Pflaumenähnliche Frucht ---> Malus cv.

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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bee
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Pflaumenähnliche Frucht ---> Malus cv.

Beitrag von bee »

Hallo Baumfreunde,
diesen Baum bekomme ich nicht eindeutig bestimmt. Im Frühjahr zur Blütezeit ist er mir nicht aufgefallen.

Ende August und ebenso jetzt noch Ende September hängt er voll mit kleinen harten runden Früchten.

Ich dachte an eine Sorte von Prunus cerasifera - aber die Borke sieht eigentlich nicht nach Prunus aus. Alle anderen Prunus cerasifera, die ich kenne habe viel größere saftigere Früchte - und vor allem hängen da keine mehr am Baum (auch nicht bei Prunus cerasifera nigra).

Die Blätter haben keine Nektardrüsen und sind ca. 10 cm lang (ohne Stiel), die Früchte sind ca. 12-13 mm, haben einen kleinen kirschähnlichen Stein, der sich kaum löst. Geschmack süß-sauer, sehr astringierend.

Was ist das?
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Viele Grüße von bee

Wildrose
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Beitrag von Wildrose »

Laub und Rinde erinnern mich an Apfel, der Stein klingt eher nach Crataegus (immerhin nahe verwandt). Gibt es vielleicht Äpfel mit einem steinähnlichen Kern?

Gruß,
Wildrose

JDL
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Beitrag von JDL »

= Malus baccata, or more probably a hybrid of it.

grtjs

Jan

Wildrose
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Beitrag von Wildrose »

Hallo Bee,

mich würde noch interessieren, warum Du von einem "kirschähnlichen Stein" sprichst.
Hat das Kernhaus so eine harte Hülle?

Gruß,
Wildrose

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
ich glaube, ich muss noch mal so ein Früchtchen ernten und einen Querschnitt machen.

Ich habe das Innere tatsächlich für so etwas wie einen Kirschkern gehalten (1 Teil, ziemlich hart) - und bin deshalb nicht auf Apfel gekommen, obwohl kleinfrüchtige Zieräpfel hier ja schon öfter vorgekommen sind.

Vielleicht war der "Stein" aber nur die sehr harte "Außenhülle" des Gehäuses.
Äpfelchen - welcher Art auch immer - sehen ja immer wie Äpfel aus im Querschnitt.
Müssten an den hellen Flecken auf der Unterseite nicht noch Reste des Kelchs zu sehen sein? Diese hellen Flecken sind nur glatte Einbuchtungen.

Ich habe mal einen Querschnitt von Malus baccata gesucht:
http://www.flickr.com/photos/pancrat/14 ... otostream/
Viele Grüße von bee

JDL
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Beitrag von JDL »

bee hat geschrieben: Müssten an den hellen Flecken auf der Unterseite nicht noch Reste des Kelchs zu sehen sein? Diese hellen Flecken sind nur glatte Einbuchtungen.
/
this species has deciduous calyx

grtjs

Jan

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
danke für die Bestimmungshilfe, an der "Diagnose" gibt es nicht zu deuteln.

Gestern als ich das mit den Kelchblättern schrieb, hatte ich den Fitschen nicht zur Hand.
Heute habe ich nachgelesen: wenn der Kelch (bei der vollreifen Frucht, das ist wohl wesentlich) als Ganzes unter Zurücklassung einer Narbe abgefallen ist, führt das bei nichtgelappten Blättern geradewegs zu Malus hupehensis oder zu Malus baccata aggr.

Mir ist nur immer noch ein Rätsel, wie ich Apfelgehäuse und Kirschkern miteinander verwechseln konnte (verd... noch mal !), ich hatte die Frucht allerdings nur mit dem Fingernagel aufgebrochen.

In den nächsten Tagen werde ich noch eine Frucht untersuchen und die Bilder hier einstellen.
Viele Grüße von bee

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
hier kommen die Fruchtdetails - inkl. freigelegtem Kerngehäuse, was ich für einen echten Kern gehalten hatte.

Früchte im Querschnitt max. 15 mm, 4-5 Fächer
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Malus baccata aggr. Fruchtquerschnitt.jpg
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Malus baccata aggr. Fruchtlängsschnitt.jpg
Malus baccata aggr. Fruchtlängsschnitt.jpg (21.92 KiB) 4601 mal betrachtet
Viele Grüße von bee

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
Ergänzung: der Baum hatte im Frühjahr dunkel-rosa-rote Blüten.
Muss man da von einem "Blutapfel" im weiteren Sinn ausgehen?

Ich tippe jetzt auf Malus x moerlandsii ‘Profusion’, was halten die Apfel-Spezis davon?
Viele Grüße von bee

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