Fluch belegt. Danke dafür!
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Zuletzt geändert von tormi am 28 Nov 2011, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
Die ersten Exemplare die wir gesehen haben stehen etwas isoliert. Nach einem kleinen Fussmarsch standen wir bald inmitten von unzähligen sogenannten "Süntelbuchen".
Die Buchen vermehren sich einerseits durch Aussaat, 70% der Samen fallen echt. Es hiess, dass es in dem Wald nur 5 fruchtende Süntelbuchen gibt. Diese Aussage hatte sich schnell als falsch erwiesen. Viele der Bäume hatten Früchte angesetzt (und ja, wir alle haben uns bei fruchtenden Bäumen zu Boden gestürzt um Saat zu sammeln). Eine andere Form der Vermehrung geschieht durch Ableger auf vegetative Basis. So entstehen mit der Zeit dichte scheinbar undurchdringliche Dickischte.
Ich bin über die sehr hohe Rate an Vermehrung der Hexenbuche erstaunt. Sonst werden bei Buchen doch höchstens 30% (bei Blutbuche) oder gar keine Vermehrung (bei den meisten ) der Mutanten beobachtet.
Merci für die Fotos, tormi!
Ja, das war eine schöne Exkursion. Die französiche Forstverwaltung hat in den letzten Jahren das Gebiet z. T. eingezäunt, Einzelbäume gesondert geschützt, Bäume in der Nähe, die die Buchen beschatten, abgeräumt... ist gut zu sehen, und auch der vierte Besuch dort war wieder spannend!
Les Faux heisst übrigens auch "Die Falschen, oder die Verrrückten", was ja auch sehr gut passt. Laut Literatur sollen noch bis zu drei drehwüchsige Castanea sativa dort vorhanden sein, aber bisher hat die noch keiner (?) gesehen...
Es gibt übrigens bereits Nachzuchten, generativ und vegetativ... bzw mehr davon demnächst. Bei Interesse bitte PN.
Auf dem seit kurzem angelegten Rundgang konnte man sich an diesen Krüppelbuchen sattsehen. Überall standen welche. Zeitweise war ich überfordert und wußte nicht welchen Baum ich ablichten soll. Einige herausstechende wollte ich aber noch hier zeigen.
Die poetische Ader ist mit durchgegangen deshalb habe mir erlaubt den nächsten zwei Baumgruppen einen Namen zu geben.
Bei den ersten beiden Bäumen handelt es sich um "die Brüder"
Eine Buche und eine Trauben-Eiche die ineinander gewachsen sind. Erwähnenswert ist, daß die Eiche erst halb so alt wie die Buche ist. Herr Dönig, der Buchenspezialist hat die Buche auf ein Alter von 120 JAhren geschätzt.
Eine Krausbuche führt zwei Trauben-Eichen zusammen. Auch hier ist das Alter der Buche höher als das der Eichen.
(es kann sich auch um eine zweistämmige Eiche handeln, erstere Version, gefällt mir besser )
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Zuletzt geändert von tormi am 28 Nov 2011, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
Das 1. Bild: Vor der Buche sind mir Pilze aufgefallen (wahrscheinlich Nebelkappen) beim genaueren hinsehen ist aufgefallen, daß diese Pilze einen sogenannten Hexenring gebildet haben, die Buche stand mehr oder weniger in der Mitte des Rings, alles verhext .
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Zuletzt geändert von tormi am 28 Nov 2011, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Tom,
ein toller Wald!
Ich habe unter viewtopic.php?t=9427 angefangen eine kurze Beschreibung anzulegen - vielleicht kannst Du sie noch etwas ergänzen
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten (Rabindranath Tagore)
Hallo Tom,
danke vielmals für die tollen Bildern und den hilfreichen Text dazu !!!
Ich war schon im Deister bei den Süntelbuchen, aber das ist vermutlich doch wenig gegen die "Hexen aus Verzy".
Pakenham schreibt in seinem Buch " die 60 größten und ältesten Bäume der Welt " von 800 "Korkenziehern ".
Super , Tom !
erfreut ist Baumlaeufer
P:S: Und danke an Stefan für die "Parkbeschreibung "
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran) www.na-tour-denkmal.de
Vielen Dank für die tollen Fotos. Sehen super aus !
tormi hat geschrieben: Die Buchen vermehren sich einerseits durch Aussaat, 70% der Samen fallen echt. Es hiess, dass es in dem Wald nur 5 fruchtende Süntelbuchen gibt. Diese Aussage hatte sich schnell als falsch erwiesen. Viele der Bäume hatten Früchte angesetzt (und ja, wir alle haben uns bei fruchtenden Bäumen zu Boden gestürzt um Saat zu sammeln).
Hier weitere Bilder
Da wird man ja richtig neidisch Bitte berichte dann.