Wildarten bei Rhododendren ---> Rhododendron spp.

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Hallo, Hortolanus:

die Rhodis (wie wir bei uns sagen) sind ja wirklich prachtvolle Blüher. Aber mir scheint, daß es so viele Züchtungen gibt, daß kaum einer durchblickt. Wie soll man da eine Wildart erkennen?
Anbei ein Foto einer frühblühenden Schönheit aus dem Bot. Garten der Uni Düsseldorf. Aufnahme 31.3.07
Leider habe ich seinerzeit den Namen nicht notiert - könnte das aber später einmal nachholen.

Wolf
Wolf Roland

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron calophytum

Das dürfte Rhododendron calophytum sein.
Eine sehr schöne Wildart aus Sichuan (Süd-China) mit sehr langen Blättern, die sich im Winter wie Zigarettenhülsen zusammenrollen.

Ich habe sie auch, doch hat die Blüte bisher bei mir wegen Frosteinbrüchen nie überlebt. In meinem früheren Garten hatte ich einen sehr großen Strauch, der ein einziges Mal von Anfang Februar bis Mitte März ununterbrochen blühte.

Rhododendron calophytum ist eine sehr leicht zu haltende Wildart, wenn ihr wegen der großen Blätter ausreichend Windschutz geboten werden kann.
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Auch der Neuaustrieb ist sehr zierend:
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wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

hier ein Photo des Strauchs. Ich hatte ihn zuerst nicht eingestellt, da er ja schon etwas abgeblüht und nicht mehr dekorativ ist.

Wolf
Wolf Roland

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
sehr schön der R. calophytum. Der kann in seiner Heimat bis zu einem 12 Meter hohen Baum/Strauch heranwachsen.
LG Nalis

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron luteum

Auch bekannt als Azalea pontica. Eine in den Gärten recht weit verbreitete Art, was aber ihre Einzigartigkeit und herausragende Qualität absolut nicht schmälert: Sehr gute Winterhärte, ausgezeichneter Duft und ein strahlendes Gelb, eine Farbe, die bei Rhododendren recht selten vorkommt. Leider, so sehe ich es, haben sich die Züchter ihrer angenommen, und durch Einkreuzungen Hybriden geschaffen, die aber den Charme der Art vermissen lassen. Der Strauch kann unter zusagenden Bedingungen mehrere Meter hoch und breit werden, wobei er sich ziemlich sparrig entwickelt. Zur Erzielung eines kompakteren Wuchses würde ich ihn aber nie beschneiden, sondern allenfalls unterpflanzen.

Wie der botanisch unkorrekte Name Azalea pontica verrät, stammt diese Art aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres (= Pontus Euxinus).
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tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
Caesars Truppen haben ihr honigsüsses Wunder damit erlebt. Als sie über die Alpen kamen haben einige Soldaten Honig genascht der aus R. luteum produziert wurde. Pech für sie war dass dieser Honig giftig ist.
Aber ansonsten sehr schönes Gehölz.
LG Nalis

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Xenophon soll berichtet haben, dass im Jahre 401 v. Chr. Soldaten auf dem Rückzug von einer Schlacht am Schwarzen Meer erkrankten, nachdem sie Honig gegessen hatten, der von Blüten von Rhododendron luteum stammte.

Ungeachtet dessen werden in Italien Honigsorten von Rhododendren angeboten.

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron albrechtii

Um ein wenig bei den „Azaleen“ zu verweilen hier eine wunderschöne Art aus Japan, deren Blüten mit einer sehr auffälligen rosaroten Farbe bestechen. Leider ist dieser Rhododendron nicht ganz so robust, da die frühe Blüte und der ebenfalls sehr zeitige Laubaustrieb nicht selten Opfer von Spätfrösten werden. Die kräftige Blütenfarbe ist nicht ganz unproblematisch und lässt sich nur schwer mit anderen Frühlingsblühern kombinieren. Ein separater Standort ist deshalb ratsam.
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Die Blüte von nahem
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron schlippenbachii

Eine weitere „Azalee“, die in keinem Garten fehlen sollte. Es gibt wenige Blütensträucher, die so wundervoll klare, rein rosa getönte Blüten hervorbringen, und die von so außergewöhnlicher Schönheit sind. Zudem ist der Strauch, dessen Vorkommen sich von Korea bis zur Mandschurei (Nordosten Chinas) reicht, absolut winterhart. Leider sind frühe Blüte und früher Austrieb von Spätfrösten gefährdet. Deshalb sollte ein geschützter Standort gewählt werden.
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron rupicola var. chryseum

Noch einmal zurück zur bei Rhododendron sehr seltenen Farbe Gelb. Originär gelb blühende Rhododendron-Arten, die in unseren Breiten winterhart sind, kann man an einer Hand abzählen. Sie sind deshalb sehr gesucht und aufgrund ihrer oftmals heiklen Konstitution eine Herausforderung für den experimentierfreudigen Gärtner.

Ein hübsches Sträuchlein, das nicht höher als 40-50 cm wird, ist Rhododendron rupicola var. chryseum, und wie so viele dieser Pflanzenart aus den Bergen von Yunnan, Süd-China. „Felsbewohner“ wäre der übersetzte Namen. Und da die Stammart violett blüht, haben wir es hier mit der „goldfarbenen“ Unterart zu tun.

Auch diese Art ist recht anspruchsvoll und verlangt ein sehr steiniges, durchlässiges Substrat in geschützter Lage.
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron ludlowii

Rein interessehalber sei diese äußerst schwierige Art hier eingestellt, an der ich mir schon mehrmals die Zähne ausgebissen habe. Nie habe ich es geschafft, diesen kostbaren Rhododendron über mehrere Jahre am Leben zu erhalten. Wenn er ein- oder zweimal blühte, hat er sich verabschiedet, als sei er es leid, unter meiner Obhut weiter zu wachsen.

Wie der bereits zuvor erwähnte Rhododendron forrestii var. repens ist auch diese Art Elternteil von sehr vielen gelben Rhododendron-Hybriden, die aber alle den Nachteil nicht sonderlicher Winterhärte haben.

Dieser winzige Zwerg, er wird nur wenige cm hoch, kommt aus Süd-Ost Tibet und ist ein Traum für alle selbstquälerischen Gärtner.
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Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Rhododendron wardii

Bekannter, ja geradezu berühmt ist hingegen diese Art: Rhododendron wardii. Der perfekt gelbe, einigermaßen winterharte Rhododendron schlechthin. Leider, wie bei vielen Wildarten, mit dem kleinen, aber nicht unwichtigen „Aber“: wenn man den richtigen Klon bekommt. Oft werden einem Hybriden verkauft, die ja nun in einer Wildartensammlung nichts zu suchen haben. Des Weiteren gibt es unterschiedlich gefärbte Klone, die sich insbesondere durch das Fehlen oder Vorhandensein eines roten Saftmals im Blütenschlund unterscheiden. Besonders schön ist der Ludlow & Sheriff-Klon Nr. 5679 von der Tibet-Expedition aus 1938. Ich hatte ihn in meinem früheren Garten.

Dieser hier abgebildete Klon läuft unter dem Namen Rhododendron wardii var. croceum.
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tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo Hortulanus,
schön wieder von dir zu hören. Auch toll, ist deine Rhodo-Sammlung.
Eine Frage dazu hätte ich. Rhodos haben sehr spezifische Standortansprüche, dh niedriger pH-Wert. Um deine Schönheiten anzupflanzen musstest du doch bestimmt den einen oder anderen Schubkarren Torf in deinen Garten schleppen. Oder war der Boden so gegeben dass du sie so reinsetzen konntest?
LG Nalis
Zuletzt geändert von tormi am 31 Jul 2007, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.

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