Welche Eiche? ---> Quercus robur

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 20 Mai 2008, 11:43

Ich komme auch vom (hessischen) Land, und kann etwa Hühner u.a. schlachten, meine Freundin als Stadtkind hingegen will nix essen, was sie persönlich kennt...
Tut mir nur leid, ich meine, Leben ist nun mal Leben, das unnötig (!) niemals genommen werden sollte...
Ist so in etwa wie der ebenfalls auf dem Lande auch heute noch beliebte und oft geübte Brauch, seine Katze nicht etwa sterilisieren zu lassen (kostet ja 90 €, und die Katze fängt hinterher schlechter Mäuse, und so...), sondern lieber zwei-, dreimal im Jahr die Jungen an die Wand zu ballern...
Was unterscheidet die gewöhnliche Eiche von einer meinethalben Scharlacheiche? Ist die eine mehr wert als die andere, weil sie hierzulande seltener ist?
Dann nimm den Bulldog und zieh' sie raus, diese mentale Haltung hat indes nix das geringste mit Landleben oder nicht Landleben zu tun, sondern ist einfach ne grundsätzliche Einstellungssache betreffs des Respekts vor dem Leben, daß den meisten Stadtmenschen genauso am Allerwertesten vorbeigeht, wie den meisten Landmenschen...
Ich weiß, daß ich so gar nix erreiche, doch dann und wann wallt auch in mir das leidenschaftliche Einsetzen für eine Sache hoch, sorry, denn ich bin Gärtner und Naturliebhaber mit Leib und Seele, und nur allzu oft kriege ich mit, welche unbedachte Oberflächlichkeit gerade in gärtnerischen Dingen an den Tag gelegt wird, und da wird mir etwas mulmig, wenn ich lese: Hach, na denn wird sie einfach umgemacht, wenn sie zu groß ist...
Naja, ich weiß, das ist mein eigenes Problem, und sorry, das dein Post mein Faß etwas zum Überlaufen brachte...

Grüße, Andreas

Kadl
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Beitrag von Kadl » 20 Mai 2008, 12:08

Hallo Sabine,

es ist natürlich Deine Sache, wie Du Dich entscheidest. Mir persönlich wäre der Aufwand nicht zu viel, wenn ich einen geeigneten Standort hätte. Aber es gibt halt einfach verschiedene Ansichten. Und auch ich bin auf dem Land aufgewachsen. Das würde ich also nicht unbedingt als Maßstab ansetzen.

Ganz praktisch würde ich Dir aber raten, die Eiche lieber bald zu entfernen, wenn Du sie dort nicht haben willst. Eichen wachsen sehr langsam. Bis Du eine lohnende Menge zum einschürn hast, wird einige Zeit vergehen. Und dann wird, wie schon von Andreas erwähnt, das Entfernen recht aufwändig, da die Wurzel mit raus sollte.

mfg

Karl
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LCV
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Beitrag von LCV » 20 Mai 2008, 12:51

Hallo,

vielleicht sollte man mal ein paar Dinge unterscheiden. Der Mensch züchtet Tiere und Pflanzen für seine Bedürfnisse an Nahrung und Energie. Im WIRTSCHAFTSWALD Holz zu holen, ist ja auch in Ordnung. Wir können nicht selbst das Leben einstellen, nur um das Leben jeglicher anderer Lebewesen zu verschonen. Darum geht es auch nicht. Wilde Tiere töten nur soviel, wie sie zum Überleben brauchen. Sogenannte Wilde haben das ebenso gehandhabt und sich bei Pflanze und Tier sogar entschuldigt, dass sie sie töten mussten. Das war, bevor sie "zivilisiert" wurden. Es fragt sich, wer wirklich zivilisierter war. Nur der zivilisierte Mensch tötet auch aus Gier, Profitdenken, Unverstand, Unüberlegtheit oder einfach aus reiner Lust. Wir wollen uns hier nicht als Moralapostel aufspielen, das steht uns nicht zu. Ich bin weder Vegetarier noch gar fanatisch-militanter Veganer. Wir möchten nur das Bewusstsein dafür wecken, nicht unnötiges und vermeidbares zu tun. Das beginnt eben damit, dass der zum reinen Vergnügen gepflanzte Baum schon mal von vornherein den RICHTIGEN Standort erhält, um dort alt werden zu dürfen. Wenn der Vorbesitzer zu unwissend war, kann man es jetzt noch korrigieren, also umsetzen. Wenn Gefahr für die Bausubstanz oder Gesundheit und Leben der Menschen besteht, muss man natürlich fällen. Auch wenn durch Krankheitsbefall eine Gefährdung entsteht. Wir würden uns nur freuen, wenn diese Eiche einen besseren Platz bekäme. Sie verbessert ja auch das Klima im direkten Umfeld. Betonwüsten gibt es genug. Also nicht persönlich nehmen, aber bitte mal nachdenken.

Gruß Frank

Sahne
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Beitrag von Sahne » 22 Mai 2008, 22:36

Also ich habe nachgemessen, die Eiche steht gute drei Meter vom Haus weg. Als Tiefwurzler wird sie doch dann dem Haus gar nichts machen, oder doch?

Kiefer, ich kann Dich beruhigen, unsere Katze ist kastriert und es werden von uns auch keine Lebewesen unnötig getötet oder gequält.

Kadl, da du männlich bist, würdest Du Dich wohl mit ausbuddeln auch leichter tun. Ich bin jedenfalls weiblich und müsste den Baum alleine liebevoll ausbuddeln - wahrscheinlich würde ich das sowieso nicht schaffen. Wie groß ist denn der Wurzelballen einer solchen Eiche?

Aber wenn jemand hier in der Nähe wohnt, darf er gern kommen und die Eiche für mich umsetzten, damit sie auch in 100 Jahren noch einen guten Platz hat.

Im übrigen hatte sie letztes Jahr Mehltau - kommt das bei Eichen häufiger vor? Will sie dann sonniger stehen?
Viele Grüße
Sabine

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baumlaeufer
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Eiche an Grenze

Beitrag von baumlaeufer » 23 Mai 2008, 01:03

hallo Sabine,

habe das gleiche bei mir im Garten - unter 200 m² klein- Ich nehme meine Eiche denmnächst und werde Sie in den örtlichen Taufwald, oder an der Rand dazu, versetzen. Denn einfach nur rausreißen will ich nicht.
Ich habe zwar keine Kinder und werde keine mehr kriegen, aber den Besuch am Taufwald mache ich dann gerne, wenn nicht die Rehe alles abgeknabbbert haben.
Übrigens- in NRW gibts im Nachbarrechtsgesetz ne Richtlinie, daß stark wachsende Bäume, dazu zählt auch ne Eiche, im Abstand von drei Metern zur Grenze zu pflanzen sind. Der Nachbar kann binnen 6 Jahren die Entfernung des Baumes verlangen. In anderen Bundesländer gibts ähnliche Regelungen
beste grüße
Baumlaeufer-Wolfgang
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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Sahne
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Beitrag von Sahne » 23 Mai 2008, 06:43

Hallo Wolfgang,

also der Grenzabstand ist kein Problem, die steht fünf Meter von der Grenze weg. Aber die Idee, die Eiche wegzugeben, ist gut. Bei uns gibts zwar keinen Taufwald, aber vielleicht kann sie ja jemand brauchen, dessen Wald nach dem Windbruch dieses Frühjahrs wieder aufgeforsetet werden muss. Natürlich nur an Selbstabholer :wink:

Vielen Dank für die Idee.
Viele Grüße
Sabine

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Beitrag von kurt » 23 Mai 2008, 10:45

Hallo

Betreff: Langsames Wachstum von solitär stehenden Stieleichen. Ich kann nur von meinem Boden und Klima reden. Bis zu einer Höhe von ca. 1m geht es tatsächlich langsam voran. Dann legen sie aber los wie die Feuerwehr. Mit genauen Zahlen kann ich nicht aufwarten, aber 1/2 - 1m pro Jahr wird es wohl sein. Eher mehr. Also jetzt verpflanzen, was ich sowieso schon für zu spät halte, oder nie.

Gruss
Kurt

Kadl
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Beitrag von Kadl » 23 Mai 2008, 14:39

Hallo Sabine,

Mehltau kommt bei Eichen öfter vor. Bei meinen letztjährigen ist es dies Jahr noch ausgeblieben, letztes Jahr waren sie aber auch befallen.

Hätte ich den Platz für eine Eiche, würde ich sie sogar abholen. Dürfte von mir aus ja eigentlich kein weiter Weg sein.

mfg

Karl
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Beitrag von Sahne » 26 Mai 2008, 12:37

Kadl, vom DEZ zu uns sinds ca. 35 km - also quasi keine Strecke. Von mir aus kannst die Eiche gern holen
Viele Grüße
Sabine

Kadl
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Beitrag von Kadl » 26 Mai 2008, 15:15

Hallo Sabine,

von der Entfernung her wärs wirklich keine Sache. Ich würds auch sofort machen, wenn ich Platz für sie hätte. Leider habe ich den auch nicht.

Aber wenn Du sie an ihrem jetzigen Standort nicht belassen kannt und auch sonst keine Alternative hast, würde ich sie halt entfernen. Es macht ja keinen Sinn, wenn sie irgendwelche Schäden anrichtet.

mfg

Karl
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Beitrag von kaikong » 26 Mai 2008, 17:57

Moin,

ist zwar schon ein paar Emails her, aber es könnte vom Blatt her auch eine Traubeneiche sein. Habe zwar keine Ahnung, ob die auch in Griechenland wächst, aber aus meiner Gärtnerzeit in Potsdam weiß ich, dass sich robur und petraea bastardisieren können und man Sämlinge nur sicher an den Früchten unterscheiden kann.

Zum Abstand:
Also 5 Meter vom Haus sollten es schon mindestens sein. Sonst muss man die Eiche schon im frühen Alter sehr stark aufasten und sie bildet dann kein arttypisches Wuchsbild. Wenn man nicht im Jungstadium regelmäßig aufastet, wird man später Starkäste, die in den Giebel ragen, entfernen müssen, was auf hässliche und grosse Wunden hinterlässt.
Ich weiß, es wird in der Praxis oft gemacht, aber meiner Meinung nach Baum mit ensprechendem Abstand zum Haus pflanzen, oder lieber ihn ganz entfernen, dem Baum zuliebe. Einen größeren Baum zu fällen am Haus macht viel Arbeit, tut irgend auch weh und es gibt durch Schnittmaßnahmen genügend "verunstaltete Bäume".

VG Kaikong


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Beitrag von Sahne » 26 Mai 2008, 23:29

Kadl, schade :(

Kaikong, die Eiche wächst nicht auf der Giebelseite, sondern - äh - wie heißen denn die anderen beiden Seiten vom Haus? Und das Haus ist ein Bungalow mit einem sehr flachem Satteldach - könnte man sie nicht doch stehen lassen?

GG, der zugegebenermaßen mehr Ahnung vom Baumwuchs hat, sagt, die kann da bleiben, weil sie eben entsprechend hoch wird. :?
Viele Grüße
Sabine

Kadl
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Beitrag von Kadl » 27 Mai 2008, 01:36

Na dann versuchs halt einfach. Nur Mut...

mfg

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Beitrag von Sahne » 27 Mai 2008, 06:54

Jawoll - sie bleibt jetzt stehen und wenn sie entsprechend groß ist, werde ich einfach die Dachrinne mit so einem Gitter abdecken, damit ihre Blätter dieselbige nicht verstopfen.
Viele Grüße
Sabine

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Beitrag von Kadl » 27 Mai 2008, 15:38

Super, wünsch Dir viel Freude mit ihr...
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