Hallo Rainer,
Rainer Lippert hat geschrieben: ↑06 Jun 2020, 15:37
600 m westlich hat man damals eine Brücke über ein Tal gebaut.
Das stimmt so nicht.
Damals wurde die Bahnlinie nahezu geradlinig durch das Gessental nach Gera gebaut. Sie lief südlich an Grobsdorf vorbei, etwa wo der Gessenbach heute entlang fließt.
1968 brauchte die Wismut den Platz für eine Halde. Deshalb wurde die Eisenbahnlinie in einem Bogen nördlich um Grobsdorf herum verlegt. Im Zuge dieser Baumaßnahmen entstand ein Tunnel und ein Erdschüttdamm, wo Du heute die Brücke siehst.
Die Brücke wurde erst in Vorbereitung der Bundesgartenschau etwa 2005/06 gebaut, nachdem man große Teile des Dammes weg gebaggert hat, um das Tal wieder zu belüften.
Diese Brücke hat deshalb wirklich nichts mit dem Bahnbau 1865 zu tun.
Rainer Lippert hat geschrieben: ↑06 Jun 2020, 15:37
Warum hat man den Bahnhof nicht ein paar Meter tiefer gebaut? Vom Bahnhof zur Brücke fällt das Gelände sogar etwas ab. Das östliche Gelände liegt etwas höher als das Banhofsplateau, aber auch nicht viel. Es erschließt sich mir nicht, warum man so eine große Fläche um mehrere Meter angehoben hat. So wie es ausschaut, hätte man den ganzen Bahnhofsbereich auch ein paar Meter tiefer anlegen können, wenn es tatsächlich dort früher tiefer war.
Wenn es so einfach wäre!
Ebenso wie Du es in ca. 312m Meereshöhe gemacht hast, muss die Bahnlinie zwischen Ronneburg und Nöbdenitz die Wasserscheide zwischen Sprotte und Gessenbach überwinden. Dort schuf man eine Einkerbung, so dass die Wasserscheide auf geschätzten 300m Meereshöhe überwunden wird.
Eine Tieferlegung des Bahnhofes hätte eine Steilstrecke zwischen Raitzhain und Ronneburg bedeutet, zwischen denen ohnehin schon fast 20m Höhenunterschied liegen. Dir ist bekannt, dass es beim Bahnbau auf möglichst gleichmäßige Steigungen ankommt? Eben deshalb hatten die Ingenieure damals nicht viel Spielraum, was die Höhe des Ronneburger Bahnhofes betrifft.
Für die Planer dürfte es deshalb gute Gründe für diese Höhenlage im 282m Meereshöhe gegeben haben. Sie mussten einen gesunden Kompromiss zwischen der Tiefe der Einkerbung an der Wasserscheide sowie die Höhe des Ronneburger Bahnhofes finden. Möglicherweise wurde der Abraum der Einkerbung in Ronneburg aufgeschüttet?
Rainer Lippert hat geschrieben: ↑06 Jun 2020, 15:37
Platanen wachsen schnell. ...
Klaus hat vor 8,55m gemessen, Du bist nach 5 Jahren auf 8,59m gekommen. 4cm in 5 Jahren ist ein eher gemütliches Wachstum. Trotz möglicher Messfehler halte ich ein so schnelles Wachstum, wie mit Deinen Zahlen dokumentiert, für ausgeschlossen. So ungenau hat weder Klaus, noch Du gemessen.
Dass die Ronneburger Platane langsam wächst, halte ich anhand der Messwerte für gesichert.
Was heißt das für diese Platane?
- Sie könnte 1865 gepflanzt worden sein. Dann hätte sie im Laufe der letzten 155 Jahre durchschnittlich 5,55cm/Jahr wachsen müssen.
Auf der alten Lithografie ist die Platane schon ein stattlicher Baum. Und heute wächst sie nur langsam. Das bedeutet, dass sie in den Jugendjahren rasant gewachsen sein muss, während sie inzwischen trotz ihrer Vitalität ihr Dickenwachstum völlig eingestellt hat. Wäre das plausibel?
- Sie könnte schon vor dem Bahnbau gestanden haben. Wie schnell bis zur Überschüttung wuchs, wissen wir nicht. Doch sie wird es schon zu einer ehrfürchtigen Stärke geschafft haben, die die Ingenieure zu einer Planung rings um den Baum veranlasst hat, damit er erhalten werden konnte.
Bedingt durch die Überschüttung oder was auch immer halte ich es für plausibel, dass das Dickenwachstum seitdem nicht mehr so üppig ist.
Diese Puzzleteile passen relativ gut zusammen und lassen mich zumindestens weiterhin an eine Überschüttung während des Bahnbaues glauben.
Grüße vom Puzzlespieler!