Sagenhaftes, Geschichten und Symbolik

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quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 27 Jan 2015, 15:21

Hallo,

noch etwas zur Hasel:

Die Hasel gehörte schon in der vorchristlichen Zeit zum Totenkult, denn man fand Haselnüsse und Haselstäbe in den Gräbern der Alemannen und anderer germanischen Stämme. Menzel erzählt, daß sich bei der Aufgrabung des alemannischen Grabfeldes am Lupfer, unter jeder Leiche ein Haselstab, und zuweilen noch zwei andere unter dem Totenbaum fanden, der die Leiche einschloß und dieser Schriftsteller glaubt, daß diese Haselstäbe zur Erhebung des Toten aus der Erde, wie Wünschelruten, behilflich sein sollen.

Die Haselnuß galt als das Sinnbild des Frühlings, des Lebens und der Unsterblichkeit und, weil sich die Haselnüsse oft gepaart vorfinden, auch als ein Zeichen des ehelichen Glückes.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder » 29 Jan 2015, 14:53

Hallo,

Ein gutes Wort ist gleich einem guten Baum, dessen Wurzel fest ist und dessen Zweige in den Himmel reichen.

Und das Gleichnis eines schlechten Worts ist ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keine Festigkeit hat.

(Der KORAN, 14. Sure, Vers 30. 31)

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder » 01 Feb 2015, 18:37

Hallo,

Und wir lassen euch durch dasselbe (Wasser) Palmen- und Rebengärten sprießen, in denen ihr reiche Früchte habt und von denen ihr esset, und einen Baum, der auf dem Berge Sinai wächst und der Öl hervorbringt und einen Saft zum Essen.

(Der KORAN; 23. Sure, Vers 19 und 20)

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder » 04 Feb 2015, 16:14

Hallo,

Wahrlich, Saba hatte in ihren Wohnungen ein Zeichen: Zwei Gärten , (einen) zur Rechten und (einen) zur Linken. "Esset von der Gabe eures Herrn und danket ihm.
Ein gutes Land und ein verzeihender Herr!"
Sie aber wendeten sich ab, und da sandten wir über sie die Flut des Dammbruchs und vertauschten ihnen ihre beiden Gärten mit zwei Gärten von bitterer Speise (Dornbuschfrüchte) und Tamariske und ein wenig Lotosbäumen.m ( Eine Zizyphusart: Zizyphus lotos oder Zizyphus spina Christi: Christusdorn) Solches gaben wir ihnen zum Lohn für ihren Unglauben.

(der KORAN; 34. Sure, Vers 15 und 16)

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder » 04 Feb 2015, 17:40

Hallo,

Ist dies eine bessere Bewirtung oder der Baum Zaqqum.(1)
Siehe, wir machen ihn zu einer Versuchung für die Ungerechten.
Siehe, er ist ein Baum , der aus dem Grunde der Hölle herauskommt. Seine Frucht gleicht Satansköpfen. Und siehe, wahrlich, sie essen von ihm und füllen sich die Bäuche mit ihm an.

1) Ein Dornengewächs mit mandelförmigen bitteren Früchten.

(Der KORAN, 37. Sure, Vers 60 bis 64)

Viele Grüße

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Sagenhaftes, Geschichten und Symbolik

Beitrag von Spinnich » 05 Feb 2015, 14:35

Hallo

heute wurde eine Eiche im Register aktualisiert:
Zigeunereiche bei Wilsbach, Register-Nr.: 1060 He Zigeunereiche
Da habe ich angesichts der dort entfachten Namensdiskussion mal versucht etwas über die Namensbedeutung herauszufinden.
Es gibt allerdings mehrfach diese Namensbezeichnung, allerdings vermutlich oft mit dem gleichen Hintergrund, wie das für eine Eiche in Südthüringen, die Zigeuner-Eiche in Schalkau, nachzulesen ist.

Dort schreibt man, dass an dem Orte wo der Baum steht, früher die Zigeuner lagerten, weil diese ja damals nicht in den Orten sondern außerhalb lagern mussten.

zur Sage:
Zitat:" Am Schaumberg steht eine uralte Eiche. Die Sage erzählt, dass vor vielen Jahren, als die Zigeuner ihre Lagerplätze noch weit außerhalb der Ortschaften zugewiesen erhielten, eine Gruppe dort lagerte. Ein Schalkauer Bürgersohn verliebte sich in eine dieser hübschen Zigeunerinnen. Sie gaben sich ein Stelldichein an jenem Ort, an dem heute eine mächtige Eiche steht. Ein feuriger Zigeuner hatte aber ältere Rechte auf das Mädchen. Als er die beiden ertappte, erstach er in eifersüchtiger Erregung sein Mädchen. Zwischen den beiden Liebhabern entspann sich ein harter Zweikampf, bei dem der Schalkauer zu Tode kam. Ein Gewitter zog herauf. Der Mörder wurde vom Blitz getroffen. Das Zigeunerpaar wurde nach alter Sitte an Ort und Stelle bestattet. Auf das Grab wurde eine Eiche gepflanzt. Der Volksmund gab ihr den Namen Zigeunereiche."

Gruß Spinnich :roll:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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Beitrag von quellfelder » 05 Feb 2015, 15:55

Hallo,

Du bist ein Mensch mit Weitblick! Danke, Spinnich für das Einstellen! Es hat mich wirklich sehr gefreut.

Viele Grüße

quellfelder

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...bist ein Mensch mit Weitblick...

Beitrag von Spinnich » 05 Feb 2015, 16:52

Hallo Quellfelder,

Hoffentlich behälst Du mit dem Weitblick recht!

Ich habe nämlich gerade einen größeren Betrag für meine Altersvorsorge in Fonds, vorzugsweise in Index-Fonds bzw. ETF's angelegt (angelehnt an den jeweiligen Börsenindex: DAX, Dow Jones, S&P 500, MSCI).
Mit den beiden letztjährigen Anlagen Indexfond auf DAX bzw. NASDAQ bin ich jedenfalls sehr gut gefahren.
Aber dass solche Wertpapiergeschäfte nicht auch ganz solide Risiken bergen, gehört natürlich ins Reich der Fabeln und Legenden. :wink:

Gruß Spinnich :lol:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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Beitrag von quellfelder » 06 Feb 2015, 18:15

Hallo,

Und die Gefährten der Rechten – was sind die Gefährten der Rechten? Selig!
Unter dornenlosem Lotos(1) und Bananen mit Blütenschichten ( 2) und weitem Schatten und bei strömenden Wasser und Früchten in Menge.

Anm:
(1) Der Zizyphus oder wilde Lotosstrauch , dessen rote Beeren bei den Beduinen sehr geschätzt sind.
(2) So fälschlich die islamische Tradition. Entweder „geschichtete Bananen“ oder richtiger: (dicht) aneinandergereihte Akazien (Mimosen)
Das Sitzen unter Blütenbäumen ist bei den Orientalen seit alters sehr beliebt.

(der KORAN: 56. Sure, Vers 27 bis 31)

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder » 07 Feb 2015, 13:42

Hallo,

in "Mein Wochenende" der Ostsee-Zeitung vom 7.Februar 2015 wird mit Bezug auf die Überlebensfähigkeit des Ginkgos an das "Wunder von Hiroshima" erinnert:

"Nur 800 Meter vom Detonationszentrum der ersten Atombombe entfernt, spross knapp ein Jahr nach dem Abwurf der Bombe, im Frühling 1946, ein frischer Trieb aus dem völlig zerstört geglaubten Wurzelstock eines dortigen Ginkgos."

Viele Grüße

quellfelder

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer » 07 Feb 2015, 16:09

Die Hängeeiche
Zwischen Rudolstadt und Saalfeld liegt ein Höhenzug der, Der Kulm genannt wird. Dort war einst ein schöner Eichenwald mit einer besonders großen und uralten Eiche.
Zu Zeiten des 30jährigen Krieges war einmal eine Kompanie Soldaten zeitweilig in am Fuße des Berges gelegenen Ortes Reichenbach einquartiert. Als sie dann abgezogen wurden sollte am nächsten Tag in der Kirche ein Dankgottesdienst stattfinden. Da stellte man fest, daß ein goldener Altarkelch fehlte und alle Anzeichen darauf hin deuteten, daß er von den Soldaten gestohlen worden ist. Also machte sich der Dorfschulze auf den Weg die Soldaten einzuholen um den Kelch zurückzufordern. Er holte die Soldaten ein, die gerade unter der uralten Eiche rasteten und trug dem Hauptmann den Vorfall vor. Der Hauptmann befahl das der Schuldige vortreten sollte aber niemand meldete sich. "Nun", sagte er, "Sucht Euren Kelch hier im Lager, bei dem ihr ihn findet soll er an dieser Eiche gehängt werden, findet Ihr ihn nicht werdet Ihr gehängt." Der Schulze machte sich auf die Suche fand aber nichts. Als er schon vor den Hauptmann stand um den Mißerfolg zu erklären sah er im Gebüsch etwas blinken. Er ging dorthin und sah einen schlafenden Soldaten in dessen Tornister der Kelch hervorblinkte. Der Soldat wurde etwas unsanft geweckt und befragt, konnte aber keine Erklärung geben wie der Kelch in seinen Tornister geraten ist und beteuerte seine Unschuld.Der Hauptmann gab den Feldrichter den Befehl den vermeintlichen Dieb zu hängen. "So wahr ich unschuldig sterbe, so möge in diesem Wald keine Eiche mehr grünen und emporwachsen", beteuerte der Soldat. Der Hauptmann gab den Feldrichter den Befehl den vermeintlichen Dieb zu hängen So starb er obwohl er unschuldig war, aber der ihn aufhängte war der wirkliche Dieb. Nachdem er die Worte des Hauptmannes gehört hatte steckte er den Kelch in den Tornister des schlafenden Soldaten. Nach dem Tode seines Kameraden erwachte aber die Stimme des Gewissens und jedes Mal wenn er eine Eiche sah zitterten seine Glieder. Nirgends fand er Rast und Ruhe. Schließlich deserttierte er von sener Truppe, ging zu der Eiche zurück, schnitt seinen toten Kameraden ab, begrub ihn und hängte sich dann selber auf. Rundum auf der ganzen Heide starben alle Eichen ab und selbst die Hängeeiche ging ein und wurde von einem Sturm gefällt.
Gruß Yogi

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Beitrag von quellfelder » 07 Feb 2015, 16:19

Hallo,

ja, Yogi wirklich schön! Dank Dir haben wir nun endlich die ganze Geschichte.

Viele Grüße

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Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer » 07 Feb 2015, 16:36

Sorry Quellfelder, ich habe es übersehen das diese Mär schon eimal behandelt wurde.
Gruß Yogi

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Beitrag von quellfelder » 07 Feb 2015, 16:49

Hallo Yogi,

das ist völlig in Ordnung so. Ich hatte bisher nur einen Bruchteil der Geschichte. Freue mich, dass Du hier bei der Sache bist und mitmachst.

Viele Grüße

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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 07 Feb 2015, 16:51

Die Sage von der Wolfs- und der Feeneibe zu Dahlhausen

Vor langer, langer Zeit, noch bevor die tiefen und undurchdringlichen Eichen- und Buchenwälder im Tal der Wupper von Menschen bewohnt waren, lebte zwischen den heutigen Ortschaften Beyenburg und Krebsöge eine wunderschöne Fee, die wurde immer von einem strohgoldenen Wolf begleitet.

Eines Tages ergab es sich, dass eine Jagdgesellschaft mit der Brackenmeute auf der Jagd nach dem Ur, dem Wisent und dem wilden Keiler, das Tal der Wupper streifte.

Der wildeste Jäger, ein blonder Bursche von edlem Geblüt, der mit den Hunden voranritt, sah die Fee und den Wolf. Sein Herz entflammte für die schöne Erscheinung und er nahm die Verfolgung der flüchtenden entschwebenden Wesen auf.

Die Wupper war noch ein wilder Fluß, der sich selbst das Bett grub und öfters seinen Lauf änderte.
Wo sich heute die Wupperinsel nahe der Ortschaft Dahlhausen befindet, endete die wilde Hatz. Die Hunde hatten den Wolf gestellt. Der Jäger nahm seinen Bogen und den Speer aus Eibenholz und erlegte den Wolf.
Als er zu dem Wolf ging, war der nicht auffindbar. Der Jäger legte seinen Bogen am Erlegungsort nieder. Er nahm seinen Speer und ging zu der Stelle, von wo er die Fee entfleuchen sah. Als er weder die Fee noch den Wolf fand, rammte der Jäger seinen Speer in den Boden.

Am Erlegungsort des Wolfes wachsen heute noch auf der Wupperinsel Eiben, umrankt von gelb blühenden Wildrosen. Rote Wildrosen umranken die Eibe an dem Ort, wo die Fee für immer verschwand. Die Eiben heißen im Volksmund "Die Wolfseibe" und "Die Feeneibe".

Weder der Wolf noch die Fee wurden jemals wieder gesehen. Man sagt, dass in dunklen Nächten, wenn der Wind die Wolken jagt und die Äste der Buchen und Eichen zaust, man im Tal der Wupper entfernt ein sehnsüchtiges Heulen wie das eines Wolfes hören kann.

Von den Berghöhen sieht man, besonders im Frühjahr und im Herbst, zwischen Nacht und Traum, die Feenschleier durch das Tal der Wupper ziehen.

Eibe auf der Wupperinsel bei Dahlhausen
http://www.sagen.at/texte/sagen/deutsch ... s/Eibe.jpg
Zuletzt geändert von Kiefer am 07 Feb 2015, 17:59, insgesamt 1-mal geändert.

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