Mahé 42 ---> Citrus sinensis (Syn. Citrus (x) aurantium var. sinensis)

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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bee
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Mahé 42 ---> Citrus sinensis (Syn. Citrus (x) aurantium var. sinensis)

Beitrag von bee »

Hallo Baumfreunde,
was mag das wohl sein?
Im Prinzip ist das ein simples Rätsel! Ganz im Gegensatz zu den anderen Tüfteleien heute hier, aber das ist nur meine Meinung - und ich kenne ja die Lösung :)

Aber der Anblick hier entspricht nicht ganz dem Eindruck, den viele Baumfreunde - auch „Nichtfernreisende“ - sich vielleicht selbst schon mal machen konnten...

Wie heißt dieser Baum mit essbaren Früchten?

Lösungsvorschläge bitte per PN, Auflösung nicht vor Sa. dem 26.12. (abends).
Viel Spaß!
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Viele Grüße von bee

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
Wolfram und Wolfachim haben sehr schnell die Gattung erkannt, ich gratuliere! Ob sie die Art meinen, die ich meine (und gegessen habe) ist allerdings noch etwas unklar (die Synonyme ...)

Also bitte auch den in Deutschland üblichen Trivialnamen angeben, dann weiß ich, was gemeint ist :wink:
Viele Grüße von bee

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
es ist komplizierter, als ich dachte... alle Antwortenden haben die richtige Gattung und fast alle eine andere nicht zutreffende Art.

Ich gratuliere natürlich trotzdem Stefan, Frank, Karola, Cryptomeria-Wolfgang und Campoverde zu richtigen Gattung.

Die Art zu finden - anhand der Bilder und ohne mein beschreibendes Geschreibsel - ist wahrscheinlich sehr schwierig, weil der Baum auch etwas untypisch scheint.

Es ist nicht: Bitterorange (C. aurantium var. aurantium), C. x latifolia (C. aurantiifolia) (Limette), C. maxima (Pampelmuse oder ähnlich wie Grapefruit C. x paradisii),
Citrus ichangensis ( Ichang-Papeda, Ichang-Zitrone).

Bitterorange scheidet aus (wahrscheinlich nicht optisch), sondern weil ich geschrieben habe: essbar (damit meine ich roh und reif und ohne das Gesicht zu verziehen)

Pampelmusen o.ä. (unreif) und C. ichangensis (so kompliziert kann das als "einfaches" Rätsel eigentlich nicht gemeint sein) scheiden aus, weil da der Blattstiel m.A. sehr viel breiter geflügelt (Pampelmuse) oder fast so groß wie das eigentlich Blatt (C. ichang.) ist.

Bei Limette (C. aurantiifolia) ist das Blatt (und die Früchte, reif oder unreif) kleiner, der Blattstiel ist ganz schwach geflügelt.

Ich glaube jedoch, dass man nicht immer so ganz nach der Größe des Blattstielflügels gehen kann, ich kenne z. B. Pampelmusen mit extrem geflügelten dreieckigen Flügel, sowie C. aurantium (Bitterorange, Straßenbäumchen in Spanien) mit ganz schwach geflügeltem Stiel und nicht so wie hier (Link von Wolfachim - danke!)
http://www.steffenreichel.homepage.t-on ... tenbl.html

Von meiner Art heißt es allg.: schwach geflügelter Stiel, oben im Link ist er ohne Flügel abgebildet, mein Baum hat stärkere Blattflügel (auch die starken Stammdornen haben mich überrascht)

Das kommt vielleicht daher, dass es sich hier nicht um eine spezielle Kultursorte handelt, sondern um etwas relativ "Ursprüngliches", was auch noch in einem nicht optimalen Klima wächst (Die Art an sich wird bei Wiki als aus einem Hybrid entstanden beschrieben. Kein Wunder also, dass der Habitus so unterschiedlich ausfallen kann)

Ganz am Anfang sagte ich: einfaches Rätsel - das meinte ich auch so :lol:
Wenn die Früchte reif sind, schmecken sie ganz normal (sieht man von den vielen Kernen und den harten Häutchen mal ab, auch die Schale löst sich nicht so leicht wie bei den Kultursorten). Der Geschmack ist fruchtig, süß-sauer (aber nicht so sauer wie Zitronen), deshalb wird auf den Sey. oft Saft daraus gemacht (noch ordentlich Zucker dazu) aus den "Local ...".

Die Kultursorten werden zwischen dem 20. und 40. Breitengrad angebaut. Tropisch mag der Baum gar nicht so (oft viele kleine Früchte) und die typische Farbe wird nicht erreicht. Ich habe mal gelesen, dafür sei eine kleine Kälteperiode notwendig bzw. ausgeprägtere Jahreszeiten (den Text finde ich aber nicht mehr).

Die Frucht (in ihrer vollendeten veredelten Form) ist durchaus typisch für Weihnachten!!
Viele Grüße von bee

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Beitrag von bee »

Liebe Baumfreunde,

ich wünsche Euch allen ein ganz frohes Weihnachtsfest!!

Und ich bin ziemlich sicher, dass Ihr die gesuchte Frucht gerade zu Hause habt, wenn Ihr keine xxxxxxx-Allergie habt, falls es so was gibt!!

Die Früchte hier sind noch unreif, sie werden noch etwas größer, die Schale verfärbt sich noch etwas - im geeigneten Klima und bei Kultursorten verfärbt sie sich noch fast in die Komplementärfarbe!
Man kann diese "local xxxxxxx" jedoch auch so unreif verwenden, statt Zitrone zum Fisch oder zum Salat anrichten.

Anke überlegt sich auch noch die Art, auch auf Haiti gibt es so diverse Citrus-Sorten... aber die Stammdornen und die Blattflügel geben Ihr wie allen noch Rätsel auf.

Im Prinzip sind die Bilder nur ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich gezüchtete Sorten und etwas relativ "Urwüchsiges" sein können.

Die Stammdornen habe ich auch nur an diesem einzelnen Baum gesehen, vielleicht bedingt durch den Standort, felsiger Untergrund??
Andere kleinere Bäumchen der gleichen Art hatten keine sichtbaren Dornen.
Im Tropenpflanzen- und Mittelmeerführer (beide von A. Bärtels) steht etwas von Zweigdornen, dünn, stumpf, gelegentlich fehlend.
(Da steht auch - ganz am Rande - etwas von starken Blattflügeln bei Grapefruit und Pampelmuse und auf dem Bild dazu sind so gut wie keine Blattflügel erkennbar!!)
Viele Grüße von bee

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo, liebe Baumfreunde,
am 3. Weihnachtstag :lol: komme ich zur Auflösung.

Frank und Anke kann ich übrigens noch zum Herausfinden der richtigen Art (per "Mengenlehre", was bleibt denn noch) gratulieren!!

Die Antwort ist Citrus sinensis (Syn. Citrus (x) aurantium var. sinensis) (Familie Rutaceae).
Obwohl vom Blatt her - was man darüber liest, käme eher C. aurantium (Syn. Citrus (x) aurantium var. aurantium), die Bitterorange (Pomeranze) in Betracht, wie Wolfram und Wolfachim ganz richtig erkannt haben.

Es ist aber eine ganz normale Apfelsine bzw. Orange, die allerdings im Seychellenklima nicht so orange wird und auch etwas saurer bleibt. (Da gehen die Meinungen auseinander.)
Der „Local Orange Juice“, den man in manchen Lokale erhält, ist ausgepresster Saft mit Wasser verdünnt und Zuckerzusatz (also kein reiner Saft).
Auch in Obstsalaten und als Zutat zu warmen Gerichten wird die Frucht verwendet.
Die Früchte sind also definitiv nicht zu sauer oder zu bitter und roh und unverarbeitet essbar - das schwöre ich hoch und heilig.

Laut GRIN und Artenliste 2008 sind die erstgenannten Namen heute gültig.
Bei Wiki werden die Synonyme bevorzugt (mit Hybriden-x dazwischen).
Man nimmt an, dass beide Arten bzw. Unterarten als Hybride aus gleichen Eltern (C. reticulata, Mandarine und C. maxima, Pampelmuse) vor sehr langer Zeit entstanden sind.
Kein Wunder also, dass die Ähnlichkeiten so groß sind und das gewisse Merkmale schwanken können, vor allem bei nicht hoch gezüchteten Exemplaren.
Viele Grüße von bee

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