Niederes Gehölz ---> Ribes laurifolium

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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hüsi
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Niederes Gehölz ---> Ribes laurifolium

Beitrag von hüsi » 26 Mär 2017, 22:01

Wer kennt dieses Gehölz. Es ist ca 30cm hoch und wächst eher breit.
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20170326_115537-1-1.jpg
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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 26 Mär 2017, 22:37

Hy!

Kann man so nicht bestimmen. Zu wenig Details, zu unscharf, sorry...

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stefan
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Beitrag von stefan » 27 Mär 2017, 07:17

Hallo hüsi,
entscheidend ist auch: ist das ein aktuelles Bild oder stammt es aus dem Sommer, Pflanzung oder Natur?
Sind die Blüten weiß oder ist das nur überstrahlt?
Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
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hüsi
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Beitrag von hüsi » 05 Apr 2017, 21:07

So nun hab ich etwas mehr Zeit und kann die Fotos in besserer Qualität einstellen :) . Die Fotos hab ich am 25.3.2017 gemacht.
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bee
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Beitrag von bee » 06 Apr 2017, 21:31

Hallo,
das sieht sehr spannend aus (obwohl uns so eine Aussage überhaupt nicht weiterbringt) :? :?
Inzwischen haben ja einige Leute hier die Bilder gesehen - und es scheint so, dass sie - genau wie ich - noch gar keine schlüssige Idee haben.

Wo steht denn der Strauch?
In der Schweiz? War das die Region um Zürich, oder welche Klimazone ?
Scheint immergrün zu sein und blüht sehr früh, Blätter würde ich noch als handnervig bezeichnen wg. der 3 Adern (?), leicht gesägt, der Blütenaufbau ... da klingelt bei mir nichts betr. der Familie.

Geschaut habe ich im Fitschen (versucht zu schlüsseln - wechselständig oder gegenständig - beide Wege ohne Ergebnis - oder übersehen ... gestern Abend übersah ich manches und konnte nicht mehr richtig bis 10 zählen.
:wink:

Im Hillier (eher ein Bilderbuch) - aber mit einer Liste, wo man die immergrünen Sträucher sieht ... keine Idee - oder übersehen.
Falls eher aus warmen Gebieten hilft auch die Liste von arbolesornamentales zu den in Spanien angepflanzten Arten (aufgeschlüsselt nach Klimazonen und Wuchsform - hier ARBU für "arbusto" in PLANTAS Y ZONAS DE RUSTICIDAD. pdf ) -. auch kein Ergebnis bei den Namen, die mir unbekannt erschienen oder wo ich die Merkmale der Familie nicht so gut kenne, dass ich die Familie nicht für unmöglich hielt - oder übersehen.

Toptropicals ... mal ganz einfach ... "shrub white" - nichts was passt.

Hmmh -wer hat denn bei dem seltsamen Blütenaufbau eine Idee zur Familie?
Ich dachte schon mal an Ordnung Ranunculales irgendwie ... aber ohne Ergebnis - oder übersehen. :(
Profis vor!
Viele Grüße von bee

TomE
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Beitrag von TomE » 06 Apr 2017, 21:58

Schönen Abend,

ich bin leider alles andere als ein Profi, aber wie sicher ist es denn, dass dieses Gewächs überhaupt ein Gehölz ist und nicht eher eine Staude?

Gruß
Tom

Spinnich
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Beitrag von Spinnich » 06 Apr 2017, 22:26

Hallo,

ich hatte gehofft, ihr wärt schlauer als ich. Ziemlich ähnliche Überlegungen hatte ich auch, habe mir insbesonders Ericales, natürlich auch unsere Blütenbilder in der Bestimmungshilfe und vergeblich niedrige weiss blühende Sträucher sowie Stauden bei Esveld angeschaut und war recht geknickt so gar nichts zu finden was in die Richtung kommt.
Mein erster Gedanke, unbekanntere Pachysandra ging auch schief und die Suche nach Stauden oder sonstigen Bodendecker (unter Bäumen) ging auch ins Leere.

Dennoch hatte mich auch gestört dass nichts zu dem geographischen Ort und den örtlichen Besonderheiten (spezielle Bodenbeschaffenheit; bot. Garten, priv. Garten, Kurgarten...) angegeben ist, auch wenn mir das nicht geholfen hätte.

Ich bin jedenfalls gespannt.

Gruß Spinnich :o
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 06 Apr 2017, 22:40

Das einzige, was mir aufgrund des Blütenstands entfernt einfiele, wäre Richtung Clerodendrum. Aber völlig ins blaue hinein...

hüsi
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Beitrag von hüsi » 07 Apr 2017, 06:21

Hallo Baumfreunde,

Danke für die Antworten!
Ich kenne mich auch etwas aus mit Gehölzen, aber ich kenne nichts wirklich sehr ähnliches.
:shock:
Es sind mehrere der Gehölze als Flächendecker ausgepflanzt. Ca. 3m vom nächsten Haus entfernt.
Das Gewächs steht in der Villa Patumbah in Zürich.
Diese Villa steht sehr nahe beim Botanischen Garten der Uni und ist tagsüber frei geöffnet.

Ich gehe oft in den Boga und werde somit das Gewächs weiter beobachten und dann auch weiter Fotos posten

Gruess Andi

rolf7
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Beitrag von rolf7 » 07 Apr 2017, 07:40

Hallo Zusammen

Weil es so spannend ist, habe ich rund 2h versucht einen roten Faden zu finden -auch ohne Erfolg
Auf Grund der Blätter/-Stellung dachte ich zuerst in Richtung Viburnum. Ich gehe natürlich von einem Strauch aus und einen 1. Aprilscherz schliesse ich mal aus.

Nun habe ich Freund Jan de Langhe angefragt und bin gespannt was er dazu meint.

LG Rolf

rolf7
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Beitrag von rolf7 » 07 Apr 2017, 10:53

Die Antwort kam umgehend, Ribes laurifolium

Jan, hartelijk dank
van groeten naar België

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 07 Apr 2017, 11:26

Super!!
Ich hatte auch keine Idee.
Eine Ribes-Verwandte hätte ich vom Blatt her nicht erwartet. Die Blüte ähnelt schon eher ( wenn man weiß, was es ist).
Vielen Dank an Rolf und vor allem an Jan.

Schade, dass man die Pflanze so selten trifft, allerdings steht bei esveld " nicht sehr winterhart ". Vielleicht hängt es damit zusammen.
Vg Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Spinnich
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Beitrag von Spinnich » 07 Apr 2017, 17:33

Holla,

da wär ich wohl nie drauf gekommen, obwohl ich zur Zeit blühende Johannisbeeren vor der Nase habe, gut dass Rolf zu Jan Kontakt hält.

Die Pflanze wird wohl auch selten angeboten.
In D vermutlich nur bei einem Alpinum-Shop in Mittelsachsen, sogar sehr günstig (aber Mindestbestellung 20 €, zzgl. 8,50 € Versand).
Ansonsten vorwiegend in UK, aber auch bei Esveld, wo aber die Suche über Pflanzeneigenschaften leider absolut Schrott ist, und daher bei meiner Recherche nichts ausspuckte, obwohl zur Zeit verfügbar.

Zur Winterhärte findet man verschiedene Angaben wie WhZ 9 oder WhZ 8a, auch mal WhZ 7-8. Da kommt es sicher auch auf einen gut geschützten Platz an. Bei deutlich unter 10°C wird es sicher eng!
Saatgut wird nirgends angeboten, die (schwarzen) Früchte sollen essbar sein.
Die Wildpflanzen sind zweihäusig, einige Züchtungen aber hermaphroditisch. Die Pflanzen wachsen wohl nur sehr langsam und erreichen selten die Maximalhöhe von 1-1,5m, dagegen scheint es normal zu sein, dass sich angewachsene Pflanzen buschig ausbreiten.

@hüsi:
Wenn Du dort in einigen Wochen/Monaten schwarze Beeren vorfinden solltest, wäre ich an ein paar Früchten für einen Aussaat Versuch interessiert.

LG Spinnich :roll:
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bee
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Beitrag von bee » 07 Apr 2017, 22:33

Klasse, dass das Rätsel gelöst wurde, danke an Jan und Rolf.

Schon seltsam trotzdem, dass man vor so einem Blütenstand so ratlos steht - er ist natürlich auch noch nicht ganz aufgeblüht. Die männlichen und die weiblichen Blütenstände der zweihäusigen Pflanze sollen auch noch etwas unterschiedlich aussehen (unterschiedlich lang, unterschiedliche Blütenanzahl - die männlichen B. hängend, die weiblichen B. erst aufrecht )- also hier das ist vermutlich ein Männchen.
(o.k. wenn es da andere Züchtungen gibt, kann man nicht sicher sein.)
Ich war gar nicht so sicher, ob ich da überhaupt unterschiedlich gestaltete Kelch- und Kronblätter sehe, das sah so einförmig aus, deshalb kam ich auf die Idee mit den Ranunculales.
Auffällig waren ja auch die Tragblätter in dem traubigen Blütenstand (das heißt dann wohl "brakteose Traube").
Und wenn man vergleicht, dann sieht man diesen Aufbau auch z.B. bei Ribes sanguineum ganz deutlich.

Sehr lehrreich das Ganze !

Die Pflanze soll aus südchinesichen Provinzen (Guizhou, Sichuan und Yunnan) aus höheren Lagen stammen. Wie da das Klima exakt ist, findet man nicht so genau heraus - angeblich große lokale Unterschiede , im Allgemeinen aber eher mild und regenreich.
Die Blütezeit der Wildpflanzen am Naturstandort ist auch etwas später, April bis Juni.

http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rib ... olium.html
http://www.efloras.org/florataxon.aspx? ... =241000681
Viele Grüße von bee

hüsi
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Beitrag von hüsi » 05 Mai 2017, 21:21

Super, Danke Euch!
Ich war letzten Sonntag wieder auf dem Grundstück um zu schauen wie die Pflanzen der Spätfrost und den Schnee überstanden haben.

Alle Ribes sahen von weitem einwandfrei aus.
Bei näheren hinsehen waren wenige Triebspitzen ganz leicht braun geworden.

Von den Blüten-/Fruchtstände war nichts mehr zu erkennen.
Alle werden es wohl alles männliche Pflanzen sein oder die Fruchtstände sind verfroren.

Schönes Wochenende und Gruss
Andi

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