Liste aller bekannten Pflanzen

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Roseo-Marginata
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Liste aller bekannten Pflanzen

Beitrag von Roseo-Marginata » 30 Dez 2010, 20:06

Hallo zusammen,

auf Spiegel online erschien heute folgender Beitrag:
Wissenschaftler haben neue Liste aller bekannten Pflanzen erstellt
Link zum Artikel

Die im Internet einzusehende Datenbank enthält die wissenschaftlichen Namen von rund 1,25 Millionen Pflanzen.
Link zur Datenbank
LG Roseo

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 30 Dez 2010, 20:51

Inwieweit bei dieser Liste alles seine Richtigkeit hat , muss man sehen. Jedenfalls gehören seit einigen Jahren die Taxodiaceae zu den Cupressaceae, Sciadopitys hat eine eigene Familienzugehörigkeit und Taxodium huegelii ist ein Begriff von 1851, längst veraltet und heißt heute Taxodium mucronatum ( bzw. je nach Autor T. distichum var. mucronatum ).
Auch Metas. disticha ist falsch und längst veraltet.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Mostviertler
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Beitrag von Mostviertler » 31 Dez 2010, 00:53

Cryptomeria hat geschrieben:Inwieweit bei dieser Liste alles seine Richtigkeit hat , muss man sehen. Jedenfalls gehören seit einigen Jahren die Taxodiaceae zu den Cupressaceae, Sciadopitys hat eine eigene Familienzugehörigkeit und Taxodium huegelii ist ein Begriff von 1851, längst veraltet und heißt heute Taxodium mucronatum ( bzw. je nach Autor T. distichum var. mucronatum ).
Auch Metas. disticha ist falsch und längst veraltet.

Viele Grüße

Wolfgang
Hallo Wolfgang!
Wer legt eigentlich fest, welcher wissenschaftliche Name richtig und aktuell ist? Gibt es da eine internationale wissenschaftliche Kommission dafür? Und gelten die wissenschaftlichen Namen dann wirklich weltweit?

Gruß
Hannes

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 03 Jan 2011, 22:24

Hallo Hannes,

ja , gibt es.

IUCN (the World Conservation Union)
International Association for Plant Taxonomy
Royal Horticultural Society's Conifer Registration Advisory Committee

Seit Jahren werden DNA-Analysen ausgewertet, morphologische und molekulare Ergebnisse verglichen und dann werden Verwandtschaften neu dargestellt. Aljos Farjon, auch Mitglied der oben genannten Komitee veröffentlicht immer wieder neue Verwandtschaftsbeziehungen ( auch gemeinsam mit anderen ). Da ist noch einiges im Fluss.

So weit ich das beurteilen kann, ist das in der westlichen Welt ziemlich einheitlich. Die Chinesen bzw. Asiaten scheren da in ihren Ansichten bei den einzelnen Arten etwas aus der westlichen Sichtweise. Aber auch deshalb, weil sie gerne für ihr Land selbständige Spezies besitzen wollen und nicht Unterarten einer weitverbreiteten Art.


Das hat aber nicht mit dem oben Geschriebenen zu tun. Diese Begriffe sind steinalt und schon lange nicht mehr in Gebrauch. Huegelii und disticha werden seit ewiger Zeit nicht mehr benutzt.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Roseo-Marginata
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Beitrag von Roseo-Marginata » 03 Jan 2011, 23:20

Cryptomeria hat geschrieben: IUCN (the World Conservation Union)
International Association for Plant Taxonomy
Royal Horticultural Society's Conifer Registration Advisory Committee
Hallo Wolfgang, danke für die Erläuterungen. Haben diese Organisationen vielleicht keine eigenen öffentlich zugänglichen Datenbanken?

Zur oben zitierten Übersicht lese ich
'Collaboration between the Royal Botanic Gardens, Kew and Missouri Botanical Garden enabled the creation of The Plant List by combining multiple checklist datasets held by these institutions and other collaborators.'

Kew ist ja eine gute Adresse - aber wenn ich Deine Kommentare lese, habe ich den Eindruck, dass hier wohl zu schnell und unsauber gearbietet wurde. Vielleicht um schnell etwas vorweisen zu können...?
LG Roseo

Mostviertler
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Beitrag von Mostviertler » 04 Jan 2011, 01:10

Hallo Wolfgang!

Danke für die Erklärung.
Dass durch neue Analysemethoden (DNA-Untersuchung etc.) die Verwandtschaftsverhältnisse genauer bestimmt werden könne, ist mir schon klar. Aber warum werden dann bei weitverbreiteten, allgemein bekannten Pflanzen gelegentlich die Artnamen geändert?
Ich kann mich erinnern, in meiner Schulzeit hieß die Fichte noch Picea excelsia. (So lange liegt die Forstschule schon zurück :roll: ), dann plötzlich hieß sie Picea abies. Warum?

Gruß
Hannes

Buck
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Beitrag von Buck » 04 Jan 2011, 05:49

Hallo - Es ist nicht ganz neu, dass es Listen der bekannten Pflanzennamen gibt. dazu wird zB. regelmässig der "Index Kewensis" herausgegeben. Die im link zitierte Liste ist auch nur mit Vorsicht zu geniessen, wie Wolfgang schon gesagt hat - denn dort sind alle bekannten Pflanzen-NAMEN aufgeführt, und das sind viel viel mehr, als es bekannte Pflanzen gibt. Bei den gelisteten Namen muss man deshalb immer die "Akzeptanz" mit anschauen, und so gibt es für Metasequoia in der Liste zB nur M.glypt., die wirklich die höchste Akzeptanz geniesst. M.dich. ist mit aufgeführt, weil sie in den mittelamerikanischen Floren immer und regelmässig genannt wird. In einem zweiten Schritt müsste die Liste von speziellen Bearbeitern "gegengelesen" werden, um genau die jetzt auftretenden Fehler zu erkennen.

Die wirklich gültigen Namen muss man sich zT mühsam heraussuchen, aus IPNI oder GRIN oder anderen Quellen. Auch hier gibt es Unstimmigkeiten.

In Buchform gibt es "den" Mabberley": The Plant Book. Wird regelmässig aktualisiert, aber ist im Zuge des Internets praktisch ein Dinosaurier, wenn man aktuell sein will. Trotzdem eine schöne Hilfe.

Namen legen die jeweiligen Bearbeiter, Taxonomen, fest. Dafür gibt es einen weltweiten Code, der Internationale Code für Botanische Nomenklatur ICPN. Alle paar Jahre treffen sich die Botaniker auf "Weltbotanikerkongressen", um die aktuellen Namen festzulegen. Das nächste Treffen ist 2011 in Melbourne. Dort können Taxonomen Aenderungen einbringen und müssen eine vorgeschlagene Aenderung begründen.
Das Pflanzennamen ändern, hängt mit verschiedenen Dingen zusammen. Auf jeden Fall muss man sich bewusst machen, dass die Namen nichts Statisches sind. Sie sind eine von Menschen gemachte Klassifizierung, um besser mit Pflanzen arbeiten zu können. Als erstes gilt die Prioritätsregel: wer als erster eine Pflanze gültig beschreibt, dessen Name ist gültig (natürlich gibts Ausnahmen wie immer). Dies gilt seit Linné und seinem "Species Plantarum". Manchmal finden Bearbeiter von Pflanzen ältere gültige Namen als bekannt, dann muss der Name geändert werden. Manchmal findet man auch Pflanzen, die ganz anders aussehen, wie in der eigentlichen Originalbeschreibung beschrieben - dann muss auch etwas geändert werden (zB bei Deutzia scabra etc). Heute sind es vor allem genetische Untersuchungen (der Chloroplasten-DNA oder anderer Parameter), die die Verwandschaftsverhältnisse der Pflanzen unter Umständen ganz neu ordnen - so zB bei Acer, der jetzt zusammen mit Aesculus zu den Sapindaceae gehört, oder bei den Taxodiaceae, die jetzt zu den Cupressaceae gehören. Aktuell gibt es solche Diskussionen bei Sorbus, wie überhaupt bei den Rosaceae, und noch bei vielen anderen Pflanzen. man muss einfach akzeptieren, dass sich mit dem Zuwachs wissenschaftlicher Erkenntnis auch Namen verändern können. Alles fliesst.
Für den Gärtner ist das natürlich manchmal ärgerlich. Kataloge und Etiketten, Pflanzenlisten etc müssen regelmässig überprüft und ggfs. geändert werden. Da man auch "schlechte" Erfahrungen mit Namensänderungen gemacht hat (zB bei Aster), warten viele erstmal ab, ob eine Aenderung nicht bald wieder rückgängig gemacht wird. Das darf aber nicht zulange dauern, man sollte nicht zu konservativ sein. Es ist ein Unding, wenn in Katalogen (oder auf luxemburgischen Briefmarken der späten 90er) immer noch Quercus pendunculata oder Abies nobilis steht. So etwas sollte man nun nach zT 40 Jahren wirklich ändern.

Schöne Grüsse,
Schöne Grüße,
Buck

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 04 Jan 2011, 09:19

Hallo,

kann ich nur zustimmen!
Namen sind allerdings nur Schall und Rauch, und ich kann manchmal den Umbenennungswahn nicht nachvollziehen.
Manche Bäume hatten seit Ihrer Erstbeschreibung mehr als 3 wissenschaftliche Namen - und dabei ist es doch vollig wurscht, wie ein Baum heißt, weil es da sowieso (leider) keine festen Regeln gibt.
Noch verzwickter wird es, wenn wissenschaftliche Namen umverteilt werden, sozusagen einer Art weggenommen werden und einer anderen, völlig anderen Art aufgedrückt werden.
Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass der eine oder andere Taxonom sich irgendwie ins wissenschaftliche Rampenlicht schummeln möchte.
Außerdem scheint es nicht hinreichend finanzielle Mittel für genetische Untersuchungen zu geben, weil immer noch seltsame Begründungen wie "Blätter von bla bla länger und Rinde etwas heller bla bla als bei der Art..."
zu einer neuen Artbestimmung führen. Als wenn nicht längst bekannt wäre, dass regionale Standortbedingungen zur Veränderung des Habitus führen können.
Manchmal denke ich, dass die Taxonomie wie unser Steuerrecht mal reformiert - nämlich vereinfacht werden müsste.
Dazu bedarf es eines einzigen standartisierten Verfahrens, dass alle modernen Möglichkeiten einbezieht und Mindestanforderungen, wann die Benennung einer neuen Art gestattet ist.
Bestimmt würden sich dann die Arten z.b. der Akazien von über 1000 auf etwa 250 reduzieren. :wink:

Viele Grüße

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LCV
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Beitrag von LCV » 04 Jan 2011, 10:45

Hallo,

diese ständige Umbenennerei geht mir auch auf den Geist. Zumal manchmal einprägsame Namen wie Sophora durch so etwas wie Styphnolobium ersetzt werden. Warum? Da geht es wohl auch oft um Eitelkeiten. Dazu kommt, dass es jede Menge gültiger Synonyme gibt, je nach Autor. Wenn wirklich eine völlig neue Art entdeckt wird, ist es ja ok, wenn der Entdecker sich verewigen darf.

Etwas anderes und damit wissenschaftlich begründet, sind die teilweise veränderten Zuordnungen. Früher hat man bestimmte Pflanzen nach den damals zur Verfügung stehenden Mitteln in Familien und Gattungen zusammengefasst. Heutzutage kann man über DNA-Analysen (die sicher nicht billig sind) nach und nach die alten Zuordnungen überprüfen. Es ist deshalb auch sinnvoll, falsche und widerlegte Erkenntnisse zu korrigieren. Offensichtlich falsche Fakten kann man ja nicht einfach so stehen lassen. Deshalb wird durchaus mal eine Pflanze aus einer Familie herausgenommen und einer anderen zugeordnet.

Ich wäre dafür, dass man Umbenennungen nur dann vornimmt, wenn das durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse nötig wird. Aber Namen nur so aus Jux und Dollerei zu ändern, ist blödsinnig. Bei Millionen von Pflanzen sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Gruß Frank

Buck
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Beitrag von Buck » 04 Jan 2011, 11:26

Niemand benennt Pflanzen aus Jux und Dollerei um, auch wenn das manchmal so aussieht! Es gibt wirklich viele Gründe, eine Pflanze umzubenennen - Wissenschaft muss exakt sein, das ist u.a. der Anspruch von Wissenschaft! Es gibt zwar Fälle, an denen man zweifelt... z.B. die kürzliche Umbenennung von Quercus robur und Quercus petraea in Q. robur subsp. robur und Q. robur subsp. sessiliflora (nachzulesen im R/B), aber diese Aenderung ist zB nicht durch einen Botanischen Kongress abgesegnet und deshalb nur wenig verbreitet (leider aber in rezenter deutschsprachiger Bestimmungsliteraur falsch).

Die Beschreibungen der Pflanzen (anhand eines Typus oder Originalbeleges wird eine Pflanze erstmals beschrieben) geht heute immer unter Berücksichtigung der Variabilität vonstatten (wobei "Ausreisser" nach oben oder unten unberücksichtigt bleiben: Statistik) - aber eine Pflanze wird immer noch anhand eines in einem Standard-Herbarium hinterlegten Beleges beschrieben. Die BESCHREIBUNG der Pflanze hat also nur indirekt mit der Be- und Umbenennung von Pflanzen zu tun, und DNA-Analysen sind nur ein Hilfsmittel der Taxonomie und in diesem Fall der Systematik.

Um bei dem Beispiel von Picea abies zu bleiben: Linné hat 1753 dieses Nadelgehölz als Pinus abies beschrieben. 1768 hat dann Miller die Pflanze als Abies picea beschrieben. Erst 1881 hat Karst dann den Baum in Picea abies umbenannt. Schon 1877 hat Link den Namen Picea excelsa vergeben. Da aber Linné 100 Jahre zuvor den Artnamen "abies" gewählt hatte, muss dieser der gültige sein.
Wir kennen den Baum heute also als Picea abies. Aber was ist mit den Botanikern oder Gärtnern, die vor 100 oder 150 oder 200 Jahren lebten? Die waren bestimmt auch schon nicht glücklich über diese Namensänderungen.
Uebrigens wurden für die (jetzige) Picea abies mehr als 100 Namen vergeben - alles heute Synonyme (es gibt übrigens keine gültigen Synonyme in dem Sinne, dass sie neben den "richtigen" Namen gleichwertig bestehen dürfen). Für Pinus sylvestris oder noch auffälliger für Pinus mugo gibt es sogar noch mehr Synonyme...
Schöne Grüße,
Buck

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb » 04 Jan 2011, 12:52

Hallo,

wie in vielen Lebensbereichen zeigt sich auch hier, dass die Exaktheit der Wissenschaft stets eine Momentaufnahme ist.
Das Verwenden von Synonymen ist deshalb auch kein grundsätzlicher und schwerwiegender Fehler des Verwendenden, vielleicht kann die betreffende, verantwortliche Person auch gar nicht anders. Einer der häufigsten Gründe sind hier fehlende Gelder mit dem bekannten Rattenschwanz an Konsequenzen.

Kompromisse haben z.B. die niederländische und die deutsche Baumschulwirtschaft mit einem Namensindex gefunden, der praxisnah ist und nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Aktualität sondern auf Alltagspraktikabilität setzt. Wer dann noch das Geld, die Zeit und den Ehrgeiz hat, seine Verzeichnisse stets "up to date" zu halten, soll dieses tun.

Ich empfehle Euch für grundsätzliche Informationen zur Nomenklatur den aktuellen Artikel in der Gartenparaxis 1/2011, da steht viel über die Gründe etc., verfasst von Einem, der weiß warum das so ist.

tormi
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Beitrag von tormi » 04 Jan 2011, 15:06

Wenn man sich mit Gehölzen oder allgemein Pflanzen beschäftigt benutzt man oft Literatur älteren Datums. In diesen Bücher begegnet man zuhauf veralterete Namen die heute 'nur' noch Synonyme oder manchmal auch wieder aktuell sind. So sucht man zB. in der 1. Ausgabe von Krüssman's Handbuch der Nadelgehölzer vergeblich nach Pinus wallichiana wenn man nicht weiss dass sie dort noch unter P. griffithii aufgelistet ist. Die Beschreibungen der jeweiligen Pflanzen sind im Grossen und Ganzen jedoch immer noch die gleichen, verschiedene Erfahrungswerte wie Winterhärte, Fruchtbildung.. sind heute bei einigem weiter erforscht.
Es ist sicherlich nicht nötig alle Synonyme auswendig zu kennen, man sollte nur wissen wo man sie für die respektiven Pflanzen aufsuchen kann, dazu passt GRIN sehr gut.
LG Nalis

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Beitrag von Kiefernspezi » 04 Jan 2011, 19:57

Ich verstehe, dass es Änderungen in der Nomenklatur gibt, Arten hinzugefügt oder gestrichen werden.
Mir fehlt allerdings das Verständnis für eine Notwendigkeit, wissenschaftliche Namen zu ändern.
Wieso hat man aus P. griffithii denn P. wallichiana gemacht?
Früher gab es auch die Bezeichnung P. strobus excelsa. Da verstehe ich die Änderung, da man deutlich machen wollte, dass es keine Var. von P. strobus ist. Aber griffithii und wallichiana (Ehrung Wissenschaftler) - beide Namen sind ebenso gut wie P. himalaica (geografisch) oder P. longconia. (Eigenschaft) :wink:
Denn das große Chaos entsteht schon in der Willkürlichkeit der Namensgebung. Ich bin auch schon am Überlegen, wie ich die Kiefer benennen werde, die ich noch entdecke. :lol:

Viele Grüße

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LCV
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Beitrag von LCV » 04 Jan 2011, 20:03

> Ich bin auch schon am Überlegen, wie ich die Kiefer benennen werde, die ich noch entdecke.

Na klar, PINUS SPECICUS ;-)


Gruß Frank

Buck
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Beitrag von Buck » 07 Jan 2011, 00:59

Hi Kiefernspezi, nur kurz zu der logischen Namensgebung von Pinus wallichiana:

Hooker f. beschrieb 1868 eine Pinus griffithii. Das ist aber eine Lärche gewesen, die dann folgerichtig nach Aufstellung der Gattung Larix in Larix griffithii umbenannt wurde. Der Name wurde also hinfällig. (Früher wurden übrigens die Pinus/Picea/Abies/Larix alle in die Gattung Pinus eingeordnet). McClell hat dann nochmal den Namen Pinus griffithii "benutzt", aber da er schon als Synonym galt, war dieser Name hinfällig.

Pinus excelsa ist ein weiteres Synonym: 1828 von Wall. ex Don. aufgestellt. Damit war aber nichts anderes als Picea abies gemeint (Picea excelsa...)! Also konnte die Himalayakiefer auch nicht Pinus excelsa heissen.

Chambray hat die Himalykiefer dann Pinus nepalensis genannt (1845). Er hat aber übersehen, dass Forbes schon 1835 eine Pinus nepalensis benannt hat. Dies ist aber eine Synonym für Pinus massoniana... Also auch dieser Name nicht eindeutig, da schon vergeben.

Somit konnte A.B.Jackson 1938 den richtigen, gültigen Namen Pinus wallichiana vergeben. Jackson hatte nämlich genau das herausgefunden, was hier steht - das alle früheren Namen bereits für andere Pflanzen vergeben waren, z.T. eben als Synonyme, und die Himalayakiefer keinen gültigen Namen besass.

Du siehst, die Bezeichnung Pinus wallichiana ist korrekt und eindeutig.
Schöne Grüße,
Buck

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