Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

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baumlaeufer
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Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von baumlaeufer » 16 Okt 2019, 22:34

Ich frage mich, ob ich exemplarisch eine Buchen-Windschutzhecke in der Eifel in das Register einstellen soll. Die teilweise bis zu 8 Meter hohen , manchmal 300 Jahre alten Buchenhecken mit Guckloch sind ein prägendes Merkmal der Region. Besondere Exemplare sind mir in Rohren und Eicherscheid aufgefallen. Eines mit Guckloch habe ich besonders fotografisch festgehalten.
Schaut Euch die Bilder an und gebt mir dazu bitte Eure Meinung !

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Palme
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Palme » 17 Okt 2019, 09:15

Sehr interessanter Beitrag.
Was ist das für ein Baumstamm auf dem 2. Foto?
Ist das etwa der Stamm der Hecke?
Auf dem Schild steht was von Rotbuche als Hecke, die im Winter ihre Blätter hält.
Das kenne ich nur von Hainbuchen.
Google zeigt sehr viele Rotbuchen Hecken in der Eifel.
Welche soll man da ins Register übernehmen?
Es gibt bestimmt die älteste Rotbuchen Hecke der Eifel. Die sollte man ins Register nehmen.
https://www.eifelpanorama.de/foto-beric ... eckenland/
:) Martin

Gata
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Gata » 17 Okt 2019, 11:34

baumlaeufer hat geschrieben:
16 Okt 2019, 22:34
Ich frage mich, ob ich exemplarisch eine Buchen-Windschutzhecke in der Eifel in das Register einstellen soll.
Schaut Euch die Bilder an und gebt mir dazu bitte Eure Meinung !

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Ich bin dafür, das Register für Solitärbäume zu belassen.
Besondere "Baumkreationen" wie diese Hecke, besondere Alleen oder Baumgruppen, etc. könnte man man gesondert sammeln, weil sie schön, einmalig, besonders, sind. Ausserdem macht das Angucken Spass. :)

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Spinnich » 17 Okt 2019, 13:54

Danke Gata für Deine Bilder und auch Dir Martin für den Link.

Das muss sicher exemplarisch ins Register und mit einigen Links und Beispielen unterfüttert werden.

Auf Wicki gibt es auch Hinweise und für mich überraschend tatsächlich zu "Rotbuchen-Hausschutzhecken" in der Eifel am hohen Venn im Grenzland zu Belgien, wo sich die Einödhöfe der baumlosen Eifelhochflächen gegen eiskalte winterliche Westwinde mit diesen Hecken geschützt haben. Im Monschauer Land ist diese Praxis seit Ende des 17. Jahrhunderts belegt. Sie wachsen ca. 0,7 bis 1 m dick und 6 bis 10 m hoch!
Das Paradebeispiel für ein Monschauer "Heckendorf" ist Höfen, aber auch in Kalterherberg (Name ist Hinweis auf die kalten Winterwinde), Mützenich, Rohren und Imgenbroich, sowie Teilen der Gemeinden Simmerath – den Ortsteile Eicherscheid und Kesternich – sowie Roetgen lässt sich diese kulturelle Besonderheit bewundern.
Interessant ist auch die Praxis der Flurhecken als Weidezäune (auch Rotbuche) mit sogenannten Durchwachserbäumen, die als Windschutz dienen und natürlich auch den Vögeln nützen.
Auch die NRW-Stiftung hat ein Projekt zum Erhalt der besonderen Kulturlandschaft aufgelebt.

Ein Registereintag ist aus meiner Sicht Pflicht und für mich gleichbedeutend wie z.B. die Aufnahme der Tanzlinden ins Register.

LG Spinnich 8)
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

biloba
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von biloba » 18 Okt 2019, 13:58

Bisher war immer unser Kriterium, ob der Baum/die Baumgruppe für Baumfreunde einen Ausflug wert wäre. Hm. Welche Geo-Koordinaten machen wir jetzt im Register bekannt? Welche Hecke sollte ausgewählt werden?

Aktuell mache ich gerade Urlaub in Dranske. Hier überlege ich, ob zwei Dinge im Register erwähnenswert wären:
a) Der Ort hat kaum Straßen, sondern vorwiegend Aleen. Und als Aleebaum stehen hier ausschließlich Mehlbeeren. Das sieht jetzt super aus mit den vielen roten Beeren. Ein riesiger Schwarm Stare ist mit der Ernte beschäftigt.
Ist eine solche Ortschaft mit diesen Mehrbeer-Aleen sehenswert, eintragungswürdig?

b) Hier in der Nähe gibt es einen Hochwald, der über 600m lang ist ausschließlich aus 75-jährigen Pappeln besteht, ohne dass Eichen und andere Gehölze untergemischt sind. Normalerweise ist ja die Pappel ein Pionierbaum. Die Sukzession wird hier wohl irgendwann später noch stattfinden.
Gibt es das andernorts auch oder wäre das im Register erwähnenswert?


Unschlüssige Grüße!

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Klaus Heinemann » 18 Okt 2019, 17:21

Hallo Wolfgang und biloba,
ob ich exemplarisch eine Buchen-Windschutzhecke in der Eifel in das Register einstellen soll
Exemplarisch ist gut! Ein Eintrag, in dem eine Art "Heckenschau" mit markanten Exemplaren gezeigt wird.
Der Forenbeitrag kann sicher auch überschaubar bleiben, wenn nicht gerade eine "Fotoschwemme" hereinbricht.
Die Hecken können sicher auch ein Alter erreichen, das man ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht?
Ist eine solche Ortschaft mit diesen Mehrbeer-Aleen sehenswert, eintragungswürdig?
Eine Allee aus Mehlbeerbäumen haben wir bereits im Register, in Kefferhausen im Eichsfeld.

Gruß Klaus
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von baumlaeufer » 18 Okt 2019, 22:50

Danke für eure Beiträge und Palme explizit für den hervorragenden Link zu der Eifeler Heckenkultur. Ich habe die Hecke unter 6874 eingestellt mit den Angaben ca 18 Meter Lang und 7 Meter hoch, Alter ca 150 Jahre.

Übrigens, die Hecke ist im zitierten Link mit den Bildern 5 und 6 - im Text eingebunden- abgelichtet. Ich scheine wohl auf blauen Dunst hin eines der besonderen Exemplare besucht zu haben. Der Blick ins Innere - Bild 3 -zeugt von hoher Kunst der Heckenpflege.

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von baumlaeufer » 20 Okt 2019, 19:54

Die Koordinaten habe ich händisch eingegeben, weil das über die Kartenansicht immer noch nicht klappt ! :oops:
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Gabi Paubandt » 20 Okt 2019, 20:03

Hier sind ja die Hecken in den Ortschaften zu sehen, schon sehr außergewöhnlich - kann ich bestätigen. Vor allem fragt man sich, mit welcher Technik diese schon sehr hohen Objekte in Zaum gehalten werden.

Aber auch auf den Feldern stehen überall rekordverdächtige Hecken. Durch ständigen Rückschnitt sind dadurch massive knorrige Stämme entstanden. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, mir entsprechende Prachtexemplare auszusuchen und fotografisch festzuhalten.

Gruß Gabi

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von baumlaeufer » 20 Okt 2019, 20:05

Gabi Paubandt hat geschrieben:
20 Okt 2019, 20:03
....Leider hatte ich nicht so viel Zeit, mir entsprechende Prachtexemplare auszusuchen und fotografisch festzuhalten.

Gruß Gabi

Genau deswegen fahre ich da auch nochmal hin.... zur laublosen Zeit !
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Klaus Heinemann » 21 Okt 2019, 14:33

Genau deswegen fahre ich da auch nochmal hin.... zur laublosen Zeit !
finde ich gut :D in das Registerblatt passen sicher einige Hecken, die Website von Roland Wasserrab hat´s ja vorgemacht.

Gruß Klaus
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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Palme » 21 Okt 2019, 15:36

baumlaeufer hat geschrieben:
20 Okt 2019, 20:05
Genau deswegen fahre ich da auch nochmal hin.... zur laublosen Zeit !
Ich hatte gelesen, dass die Hecken ihr Laub halten.
Bin echt gespannt wie es weitergeht.
:) Martin

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von Yogibaer » 21 Okt 2019, 22:58

Wenn ihr zur laublosen Zeit im Wald seid achtet mal auf "natürlich" entstandene Exemplare von noch trocken belaubten Rotbuchen. Mit "natürlich" meine ich Exemplare die durch Wild, in der Regel Rehwild, verbissene Bäume. Soweit wie der Äser reicht sind diese noch belaubt. Wächst die Buche über Äserhöhe hinaus werden diese Triebe kahl. Da die Hecken ja künstlich über die Gesamthöhe "verbissen" werden behalten auch alte Hecken einen Großteil des Laubes. Ob es sich da vielleicht um einen natürlichen Verbiss-Schutz handelt vermag ich nicht mit Gewissheit zu sagen.
Gruß

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Re: Buchen-Windschutzhecken in der Eifel

Beitrag von baumlaeufer » 21 Okt 2019, 23:30

Yogibaer hat geschrieben:
21 Okt 2019, 22:58
Wenn ihr zur laublosen Zeit im Wald seid achtet mal auf "natürlich" entstandene Exemplare von noch trocken belaubten Rotbuchen. Mit "natürlich" meine ich Exemplare die durch Wild, in der Regel Rehwild, verbissene Bäume. Soweit wie der Äser reicht sind diese noch belaubt. .....

@ Yogibaer,

du möchtest damit andeuten, wenn das Wild den Baum in der Wachstumsphase verbeißt , schiebt er immer wieder Blätter nach ?

Ich hab mal im Kellerwald mit unglaublicher Wilddichte Massen von verbissenen Bonsaibuchen im Dezember gesehen- mit viel Laub an den Zweigen



@ Gabi
Gabi Paubandt hat geschrieben:
20 Okt 2019, 20:03
Hier sind ja die Hecken in den Ortschaften zu sehen, schon sehr außergewöhnlich - kann ich bestätigen. Vor allem fragt man sich, mit welcher Technik diese schon sehr hohen Objekte in Zaum gehalten werden.

.....

Dazu hilft der von Palme eingestellte Thread weiter, auch zum Thema Pflege- ein wenig weiter hinten im Link . Das ist nicht ohne Kenne zu bewältigen, richtig !

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