Deformierte Kiefern

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baumlaeufer
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Deformierte Kiefern

Beitrag von baumlaeufer »

Hallo Baumfreunde,
was aus dem Kuriositätenkabinet gefällig? in Gryfino/Polen an der Oder gibt es einen Wald mit eigenartig gebogenen Kiefern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Krummer_Wald
Vielleicht können wir den Leuten bei wikipedia helfen, denn die haben m. E. auch nur eine sehr wage Deutung für den Krummwuchs der Kiefern. Ich hab mal ein paar Bilder beigefügt.
Meine genauen Angaben über den Fundort der Kiefern habe ich im Nationalparkzentrum Unteres Odertal in Criwen bekommen, aber die dort tätigen Ranger haben von ihren polnischen Kollegen auch keine eindeutige Begründung für die Missbildung bekommen. Gebogen für Wagenräder hörte ich da... aus Kiefernholz ???
Es kann doch keine Rolle spielen, daß entlang des Waldstückes eine 60 cm dicke Fernwärmenleitung läuft.
neugierig ist
Baumlaeufer-Wolfgang
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Klarer Fall in meinen Augen...
Denen wurden in früher Jugend die Terminalen gekappt, vielleicht ja wirklich zur Wagenradgewinnung, obwohl man für ein solches Holz auch zurechtbiegen, bzw. ein Rad aus einzelnen, zusammengesteckten Elementen basteln kann... Jedenfalls wuchsen sie dann dergestalt nach, daß der neue Stamm wieder mehr oder weniger über dem Wurzelstock zu stehen kommt, um allzu heftige Ungleichgewichte in Wurzelwerk/ oberirdischer Masse zu vermeiden.

Grüße, Andreas

PS: Verschiebe mal nach Sonstiges.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ich stimme Andreas zu. Das erste Foto gefällt mir besonders gut. Toller, außergewöhnlicher Blick. Solche Kiefern en masse habe ich noch nicht gesehen.Wer das Skurile, Außergewöhnliche mag wie ich, kommt hier auf seine Kosten.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

Ich denke auch, daß hier die menschliche Hand im Spiel war. Zuerst dachte ich an sowas wie Hochwasser und Eisgang, aber bei 400 Bäumen, die alle fast gleich aussehen, kann das kaum sein. Es muß doch noch so ein paar alte Gryfinojaner geben, die die Bäume noch in jung kennen.

Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

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baumlaeufer
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Krumme Dinger

Beitrag von baumlaeufer »

Neugierige,
ja, die Fage nach der menschlichen Hand bleibt. Wenn die Terminale gekappt wird ...und weitere Nebenäste notwendigerweise.... bleiben dann nicht ähnliche Verwachsungen wie bei Hutebäumen zurück wie z. B Überwallungen??
Gryfino hieß bis zum Ende des 2. Weltkrieges Greifenhagen. Da werden die Bäumchen m. E. mindestens 15 Jahre alt gewesen sein, als die überwiegende Mehrzahl der deutschstämmigen Bevölkerung abgewandert ist.
Übrigens steht jetzt vor dem Wald ein nicht sehr ansehnliches 6-stöckiges Reihenhaus, typisch polnische Baumweise, hier würde man Plattenbau dazu sagen. Allerdings steht das Haus allein auf weiter Flur neben Wald und Industrie.Die Bewohner tun mir etwas leid, da kann auch der kuriose Wald sie vermutlich nicht erheitern.
Gruesse vom Baumlaeufer-Wolfgang
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

"als die überwiegende Mehrzahl der deutschstämmigen Bevölkerung abgewandert ist. "
das ist etwas zu freundlich! !

Beste Grüße
Klaus[/quote]

EDIT: Ich möchte Euch beide darum bitten, derartige Diskussionen ausschließlich außerhalb des baumkunde. de Forums zu führen. Die Bemerkungen haben mit dem Thema nichts tun und sind somit hier auch fehl am Platz !

Tanne
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Beitrag von Tanne »

Ach ja!? Und " die Deutschen waren zu Besuch in Polen" wäre dann deiner Ansicht nach ein "passenderer" Ausdruck?

EDIT: Ich möchte Euch beide darum bitten, derartige Diskussionen ausschließlich außerhalb des baumkunde. de Forums zu führen. Die Bemerkungen haben mit dem Thema nichts tun und sind somit hier auch fehl am Platz !

Knick
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Beitrag von Knick »

Die Erklärung mit den gekappten Torminaltrieben halte ich für unwahrscheinlich, da alle Bäume sich in die gleiche Richtung krümmen. Auch müsste dann eigentlich Zwiewuchs auftreten. Wenn menschlicher Einfluss das absichtlich bewirkt hätte um solch gebogenen Stämme zu erzielen, hätten sie sicher auch verschiedene Wuchsrichtungen, da man dann den stärksten neuen Trieb stehenlässt und warum sollte der bei jedem Baum in die gleiche Richtung gebogen sein?
Was wirklich sinnvolles fällt mir aber auch nicht ein, nur Erdstrahlen, Leylines, UFO-Landung... :shock:

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

an dieser Stelle möchte ich die Glocke läuten :roll: ... und zum Thema bitte.... :wink:
Wer und warum war nun der Baumbieger am Werk? Uri Geller ist bekanntlich kein Pole und lebte da noch nicht!
Baumlaeufer-Wolfgang

zusatz oh sorry.. Knick war schneller , sehe ich gerade:Danke für den Einsatz
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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

ich habe keine Ahnung und stelle einfach mal eine Idee in den Raum:

Könnte es sein, dass dieser Wald längere Zeit unter Wasser stand? Man sieht ja z. B. in den Everglades auch solche merkwürdigen Formen, die dort offenbar mit dem Wasser zu tun haben.

Gruß Frank

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

Soweit ich weiß, vertragen Kiefern keine längere Überschwemmung. Ich denke trotzdem, daß das Ganze menschlich entstanden ist. Terminale ab bzw. hinuntergeknickt (dadurch die gleiche Richtung) und dann den neuen Trieb in Form gebracht und gehalten.

Viele Grüße
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kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo

Formung durch frühzeitiges Biegen ist sehr wahrscheinlich. Zur grossen Zeit der Holz-Segelschiffe gab es in England ganze Eichenwälder, deren Aeste mit Seilen und Latten so verspannt wurden, das sie einen halbkreisförmigen Wuchs bekamen und dann schon die Form hatten, wie es für die Versteifung des Schiffsrumpfes erforderlich war.

Gruss
Kurt

Raimond Mesenbrink
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Beitrag von Raimond Mesenbrink »

Hallo,

Bootsbau vermute ich auch.
Im Spreewald werden dazu auch Kiefern verwendet, diese werden für den Kahnbau aber über Feuer gebogen.

Viele Grüße

Raimond

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Raimond

Bei meinem Beispiel aus England hatte man durch das Spannen auch noch nicht die millimetergenaue Form. Die benötigten Balken waren aber wohl erheblich grösser als die für einen Spreekahn benötigten. Die definitive Biegung ist dann wohl auch über Feuer erfolgt, aber viel einfacher als von einem geraden Stamm aus.

Gruss
Kurt

Harztroll
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Beitrag von Harztroll »

Die Idee ist gar nicht so übel, find ich sogar realistischer als die Sache mit dem Radbau. Denn schließlich befindet sich der Ort direkt am Unterlauf der Oder, wo es viele kleinere Wasserläufe gibt, so daß der Bau entsprechender Kähne durchaus wahrscheinlich ist.

Hab grad gelesen, daß die Stadt schon 1280 das Recht der freien Schiffahrt auf allen pommerschen Gewässern hatte und 1873 eine Dampfschiffreederei gegründet wurde, die den Güterverkehr zwischen Schwedt und Stettin betrieb. Zusätzlich lag die Stadt am Großschiffahrtsweg Berlin–Stettin. Schiffahrt war also von ziemlicher Bedeutung, und warum sollte es da dann nicht auch Firmen gegeben haben, die Boote und Schiffe gebaut haben.

Viele Grüße
Zuletzt geändert von Harztroll am 18 Jul 2008, 13:35, insgesamt 2-mal geändert.
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