† Hohe Tanne St Roman, Register-Nr.: 3412

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menkontre
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† Hohe Tanne St Roman, Register-Nr.: 3412

Beitrag von menkontre »

Hallo zusammen, ich zeige Euch einfach mal mein Naturdenkmal, das von mir zu Hause aus bequem zu Fuß zu erreichen ist, egal ob es für das Baumregister interessant sein könnte, oder ob die Kleine Euch vielleicht noch zu dünn sein sollte. Ihr habt ja noch nicht so viele Tannenfotos im Programm, da könnte es eine Abwechslung sein.
Es handelt sich um eine Abies alba namens „Hohe Tanne“, die offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Sie steht auf dem hinteren Hals in der Nähe von St.Roman, einem kleinen Dorf, das zu Wolfach gehört, Ortenaukreis, Baden-Württemberg. Man fährt vom Ortskern St. Roman aus in vielen Kurven immer weiter den Berg hoch, bis die geteerte Straße am „Kohlplatz“ aufhört (Sendemast und Erklärungstafel). Dann folgt man nach Zurücklassen des Autos den Wanderwegschildern zum „Hinteren Hals“. Dort steht sie mitten im Wald, frei zugänglich, in sehr reizvoller typischer Schwarzwaldumgebung, gut erkennbar, mit Erläuterungstafel. Bei Google-maps ist sie schwierig zu finden, ich sehe da den Baum vor lauter Wald nicht. Wahrscheinlich: N48° 20.56512 E8° 17.87377
Zuletzt habe ich sie am 25.9.13 lebendig gesehen. Sie hat leider nur einen BHU von etwa 3,60 m und ist laut Tafel „nahezu“ 45 m hoch. Ich musste zwei Fotos zusammenschummeln, um sie auf der ganzen Länge zu zeigen. Die Tafel erzählt, dass sie schon vor 1800 auf dem hinteren Hals wuchs, wie alt sie wirklich ist, wird nicht gesagt.
Der Baum ist jedenfalls vital und an sich schon ein kleines Biotop. Auf der Wetterseite sind der Stamm und die unteren Zweige dicht mit Moosen und Flechten bewachsen. Mindestens drei verschiedene Pilzarten habe ich auf dem Stamm und auf den Wurzeln gefunden. Zwischen den Wurzeln sind zwei kleine Höhlungen, die auch bewohnt aussehen.
Falls ihr den Baum bei Nacht und Nebel besucht, müsst ihr ein bisschen aufpassen: In diesem Waldstück spukt der „Bohnet“ vom ehemaligen „Nockenhof“, von dem nur noch Hofzeichen auf einem alten Bildstock von 1590 übrig sind. Nach einer „Freveltat“ hat er wohl keine Ruhe gefunden und irrt als Geist auf der nahen „Salzlecke“ umher.
Eine andere „Waldgeschichte“, die in der Umgebung der „Hohen Tanne“ spielt, ist der von Heinrich Hansjakob geschriebene Lebensbericht des „Fürsten vom Teufelstein“, der den Wald um St. Roman im 19.Jhd. als Förster gepflegt hat. Da ist z.B. von einer alten, gewaltigen, wehmütig flüsternden Tannenmutter die Rede, die von ihrem Himmelsblau ängstlich durch ihr Geäst herabschaut, ob jetzt jemand kommt, sie zu fällen. Wie erleichtert muss sie da sein, wenn es nur ein paar Baumkunde-de-ler mit Maßband und Fotoapparat sind.
Gruß, Anke
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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

hy Menkontre
danke für die meldung: siehe hier:
http://www.baumkunde.de/baumregister/34 ... _st_roman/
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de

Gata
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Beitrag von Gata »

Hallo,
Bild 11 zeigt rechts Hallimasch. Zum Essen sehr lecker, für den Baum langfristig das Ende.

LG

menkontre
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Beitrag von menkontre »

Hallo Gata, ich war auch von Hallimasch ausgegangen. Mir war allerdings nicht bewußt, daß der Pilz die Tanne derartig bedroht. Ich hatte ihn eigentlich mit Rücksicht auf die Integrität des Naturdenkmals stehengelassen, aber unter Berücksichtigung dieses neuen Aspekts werde ich seinen Standort in meine Pfanne verlegen. Gruß, Anke

menkontre
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Re: Hohe Tanne

Beitrag von menkontre »

Leider steht die hohe Tanne nicht mehr. Ich hatte wegen seiner Vorgeschichte erst diesen Geist „Bohnet“ im Verdacht, der da oben sein Unwesen treiben soll, aber der war es wohl nicht. Jemand von der Waldgenossenschaft berichtete mir, dass sie 2019 aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste.
Ich wollte mal wissen, was für eine Freveltat der Bohnet nun eigentlich begangen hat, dass er auf Ewigkeiten auf die Salzlecke verbannt ist. Eigentlich war ich mindestens von Brudermord ausgegangen. Weit gefehlt: Hat der Schuft doch tatsächlich Bäume geklaut. Er wollte Schindeln machen und hat sich dafür an zwei Fichten aus Nachbars Wald vergriffen. Beim Abtransport der Bäume stürzte er samt seinem Fuhrwerk mit den beiden Ochsen Zündel und Stern in das Zündelloch und irrt seither rastlos im Wald umher. Lasst Euch das eine Warnung sein: Auf Bäume Fällen steht Spuken.

Baobab
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Re:

Beitrag von Baobab »

menkontre hat geschrieben:
30 Sep 2013, 17:58
Hallo Gata, ich war auch von Hallimasch ausgegangen. Mir war allerdings nicht bewußt, daß der Pilz die Tanne derartig bedroht. Ich hatte ihn eigentlich mit Rücksicht auf die Integrität des Naturdenkmals stehengelassen, aber unter Berücksichtigung dieses neuen Aspekts werde ich seinen Standort in meine Pfanne verlegen. Gruß, Anke
Etwas spät, aber dennoch zur Information: was man vom Pilz sieht, ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz wütet im Innern. Das heisst, die Pfanne hätte den Baum leider nicht gerettet.

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baumlaeufer
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Re: Hohe Tanne

Beitrag von baumlaeufer »

Wieder ein Baum mit Kreuz versehen :oops:

Baumlaeufer
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menkontre
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Re: † Hohe Tanne St Roman, Register-Nr.: 3412

Beitrag von menkontre »

@Baobab: danke, das ist mir natürlich klar, die Pfanne war nicht ganz ernst. Der Baum wurde über Jahre von der Waldgenossenschaft bei jeder Waldbegehung wegen des starken Pilzbefalls sehr kritisch beobachtet, der sich wohl auch bei der Fällung bestätigt hat. Nach der Meinung der Experten hätte die Tanne den letzten großen Sturm sowieso nicht überlebt. Trotzdem schade.

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