Welcher Blauglockenbaum ---> Paulownia sp.

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

Moderatoren: stefan, LCV, tormi

Avatarez2
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Welcher Blauglockenbaum ---> Paulownia sp.

Beitrag von Avatarez2 »

Moin,

Weiß jemand, welcher Blauglockenbaum das ist?

Lg Avatarez2
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,

in D. wird meines Wissens nur Paulownia tomentosa (Syn. P. imperialis) als Zierpflanze verwendet (? ) Jedenfalls führen die Baumschulen die Ware unter diesem Namen ...

Stammt der Samen von einem größeren vorhandenen Parkbaum? Dann sollte das wohl Paulownia tomentosa sein (nur diese Art kommt im Fitschen und R/B vor).

P. fortunei soll für unsere Region zu frostempfindlich sein, allerdings gibt es Hybriden zwischen P. tomentosa und fortunei, die zur Holzgewinnung angepflanzt werden können und noch eine Art namens Paulownia elongata.
Inwiefern sich da die Jungpflanzen der Hybriden und der reinen Arten unterscheiden, wer das wohl wissen mag ....?

Schau mal hier:
https://www.paulownia-baumschule.de/forstpflanzen/
Viele Grüße von bee

Avatarez2
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Beitrag von Avatarez2 »

Danke dir Bee für deine Bemühungen,

Ja die Sache ist verzwickt.

Ich hatte vor letztem Jahr 3 Paulownien ausgesät, einmal den Shantong, dazu elongata und noch irgendein Hybrid 9503. Davon habe ich jeweils die 3 Stärksten behalten und in ein Beet vereinzelt.

Alle sind aufgrund des schneearmen Winters wahrscheinlich tot gefroren, nur der hier meinte noch überleben zu müssen.

Nun dachte ich, dass man ihn mit den jetzigen Blättern sauber zuordnen könne, aber es scheint doch schwerer als gedacht zu sein.

Meine persönliche Einschätzung wäre der elongata, da der tomentosa zu weit eingeschnitten ist und die zwei unteren "Spitzen" fehlen.

Aber ich bin auf dem Gebiet ein absoluter Laie und kann deshalb nur bedingt was dazu sagen.

Dennoch will ich anmerken, dass der elongata in diesem Link meinem Bäumchen sehr ähnlich sieht.

Link: https://en.wikipedia.org/wiki/Paulownia_elongata

Ich hoffe, er kann noch bestimmt werden.

Lg Avatarez2
:?

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Avatarez2,

ich kenne eine Paulownia fargesii aus dem Botanischen Garten in Bonn, gehe aber davon aus, dass diese so selten ist, dass man sie hier nicht in Betracht ziehen muß.

Es kommt eigentlich nur Paulownia tomentosa oder ggf. eine Hybride in Frage; dabei ist es - wie bee schon sagt - nicht zu erwarten, daß man sie ausreichend sicher nach dem Blatt unterscheiden kann.

Gruß
Stefan
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bee
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Beitrag von bee »

Ach so, du weißt eigentlich, dass du Hybriden hast oder P. elongata.

Nun, die kommen ja alle aus China, in der eflora China gibt es Schlüssel - die betreffen natürlich nicht Jungpflanzen und nicht Hybriden.

Wenn der Baum älter ist (keine Ahnung, ab wann die blühen ... das wird noch ein Weilchen dauern :wink: ich las gerade, doch schon mit 8- 10 Jahren... ) dann kannst du mehr Merkmale vergleichen. Mir kommt das aber alles ziemlich variabel vor, was die Blätter betrifft. Hauptschlüsselmerkmale betreffen Blütenkelch etc.

http://www.efloras.org/florataxon.aspx? ... _id=124177

Das Bild bei Wiki stimmt gut für P. elongata überein, allerdings gibt es auch - wenn man "xy seedling" sucht, Bilder wo die Blätter nicht so gelappt sind.
Ich glaube, gerade die Blätter bei den Jungpflanzen sind da bei allen Arten extrem variabel.
Viele Grüße von bee

Avatarez2
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Beitrag von Avatarez2 »

Jo, dann heißts wohl abwarten 8) .

Dann werd ich mich demnächst wohl nochmal melden und "Updates" einstellen, denn ich möchte das Bäumchen auf jeden Fall großziehen, wenn es schon so schön den Winter durchgehalten hat.

Lg Avatarez2

kausche
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Re:

Beitrag von kausche »

bee hat geschrieben:
11 Jun 2017, 22:27
Hallo,

in D. wird meines Wissens nur Paulownia tomentosa (Syn. P. imperialis) als Zierpflanze verwendet (? ) Jedenfalls führen die Baumschulen die Ware unter diesem Namen ...

Stammt der Samen von einem größeren vorhandenen Parkbaum? Dann sollte das wohl Paulownia tomentosa sein (nur diese Art kommt im Fitschen und R/B vor).

P. fortunei soll für unsere Region zu frostempfindlich sein, allerdings gibt es Hybriden zwischen P. tomentosa und fortunei, die zur Holzgewinnung angepflanzt werden können und noch eine Art namens Paulownia elongata.
Inwiefern sich da die Jungpflanzen der Hybriden und der reinen Arten unterscheiden, wer das wohl wissen mag ....?

Schau mal hier:
https://www.paulownia-baumschule.de/forstpflanzen/
Dank dieses Formus bin ich auf den ggst. Link gestossen und habe nun für April nächsten Jahres 38 Stück "Paulownia (Shan Tong) - 2 jährige Pflanzen bestellt welche ich voller Hoffnung in meinen Wald ausbringen werde. Für (weitere) evt. Tips bin ich dankbar.
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Cryptomeria
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von Cryptomeria »

Bei 2-jährigen Jungpflanzen egal welcher Art würde ich Winterschutz mit einplanen. Laub-oder Reisig und ggf. einfach Schnee ( wenn vorhanden ) vorsichtig anhäufeln.
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

kausche
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von kausche »

geht's hier also um den Schutz des Wurzelansatzes oder doch auch des Stammes?
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Cryptomeria
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von Cryptomeria »

Auch des Stämmchens. Kommt natürlich ganz darauf an, wie kalt der Winter, wo du wohnst ( in Köln brauchst du wahrscheinlich nichts) und wie dein Wald als Schirm schützt.
VG Wolfgang
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LCV
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von LCV »

... und natürlich gegen Wildverbiss.

kausche
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von kausche »

LCV hat geschrieben:
03 Jun 2019, 17:13
... und natürlich gegen Wildverbiss.
das ist ein eigenes Thema. Hab gehört dass die Viecher (= Rehe) das ihnen nicht bekannte Zeug (=Blauglockenbaum) nicht mögen, evt. ihnen sogar schadet. Hab auch einen (kleinen) Blauglockenbaum im Wald stehen, bis auf Frostschäden, bisher von den Viechern unberührt....
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Albert Schweitzer

Babs
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von Babs »

Warum sagst du "Viecher"?
Immerhin ist der Wald der natürliche Lebensraum dieser "Viecher".
Der Blauglockenbaum ist jetzt nicht unbedingt in unseren heimischen Wäldern zu Hause.

Die Frage nach einheimischen Baumarten wurde und wird ja durchaus oft diskutiert, aber muss man
im Wald Bäume anpflanzen, wenn sie nicht ohne Hilfe durch den Winter kommen?
Im Garten mag das etwas anderes sein.

Ein ausgeglichenes Waldökosystem in dem Wild und Wald miteinander leben ist m.E. sinnvoll,
also angepasster Wildbestand und natürliche Verjüngung.

Aber Gartenbaum vor Wild finde ich schon speziell.
LG Babs

kausche
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von kausche »

ohne mich hier zu verteidigen, auch von anderen Teilnehmern wurden, in ähnlichem Zusammenhang gleichlautende Bezeichnungen für Erdenmitbewohner verwendet. Gerade in diesem Forum wurde allerdings erläutert welche Dienste der Blauglockenbaum zur Aufbereitung einer kaputten Waldinfrastuktur beitragen kann und darauf habe ich mich bezogen. Ich pflichte bezüglich einem ausgewogenen Wald-Wildverhältnis durchaus zu, wenn es denn so wäre.
Ich in meiner Gegend, als leidenschaftlicher Baumliebhaber, gehe (dzt.) noch einen Schritt weiter - "nur ein totes Reh ist ein gutes Reh!!!"
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

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LCV
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Re: Welcher Blauglockenbaum?

Beitrag von LCV »

Hallo Babs,

ich denke, es geht darum, dass es kaum noch natürlichen Wald gibt,
sondern Wirtschaftswald, der vor Jahrzehnten angepflanzt wurde.
Meist Monokulturen, damit das "Ernten" erleichtert wird. Einige
dieser "Plantagen" werden mit dem Harvester gerodet, was langfristige
Schäden verursacht. Schwere Maschinen verdichten den Boden.
Wegen der angeblich so umweltfreundlichen Pellet-Heizungen reißt
man sogar Wurzelstöcke aus. Durch die Klimaveränderung und
extremere Bedingungen wie lange, heiße Trockenheit und heftige Stürme,
sind diese Monokulturen besonders anfällig, zudem sind einige der dazumal
angepflanzten Arten der Situation nicht mehr gewachsen.

Der erwähnte Ahornwald wurde komplett gerodet, das Holz vernichtet,
um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Da geht es auch sicher
nicht um profilierungssüchtige Experten, da dem Waldbesitzer ein
Riesenschaden entsteht, er es aber trotzdem akzeptiert. Die nun folgende
Aufforstung soll einen Mischwald mit möglichst vielen unterschiedlichen
Arten ergeben. Derartige Mischwälder sind weniger anfällig und ein einzelner
befallener Baum keine Gefahr für alle anderen Bäume.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es auch nicht falsch, bislang völlig
neue Bäume einzubringen, um die nicht mehr geeigneten zu ersetzen.
Ob nun die Paulownia "optisch" für den Laien passt, der ja ein bestimmtes
Waldbild hat, steht auf einem anderen Blatt. Aber man kann es versuchen,
da der Baum auch noch schnell wächst. Da die Paulownia ohnehin in Gärten
und Anlagen stark verbreitet ist, sehe ich auch keinen Grund, das abzulehnen.
Für mich sind Robinien viel invasiver. Wieso kommt eigentlich eine Paulownia
ohne Hilfe nicht durch den Winter? Das hängt doch stark von der Region ab.
Hier bei mir wird da absolut nichts unternommen. Die haben aber keine
Probleme gehabt.

Natürliche Verjüngung mag ja der Idealfall sein. Aber durch die Klimaveränderung
funktioniert das auch nicht mehr so. Was die Rehe und Wildschweine angeht, so
haben die sich durch den Menschen extrem vermehrt, das Gleichgewicht ist
hinüber. Da die Öffentlichkeit lieber ein Riesengedöns um die Wölfe veranstaltet,
fehlt auch hier ein Gleichgewicht. Ohne natürliche Feinde kommt das Gleichgewicht
ins Wanken. Bestes Beispiel: Einige Spinner meinten, man müsse Rotwild in
Neuseeland ansiedeln. Inzwischen muss man großangelegte Jagden mit Helikopter-
unterstützung veranstalten, damit die das Land nicht kahl fressen.

Deshalb müssen unter Umständen neue Pflanzen und Tiere helfen, wieder
ein vernünftiges Gleichgewicht herzustellen. Nicht mehr geeignete Bäume durch
solche ersetzen, die mit den veränderten Bedingungen klar kommen, natürliche
Feinde des Rot- und Schwarzwilds akzeptieren.

Gruß Frank

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