Wildarten bei Rhododendren ---> Rhododendron spp.
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Hortulanus
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Rhododendron polycladum
Die reine Farbe Blau kommt bei Rhododendren nicht vor. Die oberflächliche Einstufung als „blau blühend“ übersieht, dass es sich stets um ein mehr oder weniger intensiv gefärbtes Violett handelt, dem immer ein Rotton anhaftet. Es gibt zwar Ausleseklone, die dem wirklichen Blau näher kommen, doch leider sind auch sie stets haarscharf „daneben“.
Zu diesen annähernd Blauen gehört Rhododendron polycladum, einigen vielleicht besser bekannt unter seinem früheren Namen Rhododendron scintillans. Funkelnd bedeutet der Artname und bezieht sich auf die auffälligen, weißen Staubgefäße, die vor dem dunklen Hintergrund der Blüten wie kleine Sternchen zu wirken vermögen. Das hier eingestellte Bild gibt es kaum wider.
Der aus Yunnan (Süd-China) stammende Strauch gehört zur Lapponica-Subsection (Arten, die unter anderem circumpolar vorkommen), was indiziert, dass diese Pflanze recht winterhart ist.
Die reine Farbe Blau kommt bei Rhododendren nicht vor. Die oberflächliche Einstufung als „blau blühend“ übersieht, dass es sich stets um ein mehr oder weniger intensiv gefärbtes Violett handelt, dem immer ein Rotton anhaftet. Es gibt zwar Ausleseklone, die dem wirklichen Blau näher kommen, doch leider sind auch sie stets haarscharf „daneben“.
Zu diesen annähernd Blauen gehört Rhododendron polycladum, einigen vielleicht besser bekannt unter seinem früheren Namen Rhododendron scintillans. Funkelnd bedeutet der Artname und bezieht sich auf die auffälligen, weißen Staubgefäße, die vor dem dunklen Hintergrund der Blüten wie kleine Sternchen zu wirken vermögen. Das hier eingestellte Bild gibt es kaum wider.
Der aus Yunnan (Süd-China) stammende Strauch gehört zur Lapponica-Subsection (Arten, die unter anderem circumpolar vorkommen), was indiziert, dass diese Pflanze recht winterhart ist.
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Rhododendren
Hallo Hortulanus, verzeih mir die Frage, aber wo hast Du Dein umfangreiches Wissen her?Gehören die Rhododendren zu Deinem Arbeitsgebiet, oder ist es ein Hobby?Ich habe sicher auch Spezialgebiete,weniger im Bereich der Flora,aber Du erstaunst mich.Nimm es als Kompliment,
l.g.Ines
l.g.Ines
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Hortulanus
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Rhododendron camtschaticum
Ein kriechendes Sträuchlein, das niemand, außer den Taxonomen als Rhododendron identifizieren würde. Rhododendron camtschaticum verliert die Blätter im Herbst, treibt keine aufrechten Blütenzweige, aus denen im Folgejahr die Blüten entspringen würden, sondern überdauert den Winter, als wäre die Pflanze abgestorben. Offenbar das Diktat der feindlichen Umgebung seines natürlichen Vorkommens: Alaska, Behringstraße, Halbinsel Kamtschatka, Nord Japan.
Aber wie so viele Pflanzen von Extremstandorten, wir kennen das ja auch von den Gebirgspflanzen, ist auch dieser Rhododendron nicht immer leicht im Garten zu etablieren. Doch bei zusagendem Standort und geeigneten Bodenverhältnissen (sonnig, aber nicht heiß, feucht, aber nicht nass, saurer Rohhumus) klappt es dann doch. Dann ist er ein treuer und zuverlässiger Blüher, der langsam seine hoffentlich steinige Umgebung überwächst.
Die typische „Naturfarbe“ dieser Art ist ein rötliches Violett. Es gibt aber inzwischen Ausleseklone mit einem fast reinen Rot (wie mein Exemplar) und in Weiß.
Ein kriechendes Sträuchlein, das niemand, außer den Taxonomen als Rhododendron identifizieren würde. Rhododendron camtschaticum verliert die Blätter im Herbst, treibt keine aufrechten Blütenzweige, aus denen im Folgejahr die Blüten entspringen würden, sondern überdauert den Winter, als wäre die Pflanze abgestorben. Offenbar das Diktat der feindlichen Umgebung seines natürlichen Vorkommens: Alaska, Behringstraße, Halbinsel Kamtschatka, Nord Japan.
Aber wie so viele Pflanzen von Extremstandorten, wir kennen das ja auch von den Gebirgspflanzen, ist auch dieser Rhododendron nicht immer leicht im Garten zu etablieren. Doch bei zusagendem Standort und geeigneten Bodenverhältnissen (sonnig, aber nicht heiß, feucht, aber nicht nass, saurer Rohhumus) klappt es dann doch. Dann ist er ein treuer und zuverlässiger Blüher, der langsam seine hoffentlich steinige Umgebung überwächst.
Die typische „Naturfarbe“ dieser Art ist ein rötliches Violett. Es gibt aber inzwischen Ausleseklone mit einem fast reinen Rot (wie mein Exemplar) und in Weiß.
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Rhododendron pseudochrysanthum
Diese Art gehört eigentlich zu den recht groß werdenden Rhododendren, da sie nach vielen Jahren eine Höhe von immerhin 3 m erreichen kann. In dem Garten des schon seit langem verstorbenen Captain Collingwood Ingram in Benenden/Kent (GB), unter den Einheimischen als Gartenlegende „Cherry Ingram“ immer noch lebendig, da er sich vorzugsweise um die Kultur japanischer Kirschen bemühte, konnte ich ein recht altes und mächtiges Exemplar bewundern. Es gibt wenige Sträucher, die es allein schon im Habitus mit diesem Rhododendron aufnehmen können.
Nun, ich habe eine klein bleibende Auslese, die maximal 1 m erreichen soll. Die hier abgebildete Pflanze wächst äußerst zögerlich und hat nach vielen Jahren gerade mal eine Höhe von 25 cm erreicht, wie man unschwer an der dahinter stehenden Traubenhyazinthe erkennen kann. Aber geringe Größe kann man ja durch auffälligen Blütenflor wettmachen.
Diese Art gehört eigentlich zu den recht groß werdenden Rhododendren, da sie nach vielen Jahren eine Höhe von immerhin 3 m erreichen kann. In dem Garten des schon seit langem verstorbenen Captain Collingwood Ingram in Benenden/Kent (GB), unter den Einheimischen als Gartenlegende „Cherry Ingram“ immer noch lebendig, da er sich vorzugsweise um die Kultur japanischer Kirschen bemühte, konnte ich ein recht altes und mächtiges Exemplar bewundern. Es gibt wenige Sträucher, die es allein schon im Habitus mit diesem Rhododendron aufnehmen können.
Nun, ich habe eine klein bleibende Auslese, die maximal 1 m erreichen soll. Die hier abgebildete Pflanze wächst äußerst zögerlich und hat nach vielen Jahren gerade mal eine Höhe von 25 cm erreicht, wie man unschwer an der dahinter stehenden Traubenhyazinthe erkennen kann. Aber geringe Größe kann man ja durch auffälligen Blütenflor wettmachen.
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Rhododendron proteoides
Auf Blüten wartete man bei diesem Zwerg sehr lange oder sehr lange vergebens. Als Familienmitglied der Taliensia Subsection, über die noch etwas ausführlicher zu berichten sein wird, ist es fast schon eine ererbte Verpflichtung, sich jahrzehntelang zu zieren, bis man die ersten Blüten zeigt. Aber als Blattpflanzen sind sie alle äußerst attraktiv.
So auch dieser sehr klein bleibende Rhododendron, der mit einer schildkrötenartigen Langsamkeit wächst.
Auf Blüten wartete man bei diesem Zwerg sehr lange oder sehr lange vergebens. Als Familienmitglied der Taliensia Subsection, über die noch etwas ausführlicher zu berichten sein wird, ist es fast schon eine ererbte Verpflichtung, sich jahrzehntelang zu zieren, bis man die ersten Blüten zeigt. Aber als Blattpflanzen sind sie alle äußerst attraktiv.
So auch dieser sehr klein bleibende Rhododendron, der mit einer schildkrötenartigen Langsamkeit wächst.
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Rhododendron nakaharai „Mariko“
Bevor wir uns erneut den größer werdenden Rhododendren zuwenden noch schnell ein besonders erwähnenswerter Kleinstrauch, der für jeden Garten, selbst in blütenlosem Zustand, ein Schmuckstück wäre.
Auch Rhododendron nakaharai, eine „Azalee“, kommt aus dem subtropischen Taiwan, ist aber dennoch gut winterhart, außer vielleicht in den kältesten Teilen Deutschlands. Es gibt diese Art inzwischen als unterschiedliche Hybriden, die mehr oder minder klein bleiben. Als Sammler von Arten kommt für mich nur der Wildklon „Mariko“ in Frage, der sehr flach, dafür aber entsprechend in die Breite wächst. Ich müsste ihn eigentlich versetzen, da er durch eine Hängebirke zu sehr verschattet wird und seinen typischen Wuchs zu verlieren droht. Aber ich habe noch keinen geeigneten Standort (sonnig, aber nicht heiß) gefunden.
Die Blütenfarbe ist etwas ungewöhnlich. Sie lässt sich am ehesten noch mit Ziegelrot beschreiben. Das Foto gibt sie sehr unglücklich wieder. Ein weiterer Vorteil ist die späte Blütezeit im Juni/Juli.
Bevor wir uns erneut den größer werdenden Rhododendren zuwenden noch schnell ein besonders erwähnenswerter Kleinstrauch, der für jeden Garten, selbst in blütenlosem Zustand, ein Schmuckstück wäre.
Auch Rhododendron nakaharai, eine „Azalee“, kommt aus dem subtropischen Taiwan, ist aber dennoch gut winterhart, außer vielleicht in den kältesten Teilen Deutschlands. Es gibt diese Art inzwischen als unterschiedliche Hybriden, die mehr oder minder klein bleiben. Als Sammler von Arten kommt für mich nur der Wildklon „Mariko“ in Frage, der sehr flach, dafür aber entsprechend in die Breite wächst. Ich müsste ihn eigentlich versetzen, da er durch eine Hängebirke zu sehr verschattet wird und seinen typischen Wuchs zu verlieren droht. Aber ich habe noch keinen geeigneten Standort (sonnig, aber nicht heiß) gefunden.
Die Blütenfarbe ist etwas ungewöhnlich. Sie lässt sich am ehesten noch mit Ziegelrot beschreiben. Das Foto gibt sie sehr unglücklich wieder. Ein weiterer Vorteil ist die späte Blütezeit im Juni/Juli.
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Rhododendron trichostomum var. ledoides
Es gibt einige Rhododendren, die nicht nur interessant oder schön sind, sondern die als Blütenstrauch – ganz schlicht formuliert – überwältigend sind. Hierzu gehört zweifellos Rhododendron trichostomum var. ledoides. Er gehört, trocken bemerkt, zur Pogonanthum Section, was besagt, dass die Blütenstutze sehr klein sind und sich aus einer Vielzahl winziger Blütchen zusammensetzen. So auch bei dieser Art.
Der Blütenstutz hat lediglich die Größe eines Golfballs und die Einzelblüten erinnern in der Form an Primula veris. Deshalb hat auch eine andere Art dieser Section den Namen Rhododendron primuliflorum.
Der hier vorgestellte Klon ist eine Auslese mit dem Namen „Collingwood Ingram“, der 1976 ein FCC-Zertifikat bekam. Aber auch alle anderen Klone dieser Art sind kaum weniger schön.
Bei der Winterhärte bin ich ein wenig vorsichtig. In meinem vorherigen Garten in der Nähe von Hanau hat er auch harte Winter schadlos überstanden. Hier, in den klimatisch raueren Ausläufern des Vogelsberges halte ich ihn in einem Kübel. Leider lässt sich dieser Rhododendron nur äußerst schwer vermehren. Mit Stecklingen hatte ich noch nie Glück und das Abmoosen ist mir bisher lediglich zweimal gelungen.
Es gibt einige Rhododendren, die nicht nur interessant oder schön sind, sondern die als Blütenstrauch – ganz schlicht formuliert – überwältigend sind. Hierzu gehört zweifellos Rhododendron trichostomum var. ledoides. Er gehört, trocken bemerkt, zur Pogonanthum Section, was besagt, dass die Blütenstutze sehr klein sind und sich aus einer Vielzahl winziger Blütchen zusammensetzen. So auch bei dieser Art.
Der Blütenstutz hat lediglich die Größe eines Golfballs und die Einzelblüten erinnern in der Form an Primula veris. Deshalb hat auch eine andere Art dieser Section den Namen Rhododendron primuliflorum.
Der hier vorgestellte Klon ist eine Auslese mit dem Namen „Collingwood Ingram“, der 1976 ein FCC-Zertifikat bekam. Aber auch alle anderen Klone dieser Art sind kaum weniger schön.
Bei der Winterhärte bin ich ein wenig vorsichtig. In meinem vorherigen Garten in der Nähe von Hanau hat er auch harte Winter schadlos überstanden. Hier, in den klimatisch raueren Ausläufern des Vogelsberges halte ich ihn in einem Kübel. Leider lässt sich dieser Rhododendron nur äußerst schwer vermehren. Mit Stecklingen hatte ich noch nie Glück und das Abmoosen ist mir bisher lediglich zweimal gelungen.
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Hortulanus
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Cryptomeria
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Hallo Hortulanus,
mein Kompliment: tolle Aufnahmen, tolle Pflanzen,tolle Beschreibung.
Ich habe um die Rhodos aufgrund der Vielzahl der Wildarten immer einen großen Bogen gemacht und bin froh, dass du sie auf diese herrliche Weise mir etwas näher bringst.
Da in meinem Garten noch weitgehend die halbschattige Waldlage fehlt habe ich noch kaum Rhodos gepflanzt ( was sich aber in einigen Jahren stark ändern soll). Das meiste sind yakushin. und molle - Hybriden. jeweils noch 1x campanulatum,micranthum und praecox.
Übrigens war heute Uli bei mir. Er wird sich mit dir wegen einer Besichtigung deines Gartens in Verbindung setzen, denn ich bin , neugierig durch die vielen herrlichen Fotos, auch sehr interessiert.
Ich freue mich schon auf weitere Beiträge!
Viele GRüße
Wolfgang
mein Kompliment: tolle Aufnahmen, tolle Pflanzen,tolle Beschreibung.
Ich habe um die Rhodos aufgrund der Vielzahl der Wildarten immer einen großen Bogen gemacht und bin froh, dass du sie auf diese herrliche Weise mir etwas näher bringst.
Da in meinem Garten noch weitgehend die halbschattige Waldlage fehlt habe ich noch kaum Rhodos gepflanzt ( was sich aber in einigen Jahren stark ändern soll). Das meiste sind yakushin. und molle - Hybriden. jeweils noch 1x campanulatum,micranthum und praecox.
Übrigens war heute Uli bei mir. Er wird sich mit dir wegen einer Besichtigung deines Gartens in Verbindung setzen, denn ich bin , neugierig durch die vielen herrlichen Fotos, auch sehr interessiert.
Ich freue mich schon auf weitere Beiträge!
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Hortulanus
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Rhododendron roxieanum var. oreonastes
Hiermit komme ich zu einer Rhododendron-Subsection namens Taliensia, die nach der südchinesischen Region Tali-fu (Yunnan) benannt wurde. Nahezu alle zur Taliensia Subsection gehörenden Pflanzen sind ausnehmend schöne Blattpflanzen, aber extrem faule Blüher. Bei einigen Arten muss man 10 bis 20 Jahre auf die erste Blüte warten, die dann aber auch nicht so spektakulär ist, um dem neutralen, besser gesagt: uninfizierten Gartenbesucher einen Kniefall abzunötigen. Aber wie heißt es so treffend? Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Ich bin regelrecht vernarrt in die zu dieser Sippe gehörenden Rhododendren (den absoluten Zwerg unter ihnen hatte ich mit Rhododendron proteoides bereits vorgestellt), zumal sie recht pflegeleicht und winterhart sind.
Mit dem Star unter ihnen, Rhododendron roxieanum var. oreonastes, seinerzeit benannt nach Mrs. Roxie Hanna of Tali-fu, einer Freundin des berühmten englischen Pflanzenjägers George Forrest, möchte ich beginnen.
Von dieser Art gibt es mehrere Klone, und die sind in etwas besser sortierten Baumschulen auch gar nicht so schwer zu bekommen. Doch ich habe weder in der Literatur noch bei diversen Anbietern und auch nicht in Botanischen Gärten eine Pflanze gesehen, die so schmale und hoch glänzende Blätter hatte, wie die meine. Ich will deshalb gerne glauben, dass es sich um einen ganz herausragenden und seltenen Klon handelt, den ich in einer kleinen englischen Baumschule fand.
Unter meiner etwa 20-jährigen Pflege ist der Strauch zu einer Höhe von ca. 1,20 m angewachsen und ließ sich vor 3 Jahren herab, die ersten Blüten zu produzieren. Diese sind von besonderer Schönheit: dicht geschlossen, elfenbeinweiß mit einer roten Sprenkelung im Blütenschlund und auf das Köstlichste mit dem dunklen, schimmernden Laub kontrastierend. Groß sind die Blütenstutze nicht. Ein Tennisball wäre der zutreffende Vergleich.
Man verzeihe mir meine ungehemmte Begeisterung und Schwärmerei.
Hiermit komme ich zu einer Rhododendron-Subsection namens Taliensia, die nach der südchinesischen Region Tali-fu (Yunnan) benannt wurde. Nahezu alle zur Taliensia Subsection gehörenden Pflanzen sind ausnehmend schöne Blattpflanzen, aber extrem faule Blüher. Bei einigen Arten muss man 10 bis 20 Jahre auf die erste Blüte warten, die dann aber auch nicht so spektakulär ist, um dem neutralen, besser gesagt: uninfizierten Gartenbesucher einen Kniefall abzunötigen. Aber wie heißt es so treffend? Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Ich bin regelrecht vernarrt in die zu dieser Sippe gehörenden Rhododendren (den absoluten Zwerg unter ihnen hatte ich mit Rhododendron proteoides bereits vorgestellt), zumal sie recht pflegeleicht und winterhart sind.
Mit dem Star unter ihnen, Rhododendron roxieanum var. oreonastes, seinerzeit benannt nach Mrs. Roxie Hanna of Tali-fu, einer Freundin des berühmten englischen Pflanzenjägers George Forrest, möchte ich beginnen.
Von dieser Art gibt es mehrere Klone, und die sind in etwas besser sortierten Baumschulen auch gar nicht so schwer zu bekommen. Doch ich habe weder in der Literatur noch bei diversen Anbietern und auch nicht in Botanischen Gärten eine Pflanze gesehen, die so schmale und hoch glänzende Blätter hatte, wie die meine. Ich will deshalb gerne glauben, dass es sich um einen ganz herausragenden und seltenen Klon handelt, den ich in einer kleinen englischen Baumschule fand.
Unter meiner etwa 20-jährigen Pflege ist der Strauch zu einer Höhe von ca. 1,20 m angewachsen und ließ sich vor 3 Jahren herab, die ersten Blüten zu produzieren. Diese sind von besonderer Schönheit: dicht geschlossen, elfenbeinweiß mit einer roten Sprenkelung im Blütenschlund und auf das Köstlichste mit dem dunklen, schimmernden Laub kontrastierend. Groß sind die Blütenstutze nicht. Ein Tennisball wäre der zutreffende Vergleich.
Man verzeihe mir meine ungehemmte Begeisterung und Schwärmerei.
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- Rhododendron roxieanum var oreonastes 1.jpg (71.49 KiB) 9013 mal betrachtet