Ein Strauch

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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tormi
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Ein Strauch

Beitrag von tormi »

Hallo,
heute mittag ist mir beim Fahradausflug dieser Strauch aufgefallen. Kann jemand mir weiterhelfen?
Die Beschreibung fällt etwas spärlich aus da ich jetzt mal sehen will ob jemand ihn auf anhieb erkennt. Ich habe dieses Gehölz noch nie mit solchen Blätter gesehen und noch nie was davon gehört oder gelesen.
Mit Sortennamen wäre nett.
Danke im voraus und LG Nalis

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

@tormi:
Die Blätter sehn aus wie der Feuer-Ahorn, Acer ginnala. Es gibt da eine Unterart, A. ginnala albivariegatum mit unregelmäßig weiß gefleckten Blättern.

Gruß, Wolf
Wolf Roland

tormi
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Beitrag von tormi »

Danke Wolf,
Acer tataricum ssp. ginnala 'Albivariegatum' wäre dann wohl der komplette Name. Ich habe gestern wirklich grosse A.ugen gemacht als ich ihn sah. Auffallend war aber auch dass die Blätter an jüngeren Triebeneher normal grün waren.
Wo hast du die Infos über Diesen Strauch gefunden? Hoffentlich nicht bei Krüssmann.
LG Nalis

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Nalis:
Die ssp. ist bei Krüssmann beschrieben. Ich habe sie weder bei Bruns.de noch bei esveld.nl gefunden.
Gruß, Wolf
Wolf Roland

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo Wolf,
Ja bei denen und bei einigen anderen habe ich auch geschaut. Nix. Ich hab's befürchtet dass du ihn bei krüssmann finden würdest. Wo hast du den Krüssmann her wenn ich fragen darf. Ich habe mal bei antiquarischen Bücher geschaut da gab es ihn für über 1000 Euro. Definitif zuviel für mich.
@Cryptomeria, kennst du diese Sorte? Hat Van Gelderen in seinem Buch die Sorte beschrieben? Bei Pirc ist nichts zu finden.
LG Nalis

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo tormi,

warum schreibst du: Hoffentlich nicht bei Krüßmann?

Übrigens: selbst in dem sehr guten Buch von Van Gelderen ist er nicht aufgeführt. Da ich ginnala schon oft ganz einfach über Stecklinge vermehrt habe, könntest du es doch mal probieren. Ich würde mich für ein Ex. schonmal vorab anmelden, falls du mehrfach erfolgreich bist.Die Frage ist auch: wie stabil ist diese Farbveränderung oder fallen sehr viele Blätter in die grüne Urform zurück. Ich meine, ich hätte früher bei meinen ginnalas auch öfters vereinzelt Blattverfärbungen gesehen aber diese nicht weiterverfolgt.

Probiere mal über Stecklinge oder Anplatten, wenn du Unterlagen hast. Du hast ja gesehen, wie leicht es Eschrich gemacht hat. :wink:

Viele Grüße

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo tormi,

das hat sich jetzt gerade überschnitten. Bei Michel Decalut und Pieter Schweine...( halt , sie sagen wir immer :wink: ) Zwijnenburg , auch nichts.
Auch bei Hillier nichts.
Ist es eine stabile Form????

Wolfgang

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
ich fürchte sie ist nicht stabil. Die Blätter im unteren Teil der Pflanze haben zwar alle dieses Merkmal. An den neuen Trieben im oberen Teil waren sie jedoch grün.
:?: :?:
Aber ist es denn normalerweise nicht umgekehrt? Dass Blätter an älteren Trieben dieses Merkmal verlieren?
LG Nalis

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Wieder eine Frage, bei der ich nur mit den Schultern zucken kann. Keine Ahnung. Ich würde versuchen über Stecklinge die Frage zu klären.

Viele Grüße

Wolfgang

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
so, ich war noch mal hin, bin gerade mit dem Drahtesel zurück. Bei meiner kleinen Expedition habe ich noch mehrere 'Albis' gefunden. Auch einige grössere. Man kann behaupten dass im günstigsten Fall bei den Grossen 50 % der Blätter dieses Merkmal aufweisen. Die restlichen 50 % sind normale ginnala.

Es stehen Acer tataricum ssp tataricum und - - - ginnala dicht beieinander.
Ob es ein Hybride dieser beiden ist? Ausschliessen könnte man es wegen der Blattform. Obwohl die ssp tataricum sehr variabele Blätter hat.

Das schönste Exemplar war gerade mal einen halben Meter hoch. Bei diesem Strauch waren sämtliche Triebspitzen normal grün, der Rest weiss-grün. Ich habe mir mal erlaubt die grünen Spitzen zu entfernen. Mal sehen.

Stecklinge werde ich ab nächster Woche probieren.

Wegen Krüssmann: ich hatte befürchtet dass Wolf ihn dort gefunden hat. Leider habe ich diese Bücher nicht zur Verfügung, deshalb der 'hoffentlich nicht'.

Bei Eike habe ich auch schon probiert, aber der ist leider nicht zu erreichen. Wahrscheinlich im Vorbereitungsstress für die Jahrestagung der DDG.

LG Nalis

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Also, der sieht sehr attraktiv aus.Das loht sich weiterzuvermehren. ich bin gespannt, was draus wird.

Viele Grüße zwischendurch auch an Eike :wink: ( wenn du ihn mal erwischst).

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Wenn es nicht klappt, nimmst du im Herbst Steckholz und probierst auch mal über Winter.

Wolfgang

tormi
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Beitrag von tormi »

Hier ist er nochmal frisch nach dem entspitzen.
Ich habe mir mal gedanken über den Sortennamen gemacht. 'Albivariegatum', das Albi irritiert mich ein wenig. Ist das eine Verniedlichung von Albo oder Alba? Was dann bedeuten könnte dass die Sorte nicht stabil ist? Fragen über Fragen.
Bin gespannt was Eike und die anderen Dendrologen dazu sagen. Am 19 Juni fahre ich mit der DDG nach Belgien ins Arboretum Lenoir. Es gibt einen schönen Artikel dazu in den letzten Ginkgoblätter. Grüsse werden weitergeleitet.
LG Nalis

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Danke und viel Spaß im Arboretum Lenoir. Gelesen hatte ich das in den Ginkgoblättern.

Wolfgang

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Hallo tormi:

ich habe von Krüssmann nur die 2. Auflage (1951) der Laubgehölze (nicht die Nadelgehölze). War mal in den Ginkgo-Blättern antiquarisch annociert und hat weniger als 60 Euro gekostet.
VG Wolf
Wolf Roland

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