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Das war mal mein schöner Pflaumenbaum

 
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IceWeasel



Anmeldungsdatum: 10.07.2012
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Mi 11.Jul 2012 12:10    Titel: Das war mal mein schöner Pflaumenbaum Antworten mit Zitat

Hallo zusammen.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 27Jahre alt und habe letztes Jahr einen alten Hof mit alten Baumbestand gekauft. In den nächsten Wochen werde ich versuchen mit eurer Hilfe meine Bäume zu identifizieren.

Aber vorher habe ich gestern einen Schrecken bekommen als 2 "Äste" meines "Aushängeschildes" abgebrochen sind. Nun hat der Baum Schlagseite. Muss ich ihn jetzt fällen? Wie muss ich die Schnittstellen behandeln wenn er stehen bleibt?



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Hessekopp



Anmeldungsdatum: 25.11.2009
Beiträge: 338
Wohnort: Neuss

BeitragVerfasst am: Mi 11.Jul 2012 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen,

ich rate dir, einen Fachman den Schaden beseitigen zu lassen ... das Raussägen der gebrochenen Äste ist nicht ganz ungefährlich so wie sie da hängen und da kann man als ungeübter schnell mal 2-3 Kettensägen nebeneinander festsägen oder sich die Leiter unter den Füßen wegreißen lassen.
Wenn du es doch selbst machen willst ...
die Schlagseite ist dem Baum weitestgehend egal ... das Loch wächst er wieder zu, wird aber dauern ... außer der nächste Sturm bricht da noch mehr raus ... dazu kann ich ohne den Baum live gesehen zu haben aber nichts sagen.
Warum sind die Äste gebrochen ... Sturmschaden oder sehen die ungesund aus?

Wenn Sturmschaden, dann Abgebrochenes raussägen.
Den Abgebrochenen Astteil am Baum bis zum nächsten gesunden Zweig abschneiden.
Sollte nichts dergleichen dran sein, dann bis zum Stamm zurück schneiden, dabei aber die Wulst (Verdickung des Astes am Ansatz) an Stamm dranlassen ... aber nur die Wulst, keinen "Huthaken".
Die Wundstelle mit nichts beschmieren, einfach so belassen, nen gesunder Baum macht das schon.

Wenn ungesund, dann genauso verfahren, aber mindestens bis ins gesunde Holz zurückschneiden.

Beim Absägen am Baum beachten, daß keine große Last am abzusägenden Teil hängt, da der Schnitt sonst reißen oder brechen könnte.
Dazu etwa 20cm weiter außen zum geplanten Schnitt den Ast von unten etwa 10% des Astquerschnitts tief einsägen, dann noch etwas weiter außen von oben durchsägen ... jetzt hat man noch die 20 cm zu viel ... die Last ist erträglich ... jetzt an der geplanten Schnittstelle durchsägen.
Bei sehr langen (schweren) Ästen muß man eventuell mehrere Entlastungsschnitte ansetzen, bevor man zum eigentlichen Schnitt kommt.

Man muß keinen Baum fällen, nur weil ein paar Äste herausgebrochen sind.

Der Baum wird im Bereich der Schnittstellen besenartig austreiben. Im nächsten Jahr nimmst du am Schnitt alle schwachen und sich kreuzenden Triebe weg und läßt drei bis vier der kräftigsten stehen, halbierst sie aber in ihrer Länge mindestens. Schön wäre, wenn sie nicht wie eine Rakete senkrecht nach oben wachsen, aber das werden sie vermutlich tun.
Das Jahr drauf suchst du dir von denen die zwei schönsten aus und sägst den Rest weg. Auch hier nach Möglichkeit keine Raketen Stehen lassen aber auch das wird schwer werden.
Die Schnittstellen werden die nächsten Jahre immer wieder Besenartig austreiben aber einmal im Jahr die frischen Triebe weg schneiden hilft da.

_________________
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IceWeasel



Anmeldungsdatum: 10.07.2012
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 7:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hessekopp.

Danke für deine Antwort. Ich habe bereits vorgestern abend die heruntergebrochenen Äste abgesägt, sodass die Last vom verbleibenden Teil genommen wird. Was man nicht gut sehen kann ist das der Dickere Ast bis ca. zur hälfte aufgerissen ist (blauer Strich). Würde deswegen jetzt am roten Strich einmal glatt sägen und die Kanten leicht abglätten. Beschmieren brauche ich das also nicht? Habe deswegen extra mit dem letzten Schnitt gewartet.
Warum der abgebrochen ist? Gute Frage. So viele Früchte sitzen dieses Jahr nirgends auf meinen Bäumen. Ich gehe von mehreren Faktoren inklusiv Sturm der letzten Tage aus. Das Holz sieht an sich sehr gut aus. Überall gut im Saft und nirgends morsch. Werde heute abend eventuell noch ein paar Fotos von der Seite einstellen.



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AndreasG.



Anmeldungsdatum: 10.06.2007
Beiträge: 387
Wohnort: Vogtland

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 7:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
Obstbäume müssen regelmäßig beschnitten werden, falls sie reichlich Obst tragen sollen. Gegen einen Sturm kann man nicht viel ausrichten, aber davor hättest du bereits auslichten können. Wenn Obstbäume nicht beschnitten werden, und danach sie es bei deinem Baum aus, tragen sie weniger Früchte.

http://www.youtube.com/watch?v=bZVSJ65_T88&feature=related

Allerdings ist fachgerechter Obstbaumschnitt eine Wissenschaft für sich. Ich habe dir mal ein Video verlinkt, in dem das recht gut erklärt wird. Die anderen Teile findest du sicher selbst. Laughing

Wenn der Ast innen nicht morsch ist, ist das ein gutes Zeichen. Da wächst wieder was nach. Den Rest des Baumes nach der Videoanleitung stutzen.
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Hessekopp



Anmeldungsdatum: 25.11.2009
Beiträge: 338
Wohnort: Neuss

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Jau, trenn ihn dort ab, aber glätte da keine Kanten mit ner Feile oder so.
Der Baum wird den Schnitt nach und nach mit Kallusgewebe (Wundverschluß) überwuchern, welches dem Kambium entspringt ... da dieses ganz weit außen kurz unter der Rinde liegt, solltest du da nichts wegfeilen.
Sollten nach dem Schnitt noch Fransen stehen, hilft eine gute Rosenschere oder was ähnliches ... ich habe gute Erfahrungen mit Nagelscheren gemacht.
Wundverschlußmittel sind bestenfalls dann zu verwenden, wenn die Wunde zu stark bluten würde, was bei deiner Pflaume zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall ist.
Und nicht vergessen ... weder die Wulst wegsägen, noch einen Huthaken stehen lassen.
Wenn du unbedingt was auf die Schnittstelle kippen willst, nimm nen Eimer Wasser, damit die Stelle von grobem Schmutz (Sägespäne) befreit wird.

_________________
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Hessekopp



Anmeldungsdatum: 25.11.2009
Beiträge: 338
Wohnort: Neuss

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

@ AndreasG:
Nach Videoanleitung ist es zu spät für den Baum, da er zu alt ist, was ich ähnlich sehe ... aber hier und da mit Gefühl Auslichten ist sicher noch drin.

Was den Schnitt an sich betrifft ... Pflaumen haben ein starkes Höhenwachstum, Obstbäume mit starkem Höhenwachstum würde ich eher als Trichterkrone (Mitteltrieb raus) als denn als Pyramidenkrone ziehen aber bei der alten vorliegenden Pflaume ist an Erziehung eh nicht mehr zu denken.
... aber alles in allem ein sehr schönes Video.

_________________
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AndreasG.



Anmeldungsdatum: 10.06.2007
Beiträge: 387
Wohnort: Vogtland

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Da gibt es ein paar Videos in Serie, die ich alle sehr logisch finde, so als Laie. In einer zweiten Serie hantiert er ziemlich lange an einem ähnlich alten Apfelbaum. Da prophezeit er genau das, was an diesem Baum nun eingetreten ist.
Vermutlich wäre der Ast nicht abgebrochen, wenn er bzw. der ganze Baum regelmäßig ausgelichtet worden wäre.
Wobei, wenn er nur wenig Früchte bildet aber reichlich blüht, fehlt vielleicht ein zweiter Pflaumenbaum in der Nähe als Pollenspender.
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AndreasG.



Anmeldungsdatum: 10.06.2007
Beiträge: 387
Wohnort: Vogtland

BeitragVerfasst am: Do 12.Jul 2012 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hessekopp hat folgendes geschrieben:

Was den Schnitt an sich betrifft ... Pflaumen haben ein starkes Höhenwachstum, Obstbäume mit starkem Höhenwachstum würde ich eher als Trichterkrone (Mitteltrieb raus) als denn als Pyramidenkrone ziehen.


Ich denke, so als Laie, dass bei obigen Pflaumenbaum eine eindeutige Spitze schon vorher fehlte. Das sieht man, glaube ich, ganz gut auf dem Foto ganz oben. Deshalb wuchsen die Äste zur Seite, wurden zu schwer und nun ist einer (oder zwei) abgebrochen. Den Baum wieder hin zu bekommen, dürfte allerdings in der Tat schwierig sein. Bleiben also ein paar lebensverlängernde Maßnahmen und wenn es eine ganz besonders tolle Pflaumensorte ist, die rechtzeitige Vermehrung.
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IceWeasel



Anmeldungsdatum: 10.07.2012
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Fr 13.Jul 2012 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch mal ein Foto wie er jetzt aussieht. Ich werde dann heute glatt an der gekennzeichneten Stelle abschneiden. Dieses Jahr waren sowieso fast keine Früchte drauf. Das ist aber ähnlich bei all meinen Bäumen. Die 93er jährige Vorbesitzerin hat wohl nur geerntet was unten ankam und nie zurückgeschnitten. Habe ein Kirschenbaum der doppelt so hoch ist wie der Pflaumenbaum. Muss im Moment leider nur das Haus fertig machen. Der Garten kommt erst nächstes Jahr an.
Ich danke euch jedenfalls schon jetzt für eure tolle Hilfestellung.



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Kiefer
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Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beiträge: 1953
Wohnort: Birkenbeul

BeitragVerfasst am: Sa 14.Jul 2012 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Kleiner Einwurf: Wenn Du an der markierten Stelle absägst, dann hast Du einen "Huthaken" zu stehen, und den soll man ja eigentlich vermeiden.
Es kann sein, dass ich den roten Strich weiter oben sehe, als er ist, er erscheint mir aber ein gutes Stück oberhalb des Astrings, bzw. des Astansatzes.
Säge, wenn mich meine Optik nicht trübt, bitte unten am Astansatz ab, denn alles, was mehr als 1 cm über diesem an Ast stehenbleibt, kriegt der Baum nie und nimmer überwallt.

Grüße, Andreas

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"Bringt mir ein Gebüsch..." - Ritter vom Nie
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