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Birke bei Greffen, Register-Nr.: 4510

Verfasst: 15 Feb 2016, 23:26
von baumlaeufer
Hy zusammen,
366 cm Umfang ist schon ganz stattlich, deswegen war ich auch sehr erfreut über den Zufallsfund von heute. Ganze :o vier Birken dieser Art sind im Register! Liege ich meiner Altersschätzung von 120 Jahren zu niedrig ?

Baumlaeufer

Verfasst: 16 Feb 2016, 12:46
von Rainer Lippert
Wolfgang, dir ist schon klar, dass das mit Abstand die dickste Birke in Deutschland ist? Glückwunsch zum Fund!

Viele Grüße,

Rainer

Verfasst: 16 Feb 2016, 13:29
von Andreas75
Donner und Doria, das wollte ich auch gerade vermerken- wow :o !

Verfasst: 16 Feb 2016, 14:21
von pgs
Ja, ich gratuliere dir auch zu diesem Prachtexemplar. Betula pendula (ich hoffe das ist eine?) hatte ich bisher noch nicht in meiner Liste.
Habe gerade die DDG-Rekordbäume mal in ein A über U-Diagramm gezeichnet. Danach ist deine Altersschätzung sehr moderat.
Gibt es eine obere Altersgrenze für Birken?
Bei MT ist die Älteste 116 Jahre, die Dickste (in Spanien) hat 464 cm Umfang (Alter unbekannt).

Verfasst: 16 Feb 2016, 14:54
von Rainer Lippert
Hallo Holger,

alle dicken Birken bei MT stammen von mir. Die meisten Altersangaben habe ich grob geschätzt. Bei zwei gibt es halbwegs gesichtere Pflanzdaten. Die Birke in Hettstadt ist wohl 1935 gepflanzt worden. Zumindest stammt der Bildstock daneben aus diesem Jahr. Und die bisher dickste Birke, die bei Schleusingen, ist wohl 1898 gepflanzt worden. Damals wurde die Gaststätte eröffnet, wo die Birkenallee hinführt. Vielleicht baust du ja diese beiden Birken in dein Modell noch ein?

Viele Grüße,

Rainer

Verfasst: 16 Feb 2016, 15:18
von pgs
Hätte ich sowieso noch vorgehabt, lieber Rainer. Hier deine zwei ältesten (Hettstadt, Schleusingen) und noch eine wesentlich jüngere Birke aus Lantic, deren Alter bekannt sein soll!

Die MT-Ältesten versammeln sich wie schon öfter gesehen bei etwa -35 % der DDG-Mittelkurve.

Bei den DDG-Rekordbäumen ist der aus Mecklenburg-Vorpommern nach den Angaben z. Zt. 151 Jahre alt (bei der Messung war er 147).
Habe Wolfgangs Rekordbaum deshalb mal immer noch etwas vorsichtig auf 150 Jahre geschätzt...

Verfasst: 16 Feb 2016, 18:36
von Hilmar
Hallo Baumlaeufer,

eine außergewöhnlich starke Birke, bei der ich gerne den gesamten Baum sehen würde. Vor allem interessiert die Verzweigungsstruktur in der Oberkrone.

Nach der von mir verwendeten Formel zur Berechnung des Baumalters wäre die Birke 114 Jahre alt. Das Höchstalter für Betula pendula wird in der Fachliteratur von mehreren Autoren einheitlich mit 120 Jahren angegeben.

Gruß Hilmar

Verfasst: 16 Feb 2016, 18:40
von Hilmar
Entschuldigt bitte,

ich habe erst geschrieben und dann im Register nachgesehen. Dort ist der Habitus des Baumes (fast) vollständig abgebildet. Die Verzweigung in der Oberkrone existiert bereits über einen mehrjährigen Zeitraum nicht mehr.

Gruß Hilmar

Verfasst: 16 Feb 2016, 18:48
von pgs
Woher kommt denn so eine Höchstalters-Behauptung?
Gibt es dafür irgend einen Beleg?
Und wie verträgt sich das mit der DDG-Rekordbaum-Liste in der eine 151-jährige Sand-Birke steht?

Verfasst: 16 Feb 2016, 19:45
von Hilmar
Die Angaben für das Höchstalter von Betula pendula entstammen einem Jahrbuch der Baumpflege.
Allerdings wird es wie überall in der Natur Ausnahmen geben. Schließlich gibt es auch bei Menschen eine ganze Reihe, welche das Alter von 100 Jahren überschritten haben, obwohl das durchschnittliche Ableben bei 78 Jahren liegen soll. Gleichwohl wird es Birken geben, welche auch bei optimalen Standortbedingungen weit vor dem Erreichen des 120. Lebensjahres absterben, während einzelne Exemplare deutlich älter werden können.

Gruß Hilmar

Verfasst: 16 Feb 2016, 20:01
von pgs
Na, ja, das wird wohl so sein. Und wie kommst du auf 114 Jahre?
Vermutlich über eine lineare Formel A = (1/f) U ?

Verfasst: 16 Feb 2016, 20:11
von Hilmar
Die Vermutung, dass die Altersberechnung auf einer linearen Formel beruht, ist richtig. Dabei ist U der nachweisbare Faktor.

Verfasst: 16 Feb 2016, 21:03
von pgs
D. h. der Mitchell-Faktor f = 336 cm/114 a = 2,95 cm/a, das ist ziemlich schnell, oder?

Entspricht fast der Anfangsjahrringbreite x = 0,45 cm/a in der Anpassung nach White: f = 2*pi*x = 2,83 cm/a, damit würden sich 129 Jahre als Alter ergeben, wenn K nur größer oder gleich 129 gewählt wird...

Aber wächst eine Birke über 100 Jahre lang linear in diesem Tempo weiter??

Verfasst: 16 Feb 2016, 21:55
von Andreas75
Birken wachsen sehr lange sehr vital, und sind auch in höherem Alter noch imstande, wieder stark und jungwüchsig auszutreiben.
Besonders an B. pendula 'Tristis' kann man das relativ gut beobachten, wenn man über viele Jahre die Gelegenheit hat, welche zu beobachten.

Mitunter können die als noch über 50jährige Bäume (was für Birken ja schon ein recht strammes Alter ist) einige Jahre im Höhenwachstum stagnieren und nur hängend wachsen, bis sich dann plötzlich neue Spitzenterminalen und neue, ausladend wachsende Astspitzen bilden, die in wenigen Jahren 2- 3 m oder mehr zulegen können, also noch in dem Alter ein rasantes Wachstum hinlegen wie Jungbäume.
Andere Bäume im mittleren Lebensabschnitt benötigen dazu stärkeren Schnitt, Birken schaffen das ganz ohne irgendwelche wuchsanregende Maßnahmen.

Ich weiß es nicht sicher, aber ich kann mir vorstellen, dass die Birke als Pionierbaum nicht anders alt werden kann, als ihr Leben lang so exponentiell zu wachsen. Dadurch wird sich zwar nicht ganz so alt, ist aber bis zum Ende vital und frischwüchsig.

Verfasst: 16 Feb 2016, 22:00
von pgs
Danke Andreas, das ist sehr interessant. Ich habe gerade mal probiert ob ein längeres lineares Wachstum, d. h. K > 120 Jahre im White-Modell auch zu einer sinnvollen Anpassung an die White-Kurve führt.
Und tatsächlich funktioniert das sogar.
Dann wäre Hilmar mit seiner linearen Schätzung wohl näher an der Wahrheit ;-)

Ich zeige das neue Diagramm hier mit den gleichzeitig angepassten Werten (K; x) wie im Bild und der "Schätzung" nach der neuen Anpassung für die Rekordbirke von Wolfgang/baumlaeufer!