Quirlige Kiefer ---> Pinus peuce

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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bee
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Quirlige Kiefer ---> Pinus peuce

Beitrag von bee » 26 Dez 2013, 20:27

Hallo Baumfreunde,
letzte Woche habe ich eine Kiefer gesehen, zum ersten Mal "bewusst", denn die steht mit Sicherheit schon länger da in einem privaten Garten.

Auffällig die nach vorne zeigenden Nadeln und die quirlständigen Äste.
Weitere Details, durch den Zaun geangelt:
Nadeln zu 5, 7-9 cm lang, Nadelscheide meist abgefallen (?)
Nadeln relativ dünn, relativ hellgrün, weder besonders starr noch besonders weich, Spaltöffnungen auf allen Seiten (soweit ich das erkennen kann),
beim Rückwärts-Drüberstreichen leicht rau

Junge Zweige unbehaart, Zweige und Stamm sehr glatt
Knospen sehr klein, etwas behaart und minimal harzig

Zapfen siehe Bild, nähere Ansicht nicht möglich.

Das spricht alles für Pinus peuce, oder?
Was mich wundert, obwohl ich diesen Weg schon öfter gegangen bin und auch eine Kiefer "gesehen" habe, ist mir dieses Nadel-Nachvornrichten niemals aufgefallen.
Kann das je nach Witterung oder Jahreszeit variieren?

Ist die quirlständige Aststellung ein typisches Zeichen für Pinus peuce, oder kommt das bei vielen Kiefern-Arten (welchen ?) vor, denn da schweigen sich die Beschreibungen oft aus.
Ich habe es selbst gerade nachgelesen, das soll ein typisches Merkmal von jungen Kiefern allgemein sein, stimmt das so?
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Viele Grüße von Bee

JDL
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Beitrag von JDL » 26 Dez 2013, 21:29

So far that I can see, I think you are right,

For the time being (because my key to the genus is far from finished), to key out towards Pinus peuce I wrote:

needles ascending towards end of shoot in close V-shape bundles, 7-12 cm x 0,7 mm


grtjs

Jan

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Beitrag von Kiefernspezi » 26 Dez 2013, 23:25

Hallo,

Sollte passen. Die abfallenden Nadelscheiden sind ein deutlicher Hinweis.

Viele Grüße

JDL
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Beitrag von JDL » 27 Dez 2013, 00:34

Kiefernspezi hat geschrieben:Hallo,

Sollte passen. Die abfallenden Nadelscheiden sind ein deutlicher Hinweis.

Viele Grüße
explain/prove this André???

grtjs

Jan

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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Dez 2013, 03:09

Es gibt Kiefern, bei denen man das Abfallen der Nadelscheiden innerhalb des ersten Jahres nach Austreiben der Nadeln beobachten kann. Dazu gehören zum Beispiel die Rumelische Kiefer und die Zirbelkiefer.

Viele Grüße

bee
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Beitrag von bee » 27 Dez 2013, 18:57

Hallo,
danke für die Bestätigungen.

Dann müssten die Nadeln immer nach vorn gerichtet sein? Und wenn mir das nicht auffiel, dann war ich blind :wink: ?
Oder ist das bei Trockenheit besonders ausgeprägt (kein Regen für 14 Tage war da gerade)
Und die Quirlständigkeit ist bei jungen Kiefern allg. verbreitet, oder kann man dazu nichts sagen?
Viele Grüße von Bee

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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Dez 2013, 19:08

Quirlständigkeit ist weit verbreitet. Nadeln sind bei P. peuce grundsätzlich nach vorn gerichtet. Das liegt daran, dass die jungen Nadeln so austreiben. Es gibt eine kurze Phase, wo das nicht ganz so extrem der Fall ist: kurz vor dem neuen Austrieb
Die Nadeln spreizen im Alter etwas von den Zweigen ab. Dabei sind die Nadeln dicker als bei P. strobus und behalten die Tendenz, nach vorne gerichtet zu sein.

Viele Grüße

bee
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Beitrag von bee » 27 Dez 2013, 19:18

Ok. alles klar :)
Viele Grüße von Bee

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Dez 2013, 19:25

Noch eine Bemerkung zu den Zapfen: die sollen am Naturstandort beachtliche Größen erreichen. Auf jeden Fall erreichen sie mehr als 20 cm Länge.

Viele Grüße

Kiefer
Moderator
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Beitrag von Kiefer » 27 Dez 2013, 21:42

Hy!
Auf jeden Fall erreichen sie mehr als 20 cm Länge.
Von Pinus peuce :shock: ?

Obschon da durchaus was dran sein kann.
Ich war ja lange Jahre nur die "Berliner Pinus peuce" gewohnt, die meistens eher krumm- und schwachwüchsig sind, und deren Zapfen meistens nur um 7 cm Länge erreichen.

Dann habe ich hier in Rheinland- Pfalz an einer unserer Baustellen mal eine total schöne, mittelgrüne gut wüchsige und total malerische Kiefer gesehen, von der ich erstmal Zapfen (und einen geretteten Sämling) mitnahm.
Erst dachte ich so ca. strobus, passte aber nicht.
Groß war mein Staunen, als sich diese Kiefer dann als peuce herausstellte, denn die war ganz anders als alle peuces in Berlin, die ich kannte, und die Zapfen auch etwa 12 cm lang.

Somit scheint die peuce, je alkalischer der Boden und kontinentaler das Klima, ihr Optimum zu verlieren, und hier näher dran zu sein als oben in Berlin...

Total interessant, diese Modifikationen selbst in großen Bäumen, was mir aber auch schon am Vergleich Tannen Berlin vs. RLP auffiel.
Vor allem A. procera werden hier total dürre Spargelgestänge, die rasant in die Höhe gehen und dabei total geringe Kronendurchmesser behalten, während es in Berlin richtig massivkronige dicke Bäume bei gleicher Höhe werden.

Hättest Du ein Vergleichsbild "deutscher peuce- Zapfen vs. Standortzapfen" :)?

Grüße,
Andreas

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Dez 2013, 22:06

Hallo,

leider nicht. Ich habe die Infos von Herrn Prof. Schmidt. Ich selbst habe aber auch Zapfen von 20 cm Länge.

Viele Grüße

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