Juglans-Nüsse

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fockea
Beiträge: 427
Registriert: 02 Mai 2010, 00:10

Juglans-Nüsse

Beitrag von fockea »

Ich habe an verschiedenen Orten in meiner Umgebung Walnussbäume stehen und stelle in diesem Jahr fest, dass einige Bäume Mengen an Nüsse mit einer schwarzen schlecht ablösbaren Hülle haben, während andere Bäume überhaupt nicht betroffen sind.
Ist das Problem auch anderswo ?
Ist das wirklich ein Insektenschaden? (eine Fliege ?)
Und was macht man dagegen, ausser die schlechten Nüsse entsorgen?
Fockea

wolfram
Beiträge: 3419
Registriert: 03 Mai 2007, 16:59

Beitrag von wolfram »

Hallo Fockea,
das habe ich vor 8 Tagen auch in der Pfalz beobachtet.
Viele Grüße, Wolfram

ApachePine
Beiträge: 707
Registriert: 25 Aug 2009, 13:33
Wohnort: Wien

Beitrag von ApachePine »

Bei meinen Großeltern stehen bis zu 10 Walnussbäume und auch in der Umgebung. Dieses Problem konnte ich dort nicht beobachten.

fockea
Beiträge: 427
Registriert: 02 Mai 2010, 00:10

Beitrag von fockea »

So sehen sie aus:

Fockea
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54 004.jpg
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bee
Beiträge: 4462
Registriert: 17 Okt 2008, 17:38
Wohnort: die Region, wo D an CH und F grenzt

Beitrag von bee »

Hallo,
hier am Hochrhein gibt es das auch.
Ich stamme selbst aus einer relativ walnussfreien Gegend, so dass ich das sehr häufige Phänomen hier für natürlich (ev. witterungsbedingt) gehalten habe.
Eigentlich ist es eher selten, dass alle reifen Nüsse an einem Baum eine schöne trockene aufplatzende saubere Schale haben.

Es muss aber lt. Info im Net alles durch diese Walnuss-Fliege verursacht sein.
Wenn die Nüsse aber erst fast ausgereift befallen werden, dann sind sie in der schwarzen feuchten Hülle nicht schlecht, sie lassen sich nur schlecht herauslösen und man hat eine ziemliche Schweinerei.

Ein Problem ist die Feuchtigkeit der Fruchtschale, vor allem wenn die Nuss schon am Boden lag. Dann ist meist schon ein Schimmelbefall der eigentlichen Nuss innen vorprogrammiert.
Ich glaube, viele Leute essen unwissentlich Walnüsse mit einem (beginnenden) Schimmelbefall, der sich geschmacklich noch nicht feststellen lässt und auch mit bloßem Auge (sofern man nicht kurzsichtig ist) kaum zu erkennen ist.

Wenn ich schon mal Nüsse gesammelt habe (vom Boden), lagere ich sie nicht lange. Auch von denen, die gut und trocken aussehen, sind nach kurzer Zeit ca. 30 Prozent mit (fast unsichtbarem ) weißen Pilzmycel befallen.

Das Bild hier zeigt es schon deutlich, ist aber nicht immer so.
http://www.gartendatenbank.de/photo/2008110501
Viele Grüße von bee

fockea
Beiträge: 427
Registriert: 02 Mai 2010, 00:10

Beitrag von fockea »

Ja, das kann ich bestätigen, der Grad des Befalls ist recht unterschiedlich und manchmal ist das Äussere der Nussschale, nach Entfernng der schwarzen Hülle, hell und nicht schwarz und der Inhalt sieht gut aus.
Schimmelbefall der Nuss habe ich bisher an gesunden Nüssen nicht festgestellt, wenn es zum Zeitpunkt der Ernte nicht gerade laufend regnet.
Ich trockne sie immer gleich an der Sonne und so bleiben sie gut bis zum nächsten Jahr.
Das Waschen der gefallenen Nüsse in einem Eimer Wasser habe ich schon bei Kleingärtnern beobachtet, nachgemacht und sie waren Innen nach dem Trocknen leicht schimmelig.( man muss da 3 X hingucken,kleine weisse Fäden)
Fockea

kurt
Beiträge: 3254
Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Ich habe vor 15 Jahren 4 Nussbäume gepflanzt und habe jetzt 6 durch natürliche Vermehrung, die schon reichlich tragen, etwa weitere 6 sind schon kurz davor. Ich lasse aus ihnen Öl pressen und meine Frau gibt sie in Kuchen.
Die von bee geschilderten Erscheinungen habe ich auch an manchen Nüssen. Nehme ich einfach hin und trockne alle, kann ja sowieso nichts dagegen unternehmen. Was nicht gut ist, schmeisse ich nach dem Entkernen einfach weg. Hier einige Tips.
Wenn man die ganzen Nüsse zuerst trocknet, lassen sie sich viel leichter aufschlagen und entkernen.
Zum Trocknen möglichst ein-, höchstens zweilagig ausbreiten, da sie sonst leicht verschimmeln.
Zum trocken an einen warmen, trockenen Ort legen. Im Freien nur mit einem Gitter darüber, da sich sonst Krähen, Elstern und Eichelhäher bedienen.
Die Kerne ebenfalls locker geschichtet aufbewahren, von Zeit zu Zeit umrühren, umschichten und kontrollieren, da sie sonst leicht schimmeln oder Maden auftauchen.
Höchstens ein Jahr aufbewahren, da sie sonst ranzig werden.
Das sind so meine Erfahrungen.

Gruss
Kurt

ApachePine
Beiträge: 707
Registriert: 25 Aug 2009, 13:33
Wohnort: Wien

Beitrag von ApachePine »

Ehrlich gesagt seh ich sowas zum ersten mal. Kann vieleicht daran liegen dass die Walnuss-Fliege noch nicht so weit verbreitet ist ?

Garten Prinz
Beiträge: 47
Registriert: 29 Jul 2010, 08:27

Beitrag von Garten Prinz »

http://www.themenpark-umwelt.baden-wuer ... 58;&btID=2


In Holland this insect is at present not found, I believe, but that will only be a matter of time.
Grüss aus Holland

fockea
Beiträge: 427
Registriert: 02 Mai 2010, 00:10

Beitrag von fockea »

Danke für den Link.
Ich habe gelernt:
Die Fliege wandert also schnell nach Norden und wird vielleicht in 5-6 Jahren die holländische Grenze Richtung Garten Prinz überschreiten.
2004 in Freiburg entdeckt und 2011 ist Ragoletis completa bei mir in Rheinhessen angekommen. ( ca. 400 km in 7 Jahren)
Die Geschichte erinnert mich an die Wanderung der Miniermotte vor ein paar Jahren.
Alles sehr traurig
findet
Fockea

ApachePine
Beiträge: 707
Registriert: 25 Aug 2009, 13:33
Wohnort: Wien

Beitrag von ApachePine »

Das erklärt wahrscheinlich auch warum ich keinen Befall an den Walnussbäumen meiner Großerltern und in der ganzen Umgebung beobachten konnte. Die Fliege ist in Polen noch nicht angekommen.

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