seltsame Baum-"Perlen"

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Knubbelsucher
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seltsame Baum-"Perlen"

Beitrag von Knubbelsucher » 25 Mai 2009, 15:02

Liebe Baumfreunde,
vielleicht könnt Ihr mir bei einer Frage weiterhelfen, die mich schon seit Jahrzehnten beschäftigt: An manchen Bäumen (meist Laubbäumen) finden sich Auswüchse, die bis zu einem Durchmesser von 20 cm groß werden können, meist aber so zwischen 2 und 10 cm sind. Von mir kurz 'Knubbel' genannt. Sie sind NICHT Bestandteil des Stammes, sondern sitzen nur mit einigen dornartigen Spitzen im Cambium und werden von dort versorgt. Sie sind nicht hohl, haben die gleiche Holzqualität wie der Stamm und wachsen jedes Jahr ein Stück weiter. Wodurch werden diese Knubbel hervorgerufen? Krebsartig sind sie nicht. Am häufigsten finde ich sie an Eichen, Buchen, Weiden, Erlen und Wildkirschen, aber auch an Edelkastanien, Platanen und Nußbäumen. Bei Nadelbäumen sind sie dagegen meistens mit dem Stammholz verbunden und wachsen muschelförmig, bzw. sehen aus wie eine Hand, die mit dem Handgelenk mit dem Stamm verbunden sind. Wenn Ihr mir weiterhelfen könnt herauszufinden was die Ursache ihres Wachstums ist, würde ich mich sehr freuen. Wenn Ihr es nicht wisst, kennt Ihr vielleicht jemanden der mir weiterhelfen kann. Bisher konnte mir niemand eine vernünftige Erklärung bieten; kein botanisches Institut, kein Förster oder sonstwer.
:?:

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb » 25 Mai 2009, 17:52

Hallo Knubbelsucher,

diese Knubbel sind einfach gesagt hormonelle Störungen der Bäume.
Irgendwas regt meristematische Punkte, meistens schlafen Augen - also versteckt sitzende Knospen, zu solchen Wucherungen an.
Was genau lässt sich nicht genau feststellen, wäre mal was für 'ne Diplomarbeit. :)

Gruß
Bernd
Zuletzt geändert von Mahaleb am 26 Mai 2009, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.

Knubbelsucher
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Beitrag von Knubbelsucher » 25 Mai 2009, 21:31

Hallo Bern,
danke für Deine prompte Antwort. Deine Erklärung klingt zwar verlockend, doch spricht die Tatsache, dass diese Knubbel absolut keine Verbindung zum Stamm haben dagegen. Jedes Auge treibt doch eigentlich von der Mitte aus; eventuell stimmt es ja für die Nadelbäume. Übrigens scheint es möglicherweise mit dem Standort zusammenhängen (Bodenbeschaffenheit, Feuchte). In manchen Wäldern finde ich nicht einen Baum damit, in anderen hat jeder 10. einen oder mehrere davon. Meistens im unteren Stammbereich, selten höher als 3 m; ganz selten sogar auf den Ästen. Mittlerweile habe ich etwa über 3000 St. gesammelt, die kleineren zu Schmuck verarbeitet, die größeren zu Türknäufen und die mittleren zu Handschmeichlern und Pfeifen.

Gruß
Hans

campoverde
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Beitrag von campoverde » 25 Mai 2009, 21:42

Hallo,
könntest Du evt ein paar Bilder einstellen? Wenn mgl auch eines, was die von Dir beschriebene Verbindung zum Kambium zeigt?
Danke.

Knubbelsucher
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Beitrag von Knubbelsucher » 25 Mai 2009, 22:27

Hallo,
anbei ein leider unscharfes Bild, werde morgen versuchen ein schärferes zu machen. Die Knubbel sind von Eiche, Buche und Erle.

Gruß
Hans
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Knubbelsucher
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Beitrag von Knubbelsucher » 25 Mai 2009, 22:52

Gruß an alle,
anbei bessere Bilder.

Hans
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Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb » 26 Mai 2009, 18:36

Knubbelsucher hat geschrieben:Deine Erklärung klingt zwar verlockend, doch spricht die Tatsache, dass diese Knubbel absolut keine Verbindung zum Stamm haben dagegen. Jedes Auge treibt doch eigentlich von der Mitte aus; eventuell stimmt es ja für die Nadelbäume. Übrigens scheint es möglicherweise mit dem Standort zusammenhängen (Bodenbeschaffenheit, Feuchte).
Hallo Hans,
was spricht aus Deiner Sicht gegen eine hormonelle Fehlsteuerung?
Betrachtet man die Ausbildung des Xylems genauer, so scheint hier der primäre Impuls des Streckungswachstums zu fehlen und der sekundäre Impuls des Breitenwachstums maßgeblich zu wirken. Genau diese Zusammenhänge sind eine wissenschaftliche Betrachtung wert, diese erfolgte aber so weit ich weiß noch nicht so detailliert, weil eine pathogene Wirkung fehlt.

Gruß, Bernd

Knubbelsucher
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Beitrag von Knubbelsucher » 26 Mai 2009, 22:39

Hallo Bernd,
wenn Du recht mit Deiner Vermutung hast, ergibt sich für mich die Frage wieso gibt der Baum eine Xylemzelle nach draußen ab, sie quasi als Phloem behandelt, anstatt sie dem Zellverband des Stammwuchses zuzuführen und Frage 2: wieso sie dort weiterwächst? Vielleicht WEIL der Zelle ein Wachstumsimpuls fehlt? Eine Selbstheilungsreaktion? Aber warum bleibt der Impuls aus?
Die Knubbel weisen im Aufbau die gleichen Strukturen wie der Stamm und die Äste auf, dennoch fehlt jede Richtung im Wachstum (im Anschnitt ähnlich wie Wurzelholz); meist ist das Ergebnis rund, doch ich habe schon die skurrilsten Formen gefunden.

Grüße
Hans

ElLobo
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Beitrag von ElLobo » 24 Jun 2015, 11:00

hier mal ein Link über die "Gnubbels"

http://www.auenwaldmanufactur.de/knollen.html

Spinnich
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Beitrag von Spinnich » 24 Jun 2015, 12:40

Hallo ElLobo,
schön, dass Du den Beitrag nochmal augegriffen hast.
Es scheint ja nach wie vor nur Vermutungen (Wundverschluß, Pilzinfektion etc.) über die Ursache zu geben.

Man findet einiges zum Vorkommen und der Varianz der Gnubbel.
Auf der Seite von Baumling werden z.B. die mitunter als Erklärungsversuch vermuteten Ursachen angezweifelt und man hält die Ursache für noch ungeklärt.
Baumling
weitere Links mit Fundhinweisen, zur Verwendung, Bearbeitung und mit den genannten Erklärungsversuchen:
http://www.roterdorn.de/inhalt.php?xz=rezi&id=9468
http://hallo.machwerkstatt.de/2014/01/l ... ch-callus/
http://www.medizinschmuck.de/Baumperlen.htm
https://steinegarten.wordpress.com/2014 ... aumperlen/
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/ ... n-1.758233
http://www.messerforum.net/showthread.p ... -Baumperle
http://mein-waldgarten.blogspot.de/2012 ... chler.html

tolles Thema, das man ruhig mal weiter beleuchten sollte.
Die Baumperlen sind mir bisher noch nie aufgefallen, mal sehen ob sich das ändert, wenn man genauer darauf achtet.

Gruß Spinnich :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Smiley
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Beitrag von Smiley » 24 Jun 2015, 19:32

Wie wäre es mit Agrobacterium tumefaciens?
Die Bakterien schleusen DNA in die Pflanzenzelle und programmieren sie so um, dass Nahrung für die Bakterien hergestellt wird. Es entstehen Knollen, in denen die Kolonien leben.

AelruinoBrangwin
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Beitrag von AelruinoBrangwin » 08 Jul 2015, 14:12

Auch ich hätte spontan einen Bakterien oder Pilz"befall" vermutet..

Herbert Hitsch
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Beitrag von Herbert Hitsch » 08 Apr 2016, 21:15

Hallo
Ich bin seit Jahren begeisterter Knubbel Sucher, meines Erachtens ist das ein Selbstschutz des Baumes, um einen kleinen, abgebrochenen Äst abzustossen , bevor der Fäule in den gesunden Stamm ein schleppen kann. Wenn man Knubbel auseinander sägt, sieht man im Inneren immer Altholz.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 08 Apr 2016, 23:05

Hallo,

gibt es auch Fund-Fotos, also Fotos mit Knubbeln an den Bäumen?

Viele Grüße

Denise Bloodmoon
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Re: seltsame Baum-"Perlen"

Beitrag von Denise Bloodmoon » 23 Feb 2018, 13:32

Diese Baumperlen enstehen durch Schadstoffe oder Stoffe, die der Baum nicht mehr braucht. Er scheidet sie aus, indem er diese Tränen bildet, die hinaus wachsen. Für spirituelle Menschen haben diese Tränen positive Energie.

Grüße, Denise

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