Welcher Blauglockenbaum ---> Paulownia sp.

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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kausche
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von kausche »

Lieber Frank!

Du sprichst mir aus der Seele und triffst mit deinen Ausführungen haargenau den Punkt.
Bewunderswert wie du die Sachlage kennst und deutschlandübergreifende Kenntnisse hast. Hätte es nicht treffender formulieren können!
:!: :!: :!: :)
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Babs
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von Babs »

Hallo Frank, hallo Kausche,

ich sehe überhöhte Wildbestände durchaus kritisch.
Auch wenn ich meinen Beruf - ich bin Diplom Forstwirtin - aus familiären Gründen nicht mehr ausüben kann, weiß ich doch über die Materie bescheid.

Was Frank sagt ist durchaus treffend - aber sicher nicht alles und nicht überall.

Es ist schon auch eine Tatsache, dass Rehe in das Ökosystem Wald gehören.
Was wäre, wenn es keine Rehe mehr bei uns gäbe? Frank sagte etwas von Gleichgewicht....
Mit der Aussage - nur ein totes Reh.... kann ich nichts anfangen. Das ist unüberlegtes Gerede!
Ja sicher, oft werden die Abschusspläne nicht eingehalten oder passend gemacht und die Verbissschäden sind hoch.
Der Waldbesitzer legt drauf.
Liegt das aber am Reh? Soll man unsere Arten ausrotten?
Sollte nicht lieber die Bejagung waldgerecht angepasst und durchgeführt werden - und in der Gesellschaft die Jagd nicht so verteufelt sein?
Dann könnten wir jetzt noch die Beunruhigung des Wildes durch den Menschen heranziehen und stundenlang diskutieren........
Und wenn wir neue Arten einführen, das hat Frank ja auch angeführt, wissen wir denn die Auswirkungen?

Zweifelsohne ist es wichtig sich über Baumarten Gedanken zu machen,
die mit der Klimaerwärmung besser zurecht kommen als andere und das wird ja auch gemacht,
beispielsweise gibt es Forschungsgruppen der Forstlichen Versuchsanstalten und Fakultäten,
die auf diesem Gebiet intensiv arbeiten.
Diese Baumarten müssen dann aber mit allen Jahreszeiten unseres Klimas zurechtkommen. In Wäldern kann man keine Gartenarbeit betreiben.
Wenn so viel Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung stünde, könnte man junge Bäumchen auch, wie früher, von Hand mit Hanf schützen :wink: und die künstlich hoch gehaltenen Wildbestände weiter hegen.

Ich stimme dir absolut zu Frank, dass die Robinie invasiver ist - das sehe ich auch so. Ich habe absolut nichts gegen Paulownien. Das kann man ausprobieren. Wald muss aber doch wirtschaftlich bleiben. Wenn wir nur noch Erholungswald oder irgendwie bestockte Flächen hätten, wie könnten wir unseren Holzbedarf decken, der immens ist......
Darum geht es mir eigentlich sowieso nicht.

Ich habe mich am Ausdruck "Viecher" gestört. Man sollte alle Arten achten - ob sie uns jetzt grad in den Kram passen oder nicht.
So, jetzt seid ihr wieder dran. :D
LG Babs

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LCV
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von LCV »

KEINE Ausrottung, sondern gesunde Balance zwischen Pflanzen,
Pflanzenfressern und Fleischfressern.

Der Wirtschaftswald ist eigentlich artenfeindlich. Oft Monokultur, wenig Licht,
ohne Unterholz schlecht für Tiere, aber gut für Borkenkäfer, Pilze, Bakterien usw.
Sicher haben wir einen hohen Bedarf an Holz/Papier, aber der sollte nach und nach
verringert werden. Wieso werden immer noch BILD, BLICK, Kronenzeitung und
diverse andere sowie die vielen Zeitschriften (Klatschpresse) gedruckt? Die Auflagen
sinken zwar und die journalistische Arbeit ist aus Kostengründen fast tot,
trotzdem werden jeden Tag viele Tonnen Papier unter die Leute gebracht.
Dazu die Prospekte, die in die Briefkästen kommen. Ich habe einen Aufkleber
dagegen. Wenn sehr viele Leute den Einwurf von Werbung verbieten würden,
wäre schon geholfen. Schließlich kann man jede Info auch über das Internet
bekommen. Diejenigen, die noch älter sind als ich :wink: und sich jeder
Computernutzung verweigern, sterben doch langsam aus. Briefkastenwerbung
sollte gesetzlich verboten werden (auch Wahlwerbung :mrgreen: )
Demnach könnte Wirtschaftswald etwas reduziert werden, Urwald aber gefördert.

Rotwild hilft gegen die Verbuschung der Landschaft, wie auch Ziegenherden.
Nur eben in der richtigen Dosierung

Aber Wölfe zu verteufeln, ist kontraproduktiv. Die helfen doch, die Überbestände
zu verringern und vor allem kranke Tiere zu eliminieren. Beim hiesigen Futter-
angebot wird nie ein Wolf Menschen angreifen. Gerissene Schafe bekommt man
ersetzt. Außerdem könnte man über wirksameren Schutz nachdenken.

Was die Jagd angeht, sollte man doch unterscheiden zwischen dem Revierjäger
und Horden schießwütiger Hobbyjäger, die oft von weither anreisen, um hier
herumzuballern.

Babs
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von Babs »

Hallo Frank,
Das hast du gut geschrieben!
Ich habe auch einen Aufkleber gegen Werbung und Gratis-Zeitungen
- jetzt wird die Werbung direkt an mich adressiert :evil: und mit der Post geschickt!

Mit den Hobbyjägern hatte ich früher auch so meine Probleme - das sehe ich wie du. Aber die meisten Menschen möchten ja, dass überhaupt nichts geschossen wird - und wollen gaanz viel Wald haben - und ja keine Wölfe in der Nähe, die sind ja soooo gefährlich.

Rotwild ist in Deutschland ja so eine eigene Sache - Stichwort Rotwildgebiete.
Im Wald können sie schon viel kaputt machen - Ziegen übrigens auch.
Geschälte, abgefaulte Jungbestände (auch Mischbestände) sehen nicht so toll aus.
Gegen die Verbuschung ist das schon gut.


Ich dachte bei Holzbedarf aber eigentlich auch an:
Bauholz, Möbelholz, Brennholz, Palettenholz, Energieholz... der Bedarf ist riesig.

Und grade wir "Bodenständigen" und "Naturverbundenen" möchten doch alles aus Holz haben - und nicht aus Kunststoffen, Plastik, Beton.
Wald wird ein Wirtschaftsfaktor bleiben - und ich sehe da nicht nur eine lange Zeit, sondern eine ganz, ganz lange Zeit.

Urwald wäre schön. Gibt es hier nicht mehr. Waldbaulich ist also ein naturnaher Wirtschaftswald erstrebenswert.
Den gibt es auch wirklich! Nicht nur Monokulturen! Leider nicht genug.
Aber so schlecht, wie die Förster hier im Forum oft wegkommen, sind sie gar nicht. Viele arbeiten naturnah, wenn man sie lässt.
Oft sind aber die Vorgaben von Gemeinde oder Land ganz andere. Da zählt dann schon das Geld und der Profit. Auch wenn der Förster den Wald gerne anders hätte.

Und ja, natürlich keine Ausrottung, das war schon klar :wink:
Gruss Babs
LG Babs

kausche
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von kausche »

auch wenn ich nicht so ausführlich und fachbezogen schreibe; ich bin seit etwa 10 Jahren in meinem, seit da eigenen, Wald tätig und lebe dafür.
wenn ich auch die sicht etwas einseitig sehe so gehts mir um ziemlich das gleiche was ich aus euren zeilen rauslese. tschuldigung für meine "kraftausdrücke" ich kann natürlich auch anders. ich habe nur angst dass mir die felle davonschwimmen soviel (lebens-)zeit bleibt mir nicht mehr.
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

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