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das Rätsel der Rotfärbung ...

 
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Volker0031



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin-Lichtenberg

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 7:58    Titel: das Rätsel der Rotfärbung ... Antworten mit Zitat

Im Herbst erfreue ich mich immer wieder an der schönen Laubfärbung. Ein Rätsel bleibt für mich aber auch immer wieder, warum sich manche Bäume Mühe geben und dafür Energie einsetzen, ihren Blättern nicht nur das Chlorophyll zu entziehen, sondern sie dann zusätzlich auch noch rot einzufärben. Bei den einheimischen Bäumen fällt mir das besonders beim Spitz-Ahorn auf. Die schönsten rot gefärbten Blätter liegen aber immer unter dem Baum. Der Baum trennt sich sehr schnell von den kräftig rot gefärbten Blättern. Dabei habe ich den Eindruck, dass die Blätter nur sehr, sehr kurze Zeit rotfarbig am Baum bleiben.
Beim Nachschlagen in der Literatur stellte ich fest, dass sich offensichtlich auch die Wissenschaft nicht so recht schlüssig ist, warum manche Bäume diese Kraftanstrengung unternehmen.
Hat jemand von Euch eine aktuelle Erklärung dafür?

Volker

P.S. ich vermute ja fast, die machen das nur aus Spaß. So wie junge Leute einfach nur so überschüssige Kraft demonstrieren oder wir einen Abendspaziergang machen um müde zu werden.

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Karola



Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 2167
Wohnort: Mülheim/Ruhr

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 8:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Volker,

eine Erklärung gibt es hier. Zum Teil sind die anderen Farben schon von Anfang an vorhanden und werden nur vom Chlorophyll überlagert.

Viele Grüße
Karola
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LCV



Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 6780
Wohnort: 79379 Müllheim

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 8:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Stefan wird Dir das sicher ganz genau erklären.

Vereinfacht dargestellt: Das rot ist immer schon vorhanden, wird aber vom Chlorophyll verdeckt. Wird dieses abgezogen, was zur Überwinterungsstrategie gehört, werden rote und gelbe Farben sichtbar.

Gruß Frank

PS. Ich würde einfach mal bei Google solche Begriffe wie Herbstlaub oder Laubverfärbung eingeben. Da wirst Du sicher fündig.

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Zuletzt bearbeitet von LCV am Do 25.Okt 2012 10:16, insgesamt einmal bearbeitet
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Volker0031



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin-Lichtenberg

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 9:15    Titel: Antworten mit Zitat

Karola hat folgendes geschrieben:
Hallo Volker,

eine Erklärung gibt es hier. Zum Teil sind die anderen Farben schon von Anfang an vorhanden und werden nur vom Chlorophyll überlagert.

Viele Grüße
Karola


danke Karola,

weiß ich. Für die Carotinoide ist das wohl so. Bei den Anthocyanen, welche das schöne rot erzeugen halt nicht. Auch dein schöner link vermerkt, dass dieses wissenschaftlich "noch nicht ganz" geklärt ist. Botaniker "vermuten". Ich bin mal schnell zur Bibliothek geflitzt und habe im Lexikon des Unwissens von Passig/Scholz dazu nachgelesen (rowolt 2007). Dort fand ich ein halbes Dutzend Erklärungen: vom Lichtschutz bis Insektenwarnung: "Achtung ich habe Power, verpiss dich zu Schwächeren".

Ich finde es einfach spannend, dass wir zwar schon auf dem Mond waren und mit Autos auf dem Mars rumgondeln, jedoch bei manch irdischen Dingen rätseln und nicht ganz sicher sind. Und die Laubfärbung lässt sich jedes Jahr zweimal erforschen.

Volker

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Kiefer
Moderator


Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beiträge: 3753
Wohnort: Wo die Birken Beulen haben...

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hy!

Aber wir waren doch gar nicht auf dem Mond *fest überzeugt bin*...

Wie schon gesagt wurde: Die Farben sind teils schon immer vorhanden, und werden erst bei Abzug des Chlorophylls sichtbar.
Jetzt kommt das kleine, aber wichtige Aber:
Die Herbstfarbe ist durchaus auch vom Standort, bzw. den Wachstumsbedingungen des aktuellen Jahres abhängig.

So wird vom Feuerahorn, Acer ginnala, gemeinhin gesagt, er habe eine feuerrote Herbstfarbe. Nun, im trockenen Sand der Brandenburg- Berliner Sandkiste ist die Herbstfarbe des Feuerahorns auch gar nicht so selten mal rein gelb.
Und der Spitzahorn ist für normal auch gelb in der Herbstfarbe, aber manche Bäume werden im Herbst wunderbar rot. So auch hier im Westerwald, und was hatten wir dies Jahr?
Ein ordentlich feuchtes...
Und die Spitzahorne auf den Felshängen oder sonstigen Stellen mit gutem Wasserabzug sind normal gelb, welche an feuchteren Stellen oder mit Schichtwasser im Boden sind hingegen teils partiell, teils ganz rot.

Grüße,
Andreas

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Frdl. Gruß,
Andreas
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Cryptomeria



Anmeldungsdatum: 25.05.2006
Beiträge: 7865
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gute Beispiele gibt es auch im Vergleich der Regionen innerhalb Deutschlands.
Im kontinental geprägten, trockeneren Nordhessen, wo die Oktobernächte oft schon Minusgrade zeigen, ist die Herbstfärbung viel intensiver als im feuchteren, ozeanisch geprägten Norden von Schleswig-Holstein.

VG Wolfgang

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Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
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stefan
Moderator


Anmeldungsdatum: 08.10.2006
Beiträge: 4740
Wohnort: Niederrhein

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Baumfreunde,
Karolas link enthält schon die entscheidende Beschreibung:
- Chlorophyll-Abbau läßt vorhandene andere Farben sichtbar werden, je vollständiger, desto intensiver die Farbe;
- wohl teilweise Aufbau von gelben Farbstoffen;
- rote Farbe - Anthocyan - bei rotlaubigen Pflanzen schon vorhanden, ändert aber seine Wirkung durch den Chlorophyll-Abbau;
- Neusynthese von Anthocyan als Streßsymptom und möglicherweise mit UV-Schutzfunktion.
Diese UV-Schutzfunktion ist im Frühjahr beim Austrieb plausibel - im Herbst zum Laubfall eigentlich nicht. Insofern sehe ich es im Herbst nur als Folge von Streß durch UV-Einstrahlung und z.B. auch Kälte, aber nicht als Schutz vor UV-Schäden.

Inwieweit der Witterungsverlauf des Sommers eine Rolle spielt, habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht, es leuchtet zumindest ein, daß ein trockener Sommer die Herbstfärbung durch vorzeitiges teilweises Welken der Blätter reduziert.
Was sehr auffällig ist, ist die Intensivierung der Färbung durch einen trockenen, sonnigen Herbst, in Verbindung mit kalte Nächten. Vermutlich werden durch Sonne und Wärme aber auch durch Temperaturschwankungen die Stoffwechselprozesse des Herbstes angeregt.
Jedenfalls ist hier im Rheinland der Herbst so bunt, wie ich es kaum je erlebt habe.
Gruß, Stefan

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Volker0031



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin-Lichtenberg

BeitragVerfasst am: Do 25.Okt 2012 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

hm, also nicht Neues. Ich hatte doch ein wenig gehofft, dass vielleicht etwas in Fachzeitschriften zu finden ist, was über das von den Autoren des "Lexikons des Unwissens" zusammengetragene hinausgeht. Das Buch ist ja auch schon wieder 5 Jahre alt und in der Wissenschaft geht es ja manchmal schnell vorwärts.

Volker

Nachtrag: habe die Infos im genannten Buch (Lexikon des Unwissens) mal zusammengefasst: http://kiez-dendrarium.blogspot.de/2012/10/der-herbst-steht-auf-der-leiter.html

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quellfelder



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 3374
Wohnort: 18528 Zirkow

BeitragVerfasst am: Fr 26.Okt 2012 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

im Lexikon der Baum- und Straucharten steht dazu folgendes:

"Fördernd wirken warme Tage und kühle Nächte. Der am Tag durch Assimilation gebildete Zucker kann in kalten Nächten nicht mehr zur Speicherung in den Stamm abtransportiert werden. Er wird im Blatt zu Anthocyan umgebaut. Je idealer das Wetter - eine Periode von warmen Tagen und laren, kalten Nächten - desto ausgeprägter das Rot."

Viele Grüße

quellfelder
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Volker0031



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin-Lichtenberg

BeitragVerfasst am: Fr 26.Okt 2012 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

quellfelder hat folgendes geschrieben:
Hallo,

im Lexikon der Baum- und Straucharten steht dazu folgendes:

"Fördernd wirken warme Tage und kühle Nächte. Der am Tag durch Assimilation gebildete Zucker kann in kalten Nächten nicht mehr zur Speicherung in den Stamm abtransportiert werden. Er wird im Blatt zu Anthocyan umgebaut. Je idealer das Wetter - eine Periode von warmen Tagen und laren, kalten Nächten - desto ausgeprägter das Rot."

Viele Grüße

quellfelder


danke! Ich habe auch festgestellt, das sich Bäume sehr individuell verhalten. Da komme ich immer wieder ins Staunen. So habe ich heute in meinem Kiez eine völlig freistehenden Acer platanoides gesehen, der sich einheitlich gelb kleidete, während seine Brüder das komplette Spekrum von noch grünen bis zu roten Blättern zeigen.
Was mir noch auffiel (auch bei Acer platanoides). Manchmal verschwindet das grün vom Rande her, manchmal bleibt gerade am Rand des Blattes ein grüner Streifen stehen.

Volker

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