Seite 1 von 1

Eiche nahe Kuhsee bei Krassow, Register-Nr.: 4815

Verfasst: 25 Nov 2016, 22:46
von baumlaeufer
Mit " wohltuend vernachlässigt" könnte man die alte Eiche bei Krassow im Kreis Rostock beschreiben. Die Blitzrinne ist zugewachsen, um den Stamm herum reichlich Gestrüpp- oha, schwieriges messen- und ein altes ND Schild hatte sie auch.

Alter ca 300 Jahre
Umfang gemessen mit 5.90 m am 18.10.2016

Den Pilz halte ich für einen Klapperschwamm, ist das denn kritisch anzusehen für die Eiche ? okay, er verursacht Weißfäule, aber ist die Standfestigkeit auch gefährdet ? Na ja reichlich Totholz hat sie ja in der Krone, das sieht dann nicht so gut aus !

Verfasst: 25 Nov 2016, 23:53
von Spinnich
Hallo Baumläufer,
Klappwerschwamm kann gut passen, ein Pilz der in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird. In China und Japan wird der Maitake seit 3.000 v. Chr. gesammelt und gegessen. In Asien wird er als blutdruck- und blutcholesterinsenkendes Mittel sowie zum Schutz der Leber eingesetzt. Viele medizinische Studien bestätigten eine starke zytostatische und virostatische Aktivität. Auch andere positive Effekte konnten zum Teil in Tierversuchen nachgewiesen werden. In Japan wurde mit dem professionellen Anbau 1981 begonnen und 325 Tonnen des Pilzes produziert. Im Jahre 1985 betrug die Gesamtproduktion bereits 1500 Tonnen und stieg bis 1991 auf 8000 Tonnen. Im Jahre 1993 betrug die Produktion 10.000 und 2001 etwa 40.000 Tonnen.
Nicht nur die alten Bäüme sind immer wieder für Überraschungen gut.
Pilze sind einerseits als Symbiosepartner für die Bäume wichtig, andererseits nötig um das Laub zu zersetzen, damit die Bäume nicht darin ersticken. Zuletzt leisten sie Sterbehilfe und führen die angesammelten Ressourcen wieder den Nachkommen der absterbenden Baumriesen zu, so dass neue Generationen von Bäumen zu hoffentlich wieder bemerkenswert eindrucksvollen Wäldern heranwachsen werden.

LG Spinnich :roll:

Verfasst: 26 Nov 2016, 00:08
von baumlaeufer
Spinnich hat geschrieben:.......In Japan wurde mit dem professionellen Anbau 1981 begonnen und 325 Tonnen des Pilzes produziert. Im Jahre 1985 betrug die Gesamtproduktion bereits 1500 Tonnen und stieg bis 1991 auf 8000 Tonnen. Im Jahre 1993 betrug die Produktion 10.000 und 2001 etwa 40.000 Tonnen.

Dann müssen die in Japan aber massenweise alte Bäume haben, züchten die diese auch ? :wink: :wink: :wink: :wink:
Spinnich hat geschrieben:......Zuletzt leisten sie Sterbehilfe und führen die angesammelten Ressourcen wieder den Nachkommen der absterbenden Baumriesen zu,....

Hoffentlich hat das hier noch etwas Zeit ! :cry:

Verfasst: 28 Nov 2016, 02:51
von Spinnich
Hallo Wolfgang,
Dann müssen die in Japan aber massenweise alte Bäume haben, züchten die diese auch ?
Die meisten Zuchtpilze wachsen nicht auf der natürlichen Ressource, sondern man findet geeignete Ersatzsubstrate wie Getreide, Holzspäne (siehe Enoki, Shiitake).

Sterbehilfe
Hoffentlich hat das hier noch etwas Zeit !
, das geht ja bei vielen alten Bäumen über etliche Jahrzehnte bis die Baumveteranen durch ihre "Parasiten" (und nicht nur durch Pilze) endgültig das Zzeitliche segnen, wenn nicht andere ungünstige Standort- und Wetterfaktoren noch weitere negative Auswirkungen haben.

LG Spinnich :wink: