Kandelaber-Birke

Diskutiere über alte und bemerkenswerte Bäume, die Du gesehen oder fotografiert hast. Hier kannst Du auch Fragen zum Baumregister stellen.

Moderatoren: Klaus Heinemann, baumlaeufer

Ratatöskr
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Kandelaber-Birke

Beitrag von Ratatöskr »

Hallo,

bei einer Vorfrühlingswanderung am Wochenende wurde ich auf eine noch relativ junge Birke in einem Feldgehölz aufmerksam die völlig untypisch wuchs- nach etwa 3,5- 4 m Stammhöhe gingen aus dem Stamm ein halbes Dutzend Äste hervor die allesamt in ungewöhnlicher Weise wuchsen, zuerst ein kleines Stück waagerecht, dann stark abwärts und hernach wieder aufwärts gekrümmt, schließlich dann wiederein Stück waagerecht und von dort ganz normal steil aufwärts. Der Stamm endete oberhalb der Kandelaberäste, so dass der gesamte Baum das Aussehen einer überdimensionierten Straßenlaterne in Kandelaberform hat. Dass der Stamm einmal abgebrochen ist udn deshalb die merkwürdig geformten Äste hervorbrachte ist zumindest nicht mehr erkennbar.
Nun meine Fragen- gehört ein socher Baum ob seines merkwürdigen Wuchses ins Register ? Ich meine ja eher nicht, da es sich zwar um ein Kuriosum handelt aber eben nicht um einen alten Baum.
Zweitens- hat jemand schon mal einen solchen Wuchs , insbesondere bei einer Birke beobachtet und wodurch wird ein solcher Wuchs verursacht.

Beste Grüße
André
Zuletzt geändert von Ratatöskr am 28 Feb 2017, 07:34, insgesamt 1-mal geändert.
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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Mit einem Foto kann ich mir das besser vorstellen, Andre.
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,

interessant klingt das schon mal. Gesehen habe ich so etwas noch nie bei einer Birke. Von daher bin ich sehr gespannt auf ein Foto.

Viele Grüße

Kiefer
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Beitrag von Kiefer »

Klingt nach extrem vergewaltigter normaler Birke, die durch das Kappen des Oberteils völlig aus der Balance geriet und nicht wusste, wohin mit ihrer Kraft... Aber auf ein Bild bin ich ebenfalls sehr gespannt!

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Hallo, anbei ein Foto der Birke, bewußt wurde an diesem Baum nicht manipuliert,, er steht, weitab mensclicher Siedlungen in einem Feldgehölz.
Dateianhänge
17028654_1482651605088975_497968849_n.jpg
17028654_1482651605088975_497968849_n.jpg (50.38 KiB) 1872 mal betrachtet
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Sehr krass und sehr ungewöhnlich. Der Stamm ist ja zunächst gerade hoch gewachsen, um sich dann krakenartig zu teilen. Im Gegensatz zu sonstigen Hängeformen streben die Zweigenden wieder in die Höhe.
Ein Rätsel...

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Ja, ich habe so etwas wie gesagt auch noch nie gesehen udn das obgleich ich als Orni wirklich viel unterwegs bin. Da ich mir diese Wuchsform auch absolut nicht erklären konnte, dachte ich, der Baum sei, wenn auch nichts fürs Register, so doch zumindest etwas fürs Forum :D

Viele Grüße
André
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Klaus Heinemann
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Beitrag von Klaus Heinemann »

absolutes Muss für die Kuriositäten-Sammlung!
Vielleicht haben Viren den Bauplan durcheinander gebracht.
Gibt es dazu auch Geodaten?

Gruß Klaus

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Ok, dann erstelle ich einen Eintrag für den Baum und gebe dazu auch die Koordinaten an- er steht im Vogtlandkreis etwas SW der Stadt Oelsnitz /Vogtl. und südlich des Dorfes Schönbrunn in einem Feldpöhl.

Viele Grüße
André
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Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Baum steht jetzt im Register unter der Nummer 5026 incl. Koordinaten.
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Kiefer
Moderator
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Beitrag von Kiefer »

Aha :D!
Eine quasi baugleiche Birke kenne/ kannte ich in Berlin, nahe meiner alten Grundschule.
Die stand an einem Regenwasserauffangbecken, unmittelbar an einer Treppe auf wahrscheinlich sehr verdichtetem Bodengrund, wenn man nicht gar Schutt vom 2. Weltkrieg, und die wuchs auch so.
Zu Zeiten meiner Schulzeit stand der Stamm noch senkrecht und der Ast beugte sich noch nach unten, erst später hat er sich wie gesehen halb nieder- und abgelegt und dann wieder einen regelrechten Trieb nach oben gemacht.
Keine Ahnung, ob die heute noch steht, ist aber sicher mit Deiner Entdeckung zu vergleichen :).

Bild

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Da kämpft das "Hängegen" mit dem "Aufwärtsgen" um die Vorherschaft.
Wenn das "Aufwärtsgen" gewinnt, wird der Baum vermutlich nicht sehr alt, denn irgendwann brechen die Äste ab. Trotzdem eine interessante Mutation.

Kiefer
Moderator
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Beitrag von Kiefer »

"Meine" Birke ist schon bedeutend älter, als sie aussieht.
Zum einen kenntlich am schon ganz schwarzborkigen Stamm, zum anderen stand die bereits 1982 (als ich in die Schule da kam), und das Bild ist von 2008, der neue Wuchs dabei erst nach 1989 aufgetreten, nachdem ich in der Oberschule war und dort nimmer regelmäßig vorbei kam.

Die ist sicher schon an die 40 Jahre alt, die Birke, so sie heute noch steht, seinerzeit (zum Foto) war sie also um die 30. Und dreißigjährige Birken sind an sich ja schon richtig große Bäume...
Du kannst gut recht haben, dass das eine eigene Mutation ist.

Wenn ich ev. diesen Herbst mal wieder nach Berlin komme, werde ich doch mal kucken, ob die meinige Birke noch existiert, und wenn ja, vielleicht mal Vermehrungsmaterial mitnehmen ^^...

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr »

Interessant- es tun sich einige Parallelen auf, auch "meine" Birke wächst auf einem eher schlechten, extrem steinigen und, wie ich vermute, auch eher trockenen Ort, einem sogenannten Feldpöhl, für die das mittlere -westliche Vogtland recht typisch ist und die zumeist mit Eichen, Birken udn Kiefern bestockt sind und auch bei dieser Birke vermute ich, ist das Alter höher als es der Habitus, der Stammumfang udn vor allem die geringe Höhe vermuten lassen. Ich habe vorsichtig auf 15 Jahre geschätzt- werde in Kürze den Stamm mal messen.

Viele Grüße
André
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biloba
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Beitrag von biloba »

Also solche Bäume gehören ins Register, völlig unbeschadet vom Stammumfang. Schließlich sind diese Kuriositäten nicht wegen ihres Umfanges besuchenswert.

Wenn ich eine Baumtour durch die Gegend planen würde, wäre ein solcher Baum viel eher auf meiner Agenda, als eine zwölfte Tausendjährige Eiche oder Linde.


Kuriose Grüße!

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