Meßfelder Eiche bei Hungen, Register-Nr.: 3981

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Rainer Lippert
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Meßfelder Eiche bei Hungen, Register-Nr.: 3981

Beitrag von Rainer Lippert » 27 Jan 2015, 18:00

Hallo,

die Meßfelder Eiche ist in der Literatur bisher unbekannt. Sie steht in der Nähe einer Eisenbahnstrecke auf einer Lichtung am Waldrand. Die Eiche macht nicht mehr den besten Eindruck, die untersten Äste sind abgebrochen. Umfang und Höhe hat im September 2014 7,25 m und 20 m betragen. Sie steht bei Hungen, Landkreis Gießen. Koordinaten: 50.48532674785088, 8.874940127134323.

Viele Grüße,

Rainer
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ElLobo
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Beitrag von ElLobo » 28 Jan 2015, 16:02


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Meßfelder Eiche bei Hungen, Register-Nr.: 3981

Beitrag von ElLobo » 11 Jul 2015, 17:47

Ich habe heute die Meßfelder Eiche in der Gemarkung Hungen (Wüstung Meßfeld) besucht
sie steht unweit der Bahnstrecke Hungen-Gießen
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Gabi Paubandt
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Beitrag von Gabi Paubandt » 11 Jul 2015, 22:46

Wirklich beeindruckend!
Gruß Gabi

Spinnich
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Beitrag von Spinnich » 01 Jan 2017, 04:03

Hallo Wolfgang,

frohes neues Jahr, und gönn Dir mal eine Mütze Schlaf!

Ich weiß, das Register liegt Dir am Herzen, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Selbst ich werde mich nach einem letzten Schlummertrunk gleich mal auf's Ohr hauen und von all den schönen Bäumen träumen die hier schon gezeigt wurden, oder die es noch zu entdecken gibt. :roll:

Lg Spinnich :P :P :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr » 02 Jan 2017, 07:12

So eine Beschilderung mit realistischer und nicht vom "Besitzerstolz" der Gemeinde großzügig aufgerundete Altersschätzung findet man auch nicht allzu oft :-)

Gruß André
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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert » 02 Jan 2017, 08:16

Hallo André,

die Altersschätzung kommt glaube ich vom Deutschen Baumarchiv, von Stefan Kühn. Es gab mal einen Zeitungsbericht über die Eiche, da hat Stefan Kühn eine Exkursion zur Eiche geleitet. Und da wurde glaube ich auch diese Jahreszahl von ihm genannt.

Viele Grüße,

Rainer

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Beitrag von Ratatöskr » 02 Jan 2017, 08:17

Das könnte gut passen ja- das DBA ist ja auch sehr vorsichtig bzw. zurückhaltend wenn es um Altersschätzungen geht :-)
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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert » 02 Jan 2017, 08:21

Was Altersschätzungen angeht, könnte das DBA mit mir verwand sein :roll: Ich gehe ja auch fast immer von einer etwas niedrigeren Jahreszahl aus, wie die meisten anderen. Auf meiner Seite ist die Eiche sogar noch jünger :wink:

Viele Grüße,

Rainer

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Beitrag von Ratatöskr » 02 Jan 2017, 09:49

Das stimmt Rainer- du bist der "geizigste" Jahresschätzer ;-) :-)
Ich war immer großzügiger , aber in vielen Fällen war mit meine 1,5 cm Zuwachsannahme zu gering angesetzt, neuerdings versuche ich immer die ersten 100-150 Jahre gesondert einzurechnen (stärkeres Wachstum und die Standortbedingungen - Bodengüte, Wasserversorgung, Klein- und Regionalklima- mit zu berücksichtigen. Ich kenne Eichen die, zumindest in den letzten Jahren beinahe 2,5 cm p.a. zugelegt haben und andere, die nicht mal auf 1,5 cm kommen, besonders solche an armen, trockenen und steinigen Abhängen,

Gruß André
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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert » 02 Jan 2017, 10:06

Diesen Image habe ich mir auch hart erkämpft, André :roll: Dann warte erstmal, wenn das Eichenbuch von Jeroen Pater auf den Markt kommt. Dann habe ich viele Methusaleme auf meiner Seite stehen :roll: Er setzt nochmal alle Eichen niedriger an wie ich. Da ist auch die Ivenacker Eiche oder die Grabeiche kaum 700 Jahre alt. 500-jährige gibt es da auch nur ganz selten.

Mein Paradebeispiel sind immer die zwei Eichen bei Aschach. Ich messe sie seit 25 Jahren regelmäßig. Die Dreifaltigkeitseiche hat einen Umfang von 7,54 m und wächst jedes Jahr 2,5 cm. In 50 m Entfernung steht die Marieneiche, beim Hauptbild links zu sehen. Diese hat einen Umfang von 5,57 m, wächst aber nur 1,2 cm im Jahr. Diese könnte also sogar Älter sein, obwohl 2 m weniger Umfang. An diesem Beispiel sieht man schön, dass man den Standort und die Bodenbeschaffenheiten nicht zu sehr überbewerten sollte. Auch der gerne genommene Vergleich mit Eichen der Region, deren Alter duch Jahrringzählung bestimmt wurde, wird mit diesem Beispiel zweier eng beinander stehenden Eichen ad absurdum geführt.

Viele Grüße,

Rainer

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Beitrag von Ratatöskr » 02 Jan 2017, 10:54

Pater setzt das Alter niedriger an als Du Rainer ? Wie begründet er denn das- gerade die Große Eiche Ivenack (Ringeiche) gilt doch als sehr gut untersucht und sowohl das Blanksche Gutachten welches auf der Jahresringanalyse der letzten , ich glaube anderthalb Jahrhunderte fußt , als auch der selbst für Eichen eher geringe heutige Stammdickenzuwachs pro Jahr sprechen ja eigentlich für ein Alter von deutlich über 850, wahrscheinlich gar von über 900 Jahren. Ähnlich die Grabeiche die ebenfalls sehr langsam wächst und die manche (du erinnerst dich ja an das Gutachten, das ich dir mal zukommen ließ) auch durchaus nicht ohne fundierte Argumente auf um die 1000 Jahre schätzen. :-O
Man könnte die Eichen nur dann deutlich niedriger ansetzen, wenn man postuliert, dass sie Jahrhunderte lang recht zügig wuchsen- aus meiner Sicht sprechen die Klimaverhältnisse ab dem Spätmittelalter und vor allem in der frühen Neuzeit (Kleine Eiszeit etwa von 1400-1880 -also fast 5 Jahrhunderte- mit Maunder- (1645-1715 und Dalton Sonnenminimum 1790-1830 ) daraus folgend lange . strenge Winter, kurze kühle Sommer udn eine insgesamt deutlich reduzierte Vegetationsperiode im Jahr eher für das Gegenteil. Ein, verglichen mit heute, deutlich reduziertes Jahresdickenwachstum- das bedeutet, dass man die meisten Eichen eher höher denn niedriger veranschlagen müsste, schlicht, weil sie früher langsamer wuchsen als heute und man die heutigen Zuwächse nicht extrapolieren kann.

Was individuelle Unterschiede anbelangt hast du natürlich Recht, wobei die beiden Eichen die du schilderst wirklich beinahe das obere und untere Extrem des Möglichen darstellen.

Beste Grüße
André
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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert » 02 Jan 2017, 11:32

Ja, es gibt eigentlich keine Eiche, die er Älter einschätzt wie ich auf meiner Seite. Die meisten Eichen schätzt er wie gesagt sogar jünger ein. Wir haben darüber schon sehr viel gesprochen. Er sieht die jungen Jahren bei Eichen als sehr schnell wachsend an. Als noch schneller wie ich. Das beruht auch auf Untersuchungen von Friedenseichen, die 1871 gepflanzt und heute schon teilweise über 5 m Umfang haben. Er hat auch zu vielen Eichen alte Messwerte von vor über 100 Jahren gefunden, woraus ersichtlich ist, dass diese doch recht schnell wachsen. Dann noch das erhöhte Wachstum in jungen Jahren. Also bei mir ist eine Eiche mit 8 m Umfang um die 350 Jahre, bis maximal 400 Jahre alt. Wenn ich keinen anderen Anhaltspunkt habe. Ich rechne da mit knapp 2 cm im Jahr und für die jüngeren Jahre nochmal grob 50 Jahre abgezogen. Bei Pater muss eine 8-m-Eiche aber schon froh sein, als 300-jährig zu gelten :roll:

Und so schlecht können die Wachstumsbedingungen in der kälteren Zeit auch nicht sein, da es fast 20 Eichen mit mehr als 11 m Umfang gab. Die Dagobertseiche hatte ja auch fast 15 m Umfang. Diese Eichen müssten dann ja um die 2.000 Jahre alt gewesen sein, wenn die Wachstumsbedingungen so viel schlechter wie heute waren. Die Natur hat sich auch irgendwie den schlechteren Witterungsverhältnissen angepasst. Ich komme aus einer Weingegend. Überall sind Weinberge zu sehen. Und wo kein Wein angebaut wird, sieht man verfallene und abgerutschte Weinbergsmauern von früher. Die angebaute Fläche war in meiner Region im Mittelalter fast doppelt so hoch wie heute. Und jetzt werden wieder vermehrt Weinberge angelegt, mit der Begründung, das wärmere Klima würde das begünstigen. Aber früher gab es noch viel mehr Rebfläche, obwohl es deutlich kälter als heute war. Ok, der Vergleich hinkt jetzt etwas, sollte man aber auch nicht ganz außer Acht lassen.

Viele Grüße,

Rainer

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Beitrag von Ratatöskr » 02 Jan 2017, 11:43

Naja, vor der kleinn Eiszeit war es in der Tat wärmer, zu Zeiten des römischen udn des hochmittelalterlichen Klimaoptimums soger tw. erheblich wärmer als heute, das ist auch die Zeit aus der der teilweise weit nördlich der heutigen Weinbaugrenzen stammende Weinbau kam.
Was die Friedenseichen anbelangt kommt es sicher auf die Region an, ich habe hier im Vogtland zahlreiche vermessen, keine ist dicker als 3,50m, wenn man annimmt dass die Eichen etwa 1o Jahre alt waren als sie gepflanzt wurden wären die 1871 teils auch aktenkundig gepflanzten Exemplare jetzt 155 Jahre alt- ich komme bei den meisten "meiner" Friedenseichen auf einen jährlichen Stammdickenzuwachs von max. 2,3 cm, oft weniger und mitunter auch deutlich unter 2 cm liegend. Dann lässt das Wachstum oft schon nach, die berühmte zentaeiche in Greiz bringt es beim Pflanzjahr 1730 auf gut 5 m- und ähnliche beispiele gibt es mehr,w as mich eben vernalsst bis 200 jahre mit etwa 2-2,5 cm zu kalkulieren und hernach mit im Schnitt 1,5-1,8 cm- aber das wird sicher immer ein Diskussions- und Disputgegenstand bleiben, bin ma gespannt auf das Buch. :-)

Gruß andré
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