Mahé 121 (Sommerrätsel) ---> Musa x paradisiaca [kein Gehölz]

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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bee
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Mahé 121 (Sommerrätsel) ---> Musa x paradisiaca [kein Gehölz]

Beitrag von bee »

Hallo Baumfreunde,
in meinem Tropenfundus schlummern noch diverse Pflanzen, mal bekannter mal unbekannter.

Lust auf ein bisschen Rätselei?
x_121 fotografierte ich auch auf Mahé, aber die Pflanze kommt nicht nur dort vor.
Erstmal zeige ich ein Detail, das in diesem Zustand normalerweise nicht sichtbar ist, ich habe "Hand angelegt", um das Foto zu machen.

Von welcher Pflanze stammt das - und Zusatzfrage (wer will) - was ist das überhaupt??
Im Laufe der nächsten Tage werde ich noch weitere Fotos einstellen.

Lösungsvorschläge bitte per PN, viel Spaß!
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x_121a.jpg
x_121a.jpg (28.37 KiB) 4170 mal betrachtet
Zuletzt geändert von bee am 28 Sep 2013, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von bee

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Beitrag von bee »

Hallo,
Wolf hatte die richtige Idee bei diesen "Fragmenten", ich gratuliere.

Diese "Teile" sind übrigens mehrere cm lang, und die Pflanze ist in den Tropen zu Hause (obwohl man sie auch außerhalb der Tropen hin und wieder antrifft).
Deshalb sind aus auch keine Detailaufnahmen von Sonnenblumenblüten o.ä.

Jetzt mit dem zweiten Bild wird es wohl einfacher - obwohl dieser Bildausschnitt recht klein ist - ich will ja noch nicht zu viel verraten (die Pflanze im Hintergrund spielt keine Rolle).
Gar nicht so einfach, meine vorhandenen Bilder zu "verrrätselhaften".
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x_121b.jpg
x_121b.jpg (6.61 KiB) 4145 mal betrachtet
Viele Grüße von bee

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Beitrag von bee »

Wolfram und Silvia/ Bloemenvriend haben dieses Rätsel gelöst, Gratulation!!
Viele Grüße von bee

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Beitrag von bee »

Ich will es ja nicht unendlich spannend machen und stelle jetzt weitere Bilder ein, die aber immer noch nicht so überdeutlich sind - oder doch?
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x_121d.jpg
x_121d.jpg (36.03 KiB) 4126 mal betrachtet
auch so was
auch so was
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wie vorheriges Bild, komplett, gedreht
wie vorheriges Bild, komplett, gedreht
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Beitrag von bee »

Sooo schwierig?

Ausschnitt, der ältere weibliche Blüten zeigt, die aber zur Fruchtausbildung gar keine Befruchtung brauchen.
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x_121f_Ausschnitt.jpg
x_121f_Ausschnitt.jpg (38.91 KiB) 4111 mal betrachtet
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Beitrag von bee »

Karola kamen die Bilder, vor allem das letzte, dann auch irgendwie bekannt vor.
Ich gratuliere!!

Was ich - absichtlich - bisher "vergaß" zu erwähnen: es handelt sich um eine sehr bekannte Pflanze.
Auch wenn man sie noch nicht in natura gesehen haben sollte, so finden sich die "Produkte" doch fast in jedem Haushalt.
Viele Grüße von bee

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Beitrag von bee »

Letztes "Hilfsbild" bevor ich am Sonntag oder Montag (mit weiteren Bildern) auflöse.

Wenn die Pflanze gefruchtet hat, stirbt der Trieb (ein nicht verholzdender Scheinstamm) ab.
Aus dem Rhizom oder Kormus treiben aber immer wieder Ausläufer aus.
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x_121j.jpg
x_121j.jpg (110.42 KiB) 4065 mal betrachtet
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Beitrag von bee »

Gata hat das Rätsel gelöst, ich gratuliere!
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Beitrag von bee »

Hannes/ Mostviertler hat diese Pflanze erkannt, Gratulation.

Ultimativer Tipp - ohne Bild.

Die Frage, warum denn die ### # ist, kann ich immer noch nicht hoch-wissenschaftlich erklären. Ich las, sie kann gar nicht anders - oben bilden sich schon Früchte aus, die richten sich zur Sonne aus, unten blüht die Pflanze weiter.
Oft sieht man bei den verschiedenen Sorten aber weniger #e, je kürzer die ### ist, desto mehr reicht ein einfaches Spreizen der "Hand".
Auch ganz große ### sind oft nur am Ansatz #, der Rest ist sehr gerade.
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Beitrag von bee »

Frank/LCV hat dieser Pflanze auch den richtigen Namen gegeben, Gratulation!
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Beitrag von bee »

Hallo Baumfreunde,

die einfachste Auflösung lautet: BANANE
die zweit-einfachste Auflösung lautet: Stauden von essbaren Bananen-Kultivaren.

Dann wird es komplizierter: wie ist denn den korrekte botanische Name?
Ich hatte alle meine Bilder unter Musa x paradisiaca abgespeichert, quasi als Oberbegriff für alle Sorten, die - wie ich las - alle aus den Arten
Musa acuminata und Musa balbisiana durch Hybridisierung entstanden sind.

Es existieren sehr viele verschiedene Sorten, nicht nur die Sorte 'Cavendish', die bei uns im Handel ist.
Alle (oder die meisten) zur Zeit angebauten Sorten, auch die sogenannten Kochbananen, stammen von den o.g. Arten ab. Im Laufe der Kultivierung entstanden auch Sorten mit mehrfachen Chromosomensätzen (triploid, tetraploid).

Die Sorten werden in verschiedene Gruppen eingeteilt.
Einerseits spielt es eine Rolle, wie viele Chromosomensätze sie besitzen und andererseits, ob sie eher Merkmale von Musa acuminata oder von Musa balbisiana besitzen. Die Sortengruppen werden mit einem Buchstabencode bezeichnet.

Je nachdem, wie nahe gewisse Merkmale den Elternarten stehen, werden die Sorten doch wieder diesen Elternarten zugeordnet.
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_banana_cultivars

Demnach ist es nicht unwahrscheinlich, dass "meine Bananen" doch wieder der einen oder anderen Art zugehörig sind.

Die Kultursorten werden rein vegetativ vermehrt, ausschließlich durch spontane Mutationen entstehen neue Sorten.
Großes Problem sind/werden bei den heutigen Sorten Anfälligkeiten gegenüber diversen Pilz- und Viruserkrankungen.
Sexuelle Vermehrung soll bei den (meisten ?) heutigen Sorten nicht möglich sein, die Früchte entstehen (ausschließlich ?) parthenogenetisch.
Wegen der nicht-sexuellen Fortpflanzung der Kulturpflanzen gelingt es (zur Zeit ?) nicht, durch Bestäubung bewusst neue Kreuzungen züchten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dessertbanane
http://de.wikipedia.org/wiki/Bananen

Zu Blüten und Frucht fand ich mehrere, meist leicht unterschiedliche Informationen.
Die ersten Blüten (nahe am Stamm) des Blütenstandes sollen - bei allen Bananen - weiblich sein (mit rudimentären Staubgefäßen), des weiteren folgen - bei fertilen Bananen männliche Blüten (bei Kultursorten steril (?)), alle Reihen jeweils durch ein lila/ rotes Tragblatt getrennt.
Ganz unten der "Klöppel" öffnet sich teilweise, enthüllt bei Öffnung Blüten, die nicht funktionstüchtig sind - nicht ausreifen (werden teilweise als männlich-steril, teilweise als undifferenziert bezeichnet), daraus entstehen auch bei Kultursorten keinerlei Früchte, die Blüten vertrocknen.

x_121a zeigt solche undifferenzierten (oder männlich-sterilen) Blüten, ich hatte das Tragblatt angehoben.
x_122b zeigt ein noch nicht geöffnetes Blatt
x_122cd Blattdetails einer jungen Staude
x_122f Ausschnitt mit weiblichen Blüten, die ohne Befruchtung Früchte produzieren
x_122j Kindel nach Absterben einer Pflanze, die gefruchtet hatte.

Welchen internationalen Handelssorten die Bananensorten auf den Seychellen zugerechnet werden, ist mir nicht bekannt.
Man hat dort eigene kreolische Namen.
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Bannann.png
Bannann.png (84.05 KiB) 3996 mal betrachtet
Zuletzt geändert von bee am 28 Aug 2013, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von bee »

Am häufigsten sind die kleinen Bananen 'Mil' (Tausend am Fruchtstand), die Sorte 'Mignonne' ist kleiner, hat aber auch sonst etwas andere Merkmale (am Blütenansatz rundlich, der Durchmesser ohne Kanten, die Pünktchen fein verteilt bei der Reife, weniger Säure) und ist doppelt so teuer.
"Unseren" Bananen von der Größe am ähnlichsten ist 'Gabou', die auch reif noch recht grün ist.
Ebenso groß, aber mit weißerem Fleisch, etwas süßer und daher teurer ist 'Detab' (de table), besonders begehrt wegen des aromatischen Geschmacks ist 'Fig'.
Größere Kochbananen sind 'Kare' und sehr groß ist 'Sen Zak' (St. Jacques), wobei gerade die letzte Sorte sehr empfindlich gegenüber einer Krankheit ist und kaum noch erhältlich ist. Deshalb baut man neuerdings eine 'Australian'-Sorte an.
Der Anbau erfolgt nicht auf großen Plantagen.
Jeder der einen Garten hat, hat auch Bananen, in besonders ländlichen Gebieten gibt es auch etwas größere Areale, aber keine Monokulturen.

Weitere Bilder:
x_122e Frucht/- Blütenstand (Sorte unbekannt) mit grünen Taggecko (Phelsuma spec.), vertrocknete Blütenreihe.
x_122f Frucht/- Blütenstand mit größeren unreifen Früchten (vielleicht 'Kare')
x_122g Fruchtstand mit 'Australian'
x_122h Fruchtstand mit 'Mignonn'
x_122i Junge Staude
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x_121i.jpg
x_121i.jpg (67.27 KiB) 3994 mal betrachtet
x_121h_Mignonn.jpg
x_121h_Mignonn.jpg (58.28 KiB) 3994 mal betrachtet
x_121g_Australian.jpg
x_121g_Australian.jpg (56.51 KiB) 3994 mal betrachtet
x_121f.jpg
x_121f.jpg (65.07 KiB) 3994 mal betrachtet
x_121e.jpg
x_121e.jpg (66.16 KiB) 3994 mal betrachtet
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Beitrag von bee »

Plauderei:
Was macht man mit den Bananen auf den Seychellen?
Klar - man isst sie ... aber nicht "nur so".
Für verschiedene Anwendungsgebiete werden unterschiedliche Sorten bevorzugt, jeweils mit einem ganz bestimmten Reifegrad.
Falls nicht vorhanden, weicht man auf eine andere Sorte aus.
Reife süße kleine Bananen werden natürlich gerne "nur so" gegessen.
Man könnte aber auch "Bannann karamel" damit machen:
Zucher schmelzen, etwas Flüssigkeit dazu, Bananenhälften kurz erhitzen, als Nachtisch mit Kokosmilch.
Zu reife Bananen werden oft zu "Gato (Gateau) Bannann" verarbeitet:
die Bananen werden zerdrückt, mit Mehl vermischt, Vanille-Essenz dazu, Ei, dann löffelweise in heißem Öl ausgebacken.

Noch harte Kochbananen werden in dünne Scheiben geschnitten und in Öl fritiert und gesalzen: das sind Banana chips (wie Kartoffelchips).
Neuerdings wird das mit 'Australian' gemacht, diese Chips - ebenso hausgemachte Kassava-Chips (Maniok) und Kartoffelchips aus Import-Kartoffeln, die nicht immer in guter Qualität vorhanden sind - werden in jedem kleinen Laden in kleinen Tütchen eingeschweißt verkauft.

Etwas reifere Kochbananen oder auch nicht reife "normale" Bananen werden auch zu "La Dob" verarbeitet.
Dieses Gericht enthält immer ein oder mehrere verschiedene sehr stärkehaltige Nahrungsmittel (vor allem Süßkartoffeln und Yam, aber auch Brotfrucht oder Maniok), diese werden mit etwas Zucker und Vanille in Kokosmilch gekocht, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist (sehr nahrhaft).

Ein typisches Seychellengericht ist "Kat-Kat", wieder sehr in Mode bei Familienparties, wo es viele verschiedene Gerichte in Buffetform gibt, oft von den Gästen beigesteuert.
Es handelt sich dabei um eine Art Brei aus Bananen (noch nicht süß), Kokosmilch und (unfischigem) gekochten Fisch, z.B. Bonito.
Das Ganze ganz mild gewürzt, ganz ohne Ingwer, Knoblauch, Zwiebel, Chili, Curry, Sojasauce, was ansonsten typischen Zutaten in der kreolischen Küche wären.

Bilder:
La dob mit Bananen und Süßkartoffenln
Kat-kat

Musa_08-2013 Bananenstauden in einem Garten in Grenzach-Wyhlen - nur durch den Zaun aufgenommen.
Der Trieb stirbt im Winter ab, die Pflanze treibt im Frühjahr neu aus. Die Gartenbesitzer müssen Bananenblatt-Liebhaber sein, sie haben eine ganze "Allee", Früchte sind vermutlich nicht zu erwarten.
Wahrscheinlich handelt es sich um diese Art Musa basjoo, die besonders winterhart sein soll.
http://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Faserbanane
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Musa_08-2013_Garten.jpg
Musa_08-2013_Garten.jpg (44.57 KiB) 3993 mal betrachtet
Kat-kat.jpg
Kat-kat.jpg (102.19 KiB) 3993 mal betrachtet
La dob.jpg
La dob.jpg (92.76 KiB) 3993 mal betrachtet
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