Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Diskutiere über alte und bemerkenswerte Bäume, die Du gesehen oder fotografiert hast. Hier kannst Du auch Fragen zum Baumregister stellen.

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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert »

Hallo ihr beiden,

dann müsstet ihr euch jetzt also nur noch einig werden, wer wen zum messen hinschickt. Auf jeden Fall gehört die Platane mal Bodennah gemessen. Ihr hättet aber eigentlich auch mit der Schaufel mal etwas buddeln können. Oder ist das auch an der Faulheit gescheidert :roll:

Ich glaube nämlich nicht, dass da mehr als 2 m aufgefüllt worden ist. Wenn ich das doch nur letztes Jahr schon gewusst hätte, wie ich in Nöbdenitz war :cry:

Viele Grüße,

Rainer

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Klaus Heinemann
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heute gemessen

Beitrag von Klaus Heinemann »

Hallo zusammen,

heute war ich in der Nähe, und habe gemessen: Das Massband zeigt 8,55 Meter "untenrum".
Wie die 6-8 Meter Auffüllung passiert sein sollen, ist mir nicht ganz klar - dann wäre eine sehr große Fläche betroffen gewesen, man erkennt keine evt. alte Senke in der Nähe.

Gruß Klaus
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Rainer Lippert
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Beitrag von Rainer Lippert »

Hallo Klaus,

vielen Dank fürs messen. Ich glaube auch nicht, dass da so viel aufgefüllt worden ist. Damit kommt die Platane in etwa auf Platz 5 der dicksten Platanen in Deutschland. Nicht schlecht. Damit bleibt die Büdesheimer Platane mit mehr als 10 m Umfang die dickste in Deutschland. Hier steht zwar, dass sie Ameise entdeckt hätte. Stimmt aber nicht. Ich war nämlich schon ein halbes Jahr eher dort und habe sie entsprechend bei Monumentaltrees gelistet und der DDG und dem Baumarechiv gemeldet.

Viele Grüße,

Rainer

biloba
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Beitrag von biloba »

Wie angekündigt habe ich jemanden hin geschickt und mir wurde ein Umfang von 8,60m mitgeteilt.

Und diese Platane und ihre Aufschüttung war auch an anderer Stelle bereits Thema.
viewtopic.php?p=92709#92709


Grüße!

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Dank an gunter und Klaus-bist du auf baumtour- entweder jemand anderes aktualisiert oder ich erst nach Rückkehr
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

ist aktualisiert.....
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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Rainer Lippert
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von Rainer Lippert »

Hallo,

jetzt war ich auch mal bei der Platane. Es wurde ja schon sehr viel über die Platane spekuliert. Hier und in einem anderen Thread. Aber irgendwie kann ich das mit der Aufschüttung nicht glauben. Warum sollte man das machen? Schaut man sich das Gelände vor Ort und in Google Earth an, muss das eine große Fläche sein. Mindestens 350 m lang und wenigstens 150 m breit. Warum sollte man wegen einer Eisenbahnstrecke so eine enorm große Auffüllung machen? Und selbst wenn, warum lässt man dann den Baum stehen? Sollte das Gelände damals wirklich so viel tiefer gelegen haben, hätte es doch gereicht, nur für die Schienen einen Damm aufzufüllen. Aber nicht so ein großes Plateau. Hier ist eine Historische Karte. Hilft aber nicht weiter, da die Karte von 1877 ist. Hier sieht man ganz unten eine Historische Stadtansicht von Ronneburg, mit dem Bahnhof im Vordergrund. Das Bahnhofsgebäude wurde 1865 eröffnet und 2007 wieder abgerissen. Man sieht schön die Platane. Sie sieht da so aus wie heute. Aber von wann das Panorama ist? Keine Ahnung. Ich habe jetzt vieles über die Bahnstrecke gelesen. Auch über den Bau von Brücken an der Strecke, über Bahnhöfe und so. Aber über eine große Aufschüttung in Ronneburg ist nichts zu finden. Ich gehe davon aus, dass das nicht stimmt. Höchstens 0,5 bis maximal 1 m könnte das Gelände um der Platane aufgefüllt sein. Die Platane ist für mich mehrkernig. Die Geschichte von Kiefer passt meine ich sehr gut. So sehe ich es auch. Ach ja, den Umfang habe ich natürlich auch gemessen. 8,59 m zeigte mein Bandmaß an. Die Höhe habe ich mit 22 m gemessen.

Grüße,

Rainer
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Klaus Heinemann
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von Klaus Heinemann »

Hallo Rainer,

deine aktuellen Messdaten und zwei Fotos habe ich ins Register übernommen.
Was die von Fröhlich vermutete Aufschüttung angeht, bleibt uns immer noch nur Rätselraten. Eigentlich sollte das beim Bau der Gleise und des Bahnhofs passiert sein - um 1864 herum. Eine Aufschüttung dabei hat in den Jahrzehnten danach, 3 Kriegen und einigem mehr, wohl nur die wenigsten interessiert, weshalb man nicht viel darüber geschrieben haben dürfte. Technisch wäre es in der Bergbauregion möglich gewesen.
Wenn die Platane schon gestanden hat - was ich vermute (weil sie sonst höchstens 150-160 Jahre alt sein könnte)
wäre sie umschüttet worden. Die Frage ist wieviel? Ich habe mal die TOPO Deutschland befragt: Dort sieht man im Bereich des Bahnhofsgeländes eine Höhenlinie mäandern (gelbliche Linie) setzt man die Meßpunkte auf die Punkte daneben, bekommt man Differenzen von 2-10 Metern.
Das jetzige Gelände überragt tatsächlich die ursprüngliche Höhenstruktur.
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Gruß Klaus
irgendwann reduziert sich alles
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biloba
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von biloba »

Rainer Lippert hat geschrieben:
05 Jun 2020, 16:28
Aber irgendwie kann ich das mit der Aufschüttung nicht glauben. Warum sollte man das machen? Schaut man sich das Gelände vor Ort und in Google Earth an, muss das eine große Fläche sein. Mindestens 350 m lang und wenigstens 150 m breit. Warum sollte man wegen einer Eisenbahnstrecke so eine enorm große Auffüllung machen? ... Sollte das Gelände damals wirklich so viel tiefer gelegen haben, hätte es doch gereicht, nur für die Schienen einen Damm aufzufüllen. Aber nicht so ein großes Plateau.
Weil damals ein richtiger Bahnhof an dieser Stelle gebaut worden ist. Es war dort wesentlich mehr los, als heute. Es gab viel mehr Gleise nebeneinander.
In der Mitte der alten Stadtansicht kann man erkennen, welche Tore der Schuppen hat. Unter Umständen waren dort Gleise verlegt, wo Waren zwischen Güterwagen und Pferdefuhrwerken umgeschlagen werden konnten. Auf jeden Fall war es damals ebenso wie heute wichtig, dass es auf solchen Umschlagplätzen kein Gefälle gibt, so dass Wagen nicht von allein ins Rollen kommen.

Rainer Lippert hat geschrieben:
05 Jun 2020, 16:28
Und selbst wenn, warum lässt man dann den Baum stehen?
Das wiederum ist für mich eher erstaunlich. Der Baum muss schon 1860 so beeindruckend groß gewesen sein, dass man ihn für erhaltenswert hielt.

Schade, ich hätte Dir gerne ein paar Geländemarken gezeigt, an denen ich mich bei der Plausibilitätsprüfung der Überschüttung orientiert hatte. Die Spielerei mit Deinem Laserschwert hätte mich auch mal von der Nähe interessiert. Zeit hätte ich gehabt. ...


Klaus Heinemann hat geschrieben:
05 Jun 2020, 17:55
Eigentlich sollte das beim Bau der Gleise und des Bahnhofs passiert sein - um 1864 herum. Eine Aufschüttung dabei hat in den Jahrzehnten danach, 3 Kriegen und einigem mehr, wohl nur die wenigsten interessiert, weshalb man nicht viel darüber geschrieben haben dürfte.
Davon gehe ich auch aus. Darüber hinaus dürfte auch in diesen Zeiten eine Erdaufschüttung kein technologisches Aufsehen erregt haben, so dass die wohl kaum schriftlich festgehalten, geschweige denn fotografisch dokumentiert wurde.

Klaus Heinemann hat geschrieben:
05 Jun 2020, 17:55
Technisch wäre es in der Bergbauregion möglich gewesen.
Vorsicht!
In der damaligen Zeit war dort das Radonbad Bad Ronneburg. Das Edelgas entweicht heute aus der Erde. Bergbau begann dort erst, als die Sowjetunion dort Uran fand und fördern ließ. Seitdem war es vorbei mit dem Status als Kurort. Somit dürfte der Bergbau kaum eine Rolle gespielt haben.
Praktisch gehe ich davon aus, dass beim Bau der Strecke, besonders aus dem Geländeeinschnitt an der Wasserscheide zuwischen Gessenbach und Sprotte ausreichend Material angefallen ist, das man zu diesem Zwecke verwenden konnte.

Klaus Heinemann hat geschrieben:
05 Jun 2020, 17:55
Das jetzige Gelände überragt tatsächlich die ursprüngliche Höhenstruktur.
Dem aufmerksamen Betrachter werden an Ort und Stelle Indizien auffallen. Die Karte, die Du verlinkt hast, ist ein weiteres Indiz.

Klaus Heinemann hat geschrieben:
05 Jun 2020, 17:55
Wenn die Platane schon gestanden hat - was ich vermute (weil sie sonst höchstens 150-160 Jahre alt sein könnte)
Gibt es denn Platanen mit vergleichbarer Dicke, deren Alter sicherer belegt ist?



Nächtliche Grüße!

Rainer Lippert
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von Rainer Lippert »

Hallo,

also das mit dem Bahnhof und so, überzeugt mich alles irgendwie nicht. Warum hat man den Bahnhof nicht ein paar Meter tiefer gebaut? 600 m westlich hat man damals eine Brücke über ein Tal gebaut. Vom Bahnhof zur Brücke fällt das Gelände sogar etwas ab. Das östliche Gelände liegt etwas höher als das Banhofsplateau, aber auch nicht viel. Es erschließt sich mir nicht, warum man so eine große Fläche um mehrere Meter angehoben hat. So wie es ausschaut, hätte man den ganzen Bahnhofsbereich auch ein paar Meter tiefer anlegen können, wenn es tatsächlich dort früher tiefer war.

Platanen wachsen schnell. Die Platane in Triefenstein ist in den letzten 7 Jahren um 30 cm im Umfang gewachsen. Das sind über 4 cm im Jahr. Die Rekordplatane in Büdesheim ist in den letzten Jahren auch im ähnlichen Bereich gewachsen. Die Platane in Oelzschau, bis zu meinem Fund der Büdesheimer Platane die Rekordplatane in Deutschland, soll 1668 gepflanzt worden sein. Selbst die ist in 15 Jahren um 40 cm gewachsen. Also auch knapp 3 cm im Jahr. Im Falle das das Pflanzjahr der Oelzschauer Platane stimmt und ich das Wachstum entsprechend zurückrechne, hatte sie 1865 nur knapp 5 m Umfang. Also auch nichts besonderes. Und dieses mehrkernige/mehrstämmige Gebilde in Ronneburg wächst wahrscheinlich eher noch schneller. Ich gebe der Platane allerhöchstens 200 Jahre, eher weniger. Wenn die Platane tatsächlich älter ist, glaube ich nicht, dass sie 1865 dicker als 1 m war. Also gut 3 m Umfang. Und so einen Baum würde man wohl bei so einem Projekt nicht erhalten.

Vielleicht ist die Platane auch erst nach dem Bau der Bahnanlage gewachsen? Also rund 160 Jahre alt. Kann ich mir das gut vorstellen. Denken wir aber jetzt mal, es war doch ein stattlicher Baum, hätte man auch das Gelände so anheben können, dass der Baum im Traufbereich nicht so hoch aufgefüllt wird. Man hätte also im Traufbereich der Platane das Gelände nach innen, zum Stamm hin, etwas abfallen lassen können. 10 m Gelände von jeder Seite Trichterförmig nach innen, schon wäre der Stamm nur zur Hälfte aufgefüllt gewesen. Das hätte ich bevorzugt, wenn ich das Gelände hätte anheben müssen und den Baum dabei stehen lassen sollte. Stattdessen hat man den Boden bis ran an dem Stamm verdichtet. Ich glaube nicht, dass das eine Platane so eine lange Zeit überlebt?

Die Tour war kurzfristig geplant gewesen. Hatte schon ein Hotel bei Berlin gebucht gehabt, für zwei Nächte. Aber kurzfristig wegen dem Wetter abgesagt. Jetzt fahre ich am Montag nach Berlin.

Grüße,

Rainer

biloba
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von biloba »

Hallo Rainer,
Rainer Lippert hat geschrieben:
06 Jun 2020, 15:37
600 m westlich hat man damals eine Brücke über ein Tal gebaut.
Das stimmt so nicht.
Damals wurde die Bahnlinie nahezu geradlinig durch das Gessental nach Gera gebaut. Sie lief südlich an Grobsdorf vorbei, etwa wo der Gessenbach heute entlang fließt.
1968 brauchte die Wismut den Platz für eine Halde. Deshalb wurde die Eisenbahnlinie in einem Bogen nördlich um Grobsdorf herum verlegt. Im Zuge dieser Baumaßnahmen entstand ein Tunnel und ein Erdschüttdamm, wo Du heute die Brücke siehst.
Die Brücke wurde erst in Vorbereitung der Bundesgartenschau etwa 2005/06 gebaut, nachdem man große Teile des Dammes weg gebaggert hat, um das Tal wieder zu belüften.

Diese Brücke hat deshalb wirklich nichts mit dem Bahnbau 1865 zu tun.

Rainer Lippert hat geschrieben:
06 Jun 2020, 15:37
Warum hat man den Bahnhof nicht ein paar Meter tiefer gebaut? Vom Bahnhof zur Brücke fällt das Gelände sogar etwas ab. Das östliche Gelände liegt etwas höher als das Banhofsplateau, aber auch nicht viel. Es erschließt sich mir nicht, warum man so eine große Fläche um mehrere Meter angehoben hat. So wie es ausschaut, hätte man den ganzen Bahnhofsbereich auch ein paar Meter tiefer anlegen können, wenn es tatsächlich dort früher tiefer war.
Wenn es so einfach wäre!

Ebenso wie Du es in ca. 312m Meereshöhe gemacht hast, muss die Bahnlinie zwischen Ronneburg und Nöbdenitz die Wasserscheide zwischen Sprotte und Gessenbach überwinden. Dort schuf man eine Einkerbung, so dass die Wasserscheide auf geschätzten 300m Meereshöhe überwunden wird.
Eine Tieferlegung des Bahnhofes hätte eine Steilstrecke zwischen Raitzhain und Ronneburg bedeutet, zwischen denen ohnehin schon fast 20m Höhenunterschied liegen. Dir ist bekannt, dass es beim Bahnbau auf möglichst gleichmäßige Steigungen ankommt? Eben deshalb hatten die Ingenieure damals nicht viel Spielraum, was die Höhe des Ronneburger Bahnhofes betrifft.
Für die Planer dürfte es deshalb gute Gründe für diese Höhenlage im 282m Meereshöhe gegeben haben. Sie mussten einen gesunden Kompromiss zwischen der Tiefe der Einkerbung an der Wasserscheide sowie die Höhe des Ronneburger Bahnhofes finden. Möglicherweise wurde der Abraum der Einkerbung in Ronneburg aufgeschüttet?

Rainer Lippert hat geschrieben:
06 Jun 2020, 15:37
Platanen wachsen schnell. ...
Klaus hat vor 8,55m gemessen, Du bist nach 5 Jahren auf 8,59m gekommen. 4cm in 5 Jahren ist ein eher gemütliches Wachstum. Trotz möglicher Messfehler halte ich ein so schnelles Wachstum, wie mit Deinen Zahlen dokumentiert, für ausgeschlossen. So ungenau hat weder Klaus, noch Du gemessen. Dass die Ronneburger Platane langsam wächst, halte ich anhand der Messwerte für gesichert.

Was heißt das für diese Platane?
  1. Sie könnte 1865 gepflanzt worden sein. Dann hätte sie im Laufe der letzten 155 Jahre durchschnittlich 5,55cm/Jahr wachsen müssen.
    Auf der alten Lithografie ist die Platane schon ein stattlicher Baum. Und heute wächst sie nur langsam. Das bedeutet, dass sie in den Jugendjahren rasant gewachsen sein muss, während sie inzwischen trotz ihrer Vitalität ihr Dickenwachstum völlig eingestellt hat. Wäre das plausibel?
  2. Sie könnte schon vor dem Bahnbau gestanden haben. Wie schnell bis zur Überschüttung wuchs, wissen wir nicht. Doch sie wird es schon zu einer ehrfürchtigen Stärke geschafft haben, die die Ingenieure zu einer Planung rings um den Baum veranlasst hat, damit er erhalten werden konnte.
    Bedingt durch die Überschüttung oder was auch immer halte ich es für plausibel, dass das Dickenwachstum seitdem nicht mehr so üppig ist.

Diese Puzzleteile passen relativ gut zusammen und lassen mich zumindestens weiterhin an eine Überschüttung während des Bahnbaues glauben.


Grüße vom Puzzlespieler!

Rainer Lippert
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Re: Ahornblättrige Platane in Ronneburg, Register-Nr.: 1750

Beitrag von Rainer Lippert »

Hallo,

ich bin Unterwegs, deswegen nur knappe Antwort.

Messwerte von verschiedene Personen lassen sich immer schwer vergleichen. Gerade bei so einem schwierigen Gebilde. Ich denke, die wächst ihre 5 cm im Jahr. Die Eiche in Langenholtensen ist 1885 gepflanzt und hat auch schon über 7 m Umfang. Platanen wachsen normalerweise schneller. Je mehr ich drüber nachdenke, werde ich immer sicherer, dass die Platane nach 1865 erst gewachsen ist.

Also, wer fährt hin und gräbt 😉

Oder vielleicht mal die Gemeinde anschreiben? Vielleicht wissen die mehr.

Grüße,

Rainer

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