Waldfrauenfarn oder Wurmfarn

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naturfuehrerhg
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Waldfrauenfarn oder Wurmfarn

Beitrag von naturfuehrerhg »

Hallo Zusammen, meine Frage:
Handelt es sich um Wurmfarn oder Wald-Frauenfarn.
Oder Adlerfarn ?
Ich bin mir nicht sicher!
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Welcher Farn ist das ?
Welcher Farn ist das ?
DSC00442.JPG (151.54 KiB) 7892 mal betrachtet

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo naturfuehrerhg
Adlerfarn ist es sicher nicht - aber sonst kann ich nichts dazu sagen.
Gruß, Stefan
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
Pflanzenbestimmung geht so eigentlich nicht - auch wenn man je nach Erfahrung der Bestimmung nahe kommen kann, bzw. einiges ausschließen kann.
Meist braucht man viele ganz spezifische Details, d.h. ein Übersichtsfoto und dann nah ran...

Bei Blütenpflanzen, je nach dem, was vorhanden ist:
Blüte, Kelchblätter, ev. Hüllblätter, ev. Hochblätter, Stängelblätter (von oben und von unten), Grundblätter, Behaarung und Bedrüsung - falls vorhanden - sollte man erkennen können.
Für viele Arten (besonders bei den Kreuzblütern, Korbblüter, Doldenblütern, Schmetterlingsblütern etc ) sind auch die Früchte wichtig.

Bei Farnen geht die Bestimmung lt. Schlüssel fast ausschließlich über die Sori (falls vorhanden) auf der Blattunterseite.
Weiterhin natürlich: Wuchsform, Wedelform, Fiederform, relativ wichtig auch Behaarung und Spreuschuppen.

Was sieht man hier?
Einen Farn, grün, im Austrieb (?), 2-fach gefiedert, Wedelform ?, Fiederform ?, Rand der Fieder ?, Sori ?, Schleier der Sori ?, Blattstiel bräunlich, relativ schuppig unten....

Ganz grob geschätzt: möglicherweise ein Wurmfarn (weil da der Wedelstiel ungefähr diese Farbe hat und - je nach Art - viele Spreuschuppen).
Viele Grüße von bee

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,
wenn ich hier mal für meine Vortexter zustimmend ergänzen darf.
Wir haben fast alle damit angefangen uns ein paar einfache Bestimmungsbücher zu kaufen, oder diese erst einmal in der Bücherei ausgeliehen.
Nur was man selbst sich erarbeitet bleibt auch haften und kann weiter ausgebaut werden. Wenn man deinem Avatar etwas zu deinen Ambitionen entnehmen möchte, halte ich das Vorgehen darüber hinaus nicht unbedingt für ein faires Vorgehen.
Ein Gärtnergehilfe lernt zwei bis drei Jahre für seinen Grundschatz von rund 400 verschiedenen Pflanzenarten, bevor diese in einem Zufallsverfahren in seiner Prüfung und einem Umfang von 10 bis 15 Prozent abgefragt werden.
Jeder von uns hilft gerne, aber wir möchten auch dabei das Gefühl haben, dass diese Hilfe nicht ausgenutzt wird.
Soll hier ein Wissensschatz für Naturführungen aufgebaut werden, so sollte man dafür auch ein paar Euro in Bestimmungsbücher investieren, man bekommt für rund 30 € erstklassige Werke für die Mehrzahl der hier heimischen Arten. Sind dann noch Fragen offen, versucht die Mehrzahl der hier Aktiven Dir gerne weiter zu helfen.

naturfuehrerhg
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Welcher Farn

Beitrag von naturfuehrerhg »

Hallo Hier soll niemand ausgenutzt werden.

Und Bücher habe ich reichhaltig.
Ich bin in das Forum eingetreten um die Meinung von erfahrenen Naturleuten zu erfahren, nicht mehr und nicht weniger.
Da brauche ich keine Zurechtweisung sondern Kameradschaftliche Meinungen.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

es gibt keinen Grund, die beleidigte Leberwurst zu spielen. Eine Belehrung kommt aber auch meinerseits. Deine Fotos sind wenig aussagekräftig, was eine zuverlässige Bestimmung verhindert. Ich gehe davon aus, dass Du digital fotografierst, also nicht geizig mit den Aufnahmen sein musst. Fotografiere die Pflanze im Habitus und dann noch wichtige Details. Z. B. neben das vermeintliche Ampferblatt legst Du eine Münze oder ein Lineal, weil sonst jegliche Größeneinschätzung fehlt.

Man kann hier unter SONSTIGES gern mal (ausnahmsweise) nach Ackerkräutern, auch Insekten, Reptilien usw. fragen. Aber wir sind ein Baumkundeforum und nur einige kennen sich auch auf diesen Gebieten aus. Wer alles machen will, macht am Ende nichts wirklich richtig. Allein die Biologie ist so vielfältig, dass man sich einfach spezialisieren muss. Es wird auch für andere Besucher mühsam, wenn ständig "fremder Kram" dazwischen kommt.

Wenn Du nach Gehölzen fragst, kannst Du vor Ort feststellen, ob die Blätter wechsel- oder gegenständig angeordnet sind, da man es auf Fotos oft nicht sieht. Und wenn Du die richtige Literatur hast und vor dem Baum stehst, kannst Du viel mehr feststellen als wir, die das Foto eines halbverwelkten Blattes präsentiert bekommen.

Kameradschaft musst Du nicht extra einfordern. Wir helfen gern und uneigennützig. Aber wir erwarten auch, dass man sich ein wenig an die einfachsten Regeln hält und uns die Bestimmung erleichtert.

Gruß Frank

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stefan
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Beitrag von stefan »

Liebe Freunde,
jetzt brecht bitte keinen Streit vom Zaun!

Wir beschäftigen uns hier auf Baumkunde.de in erster Linie mit Bäumen und Sträuchern, aber natürlich gibt es immer wieder Fragen, die sich darüberhinaus mit Natur, Umwelt, Garten, Pflanzen, ... beschäftigen.
Dagegen spricht überhaupt nichts; wer aus der Forumsgemeinde eine solche Frage für relevant hält, wird antworten - ansonsten eben auch nicht. (Für Fragen zu anderen Pflanzen gibt es auch andere Foren, die ggf. besser helfen können.)
Irgendwelche Hintergründe für eine Frage spielen keine Rolle - und darüber sollte auch nicht spekuliert werden, wenn sie nicht Bestandteil der Frage sind.

Die Ferndiagnose im Internet funktioniert primär auf Basis von Fotos. In den meisten Fällen bleibt die Bestimmung - auch wenn ein eindeutiger Name genannt wird - eine Vermutung, auch wenn diese durch Erfahrung gut begründet ist.
Oft haben wir es mit Bildern zu tun, deren Qualität in Hinblick auf die Bestimmung mangelhaft ist, trotzdem gibt es meistens eine plausible Antwort - was für den Frager normalerweise ausreichend ist.
Es gibt aber natürlich Fälle, wo zur genauen Bestimmung Details gefragt sind, die auf Bildern kaum zu erkennen oder nicht darstellbar sind. Das ist eben so - aber auch das ist bitte kein Grund für Vorwürfe von der einen oder anderen Seite.

Bitte bleibt alle sachlich und freundlich!
Gruß, Stefan
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Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,
also ich sehe hier keinen Streit, sondern nur ein paar Anmerkungen angesichts der Offensichtlickeiten.
Hinsichtlich der hinterfragten Arten ist das für mich eindeutig der heimische Wurmfarn Dryopteris filix-mas. (Korrektur 26.5. nach nochmaliger Bildbetrachtung, hatte wechselständig in Erinnerung beim antworten).
Zuletzt geändert von Mahaleb am 26 Mai 2013, 12:36, insgesamt 2-mal geändert.

naturfuehrerhg
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Beitrag von naturfuehrerhg »

Mahaleb hat geschrieben:Hallo,
also ich sehe hier keinen Streit, sondern nur ein paar Anmerkungen angesichts der Offensichtlickeiten.
Hinsichtlich der hinterfragten Art ist das für mich eindeutig der heimische Wald-Frauenfarn Athyrium filix-femina. Dieser ist auch mit geringeren Vorkenntnisse nur schwer zu verwechseln. Solch eine Offensichtlichkeit darf genannt werden, wenn man sich mit der Krautflora beschäftigt. :wink:

Mahaleb
Beiträge: 853
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,
da hatte ich mich doch beim Antworten vom eigenen Gedächntnis täuschen lassen (siehe Editierung der Antwort). :?

Hier kurz zur Unterscheidung der interessierten Foren-Leser und damit Ruhe einkehrt:
- Wurmfarn: Blattfiedern gegenständig. Laubfarbe eher gelblich grün, entfaltet spitz (dornig) zulaufend = Dorniger Wurmfarn, Laubfarbe mehr oder weniger intensivgrün und leicht glänzend = Gemeiner Wurmfarn.
- Frauenfarn: Blattfiedern wechselständig, weich.
- Adlerfarn: Blattstiel gelblich, auf der Unterseite rinnenartig vertieft, Fiedern hell- bis intensivgrün, bogig überhängend.

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Mahaleb,
danke für die Erläuterung, ich zweifelte und zweifelte (und zweifle noch immer etwas), denn die Gegenständigkeit und Wechselständigkeit hat bei diesen Farnen keine Aussage.
Bei all meinen (grründlich bestimmten) Frauen- u. Wurmfarnen stehen die Fiedern +/- wechselständig am Stiel.
Frauenfarn "wirkt" zarter, ist meist heller grün, die Fiederchen stehen weiter auseinander.
Aber im Frühling doch schwer zu unterscheiden von Weitem.

Streuschuppen hat Frauenfarn auch, nur meiner Meinung nach nicht so deutliche, nicht so grobe.
Der Wedelstiel bei Frauenfarn ist meist grünlich, oft rot (!), seltener bräunlich.
Standort kann auch wichtig sein: Waldfrauenfarn mag keinen Kalk.
Frauenfarn hat nach Austrieb leicht behaarte Blätter, die mehlig wirken sollen (habe ich noch nie festgestellt.)
Bei dem hier eingestellten Bild sind die oberen Teile der Wedel verknickt und sehen so hell aus (Artefakt?)

Also ich gehe immer nah ran (muss nah ran gehen)...
Wedeldetails:
http://www.uni-graz.at/walter.obermayer ... emina.html
http://www.uni-graz.at/walter.obermayer ... x-mas.html

Zum Vergleich ein paar Bilder von mir,
"gesicherte" Farne "aus der Ferne", 3 x Athyrium filix-femina (April, Juni, August), 1 x Dryopteris flix-mas (Ende April)
Dateianhänge
Wurmfarn01_04-2011.jpg
Wurmfarn01_04-2011.jpg (109.12 KiB) 7749 mal betrachtet
Frauenfarn03_08-2009.jpg
Frauenfarn03_08-2009.jpg (99.14 KiB) 7749 mal betrachtet
Frauenfarn02_06-2011.jpg
Frauenfarn02_06-2011.jpg (91.61 KiB) 7749 mal betrachtet
Frauenfarn01_04-2011.jpg
Frauenfarn01_04-2011.jpg (89.37 KiB) 7749 mal betrachtet
Viele Grüße von bee

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo bee,
ich habe mich das letzte mal so richtig intensiv vor ein paar Jahren damit beschäftigt. Das mit dem Gegenständig oder Wechselständig ist natürlich ein mehr oder weniger (+/-) ausgeprägtes Merkmal, das sich auf die Fiederblättchen bezieht und vom Prinzip richtig ist, wie auch deine Links zeigen. Aus gutem Grund habe ich bei meinen Streifzügen meistens eine Taschen-Lupe in der Tasche.
So haben wir jetzt doch im Forum ein wenig mehr Licht in das Kapitel gebracht. :)

Beste Grüße,
B.

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