Palmen im Garten überwintern

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kapegro
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Palmen im Garten überwintern

Beitrag von kapegro » 29 Okt 2008, 10:49

hallo mal wieder, wer kann mir sagen wie ich meine ca. 1,20m - 2,00 m großen eingepflanzten Palmen überwintern kann. Sie sind seit Juni eingepflanzt. :) Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Schliesslich ist Bodenfrost angesagt. !!!
Danke schonmal im vorraus :D

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LCV
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Beitrag von LCV » 29 Okt 2008, 12:27

Hallo,

es kommt darauf an, wo Du wohnst und wie hart ein Winter wird. Hier in Südbaden lassen wir die Palmen ungeschützt draußen. Richtige Kälte über einen längeren Zeitraum hatten wir schon lange nicht mehr.
Ist es bei Euch kälter, dann kann man ein einfaches Schutzgestell bauen, eine Art Do-it-yourself-Gewächshaus. Man holt sich im Baumarkt Vierkanthölzer (6 x 6 cm würde reichen). Die werden zu einem Quader oder Würfel verschraubt, den man über die Palmen stülpen kann. An den 4 oberen Ecken schraubt man Ösen ein, wo man Seile befestigt und mit Häringen verspannt (Campingbedarf). Dieses Gestell wird mit einfacher, durchsichtiger Bauplane verkleidet (antackern). Die Seile sind zur Sicherung, da die Konstruktion dem Wind ziemlich viel Angriffsfläche bietet. Den Boden um die Palmen dick mit Reisig abdecken.

In extrem kalten Gegenden wäre der Einbau einer Wurzelheizung zu überlegen. Diese braucht ganz wenig Energie, da sie ja nur an wenigen Tagen benötigt wird. Sie sorgt aber dafür, dass der Boden nicht einfriert und der Baum vertrocknet. Aus dem gefrorenen Boden können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Das ist viel schlimmer als die Kälte. Palmenspezialisten könnten noch sagen, wie es im Winter mit dem Gießen aussieht.

Gruß Frank

kapegro
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Palmen im winter

Beitrag von kapegro » 29 Okt 2008, 17:52

Wir sind aus NRW...also sehr kalt wird es bei uns nicht...zumindest die letzten Jahre nicht. Vielen Dank schonmal für die schnelle Antwort.

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stefan
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Beitrag von stefan » 29 Okt 2008, 22:07

Hallo kapegro,
ich nehme mal an, daß Du eine Trachycarpus fortunei gepflanzt hast, denn das ist die einzige, von der ich weiß, daß sie bei uns im Garten ausgepflanzt werden kann.

Schaden kann sie nehmen, wenn der Blattschopf unter Schneelast auseinanderbrich; möglicherweise auch, wenn der Vegetationskegel im Blattschopf zu viel Nässe abbekommt und Fäulnis beginnt.
Die übliche Maßnahme, die ich gesehen habe, ist:
den Schopf wie einen Pinsel zusammenbinden, so daß er nicht auseinanderbrechen kann und er auf diese Weise den Vegetationskegel gleichzeitig vor Nässe schützt.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

grünfink
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Beitrag von grünfink » 02 Nov 2008, 17:27

Wir haben auch Palmen in Garten und die Packen wir im Winter immer in Planen ein und putzen sie bei Schneefall immer schön ab, damit keine Blätter abbrechen. Das hat über den letzten Winter sehr gut funktioniert!

VolkerKI
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Re: Palmen im Garten überwintern

Beitrag von VolkerKI » 03 Nov 2008, 13:26

kapegro hat geschrieben:hallo mal wieder, wer kann mir sagen wie ich meine ca. 1,20m - 2,00 m großen eingepflanzten Palmen überwintern kann. Sie sind seit Juni eingepflanzt. :) Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Schliesslich ist Bodenfrost angesagt. !!!
Danke schonmal im vorraus :D
Welche Palmen hast du denn gepflanzt??
Bei so einer allgemeinen Frage kann niemand wirklich helfen. :roll:
MfG Volker

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herbsev
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Beitrag von herbsev » 08 Dez 2008, 02:36

Tja, mal ganz einfach gesagt und geschrieben.

Ich lass meine Trachycarpus fortunei - 5 sind es seit 2001 - einfach wachsen und gedeihen. OHNE jedweden Winterschutz! Der ist mE absolut unnötig, speziell im nordrheinwestfälischen Flachland.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das Noppenfolie oder ähnliche Abdeckungen eher schädlich als nützlich sind.

Man muss sich aber sicher sein, dass man wirklich echte Trachycarpus fortunei gekauft hat. Ich hab vor Jahren einige kleine 'Hanfpalmen' bei OBI gekauft. Das waren aber keine Hanfpalmen, sondern Chamaerops humilis. Die sind empfindlicher. Von 4 kleinen Pflanzen für 5 € haben nur 2 im Freiland überlebt. Diesen beiden scheint allerdings das Klima hier nichts auszumachen. Ich verzichte auch bei ihnen jetzt auf Frostschutz, mit Erfolg. Eine dritte hab ich im Blumentopf wieder aufgepäppelt, lass sie aber in diesem Winter noch im Haus.

Trachycarpus fortunei jedoch ist DIE Palme für Deutschland.

Ich habe mich entschlossen, ein paar Bilder online zu stellen. Die Seite existiert allerdings erst seit 10 Tagen, wird und muss besser werden. Nichtsdestotrotz riskiert mal einen Click auf http://www.drsevering.de/palmen/

Ich lebe in Hamm in Westfalen.


Sam
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Beitrag von Sam » 20 Feb 2009, 08:11

LCV hat geschrieben: In extrem kalten Gegenden wäre der Einbau einer Wurzelheizung zu überlegen. Gruß Frank
Hallo,
...ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, unseren Olivenbaum in den Garten zu pflanzen! Der Sicherheit halber möchte ich eine Wurzelheizung mit"einbauen"! Kann mir jemand einen Bezugsquellennachweis, bzw. Hersteller für eine solche Wurzelheizung nennen???
Beim Googeln habe ich den "Olivenpark" in Mannheim entdeckt - da bekommt man eine Wurzelheizung als Service beim Kauf eines Baumes mit dazu - separat wird sie nicht verkauft! Von "Olivepark" bekomme ich erst gar keine Antwort! ... von daher wäre ich dankbar, wenn mir jemand noch andere Adressen weiß!
Vielen Dank
Ingrid

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Beitrag von LCV » 20 Feb 2009, 09:29

Hallo Ingrid,

bei uns hat man am Ortsausgang auf der B3 einen Kreisel angelegt, in der Mitte einen Hügel aufgeschüttet und drei knorrige Olivenbäume gepflanzt. Die sollen "das Tor in den Süden" symbolisieren, weil wir hier ein besonders mildes Klima haben. Leider gibt es auch hier Kälteeinbrüche und ein so ungeschützter Hügel bekommt den Frost auch noch von der Seite. Deshalb hat die verantwortliche Gärtnerei eine Wurzelheizung installiert. Diese wird nur betrieben, wenn es wirklich mal sehr kalt ist und der Boden so friert, dass die Wurzeln kein Wasser aufnehmen können. Auch kann man die Bäume noch mit einer Art Sisalmatte umwickeln, um überirdische Schäden bei eisigem Wind zu vermeiden. Wenn der Baum relativ geschützt in einem Garten steht, ist das u.U. unnötig.

Diese Wurzelheizung gab Anlass zu einer bundesweiten Diskussion, weil der Bund der Steuerzahler das als Verschwendung angeprangert hatte. In diversen Foren schimpften dann Leute von weit weg ohne echte Ahnung, man könne ja einheimische, winterharte Bäume pflanzen. Man konnte dagegen setzen, dass sich die Anschaffung bald bezahlt macht, weil diese Insel wesentlich weniger Pflegeaufwand verlangt als solche, die mehrmals im Jahr neu bepflanzt werden müssen. Der Energiebedarf dagegen ist geradezu lächerlich. Selbst wenn die Heizung den ganzen Winter in Betrieb wäre, kostet das nur knapp EUR 30,--. Da sie aber nur an einigen Tagen benötigt wird, kann man das komplett vernachlässigen.

Übrigens sollte ein Fachmann den Olivenbaum regelmäßig schneiden, wenn man das nicht selbst kann, damit er sich so schön knorrig entwickelt.

Ich kann hier keine Firmen, E-mail-Adressen oder Telefonnummern nennen. Gebe ich bei Google "Wurzelheizung" ein, bekomme ich allerdings einige Anbieter. Achtung, Wurzelheizung für das Aquarium ist etwas anderes. Auch kann man meinen Wohnort (s. hier links) bei Google eingeben und auf der Seite der Stadtverwaltung die Auskunft heraussuchen. Irgendwer wird ja wissen, wo die Wurzelheizung gekauft wurde.

Gruß nach Stuttgart
Frank


PS. Dieser Thread sollte eigentlich nach "Sonstiges" verschoben werden.
Zuletzt geändert von LCV am 20 Feb 2009, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.

biloba
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Beitrag von biloba » 20 Feb 2009, 18:51

Hallo Frank,
LCV hat geschrieben:Der Energiebedarf dagegen ist geradezu lächerlich. Selbst wenn die Heizung den ganzen Winter in Betrieb wäre, kostet das nur knapp EUR 30,--. Da sie aber nur an einigen Tagen benötigt wird, kann man das komplett vernachlässigen.
den ganzen Winter - ich peile mal über den Daumen die drei Monate Dezember, Januar und Februar - dann kann die Heizung für diesen Kreisel nur etwa eine Leistung von um die 100W haben, um in diesem Limit zu bleiben.


Bewirken 100Watt, verteilt auf einer so großen Fläche wie dieser Verkehrsinsel einen ausreichenden Effekt oder kann man das ebenso vernachlässigen, wie die Energiekosten?

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Beitrag von LCV » 20 Feb 2009, 20:03

Hallo Biloba,

wer redet davon, eine ganze Verkehrsinsel zu beheizen? Man muss nur unterirdisch im Wurzelbereich ein wenig Wärme abgeben, um das Einfrieren zu verhindern. Abgesehen davon ist es bei uns nur selten mal unter Null Grad. Pro Winter gibt es mal einige wenige Tage, wo das Thermometer bis - 10° C geht. Aber auch da dauert es ja etwas länger, bis der Boden tiefgefriert. Ich kenne keine technischen Daten. Nur hat eben wegen dieser lächerlichen Diskussion (verglichen mit den durch staatliche Stellen verlochten Milliarden) das Bürgermeisteramt diese Werte herausgegeben. Im Winter 2006/07 hatten wir hier überhaupt keinen Frost.
Trotzdem muss man eben vorsorgen, damit nicht mal eine etwas längere Kälteperiode die Bäume killt.

Gruß Frank

biloba
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Beitrag von biloba » 20 Feb 2009, 20:27

Hallo Frank,
LCV hat geschrieben:wer redet davon, eine ganze Verkehrsinsel zu beheizen? Man muss nur unterirdisch im Wurzelbereich ein wenig Wärme abgeben, um das Einfrieren zu verhindern.
dieses Argument lasse ich gerne gelten. Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie groß der Wurzelteller eines Olivenbaumes ist. Und da ich von Bäumen ohnehin kaum Ahnung habe, weiß ich auch nicht, welcher Prozentsatz des Wurzelbereiches frostfrei gehalten werden muss, um einen Verlust des Baumes zu verhindern.

LCV hat geschrieben:Abgesehen davon ist es bei uns nur selten mal unter Null Grad. Pro Winter gibt es mal einige wenige Tage, wo das Thermometer bis - 10° C geht.
Das wiederum bezieht sich nicht auf die "knapp EUR 30,--". Denn da hieß es als Prämisse:
Selbst wenn die Heizung den ganzen Winter in Betrieb wäre...
Ich will euch ja nicht eure Olivenbäume und die Heizung madig reden. Ich wünche euch viel Freude damit. Und es steht außer Frage, dass die hier in Rede stehenden Summen in keinem Verhältnis zu Millonärshilfe stehen, die derzeit verteilt wird.


Aber es liegt nun mal in meinem Naturell, mal kurz zu überschlagen, ob sich da ein paar Politiker die Sache schön gerechnet haben. Und bei Bedarf wird eben dies und das mal hinterfragt. Denn merke:
Einem Politiker glaube höchstens seine Kontonummer!

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Beitrag von LCV » 20 Feb 2009, 21:35

> Das wiederum bezieht sich nicht auf die "knapp EUR 30,--".
> Denn da hieß es als Prämisse:
> Zitat: Selbst wenn die Heizung den ganzen Winter in Betrieb
> wäre...

Richtig, ich wollte nur damit sagen, dass sich der wirkliche Energiebedarf nur auf ein paar Tage pro Winter bezieht, also letzten Endes wahrscheinlich 1 - 2 Euro.

Natürlich kosteten die Bäume (schon recht stattliche und knorrige Exemplare) Geld und die Anlage der Wurzelheizung auch.
Aber diese Insel wurde in der Art eines Steingartens angelegt, dass man bestenfalls hin und wieder etwas Unkraut jäten muss.
Andere Inseln werden mehrmals im Jahr mit frischen Blumen bepflanzt, die einen ganz anderen Arbeitsaufwand erfordern und die Blumen gibt es auch nicht umsonst. Ich bin überzeugt, dass über einige Jahre hinweg die Gesamtkostenbilanz für diese Art Gestaltung niedriger liegt, auch wenn die Anfangsinvestition etwas teurer war.

Aber wenn wir nur noch jeden Cent und jedes Gramm CO2 auf die Goldwaage legen wollen, können wir uns gleich ein Loch schaufeln. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn ich an diesen Kreisel komme. Im Frühling mache ich mal ein Foto.

Viele Grüße
Frank

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